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[ 1] Abegg, Emil:
Die Indiensammlung der Universität Zürich. (Mitteilungen der Geograph.- Ethnolog.
Gesellschaft Zürich. 35. 1934/35). Mit 54 Abb., 172 S. Beer & Ci., Zürich 1935.
Der zweite Teil 'Buddhismus' (Seite 122 ff.) beschreibt die Tibetica der Sammlung.
[ 2] Abel, Carl und Mecklenburg, FA:
Siehe Hilarion, O., Berlin 1858.
[ 3] Abel, Peter und Pietzker, Roland:
Kathmandu Nepal. (Was Wie Wo. 7.). 208 S. Geo Center, Stuttgart 1980.
Ein Reiseführer.
[ 4] Adam, Leonhard:
Hochasiatische Kunst. 4 Fig. im Text, 36 s/w Abbildungen auf Tafeln. 54 S. Strecker &
Schröder, Stuttgart 1923.
Buddhistische Bronzen, Altaraufbauten und -umrahmungen, sowie Ornamente,
überwiegend Metallarbeiten aus Nepal, aus Privat- und Museumsbesitz in Berlin. Mit
Sachregister.
[ 5] Adam, Leonhard:
Buddha-Statuen. Ursprung und Formen der Buddhagestalt. Mit 1 Titelbild, 52
Fotografien auf 48 Tafeln und 20 Abb. im Text. 121 S. Strecker & Schröder, Stuttgart
1925.
[ 6] Adam, Leonhard:
Sitte und Recht in Nepal. Angaben und Schilderungen von Angehörigen der Gurkha-
Regimenter. Aufgenommen, eingeleitet u. herausgegeben. (Zeitschrift für vergleichende
Rechtswissenschaft einschließlich der ethnologischen Rechtsforschung. 49., I., pp. 1-
269). 269 S. Ferdinand Enke, Stuttgart 1934.
Erschien auch als Einzelpublikation im Buchhandel. Im 1. Weltkrieg gerieten einige
Gurkhas in deutsche Gefangenschaft. Sie wurden in einem Lager in Rumänien von dem
Ethnologen L. Adam hinsichtlich ihrer Sitten, Gebräuche und Stammesnormen befragt.
Adam standen hierfür 9 Gurkha-Gefangene (2 Magars, 2 Rais, 2 Gurungs, 1 Murmi-
Lama, 1 Khas und 1 Sunwar) zur Verfügung.
[ 7] Adams-Beck, L(ily):
Das diamantene Zepter. Roman. Aus dem Englischen übersetzt von Ellen von Protzen.
250 S. O. W. Barth, München—Planegg 1954.
(The House of Fulfilment. The Romance of a Soul. Ernest Benn and Cosmopolitan
Book Corp., sowie Fisher & Unwin, London 1927).— Die Autorin dieses Romans
beansprucht, eine 'wahre Geschichte' wiederzugeben, doch dürfte es sich eher um eine
literarische Verarbeitung des 'Mythos Tibet' in Form einer Bekehrungsgeschichte
handeln. Ein junger englischer Maler, auf Besuch in Kashmir, wird involviert in die
Suche nach dem "Diamantenen Zepter", einem seit über 1 400 Jahren lebenden
buddhistischen Mönch, der sich stets dann, wenn seine Gegenwart benötigt wird, den
Menschen offenbart. Während der abenteuerlichen äußeren und inneren Reise gelangt
der Held in mehrere tibetische Klöster hoch in den Bergen Ladakhs und erfährt nach
und nach seine spirituelle Wandlung. (Renate Wagner).
[ 8] Ahmad, H(afiz) Manzooruddin:
Siehe Manzooruddin, Ahmad.
[ 9] Allione, Tsültrim:
Tibets weise Frauen. Mit einem Vorwort v. Chögyam Trungpa Rinpoche. Aus dem
Englischen übersetzt von Ulli Olvedi. 328 S. Dianus-Trikont, München 1986.
(Women of Wisdom. Routledge & Kegan Paul. Henley-on-Thames 1984).— Deutsche
Neuausgabe Capricorn-Verlag, Glonn 1987. Übersetzung der Biographien von sechs
tibetischen Mystikerinnen (aus dem 11. bis zum 20. Jh.), anhand derer die Autorin auch
die Frage nach den Erfahrungen, die Frauen im Buddhismus machen, bearbeitet.
[10] Altenburger, Engelbert:
Nepal. (S & B Reiseführer). Mit 1 farb. Karte, einigen farb. Abb. und Stadtplänen. 256
S. Scheuble & Baumgartner, Stühlingen 1990.
[11] Ambolt, Nils:
Karawanen. Im Auftrag Sven Hedins durch Innerasien. Mit einem Geleitwort von Sven
Hedin. Aus dem Schwedischen übersetzt von Gerhard Wilpert. Mit 100 (4 farb.) Abb.
und 1 Karte. 191 S. F. A. Brockhaus, Leipzig 1937.
(Karavan. Stockholm 1935).— 2. Auflage 1941. Der Astronom und Geodät Dr.
Ambolt reiste zunächst mit Sven Hedin, doch dann trennten sich ihre Wege, und der
Autor führte mit dem Geologen Dr. Norin die Expedition allein fort, wobei er in bis
dato unbetretene Gebiete Nordtibets vorstieß. Hier werden die persönlichen Erlebnisse,
also mehr die Reise und die abenteuerhaften Teile des Unternehmens, plastisch und
lebendig beschrieben. Vieles auch zur Ethnologie.
[12] Amin, Mohamed, Willetts, Duncan, und Tetley, Brian:
Reise durch Nepal. Aus dem Englischen übersetzt von Dr. Helge Mücke. Mit 170 farb.
Abb. 192 S. Landbuch, Hannover 1989.
(Journey through Nepal. The Bodley Head, London 1987).— Die Autoren gestalten
mit diesem Buch einen wundervollen Bildband, der die ganze Vielfalt der Natur und
Landschaft ebenso wie die verschiedenen Bevölkerungsgruppen Nepals dokumentiert,
vor allem auch die geistige und materielle Kultur. Der Text enthält leider zahlreiche
Ungenauigkeiten. Die hervorragende Bilddokumentation zu Göttern und Festen,
Priestern und Mönchen, Schreinen und Tempeln, Haustypen und Kultbauten, Straßen,
Brücken und Siedlungsformen läßt die Schwächen des Textes in den Hintergrund
treten.
[13] Amipa, Sherab Gyaltsen:
Das Aufgeben der vier Begierden "Zen-pa Zi-dral". Kernunterweisungen von Jetsün
Dhagpa Gyaltshän. Eine Kurzfassung von Sakya Pandita. Eine Meditationsanweisung
von Ngorchen Künga Zangpo. Herausgegeben von Ven. Sherab Gyaltsen Amipa. 58 S.
Tibet-Institut, Rikon/Zürich 1977.
[14] Amipa, Sherab Gyaltsen:
Lehrbuch der tibetischen Umgangssprache. Elementare Einführung in Orthographie und
Grammatik. Deutsch-tibetisch. 98 S. Gasser & Cie., Basel 1984.
(Textbook of Colloquial Tibetan Language. Rikon/Zürich 1974).
[15] Amipa, Sherab Gyaltsen:
Geistesschulung im tibetischen Buddhismus. Vorbereitende Übungen und
Meditationen. Mit zahlreichen Abb. und 8 Farbtafeln. 256 S. Ansata, Interlaken 1986.
Lama Sherab lebt und lehrt im klösterlichen Tibet-Institut in Rikon (Schweiz). Seine
verständliche Einführung in den tibetischen Buddhismus beschreibt einfache Übungen,
Meditationen und Visualisationen, sowie weitere Methoden der Geistesschulung. Im
Anhang autobiographische Schilderung vom Werdegang eines Sa skya pa-Mönches im
traditionellen Tibet. In einer kürzeren Ausgabe (127 S.) war der Text bereits 1977 vom
Tibet-Institut Rikon/Schweiz verlegt worden.
[16] Amnesty International:
Volksrepublik China: Folter und Mißhandlungen von inhaftierten Tibetern. 12 S.
Amnesty International, Berlin 1989.
(People's Republic of China: Torture and Ill-Treatment in Detention of Tibetans).
[17] Anderson, Walt:
Das offene Geheimnis. Der tibetische Buddhismus als Religion und Psychologie. Eine
Einführung aus westlicher Sicht. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Matthias
Dehne und Stephan Schuhmacher. 231 S. O. W. Barth, München 1981.
(Open secrets. A western guide to Tibetan Buddhism. Viking Press, USA 1979;
Hardmondsworth 1982).— In einer Sonderausgabe bei Barth auch unter dem Titel
"Der tibetische Buddhismus als Religion und Psychologie" erschienen, 3. Aufl. 1986;
erneut verlegt mit vollem Titel (Goldmann Grenzwissenschaften Esoterik, TB 11835)
München 1988.— Der Amerikaner Walt Anderson (Psychologe und
Sozialwissenschaftler) bereiste Tibet und studierte den tibetischen Buddhismus mit
hohen Lamas in deren erzwungenem Exil.
[18] Andersson, Johann Gunnar:
Der Drache und die fremden Teufel. Mit Frontispiz und 207 Abb., 1 Karte. 390 S. F.
A. Brockhaus, Leipzig 1927.
Der Autor arbeitete ab 1914 mehrere Jahre als geologischer Ratgeber im chinesischen
Staatsdienst. 1923/24 führte ihn eine Reise nach Kansu und ins Kokonor-Gebiet. In
diesem nord- tibetischen Grenzgebiet leitete er archäologische Grabungen, die
prähistorische Wohnstätten zutage brachten. Insgesamt eher wenig Material zu Tibet.
[19] Andrade, António de:
Beschreibung einer weiten unnd gefährlichen Raiß/so ein Priester der Societet IESU P.
Antonius de Andrade genant/auß der mission beym grossen Mogor in Asia/in
ersuchung deß grossen Cataio und der Königreich Tibet/./mit unglaublicher Mühe und
Arbeit im 1624. Jahr verricht. Den guthertzigen Gottes Ehr / und Christlichen Glaubens
außbraitung eyferig liebenden Teutschen zugefallen. Auß Spanischer Sprach inn die
Teutsche ubergesetzt. (24 S.). Andream Aperger, Augspurg 1627.
(Novo descobrimento do Gram Cathayo, ou Reinos de Tibet, pello Padre Antonio da
Companhia de IESU, Portuguez, no Anno de 1624. Mattheus Pinheiro, Lisboa
1626).— Dieser berühmte erste Bericht Andrades über die Entdeckung des
westtibetischen Königreiches Guge mit der Burg- und Klosterstadt Tsaparang erschien
in deutscher Übersetzung in Augsburg nicht nur bei Aperger, sondern im gleichen Jahr
auch als Nachdruck mit identischem Titel, aber anderer Pagina, bei Michael Stör,
Augsburg.— Die moderne deutsche Übersetzung dieses ersten wie auch des späteren
zweiten Berichtes, von Andrade am Königshof von Tsaparang geschrieben, findet man
bei J. Aschoff, Eching 1989, der zugleich eine umfangreiche Dokumentation über den
heutigen Zustand der Klöster und über die herrlichen, noch immer gut erhaltenen
Kunstwerke von Tsaparang liefert.
[20] Andrade, António de:
Siehe auch Jürgen C. Aschoff, Eching 1989.
[21] Andree, Karl:
'Adolf Schlagintweit's Tagebücher sind gerettet'. (Globus. Illustrirte Zeitschrift für
Länder- und Völkerkunde. 1., pp. 189). 1 S. Bibliographisches Institut, Hildburghausen
1862.
Lord William Hay, Civilcommissar in Kashmir, konnte das 135 Seiten starke Tagebuch
von Adolf Schlagintweit sicherstellen (dazu einen Schädel, bei dem es sich um den
Kopf Schlagintweits handeln soll), mit einem letzten Eintrag vom 11. August 1857,
wenige Tage vor seiner Enthauptung durch einen mohammedanischen Räuber. Der
Bericht hierüber im 'Globus' stammt, wie viele weitere, aus der Feder des
Herausgebers, des Geographen Karl Andree (1808-1875).
[22] Andree, Karl:
Das Vordringen der Europäer nach Tibet, dem Lande des Dalaï Lama. (Globus.
Illustrirte Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde. 2., pp. 24-27). 4 S.
Bibliographisches Institut, Hildburghausen 1862.
Zusammenfassender Bericht über Huc und Gabet, über Abbé Krick (der von Assam aus
nach Tibet gelangte und bei seinem 2. Aufenthalt ermordet wurde), über Bernard und
Desgodins, Renou und Fage, die allesamt um die Mitte des 19. Jhs. als Missionare in
Tibet, meist von China aus, ihr Glück versuchten.
[23] Andree, Karl:
Ein Ausflug nach Ladakh und Kaschmir. (Globus. Illustrirte Zeitschrift für Länder- und
Völkerkunde. 3., pp. 25-27). 3 S. Bibliographisches Institut, Hildburghausen 1863.
Der Herausgeber K. Andree schreibt viele 'Tibetartikel' im Globus, so auch diesen
Bericht einer kleinen Expedition der Engländer im Jahr 1862: das Kulutal aufwärts,
über den Rothangpass nach Lahoul (Besuch bei den Herrnhuter Missionaren in
Kyelong), weiter durch unbewohntes Gebiet bis nach Leh/Ladakh, später Ausreise nach
Srinagar/Kashmir.— Diese Route ist seit 1989 für Touristen zugänglich und stellt heute
eine der schönsten Rundtouren im Himalaya dar. Die beiden Reisenden Torrens und
Lord W. Hay konnten in Leh das Tagebuch des ermordeten Adolf Schlagintweit
sicherstellen (siehe Karl Andree, Globus 1., Hildburghausen 1862).
[24] Andree, Karl:
Neue Nachrichten aus Tibet. Das Vordringen der katholischen Missionäre in das Gebiet
des Dalai Lama. (Globus. Illustrirte Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde. 3., pp.
241-245, 341-344). 9 S. Bibliographisches Institut, Hildburghausen 1863.
Ausführlicher Bericht über die Versuche des französischen Abbé Desgodins, in den
60er Jahren des letzten Jahrhunderts von China aus Lhasa zu erreichen. Desgodins
Berichte, auch seine längeren Aufenthalte in Tibet, im Kloster Lithang und im
chinesisch-tibetischen Grenzgebiet sind — meines Wissens nur hier — in deutscher
Sprache nachzulesen. Französisches Original durch den Bruder des Abbé Desgodins:
C.-H. Desgodins, La Mission du Thibet de 1855 à 1870, bei Laurent, Verdun 1872.
Abbé Desgodins verbrachte mehr als 20 Jahre in den tibetischen Grenzregionen.
[25] Andree, Karl:
Siehe auch 'Huc und Gabet', 1855.
[26] Anonymus:
Kosmogonie, Mythologie und Religions-Philosophie der Tibetaner und Mongolen.
(Magazin für die Literatur des Auslandes. 107., pp. 423/4). 2 S., Berlin 1832.
Der Artikel, herausgegeben von der Redaktion der Allg. Preuß. Staats-Zeitung,
beschreibt tatsächlich die Kosmographie der Tibeter (ohne Nennung der Quelle), das
heißt Vorstellungen über Sonne, Mond, Alter und Entstehung der Erde, die
Götterklassen und die Menschen, nicht zuletzt auch über die Hölle: "Fegefeuer und
Hölle sind so kindisch-abenteuerlich. Wir bemerken nur, daß das Hirn der
Buddhistischen Pfaffen auch tantalische Martern ausgebrütet hat, obgleich wahre
Zerrbilder von Homers Tantalus". Diese werden dann auch plastisch geschildert.
[27] Anonymus:
Ein lamaistisches Kultusbild. (Das Ausland. Eine Wochenschrift für Kunde des
geistigen und sittlichen Lebens der Völker mit besonderer Rücksicht auf verwandte
Gebiete. 56., pp. 484-489). 6 S. J. G. Cotta'sche Buchhandlung, Stuttgart 1883.
Nach einer Einführung in die Geschichte und Kunst Tibets wird ein Thangka aus dem
Besitz des Ethnolog. Museums Berlin nach Inhalt und Bedeutung beschrieben, eine
Darstellung des Kubera. Dieses Bild, wie auch andere Kunstwerke und Ethnologica,
wurden dem Museum von dem Missionar Prochow (wohl Ladakh?) vermacht.
[28] Anonymus:
Die lamaistische Hierarchie. (Der Ostasiatische Lloyd. 6., pp. 265-267). 3 S., Shanghai
1892.
Der sehr klein gedruckte, durchaus umfangreiche Artikel wurde anläßlich der am 2.
Februar erfolgten feierlichen Einsetzung des gerade neunjährigen 9. Panchen Lama
geschrieben. Er behandelt die eng verflochtene Geschichte der weltlichen und religiösen
Würden- und Mandatsträger Tibets.
[29] Anonymus:
Eine Reinkarnation des Teshu Lama in Tibet. (Lotusblüten, Jahrgang 1896, pp. 455-
462). 8 S. Wilhelm Friedrich, Leipzig 1896.
Zusammenfassender Bericht über Turners Erlebnisse beim Panchen Lama.
[30] Anonymus:
Die Entdeckung und Erforschung der Erde. Mit einem ABC der großen Entdecker und
Forscher. (Brockhaus-Taschenbücher des Wissens). 364 S. F. A. Brockhaus, Leipzig
1949.
Ob Sven Hedin oder F. E. Younghusband, Peter Simon Pallas oder Gabriel Bonvalot,
namhafte Tibetforscher werden hier mit Lebensdaten, Forschungsreisen und
Hauptwerken vorgestellt.
[31] Anonymus:
Tibetisch Mystische Lebensweisung. Deutsche Übersetzung in Verbindung mit der
Antiqua Mystica Ordo Rosae Crucis Germaniae. 198 S. O. W. Barth, München-
Planegg 1953.
(Unto thee I grant. Amorc San José, San Francisco 1925).— J. Dürr (Orientalistische
Literaturzeitung 1956) soll hierzu wörtlich zitiert werden: "Das Büchlein ist eine
Übersetzung von 'Unto thee I grant', das selbst wiederum aus dem Chinesischen
übertragen ist. Das Original soll im Potala zu Lhasa von dem Chinesen Cao-tsu
entdeckt und übersetzt worden sein. Den Lamas selbst blieb es unverständlich, da es 'in
der Sprache und in den Schriftzeichen der alten Gymnosophisten oder Braminen'
geschrieben war. 'Urteil und Meinung der Bonzen und gelehrten Doktoren sind
hinsichtlich seiner sehr geteilt. Jene, die es höchlichst bewundern, sind sehr geneigt, es
ihrem eigenen großen Philosophen Konfuzius zuzuschreiben. Einige wollen es als die
Lehre von Lao-Kiun aus der Sekte der Taoisten ansehen. Dann gibt es andere, die aus
einigen bestimmten Merkmalen und der Haltung, die sie darin finden, annehmen, es sei
von dem Braminen Dandamis geschrieben, dessen berühmter Brief an Alexander den
Großen den europäischen Gelehrten in Erinnerung ist'. Ein englischer Forscher und
Gelehrter fertigte eine englische Übersetzung davon an und schickte sie an den Earl of
Derby. Wir schreiben das Jahr 1747. Wer ist dieser Forscher? Wer ist dieser Earl of
Derby? Wer ist dieser Cao-Tsu? Was ist mit dem Originaltext geschehen? War es
wirklich in der Sanskritsprache verfaßt? Wer ist dieser Bramin Dandamis? Wo sein
Brief an Alexander den Großen? Das sind alles Fragen, die zur Feststellung der
Echtheit der Schrift erforderlich wären, worüber sich aber das als Einführung geltende
Nachwort in Schweigen hüllt."
[32] Anonymus:
Über die Tibet-Frage. 311 S. Verlag f. fremdsprachige Literatur, Peking 1959.
Das Buch gliedert sich in 4 Teile. Zunächst werden die wichtigsten Dokumente,
Nachrichten, Reden, Leitartikel und Kommentare über die Tibetfrage publiziert, die
zwischen dem 28. März und 19. April 1959 veröffentlicht wurden. Teil 2 umfaßt den
Zeitraum 20. bis 30. April 1959, Teil 3 enthält Hintergrundmaterial. In Teil 4 ist ein
Leitartikel der 'Volkszeitung' wiedergegeben mit dem Titel 'Die Revolution in Tibet und
die Philosophie Nehrus'.
[33] Anonymus:
Große Veränderungen in Tibet. Einige Abb., 66 S. Verl. f. fremdsprach. Literatur,
Peking 1972.
[34] Anonymus:
Mandi. Projekt in einer indischen Bergregion. Herausgegeben von der Bundesstelle für
Entwicklungshilfe. (Schriftenreihe der BfE. 15.). Ohne Pagina. Bundesstelle f.
Entw.hilfe, Eschborn 1974.
[35] Anonymus:
Tibet heute. Mit 110 teils farb. Abb., 116 S. Verlag für fremdsprach. Literatur, Peking
1974.
Ein reiner Bildband und ein ernstzunehmendes Zeitdokument.
[36] Anonymus:
Der Zorn der Leibeigenen in Tibet: Skulpturengruppe aus Ton. 92 S. (nur
Illustrationen)., Peking 1976.
[37] Anonymus:
Tibet. Das Leben hat sich geändert. Mit einig. Abb., 60 S. 'Freundschaft mit China',
Winterthur 1978.
[38] Anonymus:
Tibet wandelt sich. Mit zahlreichen farb. und s/w Abb., 176 S. Verlag f. fremdsprachige
Literatur, Peking 1981.
[39] Anonymus:
Berichte aus Tibet. (focus China 3). 48 S. China im Aufbau, Peking 1983.
Unter anderem mit einem Kapitel: 'Zum Besuch beim Panchen Lama'.
[40] Anonymus:
Tibeter über Tibet. Mit 30 S. Farbfotos. 228 S. China im Aufbau, Peking 1988.
Das heutige Tibet aus chinesischer Sicht, mit Kapiteln wie "Ich und meine Fabrik. Vom
Sklavensohn zum Vizedirektor", "Vom Sklaven zum Direktor der Akademie der
Gesellschaftswissenschaften", aber auch "Der Potala. Ich bin im Potala zu Hause" oder
"Ich bin Präsident der Universität Tibet".— Die 27 Berichte wurden 1987 kurz vor den
Unruhen in Lhasa aufgezeichnet und stammen von vier chinesischen Journalisten, sowie
von einem 'Augenzeugen' dieser Vorgänge.
[41] Antons, Klaus und Volmerg, Ute:
Nepal zum Sich Kennenlernen. Mit 26 auf graphische Effekte reduzierten s/w Abb., 68
S. Fabri, Ulm/Donau 1990.
Nepal kennenzulernen, sich selbst auf einer Wanderung in einer fremden Kultur und in
einer grandiosen Landschaft zu erfahren, und sich unter dieser Herausforderung als
Mann und Frau kennenzulernen — diese drei Erfahrungsbereiche verbindet der Titel
des Buches. Autor und Autorin verarbeiten die Erfahrungen teils verbindend, teils
trennend. Die in Schwarz und Weiß unterlegten Texte bringen die Polarität männlichen
und weiblichen Erlebens auch optisch zum Ausdruck.
[42] Argüelles, José und Argüelles, Miriam:
Das grosse Mandala-Buch. Mandala in Aktion. Mit einem Vorwort von Lama
Tschögyam Trungpa. Deutsche Übersetzung von Sylvia Luetjohann. Mit 160
Illustrationen und 16 teils ganzseitigen Farbtafeln. 139 S. Aurum, Freiburg i. Br. 1974.
(Mandala. Foreword by Chögyam Trungpa. Shambhala Publ., Berkeley 1972).— 2.
Auflage 1978, erneute Ausgabe 1984. Was bisher nur Eingeweihten, Heiligen und
Religionsstiftern zugänglich war, sei nun langsam für jeden erreichbar, meinen die
Autoren zu ihrem Buch. Es handelt sich nur partiell um Mandalas des tibetischen
Kulturkreises, vielfach mit "modernistischen" Kunstaspekten überformt. "Nicht alle
symmetrischen Anordnungen sind schon ein Mandala", schreibt S. Hummel (Lit.-Anz.
d. Schweiz. Tibethilfe, Luzern 1973), "die meisten der dem Buche beigegebenen
Zeichnungen sind Yantras, aber nicht alle Yantras, deren Betrachtung zu bestimmten
Erkenntnissen führen soll, sind Mandalas. Wenn wir eigene Diagramme dieser Art
gestalten, sollten wir im Gebrauch von Lauten, Worten und Symbolen aus fremden
Kulturen vorsichtig sein, da deren Sinngehalt nicht einfach übertragbar ist".
[43] Armington, Stan:
Trekking in Nepal. (Travel Infos für Abenteurer. 6.). Deutsche Bearbeitung Susanne
Pohl, K. Freudenberger, Gerda Schettler. Mit 30 Abb., 10 gefalt. Karten. 268 S.
Schettler, Hattorf am Harz 1981.
(Trekking in the Himalayas).— 2. Auflage 1986. Der Autor lebt seit 1971 in
Kathmandu, von wo aus er Trekkingtouren organisiert.
[44] Arnold, Paul:
Unter tibetischen Lamas. Eine Chronik der Begegnungen. Aus dem Französischen
übersetzt von Brigitte Weidmann. 240 S. Karl H. Henssel, Berlin 1971.
(Avec les lamas Tibétains. L'Expérience Psychique. Arthème Fayard, Paris 1970).—
Der deutsche Titel auf dem Bucheinband vermerkt als Untertitel — abweichend vom
Innentitel: 'Chronik einer geistigen Erfahrung'. Ab 1980 mit neuem Schutzumschlag.—
Der Autor besuchte zwischen 1959 und 1965 mehrere Male Darjeeling, wo er stets
einige Zeit mit Freunden und tibetischen Lehrern des Karmapa-Ordens verbrachte. Er
schildert Erfolg und Mißerfolg bei seinen Bemühungen, aus Bücherwissen zu
lebendiger Erfahrung zu gelangen. Ein echtes und lebendiges Buch, das authentisch die
Reaktionen eines Suchenden aus dem Westen auf die rituelle, soziale und familiäre
"Andersartigkeit der Tibeter" schildert.
[45] Aryatara Institut:
Meditationshandbuch des Mahayana. Mit Texten von Lama Thubten Yeshe, Lama
Thubten Sopa Rinpoche. Ins Deutsche übersetzt von Ursula Bernis, Jena Bruer, Dieter
Kratzer, Lioba Schmitz-Moormann und Sylvia Wetzel. Mit einigen Abb., 112 S.,
München 1980.
(A handbook of Mahayan Practices, Dorje Chang Inst. for Wisdom Culture, New
Zealand 19??).— 2. Auflage der deutschen Ausgabe Arnstorf, 1986. Seit 1969
besuchen in steigender Zahl auch deutsche Schüler die Meditationskurse des Klosters
des Internationalen Mahayana Institutes in Kopan/Nepal. Nach Deutschland
zurückgekehrt finden sie in sich selbst und in ihrer Umgebung völlig veränderte
Umstände vor. Um den Dharma in das tägliche Leben integrieren zu können, zeigt
diese Broschüre grundsätzliche Methoden der praktischen Anwendung des Buddhismus
und will Anfängern wie Fortgeschrittenen eine Hilfe sein. Das Aryatara Institut
übersetzte anläßlich des Besuches von Lama Yeshe in Deutschland 1980 diese seine
Schrift, die eine gute Einführung in die Praxis des tibetischen Buddhismus darstellt. Als
Alternative siehe K. McDonald, Arnstorf 1986.
[46] Aryatara Institut:
A) Praxishilfen (P1 bis P8). B) Sadhanas.
Diese kleinen Veröffentlichungen sind Texte, die die Praxis ergänzen. Sie erscheinen
seit 1981. Partielle Einzellistung siehe Asvaghosa (1985); Atischa (1985).— Im
einzelnen sind erschienen: Gebete (P1); Die Bodhisattva-Gelübde (P2); Bekenntnis-
Sutra (P3); Der sechsfache Guru-Yoga (P4); Fünfzig Verse der Guru-Hingabe (P5);
Atischa. Die Lampe auf dem Weg zur Erleuchtung (P6); Lamrim 1 (P7); Mahayana-
Praxis (P8). Die Sadhanas erscheinen seit 1981.
[47] Aschoff, Jürgen C:
Immer wieder Himalaja. Ein Reisebuch für Nichtbergsteiger. Mit 62 ganzseitigen
Farbbildern nach Aufnahmen des Verfassers. 1 Karte. 133 S. MC Verlag Jochen Knips,
Neufahrn 1985.
Zweite, erweiterte und überarbeitete Auflage, MC Verlag, Garching 1991.—
Individuelle Reiseerlebnisse, als Anregung zum Nachreisen, entlang der Himalaya-Kette
von Ladakh im Westen (auch Klosterfeste im Winter), über Zanskar, Kulutal und
Lahoul, Gangesquellen (Badrinath) bis nach Nepal im Osten. In der 2. Auflage
zusätzliches Kapitel 'Kailash-Parikrama'.
[48] Aschoff, Jürgen C:
Tsaparang — Königsstadt in Westtibet. Die vollständigen Berichte des Jesuitenpaters
António de Andrade und eine Beschreibung vom heutigen Zustand der Klöster. Mit
einem Beitrag von Prof. Hugues Didier: Die Jesuiten-Mission in Tsaparang,
kommentiert und interpretiert nach den Dokumenten in den römischen Archiven der
Gesellschaft Jesu. Mit 52 Farbtafeln, 2 Zeittafeln, 1 Lageskizze. 176 S. MC Verlag
Jochen Knips, Eching 1989.
Eines der wenigen Bücher über das Königreich Guge in West-Tibet. Erste deutsche
Ausgabe der beiden Berichte des António de Andrade, der das Königreich von Guge
und seine damalige Hauptstadt Tsaparang vor 360 Jahren entdeckt hat. Ausführliche
Beschreibung der Klöster mit ihrer einmaligen Kunst. Umfangreiche Farbbild-
Dokumentation.
[49] Asvaghosa:
Fünfzig Verse der Guru Hingabe. Mit einem Kommentar von Geshe Ngawang
Dhargyey nach einem Text der Library of Tibetan Works and Archives, Dharamsala.
[Praxishilfe P5]. Aus dem Englischen übersetzt von Christine Kirchstein. 28 S. Aryatara
Institut, Arnstorf 1985.
(Engl. Original: Library of Tibetan Works and Archives, Dharamsala).— Asvaghosa
schrieb diese Verse (Gurupancasika, tib. La-ma nga chu-pa) etwa im ersten
nachchristlichen Jahrhundert. Sie enthalten eine präzise Beschreibung der Lehrer-
Schüler- Beziehung auf dem tantrischen Weg des Buddhismus und werden traditionell
am Anfang einer Ausbildung studiert.
[50] Asvaghosa:
Siehe auch Carl Cappeller 1922; Richard Schmidt 1923; Friedrich Weller 1926, 1928;
Jens-Uwe Hartmann, Göttingen 1988. (1 bis 2. Jh n. Ch.).
[51] Atisa (982-1054):
Siehe auch Helmut Eimer, 1977, 1978, 1979; Geshe Lobsang Dargyay, 1978; Jamgon
Kongtrul (I.), Küsnacht 1989; Loden Sherap Dagyab, 1991.
[52] Atischa, Dipamkara Shrijnana:
Die Lampe auf dem Weg zur Erleuchtung. Bodhipathapradipam (Sanskrit).
Byang.chub.lam.gyi.sgron.ma (Lam-dron) (Tibet.).
[Praxishilfe P6]. (Übersetzung aus dem Tibetischen von Cornelia Weishaar-Günter). 12
S. Aryatara Institut, Arnstorf 1985.
Atisa wies mit diesem kurzen Lehrtext den Tibetern den Weg zum rechten Verständnis
des Zusammenhangs aller Fahrzeuge des Buddhismus. Dieser Text ist das Vorbild für
alle weiteren Schriften über den 'Stufenweg'.
[53] Auboyer, Jeannine und Béguin, Gilles:
Tibet. Kunst des Buddhismus. Katalog der Tibetausstellung Grand Palais, Paris, 25.
März - 27. Juni 1977
[Réunion des Musées Nationaux, unter Mitwirk. d. Techn. Dienstes d. Musée du
Louvre], anschließend "Haus der Kunst", München, vom 6. August - 16. Oktober
1977. Deutsche Bearbeitung Dr. Helga Uebach. Mit 395 beschriebenen Objekten, 18
farb. und 393 s/w Abb., 312 S. Haus der Kunst, München 1977.
(Dieux et démons de l'Himalaya. Grand Palais Paris. 1977).— Literaturverzeichnis S.
299-301.
[54] Auer, Gerhard und Gutschow, Niels:
Bhaktapur. Gestalt, Funktion und religiöse Symbolik einer nepalesischen Stadt im
vorindustriellen Entwicklungsstadium. Mit 142 Abb., 48 Zeichnungen und Plänen. 140
S. Technische Hochschule, Darmstadt 1974.
Abhandlung über eine der ältesten Städte im Kathmandutal im Spannungsfeld zwischen
Religion und Industrialisierung. Das Material zu diesem Buch wurde 1971/72 von den
Autoren gesammelt, als sie als Mitglieder einer Darmstädter Architektengruppe im
Auftrag des Auswärtigen Amtes (Bonn) die Restaurierung eines bauhistorisch
wertvollen Gebäudekomplexes (Pujahari Math) im Osten Bhaktapurs durchführten.
"Bhaktapur, obwohl eine Bauernstadt, hat eine hochstehende Stadtkultur entwickelt,
deren sichtbare Formen in Riten, Kunstwerken, Bauten und sozialen Organisationen
noch immer lebendig sind und ihre Funktionen erfüllen. Der Einfluß der
Religionssysteme ist dabei ungebrochen, reale und transzendentale Welt, Rationalität
und Glaube sind nicht trennbar", schreiben die Autoren im Vorwort zu ihrem
eindrucksvollen Buch.
[55] Aufschnaiter, Peter (1899-1973):
Peter Aufschnaiter. Sein Leben in Tibet. Bearbeitung, Zusammenstellung und
Herausgabe durch Martin Brauen. Mit 64 Farbfotos, zahlreichen s/w Abb., Skizzen und
Karten. Beigelegt der von Aufschnaiter gezeichnete Stadtplan von Lhasa. 207 S.
Steiger, Innsbruck 1983.
Zweite Auflage (ohne den Stadtplan) Steiger-Verlag, Berwang, 1988.— Peter
Aufschnaiter (1899-1973) arbeitete nach seiner Flucht aus britischer Gefangenschaft
wie Heinrich Harrer im Auftrag der tibetischen Regierung während des zweiten
Weltkrieges in Lhasa, und zwar als Techniker und Agrar-Ingenieur. Nach der
chinesischen Invasion in Tibet kehrte er nicht nach Europa zurück, sondern blieb in
Nepal, in "seinem Kulturkreis". Die das ganze Buch kennzeichnenden liebevollen
Beschreibungen von Flora und Fauna, Sitten und Bräuchen, Klima und Geschichte,
religiösen Institutionen, sowie der Geologie bis hin zur Erklärung zusammengesetzter
Ortsnamen, konnten so nur von einem lebhaft am Leben der Tibeter teilnehmenden
Beobachter verfaßt werden. Aufschnaiters Beschreibung des Lebens in Lhasa ist
wirklichkeitsnah, detailliert und relativiert manche bislang oft sehr allgemein gehaltene
Berichte (aus einer Rezension von Veronika Ronge).
[56] Avedon, John F:
Ein Interview mit dem Dalai Lama. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Rüdiger
Majora. Herausgegeben vom Aryatara Institut und dem Tibetischen Zentrum Hamburg.
Mit 2 s/w Fotographien von Richard Avedon. 90 S. Christine Hasenzahl, München
1982.
(An Interview with the Dalai Lama. Littlebird Publ., New York 1980).— Zweite
Auflage 1985. Im Jahr 1979 entstanden diese Interviews bei der ersten Reise des XIV.
Dalai Lama nach den USA. Mit Humor und Klarheit erzählt er von seiner Kindheit,
seiner religiösen Ausbildung, seinen Träumen und seiner Haltung zu den großen Fragen
unserer Zeit — Politik, Religion und Wissenschaft. Im Rahmen des letzten Kapitels
über die Feinheiten der tibetisch-buddhistischen Philosophie runden Aussagen über das
Bewußtsein eines Buddha und die Identität von Leere und Mitgefühl dieses
vielschichtige Interview ab, dessen tiefer Gehalt sich erst beim mehrmaligen Lesen
wirklich erschließt (nach einer Rezension von Sylvia Wetzel).
[57] Babinger, Franz:
Isaak Jakob Schmidt, 1779-1847. Ein Beitrag zur Geschichte der Tibetforschung.
(Festschrift für Friedrich Hirth zu seinem 75. Geburtstag. = Ostasiatische Zeitschrift. 8.,
pp. 7-21)., Berlin 1920.
Umfangreich recherchierte Biographie. Mit bibliographischen Angaben und mit fast
vollständiger Bibliographie.
[58] Bachhofer, Joss:
Verrückte Weisheit. Leben und Lehre Milarepas. Herausgegeben (und Fotos) von J.
Bachhofer, 19 Umrißzeichnungen von H. Dalmühle. Übersetzung aus dem Tibetischen
ins Englische von Ed. Henning, aus dem Englischen ins Deutsche von Matthias Dehne.
Mit 119 farb. und zahlreichen s/w Abb., 245 S. Edition Schangrila, Haldenwang 1986.
Dieses sehr schön und reich bebilderte Buch trägt einen Titel 'Verrückte Weisheit', der
als solcher im Tibetischen nicht existiert. Auf 19 Thangkas aus dem 18. Jh. ist die
Lebensgeschichte des tibetischen Heiligen Milarepa illustriert. Für denjenigen, der sich
mit Fragen der tibetischen Alltags- und Sachkultur beschäftigt, bilden die zahlreichen,
aus der Gesamtdarstellung der Thangkas herausgelösten, Detailaufnahmen eine
reizvolle Fundgrube. Leider fehlt oft die Entsprechung zwischen nacherzählter Vita und
den Bildunterschriften. Bedauerlich ist auch, daß man dem Leser keinerlei
Ausspracheanweisungen mitgegeben hat: Bei der phonetischen Wiedergabe tibetischer
Worte wurden z. T. die englische Version, z. T. sogar Dialektvarianten übernommen;
idiomatische Redewendungen wie "Perlen vor die Säue." kennt der Tibeter so sicher
nicht. Auch die qualitätvolle Aufmachung des Buches kann da über manche
Enttäuschung im Inhaltlichen nicht hinweghelfen (nach einer Rezension von Veronika
Ronge).
[59] Back, Dieter Michael:
Eine buddhistische Jenseitsreise. Das sogenannte "Totenbuch der Tibeter" aus
philologischer Sicht. (Freiburger Beiträge zur Indologie. 13.). Mit 4 Abb., 271 S. Otto
Harrassowitz, Wiesbaden 1979.
Um diesen berühmten tibetischen Text nicht nur den eher esoterischen Kreisen zu
überlassen, sondern auch wissenschaftlich zu bearbeiten, entstand dieses Buch. Der
Autor zeigt anhand des Bar do thos grol die Integrationsfähigkeit des tibet.
Buddhismus, der mit geringfügigen Bedeutungsverschiebungen bodenständige
Vorstellungen in das eigene System übernehmen kann. Sowohl literaturgeschichtlich
wie zum 'eigentlichen' Inhalt des Totenbuches wichtige Arbeit.
[60] Back, Dieter Michael:
Rig pa no sprod gcer mthon ran grol. Die Erkenntnislehre des Bar do thos-grol.
(Freiburger Beiträge zur Indologie. 18.). 142 S. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1987.
Neben einem literaturgeschichtlichen Exkurs über die Zusammenhänge der teilweise
erheblich voneinander abweichenden Bar do thos grol Texte werden die Beziehungen
zwischen Bar do thos grol und dem Vijnanavada aufgearbeitet, wesentlich durch zum
Teil erstmalige Übersetzung entsprechender Texte.
[61] Back, Dieter Michael:
Siehe auch Dalai Lama VI., 1986; W. Scharlipp und D. M. Back, Hamburg 1989.
[62] Bacot, Jacques:
Kunstgewerbe in Tibet. Mit 42 Tafeln in Licht- und Farbendruck, davon 8 farb. Abb.
Einführender Text 6 S., gesamt 42 S. Ernst Wasmuth, Berlin (1924).
Gleichzeitig mit der französischen Fassung "Décoration Tibétaine", A. Calavas, Paris
1924, erschienen.— Die großformatigen und hervorragend gedruckten Abbildungen
mit viel Detailreichtum stammen größtenteils aus dem Musée Guimet, zum Teil aus der
Privatsammlung von Jacques Bacot (1877-1965). Es werden vor allem Ausschnitte aus
Thangkas, aber auch einige Bronzen und kunstvolle eiserne Schmiedearbeiten gezeigt.
[63] Bacot, Jacques:
Milaräpa, Tibets grosser Yogi auf dem Weg zu Wissen und Erlösung. Aus dem
Tibetischen Original in die französische Sprache übersetzt von Jacques Bacot.
Übertragen aus dem Französischen von Berndt Heisz. 204 S. Johannes Baum,
Pfullingen 1956.
(Le poète Tibétain Milarépa. Ses crimes, ses épreuves, son Nirvana. Traduit du
Tibétain avec une introduction et un index. Quarante bois de Jean Buhot, d'après une
iconographie tibétaine de la vie de Milarépa. Édition Bossard, Paris 1925).— Bacot
schreibt in seinem Vorwort: "Milaräpa war Magier, Dichter und Yogin. Und er war in
seinem Leben ein vollendeter Magier, ein vollendeter Dichter und ein vollendeter
Yogin. Sein Ruhm ist in Tibet so lebendig, als sei er eine noch heute lebende,
bedeutende Persönlichkeit".— Das Werk gibt eine Übersetzung der tibetischen
Biographie des Milarepa, Anmerkungen und Literatur-Hinweise, sowie 32 Strophen
des Milarepa und sechs Strophen seines Lehrers Marpa.— A. H. Francke
(Orientalistische Literaturzeitung 1926) schreibt dazu: "Was das Buch so anziehend
macht, ist der frische Ton der Erzählung und das echt tibetische Kolorit der Vorgänge.
Marpa als grober Pädagoge, als wütend drohender Hausherr und dabei doch als
tiefschürfender Philosoph ist eine so außergewöhnliche Figur, daß sie es jeden
Orientalisten antun muß. Mit Milarepas Namen sind zwei tibetische Werke verknüpft,
die "Hundertausend Lieder" und das rNam-Thar, die "Lebensgeschichte" des Dichters.
Das letztere Werk, verfaßt von seinem Schüler Ras-chung, wird hier vorgestellt. Nach
einer Einleitung, in der über die Besonderheiten der Schule des Milarepa und seine
Stellung im Lamaismus geredet wird, folgt die Lebensbeschreibung des Helden,
eigentlich eine Selbstbiographie. Ras-chung läßt den Dichter als Erzähler seiner
Geschichte auftreten und fügt von sich auch nur wenige Worte jedem Kapitel bei."
[64] Badmajeff, Wladimir:
Chi Schara Badahan. Grundzüge der tibetanischen Medizin. (Bücher der Weißen
Fahne. 93.). Autorisierte Übersetzung aus dem Polnischen von Dr. Anna Koffler-Harth.
47 S. Johannes Baum, Pfullingen/Württ. (1934).
(Chi szara badahan. Warschau 1927).— "Die Kenntnis der fernöstlichen Medizin ist
sehr gering, fast null. Ich hoffe deshalb, daß dieser erste Versuch, die Grundsätze der
tibetanischen Medizin in populärer und jedermann zugänglicher Form darzustellen, für
den Anfang eine empfindliche Lücke in der westlichen Medizin ausfüllen, ein größeres
Interesse hervorrufen und vielleicht zu eingehenderem Studium dieses Gebietes anregen
wird", schreibt Badmajeff in der Einleitung und fährt u. a. fort: "Die Struktur und
Architektur des Weltalls, der ganzen uns umgebenden Natur auf der einen Seite, und
auf der anderen der innere und äußere Bau des menschlichen Organismus — das sind
zwei Spiegelbilder derselben Naturgesetze — Makrokosmos und Mikrokosmos. Die
tibetanische Medizin drückt die Naturgesetze im menschlichen Organismus mit den
Worten 'Chi-Schara-Badahan' aus." Als Vertiefung zu diesem speziellen Thema der
burjatischen, nicht aber genuin tibetischen Medizin siehe Korvin-Krasinski, Zürich
1953, zur tibetischen Medizin auch Heinrich Laufer, Leipzig 1900 (Reprint Ulm 1991)
und vor allem Elisabeth Finckh, Uelzen 1975, 1985 und 1990.
[65] Bahder, Egon von:
Abenteuer in den Wüsten Tibets. Die Reisen des Forschers N. M. Prschewalski in
Innerasien. Aus dem Russischen übertragen und frei bearbeitet. Mit einigen s/w
Illustrationen von Egon Tschirch. 124 S. Safari, Berlin (1927).
Nikolai Michailowitsch Prschewalski unternahm vier Expeditionen nach Innerasien und
Tibet, anhand derer die vorliegende Biographie aufgerollt wird. Er starb an einer
Typhuserkrankung 1888 in den ersten Tagen einer fünften Expedition. Für eine
umfangreichere und hervorragend recherchierte Biographie siehe Donald Rayfield,
1977.
[66] Balk, Michael:
Prajnavarman's Udanavargavivarana. Transliteration of its Tibetan version (based on
the xylographs of Chone/Derge and Peking). (Indica and Tibetica. Arbeitsmaterialien
A). 2 Bände. Zusammen 12 und 1088 S. Indica et Tibetica, Bonn 1984.
Das Vorwort ist Englisch, die Einleitung Deutsch geschrieben.— Edition des
umfangreichen nur auf Tibetisch erhaltenen Kommentars des Prajnavarman zum
Udanavarga.
[67] Balk, Michael:
Untersuchungen zum Udanavarga. Unter Berücksichtigung mittelindischer Parallelen
und eines tibetischen Kommentars. (Dissertation, Philosophische Fakultät, Universität
Bonn, vom 17. 12. 1986). 516 S. Universität, Bonn 1988.
Behandelt die Frage, wieweit aus der tibetischen Übersetzung des Udanavarga und dem
nur auf Tibetisch erhaltenen Kommentar des Prajnavarman die zweite, aus wenigen
zentralasiatischen Fragmenten bekannte, Sanskritfassung rückgewonnen werden kann.
Mit ausführlichen Beobachtungen zur Metrik des Sanskrit und des Mittelindischen.
[68] Bangdel, Lain S:
Zweitausendfünfhundert Jahre nepalesische Kunst. Mit einem Vorwort von Krishna
Deva. Aus dem Englischen übersetzt (und Register) von Sabine Grebe. Mit 261 (davon
119 farb.) Abb., 358 S. VEB E. A. Seemann, Leipzig 1987.
Vertriebsrechte bei List Verlag, München 1987. Vorzügliche Gesamtdarstellung; wohl
eines der umfangreichsten Bücher zu diesem Thema. Der Schwerpunkt liegt auf der
Zeit vom 6. bis 17. Jahrhundert. Die meisten Kunstwerke (fast ausschließlich Plastiken)
sind im Kathmandutal beheimatet und durchweg von Künstlern aus dem Volksstamm
der Newar geschaffen.
[69] Banzhaf, Bernhard Rudolf:
Nepal — Schritt für Schritt. Wege, Menschen, Traditionen. Mit zahlreichen meist farb.
Abb. und Karten im Text. Im Anhang beigelegt (Kleinformat) Trekkingführer (22
Routen, 48 S.). 168 S. Rudolf Rother, München (1988).
Das Buch informiert über Land und Leute, beschreibt die bedeutendsten
Sehenswürdigkeiten und gibt wirklich gute Tips für Besucher und vor allem für
Wanderer.
[70] Barber, Noël:
Die Flucht des Dalai Lama. (List Bücher 'Dichtung, Leben, Wissen der Welt'. TB 180.).
Aus dem Englischen übersetzt. Mit 2 Karten und Zeittafel der Ereignisse. 163 S. Paul
List, München 1961.
(The Flight of the Dalai Lama. Hodder & Stoughton. London 1960).— Der englische
Journalist war mit Heinrich Harrer zusammen am 18. April 1959 in Tespur/Indien, als
der Dalai Lama nach seiner Flucht aus Tibet indischen Boden betrat. Engagiert und
keineswegs mit den zögerlichen politischen Handlungen Indiens einverstanden schildert
Barber die politischen und die realen Geschehnisse vor und während dieser historischen
Flucht. Hierzu wird auch eine vorzüglich recherchierte und lebendig aufgearbeitete
Hintergrundinformation vermittelt. Ein zu wenig beachtetes Buch.
[71] Bardo Thödol:
Siehe u. a. (chronologisch geordnet) Th. Schreve Leipzig 1911, Gnadendal 1911;
Walter Y. Evans-Wentz 1935; Lama Anagarika Govinda 1956, 1957; Timothy Leary u.
a. 1971; Francesca Fremantle und Chögyam Trungpa, 1976; Eva und Gesche Lobsang
Dargyay 1977; Dieter Michael Back 1979, 1987; Detlef I. Lauf 1979; Lati Rinpoche u.
J. Hopkins 1983; Geshe Thubten Ngawang 1986; Erhard Meier 1987.
[72] Barnett, LD:
Index der Abteilung mDo des handschriftlichen Kanjur im Britischen Museum (Or.
6724). (Asia Major. VII., pp. 157-178). 22 S., Leipzig 1932.
Reprint Johnson Reprint Corporation, New York und London, 1964.
[73] Baron, Roger:
Jetzt male ich den Dalai Lama. Der Weg des Buddha. Gedanken zu einem Portrait. Mit
3 farb. Abb., 61 S. Buchendorfer Verlag, Buchendorf 1986.
Neben Roger Barons Werkbericht und der Wiedergabe seines sehr persönlichen und
modernen Portraits des Dalai Lama gibt es ein Kapitel von Dr. K. H. Gottmann 'Der
Weg des Buddha', und von Lama Govinda 'Die grundlegenden Prinzipien der
Meditation'. Die Geschichte des Portraits und die Interaktion mit dem Dalai Lama sind
lesenswert.
[74] Barthold, W:
Die geographische und historische Erforschung des Orients mit besonderer
Berücksichtigung der russischen Arbeiten. (Quellen und Forschungen zur Erd- und
Kulturkunde. 8.). Aus dem Russischen übersetzt von E. Ramberg-Figulla. Mit
Geleitwort von Martin Hartmann. 228 S. Otto Wigand, Leipzig 1913.
Eine hervorragende Übersicht über die Erforschung und die Kenntnisse Zentralasiens
aus der Sicht der russischen Forschungsreisenden und Gelehrten. Mit umfangreichem
Literaturverzeichnis, speziell der Primärliteratur, auch zu Tibet, das aber gegenüber den
angrenzenden zentralasiatischen Regionen eher in den Hintergrund tritt. Bearbeitete
Autoren u. a. Pozdneev, Cybikov, Roborowsky, Prschewalskij, Hilarion, Oldenburg,
Radloff, Pevcov, Kozlov und Veselowskij.
[75] Bartz, Fritz:
Das Tierleben Tibets und des Himalaya-Gebirges. (Wissenschaftl. Veröffentl. des
Museums für Länderkunde zu Leipzig, N. F. 3.). Mit 1 mehrf. gefalt. farb. Karte (7
Teilkarten), 176 S. A. Pries, J. B. Hirschfeld, Leipzig 1935.
Zugleich Dissertation Universität Bonn. Mit hervorragender Spezialbibliographie.
[76] Bastian, Adolf:
Reisen in China von Peking zur mongolischen Grenze und Rückkehr nach Europa. (Die
Völker des östlichen Asien. Studien und Reisen von Dr. Adolf Bastian. Band 6.). 664
S. Hermann Costenoble, Jena 1871.
Reprint angekündigt, aber bislang nicht erschienen. Im 2. Teil des hier gelisteten
Bandes ('Kalgan und die Grenze', S. 354 ff.) zahlreiche Ausführungen zu den tibetisch-
mongolischen Beziehungen (Geschichte und Gegenwart), vorwiegend in den
Anmerkungen, die fast 4/5 des Textes ausmachen.
[77] Basu, Ratna:
Eine literatur-kritische Studie zu Aryasuras Jatakamala, zusammen mit einer kritischen
Edition der anonymen Jatakamalatika und einer kritischen Edition der
Jatakamalapanjika des Viryasimha. (Dissertation, Philosoph. Fakultät, Universität
Bonn). 536 S. Universität Bonn, Bonn 1988.
Diese literaturkritische Studie versucht eine Bewertung der Jatakamala sowohl nach
europäischen als auch nach indischen Kriterien. Von besonderem wissenschaftlichen
Wert sind die beigegebenen Textausgaben: die erste präsentiert den einzigen auf
Sanskrit erhaltenen, aber leider unvollständigen Kommentar zur Jatakamala nach einer
Handschrift in Tokyo, die zweite bietet einen in drei Blockdrucken des Tanjur tibetisch
überlieferten Kommentar.
[78] Batchelor, Stephen:
Der große Tibetführer. Mit einem Vorwort des Dalai Lama. 178 Farbbilder, 67 s/w
Abb, zahlreiche Pläne und Skizzen sowie mit einem ikonographischen Hilfswerk. Aus
dem Englischen übersetzt. 463 S. Steiger, Berwang/Tirol 1988.
(The Tibet Guide. Foreword by the Dalai Lama. Wisdom Publications, London
1987).— Ein hervorragender Führer, mit Beschreibung aller wichtigen, auch
abgelegener, jedoch zugänglicher Klöster. Für den westtibetischen Bereich weniger
ausführlich als zu Zentraltibet, da der Autor Westtibet selbst nicht bereist hat. Die
Transkription tibetischer Eigennamen folgt keiner der bekannten Konventionen. Der
Autor erhielt für sein Buch den "Thomas Cook Guide Book Prize" 1988.
[79] Bauer, R(olf) W(aldemar):
Mein Weg führt nach Kaschmir. Mit 69 Federzeichnungen und 16 Handlithographien
des Verfassers. 100 S. Verlag 'Das Band', Bern 1956.
Sehr persönlich geschriebener Reisebericht eines 'Einzelgängers'.
[80] Baumann, Bruno:
Tibet — Kailas — Seidenstraße. Der diamantene Weg. 16 Farbbildseiten, 5 Karten
(auch im Vor- und Nachsatz). 230 S. Styria, Graz 1988.
Der Ethnologe, Bergsteiger, Filmemacher und Abenteurer reiste 1986 durch
Nordosttibet, umwanderte 1987 zweimal den Kailash und fuhr mit dem Fahrrad 1989
von Lhasa zum Basislager des Shisha Pangma.
[81] Baumgardt, Ursula:
Geistliche Titel und Bezeichnungen in der Hierarchie des tibetischen Klerus unter
besonderer Berücksichtigung der Ge-lug-pa-Schule. (Opuscula Tibetana. 8.). 184 S.
sowie Annex I-XLV. Tibet-Institut, Rikon/Zürich 1977.
Die Dissertation, die im Anhang eine Erklärung tibetischer religiöser Titel (Original
tibetischer Text und Übersetzung) durch Ew. Ge-sche Ugyen Tseten Pulotshang, den
ersten Abt des Klosters Rikon, enthält, analysiert im ersten Teil die einzelnen Titel und
Bezeichnungen, getrennt nach Laien und Geistlichen. Im zweiten Teil finden sich die
Kommentare, so wie sie auch von den verschiedenen Würdenträgern in Rikon gegeben
wurden. Im dritten Teil erfolgt eine synthetische Gesamtbetrachtung des Themas.
[82] Baumgartner, Alexander:
Die Literaturen Indiens und Ostasiens. (Geschichte der Weltliteratur, Band 2.). 650 S.
Herder & Co., Freiburg/Br. 1902.
Dritte und vierte Auflage 1925.— Der zweite Band (aufgeteilt in 6 Kapitel, 'Bücher'
genannt) enthält im 4. Buch, Kapitel 4: "Die tibetanische Literatur" und Kapitel 5:
"Volksschauspiele der Tibetaner". Der Autor gibt nicht nur einen historischen
Überblick zu Tibet, sondern auch einen kurzen Abriß des Kanjur und des Tanjur. Er
geht speziell auf die Historiker Buston und Taranatha ein.
[83] Baumgartner, Fred, Baumgartner, Ruedi, Koppe, Reinhard, und Rohrbach,
Arthur:
Trekking-Tourismus in Nepal. Analysen, Schlussfolgerungen und Empfehlungen einer
entwicklungsorientierten Tourismuspolitik. (Interdisziplinärer Nachdiplomkurs über
Probleme der Entwicklungsländer. Arbeitsberichte. 2.). 292 S. Technische Hochschule
Zürich, Zürich 1978.
Ein Ökonom (Ruedi Baumgartner), ein Geologe (Arthur Rohrbach), ein
Verwaltungswissenschaftler (Reinhard Koppe) und ein Architekt und Raumplaner
(Fred Baumgartner) arbeiteten Ende der 70er Jahre zusammen in Nepal, um
nepalesischen offiziellen Gremien Vorschläge zu erarbeiten mit dem Ziel, "Erkenntnisse
und Materialien für eine entwicklungsorientierte Tourismuspolitik zu gewinnen, welche
sich nicht nur an den Bedürfnissen der Touristen orientiert (und an jenen des
touristischen Vermittlers), sondern prioritär an den Problemen, denen die einheimische
und betroffene Bevölkerung gegenübersteht."
[84] Baumgartner, Ruedi:
Tourismus und Marginalität. Einfluss des Trekkings auf den sozioökonomischen
Wandel der Rolwaling Sherpa. (Dissertation Universität Zürich). 252 S. Universität,
Zürich 1979.
Die Arbeit erschien in Buchform 1980 (siehe nächsten Eintrag).
[85] Baumgartner, Ruedi:
Trekking und Entwicklung im Himalaya. Die Rolwaling Sherpa in Ost-Nepal im
Dilemma zwischen Tourismus und Tradition. (Konkrete Fremde. Interkulturell
vergleichende Studien der Arbeitsgruppe Entwicklungsländer an der Universität
Konstanz). Einige Abb., Karten und Tabellen. 252 S. Rüegger, Diessenhofen/Schweiz
1980.
Die Arbeit versucht, einige Aspekte tourismusinduzierten Wandels in Nepal
aufzuzeigen. Das Hauptgewicht liegt dabei auf einer Fallstudie der Rolwaling-Sherpa,
die in dem gleichnamigen Tal an der tibetischen Grenze des nordöstlichen Nepal
wohnen. Knapp zweihundert Sherpa leben dort seit fünf Generationen; westlichen
Besuchern steht das Tal erst seit einigen Jahren offen. Die Auswirkung des
Trekkingtourismus auf die Demographie dieser Sherpa spielt heute eine wichtige Rolle.
[86] Baumhauer, Otto (Hrsg):
Tibet und Zentralasien. Mit einer Einleitung von Dr. Ernst Schäfer. Mit 19 Abb. im
Text, 1 Faltkarte. (Dokumente zur Entdeckungsgeschichte. 2.). 328 S. Henry Goverts,
Stuttgart 1965.
Erschien auch in einer Lizenzausgabe, Stuttgart (o. J.). Erste deutschsprachige große
Darstellung der Entdeckungsgeschichte Tibets. In der Einleitung durch Ernst Schäfer
Überblick über Flora und Fauna Tibets. Ergänzung zu "Peter Hopkirk (1989): Der
Griff nach Lhasa".
[87] Bechert, Heinz:
Bruchstücke buddhistischer Verssammlungen aus zentralasiatischen
Sanskrithandschriften. 1, Die Anavataptagatha und die Sthaviragatha. (Sanskrittexte
aus den Turfanfunden. VI.). (Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Institut
für Orientforschung. 51.). Mit 1 Falttafel, 1 Bildtafel, 313 S. Akademie, Berlin 1961.
Erstbearbeitung zentralasiatischer Sanskrithandschriften von kanonischen
Verssammlungen, deren tibetische Parallelen sich im Vinayavastu finden.
[88] Bechert, Heinz:
Über die "Marburger Fragmente" des Saddharmapundarika. Mit einem Beitrag von
Jongchay Rinpoche. (Nachrichten der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, I.
Phil.-hist. Klasse, Jahrgang 1972, Nr. 1.). 81 S. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen
1972.
Veröffentlichung des Wortlautes von neun Blättern einer aus Zentralasien stammenden
Sanskrithandschrift des Saddharmapundarika. Beigefügt ist u. a. die Ausgabe der
tibetischen Parallele zu dem mitgeteilten Sanskrittext.
[89] Bechert, Heinz:
Siehe auch Ernst Waldschmidt, Stuttgart 1989.
[90] Bechert, Heinz und Gombrich, Richard:
Der Buddhismus. Geschichte und Kultur. Mit Beiträgen von Heinz Bechert, Jane
Bunnag, Michael B. Carrithers, Richard Gombrich, Robert K. Heinemann, Oskar von
Hinüber, Lal Mani Joshi, Per Kvaerne, Étienne Lamotte, Siegfried Lienhard und Erik
Zürcher. Einige Beiträge aus dem Englischen übersetzt von Michael Schmidt. Mit 284
teils farb. Illustrationen, 6 Karten. 308 S. C. H. Beck, München 1984.
(The World of Buddhism. Thames & Hudson, London 1984).— Neuausgabe ohne die
Abb., 400 S., München 1989.
[91] Bechert, Heinz (Hrsg):
Sanskrit-Wörterbuch der buddhistischen Texte aus den Turfan-Funden. Begonnen von
Ernst Waldschmidt, herausgegeben von Heinz Bechert. 1. bis 6. Lieferung: a-, an-
/ausadhi. Gesamt 524 S. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1975-90.
Das Wörterbuch ist auf 20 bis 25 Lieferungen (je 80 Seiten) angelegt und soll in 2 bis 3
Bänden zusammengefaßt werden.
[92] Bechler, Th(eodor):
Frauenleben und Frauenmission in Klein-Tibet. (Licht und Finsternis. Hefte zur
Brüdermission. 1.). 47 S. Missionsbuchhandlung, Herrnhut 1904.
Bechler beschreibt das Leben der Frau in Hindu-, Moslem- und buddhistischer
Gesellschaft, sowie die Missionsarbeit unter Ladakher Frauen in Leh.
[93] Bechler, Th(eodor):
Kulturarbeit der Brüdergemeine im westlichen Himalaja. (Allgemeine
Missionszeitschrift. 2.). 23 S. Missionsbuchhandlung, Herrnhut 1914.
Mit Fotos, etwa von Ladakhern beim Fußballspiel, welches ihnen von den Missionaren
beigebracht worden war, von der Missionsstation in Kyelong, sowie mit einigen
Portraits.
[94] Bechler, Th(eodor):
Heinrich August Jäschke, der geniale Sprachforscher der Mission der Brüdergemeine
unter den Tibetern im westlichen Himalaya. Eine Studie. (Hefte zur Missionskunde.
25.). Mit 11 Abb., Stammbaum der Familie Jäschke, 1 Karte. 67 S.
Missionsbuchhandlung, Herrnhut 1930.
Ausführliches Lebensbild des Herrnhuter Missionars H. A. Jäschke, dessen Tibetisch-
Wörterbuch (eine tibetisch-deutsche und eine tibetisch-englische Version existieren
nebeneinander) auch heute mehr als 100 Jahre nach dem Tod des Verfassers als
Standardwerk der Tibetologie gilt.
[95] Beck, Lily:
Siehe Adams-Beck, Lily.
[96] Becker, Andrea:
Eine chinesische Beschreibung von Tibet aus dem 18. Jahrhundert. (Wei-ts'ang shih-
lüeh). Dissertation, Universität München. Mit 1 Karte, 341 S. Universität, München
1976.
[97] Becker, C:
Im Stromtal des Brahmaputra. 172 Abb., 1 Karte. (Bücher der Weltmission. 7.). 513 S.
Salvator, München 1923.
Zweite, um 2 mehrfach gefaltete Karten und bessere Ausstattung erweiterte Ausgabe,
584 S., Xaverius Missionsverein, Aachen 1927.— Geschichtlich interessant und auch
sonst recht spannend zu lesen, besonders die Kapitel: "Assam, der Weg nach Tibet",
"Die Vereinigung Assams mit dem Apostolischen Vikariat Tibet", sowie der Abschnitt
über die Versuche (jeweils um 1850), von Assam bzw. von Bhutan aus nach Tibet
vorzudringen. Das Frontispiz zeigt den Autor als "Apostolischer Präfekt von
Assam/Indien".
[98] Becker-Ritterspach, Raimund:
Gestaltungsprinzipien in der Newarischen Architektur. Beitrag zur Konstruktion und
Formgebung. Mit 215 s/w Abb. und graphischen Darstellungen auf 112 S. im Anhang.
Text 427 S. In Kommission Sautter + Lackmann, Hamburg 1982.
Buchpublikation einer Dissertation vom 6. Juli 1982, Fachbereich Architektur, der
Technischen Universität Aachen. Von 1974 bis 1979 war der Autor als Architekt in den
Bereichen Denkmalpflege, Stadtsanierung und -erneuerung und Bautechnologie in
Bhaktapur/Kathmandutal beschäftigt, und zwar im Rahmen des Bhaktapur
Development Project, einem Stadtentwicklungsprojekt der 'Deutschen Technischen
Hilfe'. Von den übergeordneten Rahmenbedingungen bis zu kleinen Details des
konstruktiven Gefüges, über die Technik des Bauens ebenso wie über die
Gestaltungsprinzipien der Gebäudetypen wird hier ein 'Handbuch' der Newar-
Architektur vorgelegt.
[99] Beckh, Hermann:
Die tibetische Übersetzung von Kalidasas Meghaduta. Nach dem roten und schwarzen
Tanjur hrsg. und ins Deutsche übertragen. (Phil.-hist. Abhandl. nicht zur Akad. gehör.
Gelehrter. III., Königl. Akademie der Wissenschaften Berlin). 85 S. Verlag der
Akademie, Berlin 1906.
Kritische Ausgabe des tibetischen Textes (basierend auf den drei Tanjur-Exemplaren in
St. Petersburg, Berlin und London) dieses Sanskrit-Kunstgedichtes, samt einer mit
vielen Anmerkungen versehenen Übersetzung.
[100] Beckh, Hermann:
Ein Beitrag zur Textkritik von Kalidasas Meghaduta. (Dissertation, Philosoph. Fakultät
Universität Berlin, vom 13. 7. 1907). 37 S. Reichsdruckerei, Berlin 1907.
Eingehende Diskussion, wie weit aus einer tibetischen Übersetzung auf das
Sanskritoriginal rückgeschlossen werden kann. Eine Abhandlung von philologischer
und textkritischer, letztlich auch geschichtlicher Relevanz.
[101] Beckh, Hermann:
Beiträge zur tibetischen Grammatik, Lexikographie, Stilistik und Metrik.
(Abhandlungen der Königl. Preussischen Akademie der Wissenschaften, Philos.-Histor.
Classe. Anhang mit Abhandl. nicht zur Akademie gehöriger Gelehrter. 2., pp. 1-65). 65
S. Verlag der Akademie., Berlin 1908.
Auch als Separatum im Buchhandel. An seine Textausgabe und Übersetzung von
Kalidasas Meghaduta (1906) und deren Fortsetzung 'Ein Beitrag zur Textkritik' (1907)
schließt Beckh als 3. und letzten Teil diese sprachwissenschaftliche Arbeit an. Dabei
geht er im 1. Abschnitt (Grammatik) auf Numerus, Casus, Adjektiv und Adverb,
Pronomen und Verbum ein, im 2. Abschnitt (Lexikographie) auf neue Wortbildungen
und Wortbedeutungen, im 3. Abschnitt (Stilistik und Metrik) auf Eigentümlichkeiten
des poetischen Stils und das Wesen der tibetischen Metrik.
[102] Beckh, Hermann:
Udanavarga. Eine Sammlung buddhistischer Sprüche in tibetischer Sprache. Nach dem
Kanjur und Tanjur mit Anmerkungen herausg. Text mit deutscher Einleitung. 159 S.
Georg Reimer, Berlin 1911.
Als Verfasser dieser Spruchsammlung, deren tibetische Übersetzung hier im
Originaltext mitgeteilt und kommentiert wird, gilt der von den Tibetern zu den
achtzehn großen Sthaviras gerechnete Dharmatrata oder Dharmottara aus Gandhara.
Die Sammlung gehört zu den beliebtesten buddhistischen Texten. Sowohl die Kanjur-
Ausgabe (Berlin) wie der schwarze Blockdruck des Tanjur (London) wurden
benutzt.— Die wissenschaftliche Bearbeitung der Sanskrit-Versionen erfolgte durch
Franz Bernhard, die Neuedition des tibetischen Textes durch Thubten Zongtse. Zum
Udanavarga siehe u. a. auch Michael Balk, Bonn 1984, 1988.
[103] Beckh, Hermann:
Verzeichnis der tibetischen Handschriften der Königlichen Bibliothek zu Berlin. Erste
Abteilung: Kanjur (Bkah-hgyur). (Die Handschriften-Verzeichnisse der Königlichen
Bibliothek zu Berlin. 24.). 192 S. Behrend & Co, Berlin 1914.
Reprint angekündigt Georg Olms, Hildesheim.— Katalog der Kanjur-Handschrift in
108 Bänden, die 1889 durch Vermittlung des Kaiserlichen Gesandten Herrn von Brandt
aus dem Lamatempel Yong-ho-kung in Peking erworben wurde. Diese Handschrift
entstand um 1680 auf der Grundlage einer der frühen Pekinger Druckausgaben. Der
Katalog enthält alle erforderlichen Register.
[104] Bedenig, Dieter:
Nepal. Kathmandu: Tor zum Nepal-Trekking. (Mit zahlreichen Mitarbeitern). (DuMont
'Richtig Reisen'). Mit 37 farbigen und 97 s/w Abb., Karten und Plänen. 48 Seiten
praktische Reisehinweise. 312 S. DuMont, Köln 1977.
Siebte Auflage 1989.
[105] Bedi, Rajesh:
Sikkim. Texte von Puspesh Pant und Asharani Mathur. Mit 78 ganzseitigen Farbfotos.
Aus dem Englischen übersetzt von Elisabeth Neu. Mit 1 Karte, 103 S. Umschau,
Frankfurt/M. 1990.
(Sikkim. Brijbasi Publ., Delhi 1989).— Rajesh Bedi hatte bereits 1983 einen Bildband
über Sikkim (nur Englisch) publiziert; dieses Buch, das erste des Autors in deutscher
Übersetzung, bildet eine Fortsetzung seiner fotografischen Arbeiten bei den
verschiedenen Völkern Indiens, speziell des Himalayaraumes. Gezeigt werden u. a.
Rumtek, der Hauptsitz der Karma Kagyü, aber auch der eher unbekannte Norden des
Landes.
[106] Beer, Roland (Hrsg):
Dsanglun. Eine Sammlung aus Tibet. Der Weise und der Tor. Buddhistische Legenden.
Aus dem Tibetischen übersetzt von I. J. Schmidt. Herausgegeben und mit einem
Nachwort versehen von Roland Beer. Bilderläuterungen und Zusammenstellung von
Friedemann Berger und Heinz Kucharski. Mit 20 farb. und 301 s/w Abb., 342 S.
Gustav Kiepenheuer, Leipzig und Weimar 1978.
Auch als Lizenzausgabe bei Müller & Kiepenheuer, Hanau 1985, sowie als
Sonderausgabe dieser Lizenzausgabe erneut Hanau 1989.— Es ist dies ein Nachdruck
der Übersetzung von Isaac Jacob Schmidt, St. Petersburg 1843, zwar mit Nennung des
Übersetzers, aber ohne Hinweis auf die erste Ausgabe unter identischem Titel im Jahr
1843.— Einzelheiten zum Inhalt dieses Buches siehe daher Isaac Jacob Schmidt, St.
Petersburg 1843.
[107] Beger, Bruno:
Es war in Tibet. Erlebtes im Himalaya und in Tibet. Fotos von Ernst Krause und
Heinrich Harrer. 36 S. Akademie f. d. graphische Gewerbe, München (1966).
Wurde in 300 nummerierten Exemplaren vertrieben.
[108] Behm, E:
Der grosse tibetanische Fluss in seinem Lauf zum Brahmaputra. (Petermanns
Geographische Mitteilungen, 26., mit einer Karte. pp. 14-18). 5 S. Justus Perthes,
Gotha 1880.
Aufarbeitung der Berichte und Vermessungen von Pandit Nain Singh, der 1865/66 und
erneut 1872-75 weite Teile Tibets durchwanderte. Vergleich, Beschreibung und
Berichtigung früherer Angaben zum Lauf des Tsangpo. Speziell der Verlauf östlich von
Lhasa und die unterschiedlichen Angaben hierzu werden diskutiert.
[109] Behr, Hans-Georg:
Nepal. Geschenk der Götter. Begegnungen in und mit dem erstaunlichsten Land der
Welt. Mit 11 farb. Abb., 49 Zeichnungen von Tsering La, Kathmandu. 304 S. Econ,
Wien/Düsseldorf 1976.
Eigentlich so etwas wie ein erzählender, manchmal tiefgründiger Reiseführer, als Vor-
und Nacharbeit zu einem Nepal-Aufenthalt gedacht. Mit viel Wissen werden ungezählte
Fakten und Eigenarten des Landes in ein spannendes Buch verpackt.
[110] Bell, Sir Charles Alfred:
Tibet einst und jetzt. Aus dem Englischen übersetzt von Dr. Carl Hanns Pollog. 36
(davon 4 farb.) Tafeln mit 91 Abb., 1 gefalt. Karte. 335 S. F. A. Brockhaus, Leipzig
1925.
(Tibet. Past and Present. Claredon Press, London 1924, Reprint 1968). Der Diplomat
Sir Charles (Alfred) Bell (1870-1945) arbeitete seit 1891 im Indian Civil Service und
war jahrelang in Bhutan und in Sikkim, dann 1920 ein Jahr in politischer Mission in
Lhasa tätig. Bell war persönlich eng mit dem 13. Dalai Lama befreundet und erhielt
hierdurch wie auch aus seiner Stellung als politischer Repräsentant Englands
einzigartigen Einblick in das Tibet vor 1925. Im Buch ein Portrait des 13. Dalai Lama
(Frontispiz), nach einer Aufnahme des Verfassers aus dem Jahr 1910, vom Dalai Lama
eigenhändig unterschrieben und gesiegelt. Die Kolorierung besorgte ein tibetischer
Künstler.— Ein bedeutendes Buch, von einem intimen Kenner der politischen
Verhältnisse, einem Freund Tibets und einem an allen Aspekten der tibetischen Kultur
interessierten Diplomaten und Wissenschaftler geschrieben. Bells weiteres Buch 'The
People of Tibet', Oxford 1928, wurde nie ins Deutsche übersetzt.
[111] Benfey, Theodor:
Pantschatantra. Fünf Bücher indischer Fabeln, Märchen und Erzählungen. Aus dem
Sanskrit übersetzt, mit Einleitung und Anmerkungen. Zwei Theile. Erster Theil: Ueber
das indische Grundwerk und dessen Ausflüsse sowie über die Quellen und Verbreitung
des Inhalts desselben. Zweiter Theil: Übersetzung und Anmerkungen. 611 S., 556 S. F.
A Brockhaus, Leipzig 1859.
Reprint Olms, Hildesheim 1966.
[112] Berg, Bengt (geb1885):
Der Lämmergeier im Himalaja. (Bengt Berg's Illustrierte Tierbücher. Zweite Reihe,
vierter Band). Aus dem Schwedischen übersetzt von Ilse Meyer-Lüne. Mit 101 s/w
Abb. auf 63 Tafeln nach Originalaufnahmen des Verfassers. 208 S. Dietrich
Reimer/Ernst Vohsen, Berlin 1931.
(Gypaëtus, den glygande draken i Himalaya. P. A. Norstedt & söner, Stockholm
1931).— Neuausgabe 13.-17. Tsd. 1936 (192 S.), zweite Auflage (191 S., ohne
'Tierbücher'-Reihenlistung) 1942.— Die s/w Fotografien zeigen Adler und Geier des
Himalaya, aber auch manch anderes zur Tierwelt und Kultur. Leider fehlen genaue
Angaben zur Geographie der Aufnahmen, viele seiner Aufnahmen konnte Berg am
Oberlauf des Sutlej machen.
[113] Bergemann, Hugo:
Die philosophischen Grundlagen der lamaistischen Medizin in der Schau des
Zahnarztes. (Abhandl. und Aufsätze aus dem Institut für Menschen- und
Menschheitskunde. pp. 161-173, ebenso 1-13). 13 S. Inst.f.Menschen-
u.Menschheitskunde, Augsburg 1958.
Erschien auch als Sonderausgabe in Heftform, daher Doppelpaginierung.— Die
Abhandlung stellt nicht das Ergebnis eigener Untersuchungen dar, sondern ist eine
ansprechend geschriebene Zusammenfassung des tibetischen Medizinsystems, mit
besonderer Berücksichtigung der von H. Harrer oder Th. Burang (Prof. Ilion)
berichteten Einzelheiten zu zahnärztlichen Problemen, die jedoch insgesamt gegenüber
der Gesamtdarstellung des Medizinsystems in den Hintergrund treten.
[114] Berger, Friedemann:
Gesichter Tibets. 200 Farbfotos und Betrachtungen. 194 S. Verlag f. fremdsprachige
Literatur, Peking 1990.
Zugleich bei Gustav Kiepenheuer, Leipzig und Weimar 1990.— Dieser Bildband gefällt
einerseits durch noch erkennbaren persönlichen Stil, wozu auch das wohl
produktionsbedingte, aber auch vielleicht das fotografisch gewollte 'Unperfekte' gehört.
Der Autor war Cheflektor der Leipziger Verlagsgruppe Kiepenheuer, bevor er 1985
nach Peking ging. Sein Text ist dort sachlich, wo er in die tibetische Kultur einführt,
doch "leer", wenn es um den Gesamtkomplex der Tragödie des tibetischen Volkes
geht. Über die nun schon Jahrzehnte andauernde Unterdrückung des tibetischen Volkes
durch die Chinesen findet man nichts.
[115] Berger, Fritz:
Erde, Menschen, Bäume. Entwicklungshilfe in Nepal. Earth, Man, Trees. Development
Aid in Nepal.
[durchgehend zweisprachig]. Übersetzung ins Englische von Murna Bigler. Mit
zahlreichen s/w Abb., 166 S. Im Waldgut, Wald/Schweiz 1983.
Zweisprachiger Text. Der Autor arbeitete mehrere Jahre als Entwicklungshelfer in
Nepal.
[116] Bergius, CC (d. i. Egon Maria Zimmer):
Endstation Tibet. Roman. (Goldmann Taschenbuch 8518). 318 S. Wilhelm Goldmann,
München 1984.
Vierte Auflage 1988. Ein spannender Roman, der das Auftreten einer außerirdischen
Macht schildert, die mit ihrer technischen Überlegenheit die Politiker sämtlicher Staaten
dazu zwingen will, Mißstände wie Kriege, Hunger und Armut zu beseitigen. Binnen
Sekunden zerfallen alle Waffen, sämtliche Mittel für die Rüstung fließen der Weltbank
zu. Ein findiger Reporter bringt die kosmische Macht in Zusammenhang mit dem
weltweiten Verschwinden von deihundert Wissenschaftlern, entdeckt deren Aufenthalt
im fernen Tibet, verkauft sein Wissen an die Geheimdienste, womit der Traum von
einer besseren Welt auch schon zu Ende ist, das Buch leider auch, das mit seiner
Mischung aus Realität und Utopie ein aufregendes Leseabenteuer ist (Barbara
Schäuffelen).
[117] Bergmann, Benjamin:
Nomadische Streifereien unter den Kalmüken in den Jahren 1802 und 1803. 4 Theile.
Erster Band mit 12 Schrifttafeln mongolisch/transkribiert/deutsch; 351 S., 352 S., 302
S., 355 S. C. J. G. Hartmann, Riga 1804/05.
Reprint (4 Teile in 1 Band), um eine Einführung von Siegbert Hummel erweitert, bei
'Anthropological Publications', Oosterhout/Nl. 1969.— Im ersten Band werden Sitten
und Gebräuche, viel auch zur Sprache und Schrift der Mongolen mitgeteilt, im zweiten
Band u. a. von den Wissenschaften der Kalmüken (Mongolen). Besonders
aufschlußreich ist der dritte Band, der der Religion gewidmet ist. Der Autor erlernte die
mongolische Schrift und Sprache, meint aber auch, daß zum wirklichen Verständnis die
tibetische Schrift erlernt werden müßte. Dieser dritte Band enthält "Ideen zu einer
Darstellung des tibetisch-mongolischen Lehrsystems", ein Kapitel "Religionsdienst der
Kalmüken", sodann den "Weltspiegel. Eine mongolische Urkunde", d. h. eine Art
Kosmographie, sowie zwei vom Autor übersetzte Schriften, nämlich "Bokdo
Gässärchan, eine mongolische Religionsschrift in zwei Büchern" und "Uschandarchan.
Eine mongolische Religionsschrift". Der Autor weist auf seine zum Teil von der
Autorität auf diesem Gebiet, nämlich Pallas, abweichende Ansichten hin. Der vierte
Band enthält viel zu Festen der Mongolen mit dem Kapitel "Goh Tschikitu, eine
Religionskunde aus dem Mongolischen".
[118] Bergmann, H und Kraus, R:
Die Agrarstruktur einer Nepalischen Bergregion — Situation der Landwirtschaft vor
Beginn des Deutschen Beratungsprojekts in der Gandaki-Zone. Hrsg. von der
Forschungsstelle für internationale Agrarentwicklung., Heidelberg 1972.
[119] Bernard, Theos:
Hatha Yoga. Ein Erfahrungsbericht aus Indien und Tibet. Aus dem Englischen
übersetzt von Kurt Lamerdin. Mit 37 s/w Fotos auf Kunstdrucktafeln. 124 S. Hans E.
Günther, Stuttgart 1957.
(Hatha Yoga. The report of a personal experience. Rider & Co., London 1950).—
Theos Bernard fand auf seiner zweiten Reise durch Tibet den Tod. Sein Vater teilt dazu
mit: Im Jahr 1947 reiste Theos Bernard zum Ki-Kloster im westlichen Tibet auf der
Suche nach einigen seltenen Handschriften. Unterwegs kam es zu Zusammenstößen
zwischen Hindus und Moslems in diesem Teil des Berglandes; alle Moslems, auch die
Frauen und Kinder in dem kleinen Dorf, von dem Theos aufgebrochen war, wurden
getötet. Die Hindus zogen in die Berge, um die Moslems zu verfolgen, die Theos als
Führer begleiteten. Als die Moslems von dem Gemetzel hörten, flohen sie und ließen
Theos und seinen tibetischen Boy alleine zurück. Es wird berichtet, daß beide
erschossen und in den Fluß geworfen wurden. — Der Verfasser selbst schreibt im
Vorwort, daß er in Indien Yoga betrieben habe, von seinem Lehrer dann nach Tibet
gesandt wurde, um in den alten Klöstern direkter zu erfahren, was in Indien bloße
Tradition geworden war. Über Sikkim gelangte er nach Tibet, kam nach Lhasa, wo er
als Inkarnation eines tibetischen Heiligen angesehen wurde. Er wurde zu Riten
zugelassen und führte Gespräche mit führenden Lamas in den berühmten Klöstern von
Drepung, Sera, Ganden, ebenso auch in Gyantse, Shigatse und im Kloster Saskya. Des
Autors Buch über diese Reise 'Penthouse of Gods. A pilgrimage into the heart of Tibet
and the sacred city of Lhasa, London 1939, bzw. Reprint mit geändertem Titel 'Land of
a Thausand Buddhas', 1940, wurde nicht ins Deutsche übersetzt.
[120] Bernbaum, E(dwin):
Der Weg nach Shambhala: auf der Suche nach dem sagenhaften Königreich im
Himalaya. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Matthias Dehne. Mit einigen Abb.
und Tafeln. 311 S. Papyrus, Hamburg 1982.
(The Way to Shambhala. New York 1980).— Neue Ausgabe Esotera TB, Bauer
Verlag, Freiburg/Br. 1988.— Shambhala oder Shangrila ist das mythische Reich eines
goldenen Zeitalters, welches irgendwo im Himalaya vermutet wird. Nachfolge-Literatur
zu Hilton's "Irgendwo in Tibet". Mit Bibliographie und Glossar.
[121] Bernhard, Franz:
Udanavarga. I., II. (Sanskrittexte aus den Turfanfunden. X.).(Abhandl. der Akademie
der Wissenschaften in Göttingen, Phil.-hist. Klasse, Dritte Folge, Nr. 54). Mit
zahlreichen Tabellen, auch auf Falttafeln. 537 S., 280 S. Vandenhoeck & Ruprecht,
Göttingen 1965/68.
Die erste Gesamtausgabe des Sanskrit-Udanavarga aufgrund von weit mehr als 200
Handschriften aus Zentralasien. Im 2. Band Indices, Konkordanzen, eine Übersicht
über die Dharmapada-Udana-Literatur und synoptische Handschriften-Tabellen.
[122] Bertrand, Gabrielle:
Geheimnisvolles Reich der Frauen. Zwei Jahre unter den tibetanischen Stämmen in
Assam. Aus dem Französischen übersetzt von Marie Hirzel. Mit 32 s/w Abb. nach
Aufnahmen der Verfasserin. Mit Karten im Vor- und Nachsatz. 223 S. Orell Füssli,
Zürich 1957.
(Terres secrètes où règnent les femmes. Amiot-Dumont, Paris 1957).- An der Grenze
zu Tibet in den Bergen Assams leben noch wenig erforschte Volksstämme wie die
Garo, Atchik, Abor, Apa-Tani u. a., und zwar nach einer mutterrechtlichen Ordnung,
bei der die Frau Familienoberhaupt ist, die Tochter Haus und Hof erbt und das
Mädchen sich den Gatten wählt.— Mitte der 50er Jahre durchwanderte die Autorin mit
ihrem Freund fast zwei Jahre lang dieses unwegsame Bergland. Spannend und lebendig,
dennoch faktenreich, ethnologisch wertvoll und intensiv werden Leben und Legenden,
Alltagsgeschehnisse ebenso wie religiöse Feste und Mythen dieser zurückgezogenen
Bergvölker geschildert.
[123] Beru Khyentse, Rinpoche:
Siehe Karmapa (IX.) Wangchug Dorje, Wien 1989.
[124] Beyer, Hannes:
Die geodätischen Arbeiten der Österreichischen Himalaya Expedition 1954. (Abhandl.
Österreich. Dokumentationszentrum für Technik und Wirtschaft. 27.). 12 s/w Abb., 1
(lose) gefalt. Karte. 37 S. Österreich. Dokumentationszentrum, Wien 1955.
Topographische Erfassung einer Berggruppe im Nordwesten Nepals, speziell des
Saipal-Gletschers. Mit Schilderung der Schwierigkeiten eines solchen Unternehmens.
[125] Bharati, Agehananda (1923-1991):
Die Tantra-Tradition. Mit einem Vorwort von Detlef Ingo Lauf. Aus dem Englischen
übersetzt von Renate Rana. 325 S. Aurum, Freiburg/Br. 1977.
(The Tantric Tradition. Rider & Co., London 1965).— Ein grundlegendes,
wissenschaftlich fundiertes und dennoch auch für den allgemein an dieser Thematik
Interessierten gut lesbares Buch über Wesen und geistige Wurzeln des Tantrismus
sowie zur schwierigen Problematik von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen
hinduistischem und buddhistischem (tibetischem) Tantra. Der Autor, 1923 in Wien als
Leopold Fischer geboren, emigrierte 1949 nach Indien, wurde Mönch und
akademischer Lehrer. Seit 1961 arbeitete er als Professor für Anthropologie an der
Syracuse University (N.Y.) in Amerika und war einer der international führenden
Religionswissenschaftler. D. I. Lauf schreibt dazu: "Das Werk von A. Bharati gehört
nach wie vor zu den grundsätzlichsten und exaktesten Studien über das Wesen und die
geistigen Grundlagen des Tantrismus. Es wird in dieser Form auch durch keine andere
Arbeit ersetzt werden können."— Wichtig auch wegen der ausführlichen, in dieser
Form einmaligen und zum Teil kommentierten Bibliographie.
[126] Bhattarai, Rameshowar:
Sprachführer: Deutsch - Englisch - Nepali. Und einige Informationen über Nepal. —
Conversational guide book (English-Nepali) and some information about Nepal. 59 S.
Carl Duisberg Society Nepal, Kathmandu 1979.
[127] Bielmeier, Roland:
Das Märchen vom Prinzen Cobzan. Eine tibetische Erzählung aus Baltistan. Text,
Übersetzung, Grammatik und westtibetisch vergleichendes Glossar. (Beiträge zur
tibetischen Erzählforschung. 6.). 253 S. VGH Wissenschaftsverlag, St. Augustin 1985.
Überwiegend sprachwissenschaftliche Arbeit zu einem archaisch-tibetischen, bislang
kaum bearbeiteten Dialekt, und zwar anhand einer oral tradierten und auf Tonband
aufgenommenen Erzählung.
[128] Bielmeier, Roland und Herrmann, Silke:
Märchen, Sagen und Schwänke vom Dach der Welt. Tibetisches Erzählgut in
Deutscher Fassung, Band 3. Viehzüchtererzählungen sowie Erzählgut aus sKyid-gron
und Din-ri, gesammelt und ins Deutsche übertragen. (Beiträge zur tibetischen
Erzählforschung. 3). 264 S. VGH Wissenschaftsverlag, St. Augustin 1982.
Von Roland Bielmeier wurden 10 Viehzüchter-Erzählungen und 32 Erzählungen aus
sKyid-gron beigetragen, von Silke Herrmann 62 Erzählungen aus Din-ri.
[129] Birnbaum, Raoul:
Der Heilende Buddha. Heilung und Selbstheilung — eine Einführung in das
altbewährte, psychosomatische Heilsystem des Buddhismus. Mit einem Vorwort von
John Blofeld. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Rosemarie Fuchs. 10 Abb. 320
S. O. W. Barth, München 1982.
(The Healing Buddha. Shambhala Public., Berkeley 1979).— Sonderausgabe 1985;
erneut bei Gondrom, Bindlach 1990, sowie Goldmann TB (Esoterik und
Lebenshilfeprogramm), München 1990. John Blofeld bemerkt einleitend zutreffend,
daß dies Buch sowohl wissenschaftlich fundiert für den Akademiker geschrieben ist,
sich aber zugleich auch bemüht, den praktizierenden Mahayana-Buddhisten
zufriedenzustellen. Die chinesischen und tibetischen Vorstellungen vom 'Heilenden
Buddha', die Bedeutung von Bildnissen, Symbolik und ritueller Verehrung werden im
ersten Teil, die Übersetzung von vier Sutras im zweiten Teil vorgestellt. Mit
Anmerkungen und Index.
[130] Bischoff, F(riedrich) A(lexander):
Der Kanjur und seine Kolophone. 2 Bände. 575 S. The Selbstverlag Press,
Bloomington/USA 1968.
Eine Art Katalog zum Pekinger Blockdruck des mongolischen Kanjur mit seinen 108
Bänden (Vol. 1-25: Tantra, Vol. 26-47: Prajnaparamita, Vol. 48-53: Ratnakuta, Vol.
54-59: Avatamsaka, Vol. 60-92: Sutra, Vol. 93-108: Vinaya); leider ohne Indizes,
Register und Konkordanzen. Da die mongolischen Kolophone, die auch die tibetischen
umschließen, ins Deutsche übertragen sind, ist das Buch von — wenn auch begrenztem
— Interesse für den Tibetologen.
[131] Bitchurin, H:
Siehe (identisch) O. Hilarion.
[132] Bitter, Klaus:
Konversionen zum tibetischen Buddhismus. Eine Analyse religiöser Biographien.
(Theologische Monographien. 2.). 355 S. Ernst Oberdieck, Göttingen 1988.
Eine empirisch-soziologische Untersuchung mit Analysen westlicher Anhänger des
tibetischen Buddhismus, unter Einschluß von Untersuchungen zur Kultur der im Exil
lebenden Tibeter und generell zum tibetischen Buddhismus im Westen. Interviewt
wurden westliche Anhänger der verschiedenen Schulrichtungen des tibetischen
Buddhismus, nachdem zunächst ausführlich das soziokulturelle Umfeld, speziell auch
der Tibeter im Exil, dargestellt wird.
[133] Bitter, Wilhelm (Hrsg):
Abendländische Therapie und östliche Weisheit. Ein Tagungsbericht. 287 S. Ernst
Klett, Stuttgart 1968.
Es sind dies die Vorträge der Tagung der Stuttgarter Gemeinschaft "Arzt und
Seelsorger" vom Sommer 1967 auf Schloß Elmau. In 17 Vorträgen wird von
bekannten Autoren aus Ost und West (u. a. Graf v. Dürckheim, Pater Cyrill v. Korvin-
Krasinski, Pater Enomiya-Lasalle, Frau Dr. med. E. Finckh, Prof. Vasavada) viel zum
Verständnis östlicher, dabei auch tibetischer, Medizinsysteme vermittelt.
[134] Blavatsky, Helena Petrowna:
Tibetanische Lehren. (Lotusblüten, Nr. 28-33, pp. 266-301, 346-368, 424-443). Frei
nach Mitteilungen durch H. P. Blavatsky. 79 S. Wilhelm Friedrich, Leipzig 1895.
Frau Blavatsky heharrte stets darauf, daß diese Ausführungen nicht erfunden, sondern
ihr von tibetischen Weisen im Himalaya übermittelt wurden. Liest man über Astralleib,
Supernaturalismus, die 'niedere Gedankenregion im Mikrokosmos' oder 'Verkehr mit
höheren Intelligenzen', so können auch nicht vielfache Verweise auf die Schriften della
Pennas oder das Zitieren von Tsongkhapa über die Unechtheit der 'Tibetanischen
Lehren' hinwegretten.
[135] Blavatsky, Helena Petrowna:
Reinkarnation in Tibet. (Neue Metaphysische Rundschau. Monatsschrift für
philosophische, psychologische und okkulte Forschungen in Wissenschaft, Kunst und
Religion. 17., pp. 122-129). Mit 2 Abb., 8 S. Paul Zillmann, Berlin 1910.
Nach dem Tod des Deb Raja von Bhutan im Jahr 1909 schrieb eine englisch-indische
Zeitung über diesen zivilen Herrscher wie auch über das geistige Oberhaupt Bhutans,
den Dharma Raja, der 'eine Inkarnation des Buddha sei, die niemals stirbt'. Frau
Blavatzky erregt sich über diesen 'Unsinn' und bringt eine gut recherchierte Übersicht
über Geschichte und religiösen Hintergrund der Reinkarnationslehre in Tibet, ebenso
wie über die Beziehungen und Abhängigkeiten zwischen Bhutan und Tibet, speziell
auch in Hinblick auf die Wiedergeburten der bhutanesischen geistlichen
Würdenträger.— Die beiden Fotos zeigen den Panchen Lama und ein
(seitenverkehrtes) Bild vom Kailash.
[136] Blavatsky, Helena Petrowna:
Biographie siehe Petrowna Jelihovsky, Leipzig 1895.— Siehe auch Franz Hartmann,
Leipzig/Berlin 1914.
[137] Bleichsteiner, Robert:
Die gelbe Kirche. Mysterien der buddhistischen Klöster in Indien, Tibet, Mongolei und
China. Mit 83 s/w Abb. auf Tafeln und einigen Zeichnungen im Text. 272 S. Josef Belf,
Wien 1937.
Wer sich in die tibetische Kultur, vor allem in ihren religiösen Gehalt, einführen lassen
will, sollte mit diesem Buch beginnen, das weit mehr vermittelt, als sein Titel
verspricht. Es werden neben dem heimischen Mutterboden der tibetischen Kultur, der
insbesondere in der vorbuddhistischen Religion zutage tritt (Teil 1), aber ebenso in der
Astrologie, Medizin, Musik und Theater (Teil 4: Wissenschaft und Kunst) auch die
außerhalb des Landes liegenden Wurzeln (Teil 1: Länder und Völker, Teil 2 u. 3:
Buddhismus in Indien u. sogen. Lamaismus in Tibet) mitsamt dem Umkreis der
Ausstrahlung (Teil 2: Die Gelbe Kirche in China und Mongolei) in die Darstellung
miteinbezogen. Dabei informiert die enorme Sachkenntnis des auch als Ethnologe,
Volkskundler und Philologe hervorragenden Wiener Gelehrten stets zuverlässig. Der
Bildteil (mit Herkunft- bzw. Quellennachweis) ist sorgfältig ausgewählt (Siegbert
Hummel).
[138] Blofeld, John (1912-1987):
Rad des Lebens. Erlebnisse eines westlichen Buddhisten. Aus dem Englischen übersetzt
von Lorenz Richter und Eva Grünert. Mit 11 s/w Abb. auf Tafeln. 312 S. Rascher,
Zürich/Stuttgart 1961.
(The wheel of life. Rider & Company, London 1959).— Der Autor lebte jahrelang im
ostasiatischen Raum. Was er beschreibt, beruht auf eigener Erfahrung. Sein Anliegen ist
es, "eine bunte Reihenfolge spirituellen und ästhetischen Lebens in China und in den
Randgebieten von Tibet aufzuzeigen, hauptsächlich Aspekte, welche bis heute dem
zerstörerischen Einfluß aus dem Westen entgangen sind". Eine Autobiographie, u. a.
mit Bericht über ein Zusammentreffen mit Lama Govinda. Längere Passagen über
Erlebnisse in Sikkim.
[139] Blofeld, John:
Der Weg zur Macht. Praktische Einführung in Mystik und Meditation des Tantrischen
Buddhismus. Aus dem Englischen übersetzt von Ursula von Mangoldt. Mit Frontispiz
und 9 Illustr., 278 S. O. W. Barth, Weilheim/Obb. 1970.
(The Way of Power. A practical guide to the tantric Mysticism of Tibet. George Allen
& Unwin, London 1970).— Ungekürzte Taschenbuchausgabe (TB 34056) bei Ullstein,
Frankfurt/M. 1981. Einführung in Denkweisen und Methoden des "Vajrayana", sowie
insbesondere in Formen der Meditation, wie sie in Tibet gepflegt wurden. Leider ist die
deutsche Übersetzung oft fehlerhaft.
[140] Blofeld, John:
Die Macht des heiligen Lautes. Die geheime Tradition des Mantra. Aus dem Englischen
übersetzt von Ulli Olvedi. Mit 5 farb. und 1 s/w Abb., 156 S. O. W. Barth, München
1978.
(Mantras. Sacred Words of Power. George Allen & Unwin, London 1977).— Weitere
deutsche Ausgaben 1981, 1988, zuletzt unter geändertem Titel: "Mantra — Die Macht
des heiligen Lautes. Die 'Silben der Kraft' als Mittel der Transformation des
Bewußtseins", mit 4 farbigen Abb., 160 S.; auch Goldmann TB, München 1986.—
Geht auch auf tibetische Mantras ein.
[141] Blofeld, John:
Selbstheilung durch die Kraft der Stille. Einführung in Techniken des kontemplativen
Yoga. Aus dem Englischen übersetzt von Ulli Olvedi. 304 S. O. W. Barth, München
1981.
(Gateway to Wisdom. George Allen & Unwin, London 1980).— Neuauflage mit
geändertem Untertitel: "Übungsanleitungen zur Wiedergewinnung des inneren
Gleichgewichts mit altbewährten Meditationsmethoden", München 1983; 1991.
[142] Blyth, Majorie (d.i.Uno Modin):
Malin in Tibet. Jugendbuch. (Hirundo-Bücher). Aus dem Schwedischen übersetzt von
Hanna Köster-Ljung. Mit Illustr. von Carl Durban. 102 S. Klein, Lengerich/Westf.
1964.
(Okänt mal, Malin).— In bundesdeutschen Bibliotheken leider nicht aufzutreiben.
[143] Boeck, Kurt (1855-1933):
Himalaya-Wanderungen. (Zeitschrift des Deutschen und Oesterreich. Alpenvereins. 22.,
pp. 416-456). Mit Abb. auf 6 Tafeln,41 S. In Com. J. Lindauer/München, Wien 1891.
Bericht über die erste Himalayafahrt, ausführlich über die Erlebnisse am Oberlauf des
Ganges. Beginn und Ende des Abenteuers in Darjeeling/Sikkim. Für reiches
Bildmaterial hierzu siehe den folgenden Eintrag. Schilderung dieses Abenteuers in
Buchform siehe übernächsten Eintrag.
[144] Boeck, Kurt:
Himalaya-Album. Bilder aus den Indischen Alpen. Zwanzig heliographische
Kupferdrucke nach Originalaufnahmen des Herausgebers, nebst erläuterndem Text und
3 Kartenskizzen. 16 S. Spiess, Baden-Baden 1894.
Die meisten Bilder sind in Sikkim und Kumaon aufgenommen.
[145] Boeck, Kurt:
Indische Gletscherfahrten. Reisen und Erlebnisse im Himalaja. Mit 4 gefalteten
Panoramen, 3 (2 gefalteten) Karten, 52 Tafeln und 150 Textabbildungen (nach
Aufnahmen des Verfassers). 470 S. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart/Leipzig 1900.
Neue Ausgabe (ohne Hinweis auf die Originalausgabe) mit nur leicht geändertem
Untertitel "Reisen und Erlebnisse im Ost- und West-Himalaja" bei Haessel, Leipzig
1923, und spätere Auflagen. Die Ausgabe von 1923 ist im Text (264 S.) und im
Bildmaterial (83 Abb.) deutlich gekürzt.— Beschreibung der ersten von mehreren
Reisen in den Himalaya, und zwar zu den Gangesquellen bei Badrinath (Westhimalaya)
und nach Sikkim (Südosthimalaya).
[146] Boeck, Kurt:
Durch Indien ins verschlossene Land Nepal. Ethnographische und photographische
Studienblätter. 36 Separatbilder, 1 Panorama, 240 Abb. im Text, 1 Kartenskizze. 319
S. Ferdinand Hirt & Sohn, Leipzig 1903.
Auf seiner vierten Reise in den indischen Subkontinent (1890, 1893, 1895 und 1898)
gelingt Boeck die Einreise nach Nepal. Das Buch schildert im letzten Drittel
Kathmandu, Bodnath und die wichtigsten Punkte des Kathmandutales, mit
eindrucksvollen Fotos dieser Plätze von der Jahrhundertwende. Boeck im Vorwort zu
diesem Buch: "Das Glück war mir hold. Durch pestverseuchte indische Gebiete
hindurch fand ich den unzähligen anderen versagten Zutritt in das geheimnisvolle
Himalaya-Königreich Nepal und verließ es, fast erdrückt von der Fülle wunderbarer
Erscheinungen, die ich nicht länger für mich behalten will."
[147] Boeck, Kurt:
Im Banne des Everest. Erlebnisse in Nepal, der für Weiße verschlossenen Heimat der
Gorkhas im Zentral-Himalaya. Mit 1 Kartenskizze, 76 Abb. nach eigenen Aufnahmen
des Verfassers. 106 S. H. Haessel, Leipzig 1922.
Diese Ausgabe von 1922 erschien in mehreren Auflagen. Es ist dies die — um den
ausführlichen und reich bebilderten Indienteil gekürzte, ansonsten unveränderte —
Textfassung des Nepalbuches von 1903 "Durch Indien ins verschlossene Land Nepal",
einschließlich aller Abbildungen, die historischen Wert besitzen.— Kein editorieller
Hinweis auf die identische Publikation von 1903.
[148] Boeck, Kurt:
Himalaya. Lieder und Bilder. Mit 20 Bildtafeln, 3 Kartenrisse, 72 S. H. Haessel in
Kommission, Leipzig 1927.
Gedichte und großformatige s/w Fotos, die Boeck während seiner Reisen im Himalaya
anfertigte. Im Selbstverlag in geringer Auflage gedruckt, in Kommission ausgeliefert
durch Haessel, Leipzig.
[149] Böhtlingk, Otto:
Ueber eine Tibetische Uebersetzung des Amara-Kosha im Asiatischen Museum der
Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. (Bulletin de la Classe Histor.-Philol. de
l'Académie Impériale des Sciences de St. Pétersbourg, Tome III, Nr. 14, pp. 209-220).
11 S. Commissionäre der Akademie, St. P'bourg/Leipzig 1846.
(Der Gesamtband III erschien 1847). Erstmalige teilweise Übersetzung einer
tibetischen Version des Amarakosa (d. i. der Wort-'Schatz des Amara'), eines der
ältesten Sanskrit-Lexika, von Amarasimha im ersten vorchristlichen Jahrhundert
verfaßt. Das tibetische handschriftliche Manuskript führt auf dem Einband den Titel
"Lehrbuch der Synonyme mit Namen K'hi-med-dsod, ein Werk des Pandita K'hi-med-
senge". Dieses Werk wie auch ein Kommentar dazu (Amarakosatikakamadhenu)
wurden in tibetischer Übertragung in den Tanjur aufgenommen.
[150] Böhtlingk, Otto:
Siehe auch I. J. Schmidt und O. Böhtlingk, St. Petersburg 1847; Anton Schiefner, St.
Petersburg 1848.
[151] Bogdanowitsch, K:
Bericht über meine Teilnahme an der Pewzowschen Expedition. (Petermanns
Geographische Mitteilungen. 38., pp. 49-58). 10 S. Justus Perthes, Gotha 1892.
Prschewalskij starb 1888 in den ersten Tagen seiner 5. Expedition, die dann unter der
Leitung von Oberst M. W. Pewzow dennoch durchgeführt wurde, und zwar zusammen
mit so namhaften Forschern wie W. J. Roborowsky und P. K. Kozlow. Als Geologe
wurde dieser Expedition K. Bogdanowitsch zugeteilt. Er beschreibt seine Erlebnisse bei
der Erkundung Nordwest-Tibets, insbesondere die reichen Nephrit-Vorkommen, aber
auch die unendliche Weite und Eintönigkeit, ja Verlassenheit der großräumigen
Landschaft und fragt abschließend, ob eine derartige Strapaze in ein Gebiet ohne
besondere Reize und Höhepunkte den Aufwand wert sei.
[152] Bogdanowitsch, K:
Siehe auch F. Marthe, Braunschweig 1890.
[153] Bogle, George:
Im Land der lebenden Buddhas. Entdeckungsreise in das verschlossene Tibet 1774-
1775. Mit einem Beitrag von Sven Hedin. Hrsg. von Wolf-Dieter Grün. Mit Frontispiz
und 24 zeitgenössischen Abb. und 2 Karten der Zeit. (Alte abenteuerliche
Reiseberichte). 315 S. K. Thienemann (Edition Erdmann), Stuttgart 1984.
Es ist dies ein erweiterter Reprint der Ausgabe von 1909 (für die Ausgabe von 1909
sowie das engl. Original siehe Clements Markham, 1909). Die hier angeführte Ausgabe
ist wegen der ausführlichen und fundierten Einführung durch den Herausgeber Wolf-
Dieter Grün und der 'Dokumente zur Vorgeschichte der Mission Bogles' zu empfehlen.
Aus einer Rezension von Jan Andersson: "Das Buch ist eine Zusammenstellung aus
Bogles Tagebüchern und Berichten und gibt seine persönlichen Eindrücke wieder. Sein
Abschiedsgruß an die Tibeter klingt fast poetisch: 'Lebe wohl, du ehrliches und
einfaches Volk. Mögest du lange das Glück genießen, das zivilisierten Nationen
verweigert ist, und, während sie in ruheloser Jagd begriffen sind, die Geiz und Ehrgeiz
ihnen auferlegen, fortfahren, durch deine kahlen Berge geschützt, in Frieden und
Zufriedenheit zu leben und keine anderen Bedürfnisse als die der Natur zu kennen'".—
Bogle erfüllte seinen Auftrag bestens, doch für die Beteiligten änderte sich wenig, denn
die Interessen der 'Ostindischen Companie' verlagerten sich auf andere Gebiete, und
wenige Jahre später starb der Panchen Lama.
[154] Bogle, George:
Siehe auch Clements Markham, 1909.
[155] Bokar Rinpoche:
Die tägliche Praxis. Mit 18 Fotos, 3 Abb., 91 S. Kagyü Dharma, Mechernich 1989.
Nach der Zufluchtnahme, d. h. dem Bekenntnis zum Buddha, zur Lehre und zur
Gemeinde, vermissen viele Praktizierende im Buddhismus genaue Anhaltspunkte für die
tägliche Praxis. Wie soll man dem alltäglichen Leben, der Arbeit oder jedem Tag ein
spirituelles Fundament geben? Dieses kleine Buch ist die Antwort, die Bokar Rinpoche
auf dieses Problem gibt.
[156] Bonn, Gisela:
Bhutan. Kunst und Kultur im Reich der Drachen. (DuMont Dokumente: DuMont
Kunst-Reiseführer). Mit 42 farb. und 80 s/w Abb., 181 Textillustrationen, 42 Seiten
praktische Reisehinweise. 378 S. DuMont, Köln 1988.
Das wohl umfangreichste Werk zu Bhutan in deutscher Sprache. Die Autorin,
Herausgeberin der Zeitschrift 'Indo-Asia', reist seit vielen Jahren regelmäßig nach
Bhutan und beschäftigt sich intensiv mit der Kultur und den Menschen des Himalaya.
[157] Bonn, Gisela und Wirsing, Giselher:
Indien und der Subkontinent. (Reiseführer und Länderkunde Indien, Pakistan, Bangla
Desh, Nepal, Sikkim, Bhutan). Mit 51 teils farb. Abb., 1 gefalt. Karte. 312 S. Horst
Erdmann, Tübingen/Basel 1973.
Zweite revid. Auflage 1974. Darin: 'Die Himalajaländer' Seite 283 ff. mit Beschreibung
von Nepal, Sikkim und Bhutan.
[158] Boon, Jan:
Nepal mit Sikkim. Reiseführer mit Stadtführer Kathmandu, Wander- und Bergtouren.
(Mai's Weltführer. 18.). Mit 1 gefalt. Karte und Abb. auf Tafeln. 117 S. Volk und
Heimat, Buchenhain/München (1971).
Erweiterte revidierte Auflagen 1972, 1973/74 und 1977, dabei auch geänderter Titel:
Nepal, Sikkim und Bhutan.
[159] Borer, Ernst R:
China ohne Maske. Die tibetische Tragödie. 160 S. Neptun, Kreuzlingen 1972.
Zweite ergänzte und verbesserte Auflage 1973.
[160] Borromée, Antoine (Foto), Dagpo Rimpoché (Text), und Laforêt, Claude (Text):
Der Dalai Lama. Weltliche und spirituelle Macht. Aus dem Französischen übersetzt von
Thomas Doberkau und Barbara Henninges, bearbeitet von Ulli Olvedi. Mit 150
farbigen Abb., 1 Karte. Ohne Pagina (212 S.). Dianus-Trikont, München 1984.
(Le Dalaï Lama. Chef spirituel et chef d'état. Orban, Paris 1984).— Ein großformatiger
Bildband, der wenig gesonderten Text bietet, jedoch informative Legenden zu den
ausdrucksstarken Bildern. Auch wenn das Buch nach dem bekanntesten aller Tibeter
genannt ist, so illustriert die Mehrzahl der Fotos eher Situationen aus dem
Flüchtlingsdasein in Indien. Der Leser darf mit dabei sein, wenn der Dalai Lama
religiöse Zeremonien leitet, mit aus Tibet angereisten Landsleuten spricht,
Flüchtlingssiedlungen besucht oder Regierungsgeschäfte am Schreibtisch erledigt (aus
einer Rezension von Jan Andersson).
[161] Bossert, Heinrich Theodor:
Geschichte des Kunstgewerbes aller Zeiten und Völker. Herausgegeben von Dr.
Heinrich Theodor Bossert. 6 Bände. Ernst Wasmuth, Berlin 1928/35.
Band 2 (1930) enthält von Ernst und Rose Leonore Waldschmidt das Kapitel (S. 181-
344) "Das Kunstgewerbe Süd- und Hochasiens". Die Autoren behandeln bei den
Ländern und Kulturkreisen separat Nepal wie auch Tibet, wobei sie (mit einigen s/w
Abb.) Schmuck, Kleidung, Stoffe, Metallverarbeitung, Holz und Tonwaren besprechen.
[162] Bosshard, Walter:
Durch Tibet und Turkestan. Reisen im unberührten Asien. Mit 11 (1 doppels.)
Kartentafeln, Frontispiz, 106 Abb. auf Tafeln, 2 Farbtafeln und 1 gefalt. Panorama. 11
Karten. 246 S. Strecker & Schröder, Stuttgart 1930.
Bosshard (auch Boßhard) war Expeditionsteilnehmer der deutschen Zentralasien-
Expedition (1927/28), zusammen mit Hellmut de Terra und Emil Trinkler. Forschungen
wurden auch im östlichen Ladakh durchgeführt. Bosshard beschreibt im Vorwort seine
Aufgaben bei dieser Expedition, nämlich die technische und materielle Bewältigung des
Unternehmens. Das Buch ist ein Erlebnisbericht, voll ursprünglicher Frische und
Originalität. Bei den Fotos Portraits des alten und des jungen Königs von Ladakh und
Würdenträger aus den Klöstern der Umgebung von Leh.— Für die wissenschaftlichen
Ergebnisse der Expedition siehe Emil Trinkler u. Hellmut de Terra, Berlin 1932.
[163] Bossu-Picat, Christian:
Nepal — augenblicke des lebens / moments of life / instants de la vie. 113 meist ein-
oder doppelseitige Farbbilder auf Tafeln. 216 S. Delroise, Paris (1977).
Ein dreisprachiger (deutscher Text geschlossen im Anschluß an den Bildteil) Bildband
über Nepal mit nur wenig Text zu den eingefangenen Reiseeindrücken.
[164] Bouda, Karl (geb. 1901):
Die Beziehungen des Sumerischen zum Baskischen, Westkaukasischen und
Tibetischen. (Mitteilungen der Altorientalischen Gesellschaft. 12., Heft 3, pp. 1-23). 23
S. Otto Harrassowitz, Leipzig 1938.
Reprint Biblio-Verlag Oskar Zeller, Osnabrück 1971/72.— Eine
sprachwissenschaftliche Arbeit, die neben morphologisch-syntaktischen
Übereinstimmungen auch sumerisch-tibetische und baskisch-tibetische
Wortgleichungen untersucht. In der Substratforschung des Protoaltaischen heute eine
Arbeit von besonderer Bedeutung.
[165] Bouterwek, Konrad:
Das Land der meridionalen Stromfurchen im indochinesich-tibetanischen Grenzgebiet.
(Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft München. 13., pp 161-341). 180 S. J.
Lindauer'sche Univ.Buchhandlung, München 1918/19.
Jahrgangsweise geordnete Bibliographie 1735-1916, auf geographische Arbeiten zu
Zentral- und Nordosttibet beschränkt. Anhand dieser Literatur wird ein geographischer,
orographischer und geologischer Überblick über das nördliche, östliche und süd-
östliche Tibet bzw. seine Grenzgebiete gegeben.
[166] Bräutigam, Herbert:
Märchen aus Tibet. Aus dem Chinesischen übersetzt und frei nacherzählt von Herbert
Bräutigam. (Märchen der Welt. 980.).
[Fischer TB 2902]. 182 S. Fischer, Frankfurt/M. 1977.
Das 39.-46. Tausend erschien 1989. Es handelt sich um eine Lizenzausgabe des
Kinderbuchverlages, Berlin, DDR. Das Buch war bereits 1964 im Alfred Holz Verlag
(Berlin, DDR) unter dem Titel 'Die Prinzessin Wen cheng und der Gesandte aus Lhasa'
veröffentlicht worden. Der Band enthält 38 Märchen. Eine Einleitung oder Einführung
über die Art und Herkunft der Märchen wird nicht gegeben.
[167] Brandis, D:
Der Wald des äusseren Nordwestlichen Himalaya. (Verhandlungen des
naturhistorischen Vereins der preußischen Rheinlande, Westfalens und des
Regierungsbezirks Osnabrück. 42., 5. Folge, II. Band., pp. 153-180). 28 S., Bonn
1885.
Sorgfältige Analyse und wissenschaftliche botanische Beschreibung, basierend auf den
Berichten von J. D. Hooker (siehe Leipzig 1856) und W. Hoffmeister (siehe
Braunschweig 1847). Genaue Ortsangaben, so daß man heute anhand dieser Berichte
die Gegenden direkt vergleichen und die Veränderungen durch 150 Jahre Rodung
erkennen kann.
[168] Brandt, M von:
Siehe Clements Markham, Hamburg 1909.
[169] Brauen, Martin:
Heinrich Harrers Impressionen aus Tibet. Gerettete Schätze. Mit 146 (42 farb.) Abb.
auf Tafeln, 12 Textabb., Stadtplan von Lhasa und Tibetkarte auf Vorsatz. Mit
Bildlegenden von Eva Stoll. Mit einem Geleitwort des Dalai Lama. Herausgegeben
vom Völkerkundemuseum der Universität Zürich. 244 S. Pinguin/Umschau,
Innsbruck/Frankfurt 1974.
Bis dato unveröffentlichte Tibetfotos von Heinrich Harrer, dessen 1972 ins
Völkerkundemuseum Zürich gelangte Tibetsammlung zugleich besonders schön
vorgestellt wird. Die Texte wurden teilweise erstellt durch Auswertung von Harrers
Tagebüchern, u. a. zu Theologie/Lamaismus, Volksglauben, Adel, Klerus und
ländlicher Bevölkerung, Regierung, Militär, Gerichtswesen, Transportwesen, Münzen
und Banknoten.— Wie P. Lindegger (Rezension 1974) schreibt, bietet der Band einen
prägnant kommentierten Katalog zu der im Dezember 1974 eröffneten Ausstellung, mit
einer kulturgeschichtlich weit ausholenden und allgemein verständlichen Einführung zu
Land und Leuten Tibets. Dabei ist der Text distanziert, fast spröde in seiner wertfreien
Sachlichkeit und bietet einen verläßlichen Führer zum reichen kulturellen Erbe der
Tibeter.
[170] Brauen, Martin:
Feste in Ladakh. In Zusammenarbeit mit dem Völkerkundemuseum der Universität
Zürich. Mit 105, zum Teil farbigen Abb., 186 S. ADEVA, Graz 1980.
Erste und umfangreichste Arbeit zu diesem Thema, sowohl für den Wissenschaftler wie
auch für den interessierten Laien von großem Gewinn. Mit ausführlichem Register und
hervorragender Bibliographie. Während mehrerer Forschungsaufenthalte in Ladakh in
den Jahren 1976 bis 1978 nahm der Autor an allen noch ausgeübten Ritualen selbst teil
und diskutierte seine Beobachtungen mit einheimischen Ritual-Spezialisten. Das
gesamte Quellenmaterial liegt hier nun als systematische empirische Phänomenologie
vor, mit Ausführungen auch zur Bedeutung des gesellschaftlichen Unterbaus für das
Ritual- und Zeremonialwesen.
[171] Brauen, Martin:
Nepal. Leben und Überleben. (Ethnologische Schriften Zürich. 2.). Mit 82 s/w und 24
farb. Abb., 2 Kartenskizzen. 242 S. Völkerkundemuseum Univ. Zürich, Zürich 1984.
Martin Brauen als Herausgeber dieses Bandes stellt mit seinen Beiträgen und denen von
weiteren 10 Autoren Nepal in vielfältigen Facetten vor, sowohl geographisch mit vier
verschiedenen Ethnien (Tharu, Gurung, Newar und Dolpo-pa) als auch mit
Übersichtskapiteln zur Politik, Geschichte und Religion.
[172] Brauen, Martin:
Siehe auch Peter Aufschnaiter, Innsbruck 1983.
[173] Brauen, Martin und Kantowsky, Detlef:
Junge Tibeter in der Schweiz. Studien zum Prozess kultureller Identifikation.
(Konkrete Fremde. 5.). 259 S. Rüegger, Diessenhofen/Schweiz 1982.
Gemeinschaftsprojekt der Universität Konstanz und des Völkerkunde-Museums der
Universität Zürich.
[174] Braumann, Franz:
Ritt nach Barantola. Die Abenteuer des Tibetreisenden Pater Johannes Grueber. Mit
Karte im Vorsatz. 264 S. Herder, Wien 1958.
Dritte Auflage 1963. Zum Inhalt siehe Johannes Grueber, Stuttgart 1985. Ein gut und
spannend geschriebenes Buch über den Jesuitenpater Johannes Grueber aus Linz, der
im Jahre 1661 als erster Europäer Tibets Hauptstadt Lhasa betrat.
[175] Brennecke, Detlef:
Sven Hedin mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten dargestellt von Detlef
Brennecke. (rowohlts monographien. 355.) Mit zahlreichen s/w Abb. im Text. 158 S.
Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1986.
Sven Anders Hedin (1865-1952) durchzog auf drei Expeditionen die Wüsten
Zentralasiens und das tibetische Hochland, und jedesmal wuchs sein Ruhm. In
unglaublicher Arbeitswut wertete er seine Expeditionen aus: Als Erlebnisschilderungen
für Erwachsene, als Abenteuerbücher und als Forschungsberichte. Das vorliegende
Buch bietet eine wissenschaftlich recherchierte Biographie, mit Bibliographie der
einschlägigen Primär- und Sekundärliteratur, alle Zitate sind mit Quellenangaben
belegt, andererseits bietet das Buch aber eine sehr persönliche Stellungnahme zum
Menschen Sven Hedin, weder liebevoll-verstehend, noch sachlich-distanziert, sondern
von einer eher überkritischen Einstellung geprägt. Ich zitiere hierzu (persönliche
Mitteilung, aus einer unveröffentlichten Rezension) Willy Hess, den Autor der großen
Sven Hedin-Bibliographie, um dem Geist des Brennecke-Werkes gerecht zu werden:
"Schon im ersten Kapitel wird gegen den Menschen Sven Hedin Stimmung gemacht;
Brennecke bezeichnet ihn verächtlich als 'synthetischen Grandseigneur', eingebildet von
sich selber. Oft kommt man nicht um den Eindruck herum, Hedins große Erfolge seien
Brennecke ein Dorn im Auge. Denn wie soll man es sonst verstehen, daß die
Huldigung, welche 5 000 begeisterte Schulkinder Sven Hedin nach seiner Rückkehr
von der Transhimalaya-Reise brachten, von Brennecke als 'organisierter Spektakel'
bezeichnet wird? Sogar Hedins unerschütterlicher Glaube an Gottes Schutz wird
lächerlich gemacht, ebenso sein Geständnis, er fühle sich nur wie eine Marionette,
deren Drähte von einer höheren Hand betätigt würden. Selbst der Wissenschaftler und
Forscher wird verkleinert. Brennecke verkennt vollkommen Hedins eigentliche
Mission. Er war Pionier im Erforschen unbekannter Regionen Innerasiens, nicht aber
ein Spezialist auf irgendeinem Sondergebiet. Nach der Lektüre dieses Buches frägt man
sich unwillkürlich: Warum hat Brennecke eigentlich die Monographie geschrieben? Es
ist selbstverständlich sein gutes Recht, einen Autor zu bewundern oder abzulehnen. Ist
aber das letztere der Fall, dann sollte er doch einsehen, daß er bei einer solch
ablehnenden Haltung gar nicht fähig ist, ein objektiv richtiges Bild des Betreffenden zu
zeichnen. Gewiss sollen wir bei aller Bewunderung nicht blind sein für die Fehler
unseres Helden. Aber man darf ein Lebensbild nicht in einer Weise verzerren und
entstellen, daß der Leser irregeführt wird. Und das wird er durch diese Monographie".
[176] Brent, Madeleine:
Wenn im Tal der Mondbaum blüht. Aus dem Englischen übersetzt von Ilka Paradis.
396 S. Marion von Schröder, Düsseldorf 1978.
(Merlin's Keep. Souvenir Press, London 1977).- In der deutschen Übersetzung auch bei
Bastei Lübbe (TB 10966), 1980, 7. Auflage 1989.— Ein spannendes Buch und eine
dramatisch-schöne Liebesgeschichte, die teils in Tibet, teils im viktorianischen England
spielt. Jani, die Romanheldin, Tochter einer indischen Prinzessin und eines englischen
Offiziers, wird als Kind von einem englischen Soldaten vor Verfolgung gerettet, kommt
nach Tibet und wächst hier auf. Auf langen Reisen mit den Karawanen lernt sie das
Innere Tibets kennen, und das tibetische Alltagsleben wird ihr zur zweiten Natur. Doch
weil englischer Abstammung, bringt man die Zwölfjährige nach England, wo es einem
der schwarzen Magie mächtigen Mann beinahe gelingt, ihr Lebensglück zu zerstören.
Er zwingt sie zur Rückkehr nach Tibet, um "die Träne des Buddha, die dieser vergoß,
als er aus dem Frieden des Nirvana zur Rettung der Menschheit zurückkehrte", aus
einem Kloster zu rauben. Doch die guten Mächte siegen. (Christiane Aschoff-Ghyczy).
[177] Bretschneider, E:
Potanins letzte Reise in West-China und in osttibetanischem Grenzgebiete im Jahre
1893. (Petermanns Geographische Mitteilungen, 46., pp. 12-18.). Mit 1 Karte, 7 S.
Justus Perthes, Gotha 1900.
Gregori Nikolajewitch Potanin (geb. 1835) führte zwischen 1876 und 1894
ausgedehnte Forschungsreisen im Auftrag der russischen geograph. Gesellschaft aus,
anfangs in der nordwestlichen Mongolei, später durch zum Teil unbekannte Gebiete des
östlichen und nördlichen Tibet. Seine Reisewerke sind nicht so brillant geschrieben wie
die Prschewalskis, deshalb auch nie ins Deutsche übersetzt. Dabei sind seine
botanischen und zoologischen Sammlungen noch reichhaltiger als die Prschewalskis;
von einer einzigen Expedition durch das nordöstliche Tibet brachte er über 1 000 alpine
Pflanzen mit. Die letzte Expedition, auf der seine ihn stets begleitende und selbst
forschende Ehefrau starb, führte ihn 1893/94 von Tatsienlu aus durch die kleinen
selbständigen tibetischen Fürstentümer entlang der tibetisch-chinesischen Grenze.
[178] Brinkhaus, Horst:
Jagatprakasamallas Muladevasasidevavyakhyananataka. Das älteste bekannte
vollständig überlieferte Newari-Drama. Textausgabe, Übersetzung und Erläuterungen.
(Alt- und Neu-Indische Studien. 36). 7 und 207 S. Franz Steiner, Wiesbaden/Stuttgart
1987.
Jagatprakasamalla war höchstens 36 Jahre alt, als er 1672 an den Pocken starb. Er
schrieb dieses einzige vollständig erhaltene Newari-Drama, zugleich auch das älteste
bekannte Stück in Newari, von dem außer den Liedern auch die kompletten
Dialogpartien mit Bühnenanweisungen überliefert sind. Den größten Teil des Stückes
nimmt die im Titel genannte Episode um den aus der altindischen Legende und
Literaturgeschichte bekannten brahmanischen Erzgauner Muladeva, dessen jüngeren
Bruder Sasideva und die Kaufmannsfrau Anangasena ein.
[179] Brockhaus, Hermann:
Katha Sarit Sagara. Die Mährchensammlung des Sri Somadeva Bhatta aus Kaschmir.
Erstes bis fünftes Buch. Sanskrit und Deutsch herausgegeben von H. B. 16, 157, 471 S.
FA Brockhaus/Brockhaus & Avenarius, Leipzig/Paris 1839.
Reprint G. Olms (Volkskundliche Quellen, Reihe III.), Hildesheim 1975.— Der
Kathasaritsagara des Somadeva ist eine späte Bearbeitung des indischen Erzählgutes,
dessen erste Fassung als Pancatantra bekannt ist. Auf dieser Grundlage entwickelten
sich verschiedene Erzählungssammlungen. Material aus diesem Umfeld gelangte auch
in die buddhistischen Traditionen; vor allem der Teil des Kanons der
Mulasarvastivadins, der der Ordenszucht gewidmet ist, enthält Erzählstoffe (siehe
Panglung, Erzählstoffe, 1981), die aus dem allgemeinen indischen Fundus von
Erzählungen stammen. H. Brockhaus unternimmt in dieser Arbeit die europäische
Erstbearbeitung des Kathasaritsagara. Der zweite und dritte Teil dieser Textausgabe
folgten erst 1862 und 1866. Der Sanskrittext ist in Devanagari-Lettern gesetzt.
[180] Brockhaus, Hermann:
Die Mährchensammlung des Sri Somadeva Bhatta aus Kaschmir. Aus dem Sanskrit ins
Deutsche übersetzt von H. B. (Sammlung orientalischer Mährchen, Erzählungen und
Fabeln. I. II.). 22 und 214, 6 und 211 S. F. A. Brockhaus, Leipzig 1843.
Enthält die gesamte Übersetzung, und zwar auch die der beiden Teile, die zum
Zeitpunkt des Erscheinens dieses Buches von H. Brockhaus noch nicht auf Sanskrit
herausgegeben waren.
[181] Brockhaus, Hermann:
Katha Sarit Sagara. Die Märchensammlung des Somadeva. Buch VI-VIII und Buch
IX-XVIII. Herausgegeben von H. B. (Abhandlungen für die Kunde des Morgenlandes.
II,5 und IV,5.). 4 und 236, 5 und 628 S. In Commission bei F. A. Brockhaus, Leipzig
1862/66.
In diesen beiden Teilen ist das Sanskrit in Lateinschrift gegeben.
[182] Brück, Michael von:
Denn wir sind Menschen voller Hoffnung. Gespräche mit dem XIV. Dalai Lama.
Herausgegeben von Jürgen Haase. 20 farb. und 6 s/w Abb., 128 S. Ch. Kaiser,
München 1988.
Der Religionswissenschaftler und Theologe Michael von Brück führt seit Jahren einen
Dialog mit dem Dalai Lama über Christentum und Buddhismus. Bereits 1988 in der 2.
Auflage erschienen.
[183] Brück, Michael von:
Weisheit der Leerheit. Sutra-Texte des indischen Mahayana-Buddhismus. Ausgewählt
und kommentiert. Vorwort von Tenzin Gyatso, dem XIV. Dalai Lama. (Klassiker der
östlichen Meditation). Übersetzung der Originaltexte von Margareta von Borsig. 290
S. Benziger, Zürich 1989.
Teile der berühmtesten Sutra-Texte des indischen Mahayana-Buddhismus (Lotus-
Sutra, Herz-Sutra, Avatamsaka- Sutra, Vimalakirti-Sutra).
[184] Brück, Michael von:
Siehe auch Dalai Lama, der XIV., München 1986; 1987.
[185] Brück, Regina von und Brück, Michael von:
Ein Universum voller Gnade. Die Geisteswelt des tibetischen Buddhismus. (Herder
Taschenbuch 1257). 160 S. Herder, Freiburg i. Br. 1987.
Die Autoren, ein evangelisches Pastorenehepaar, die den Dalai Lama persönlich
kennenlernen durften, haben sich Verdienste um den christlich-buddhistischen Dialog
erworben. Das Buch bietet eine kompetente und anregende Darstellung der tibetisch-
buddhistischen Bewußtseinsphilosophie, untermauert mit lebendigen Schilderungen von
Begegnungen in Ladakh mit den Rinpoches mehrerer Klöster, etwa von Lamayuru, und
dem Orakel vom Kloster Tikse. Lesenswert für den 'Laien' wie für den einschlägig
'Vorgebildeten', nicht nur zur Wissenserweiterung, sondern auch zur Überprüfung des
eigenen Bewußtseinsstandes (Renate Wagner).
[186] Brug-pa kun-legs (1455-1529):
Siehe Andreas Kretschmar, St. Augustin 1981; Keith Dowman, München 1982.
[187] Brunhuber, Robert:
An Hinterindiens Riesenströmen. Mit einem Vorwort von Sven Hedin, 2 Portraits, 30
s/w Abb. und 1 farb., mehrfach gefalt. Karte. 120 S. Franz Ledermann, Berlin-
Friedenau 1912.
Robert Brunhuber hatte sich die schwer zugänglichen tibetischen Grenzgebiete am
Oberlauf des Salween als Forschungsziel vorgenommen, ein gefährliches Gebiet wegen
der dort ansässigen halbwilden Stämme der Lissu, Karens, Kaschin u. a. In seinem
Tagebuch beginnt die Reise mit einem Kapitel 'Was mich nach Tibet zog', wobei er eine
systematische Darstellung des bisher in der Tibet-Erforschung Geleisteten und des noch
zu Leistenden gibt. Die Expedition brach im November 1908 auf, im Januar wurden R.
Brunhuber und K. Schmitz von Lutzus, einem besonders gefährlichen Volksstamm, am
Oberlauf des Salween nahe der tibetischen Grenze ermordet. Eine Strafexpedition fand
das Expeditionsgepäck und die Tagebücher Brunhubers, nach denen das Buch verfaßt
wurde.
[188] Brunton, Paul:
Als Einsiedler im Himalaya. Ein Tagebuch. Aus dem Amerikanischen übersetzt und
bearbeitet von Alterego (d. i. Fritz Werle). 223 S. O. W. Barth, Planegg 1938.
(A Hermit in the Himalayas. The journal of a lonely exile. Rider, London 1937).—
Zweite Auflage 1951. Für die dritte Auflage (1965) vom Verfasser autorisierte
Übersetzung und Bearbeitung durch Ursula von Mangoldt; 7. bearbeitete Aufl. 1989.—
Heute belächeln wir vielleicht des Autors Gedanken über Askese und das Über-Ich,
revolutionäre Gedanken aber sehr wohl in der kolonial -britischen Zeit der zwanziger
Jahre, als der Autor sich in die relative Einsamkeit der Hügel von Theri am Fuße des
Himalaya zurückzog. Seine heißersehnte Reise zum Kailash konnte er nicht
verwirklichen, doch läßt er stellvertretend einen Yogin dessen mühsame Pilgerfahrt
zum Heiligen Berg realistisch berichten. Der 14. Dalai Lama hat erst kürzlich daran
erinnert, Reisen ins eigene Innere seien nicht nur billiger, sondern auch wesentlich
lohnender als Reisen an die Enden der geographischen Welt. Als Führer für eine "Reise
ins Innere" ist Bruntons Tagebuch auch heute noch brauchbar, von erfrischend
einfacher und klarer Sprache. Seine häufigen Bezüge zur Bibel und zu unserem
westlichen Gedankengut erleichtern das Verständnis für seine manchmal etwas
skurrilen Erläuterungen über Substanz, Toleranz und Weisheit im Hinduismus und
Buddhismus (abgeändert nach einer Rezension von Renate Noack).
[189] Bucher's Tibet:
Siehe Peter Thiele/Peter Schicht, München 1988.
[190] Büchler, Anne und Schumacher, Rolf:
Die Nachlässe von Martius, Liebig und den Brüdern Schlagintweit in der Bayerischen
Staatsbibliothek. Für den Druck bearbeitet von Stephan Kellner. (Catalogus codicum
manu scriptorum Bibliothecae Monacensis. Tomus X., Pars 2). 328 S. Otto
Harrassowitz, Wiesbaden 1989.
[191] Bühler, Jean:
Nepal. (Das Buch der Reisen. 18.). Aus dem Französischen übersetzt von Carlo Bach.
13 farbige und zahlreiche s/w Abb., 214 S. Editions Rencontre, Lausanne 1964.
(Népal. L'Atlas des Voyages. Rencontre, Lausanne 1964).
[192] Bull, Geoffrey T:
Am Tor der Gelben Götter. Aus dem Englischen übersetzt von Ulrich Wever und Horst
Kanitz. 1 Karte. 312 S. R. Brockhaus, Wuppertal 1956.
(When Iron Gates Yield. The British Missionary in Tibet. Hodder & Stoughton,
London 1955).- Deutsche Neuauflage (ebenfalls Brockhaus, Wuppertal) im Jahr 1961,
mit dem zusätzlichen Untertitel "Krieg gegen die Seele".— Der Autor arbeitete seit
1949 in guter Freundschaft mit den Tibetern als Missionar auf der Hochebene von Po
in Osttibet. Das Buch schildert sein Leben mit den Tibetern, die Invasion der
rotchinesischen Truppen und die Kapitulation der nationaltibetischen Streitkräfte. Drei
Jahre lang wurde G. T. Bull in Gefangenschaft gehalten und erfuhr an eigenem Leibe
Umschulungsmethoden bis hin zur "Gehirnwäsche". Ende 1953 durfte er über
Hongkong in die Freiheit ausreisen.
[193] Bull, Geoffrey T:
Tibetanische Erzählungen. Aus dem Englischen übertragen von Helga Fernbacher. 151
S. Christliche Verlagsanstalt, Konstanz 1971.
(Tibetan Tales. Hodder & Stoughton, London 1966).— Bericht eines amerikanischen
Missionars über seine Tätigkeit und seine Erlebnisse im chinesisch-tibetischen
Grenzgebiet Ende der 40er Jahre. Auch Besuch und Beschreibung des Klosters
Lithang. Das Buch ist also nicht, wie man zunächst vermuten könnte, eine Sammlung
tibetischer Erzählungen, sondern schildert mit eingestreuten Tagebuchnotizen die Zeit
bis zum Einmarsch der chinesischen Truppen (nach Siegbert Hummel).
[194] Burang, Theodor (d. i. Theodor Illion, 1898-1984):
Tibeter über das Abendland. Stimmen aus dem geheimnisvollen Tibet. 213 S. Igonta,
Salzburg 1947.
Bereits 1947 in der 3. Auflage erschienen. Es handelt sich um einen rein medizinischen
Text. Th. Illion behauptet, als Tibeter verkleidet 'auf dem Dach der Welt' gewesen zu
sein, nach langem Studium des Tibetischen nun dort sich mit Tibetern unterhalten zu
haben (die meisten hätten in ihm einen Tibeter gesehen), doch das alles ohne genaue
Angaben des Wann, Wo, Wielange usf. Man muß wohl Vorsicht walten lassen, wenn
man sich über die 'Echtheit' Gedanken macht.
[195] Burang, Theodor (d. i. Theodor Illion):
Tibetische Heilkunde. 170 S. Origo, Zürich 1957.
Dritte revidierte Auflage 1974; 4. revidierte Auflage o. J.— In mehreren Kapiteln über
'Die kosmischen Essenzen', 'Der Doppelkörper', 'Tibetische Medizinwerke', 'Tibetische
Heilmethoden' und ähnliches beschreibt der Autor sich selbst als einen des Tibetischen
kundigen Gelehrten, doch bleiben alle seine Ausführungen vage, oberflächlich, ohne
exakte Angaben zum Woher und Wieso. Bedenklich stimmt auch das Fehlen jeglicher
Zitate und bibliographischer Hinweise bzw. Nachweise. Eher ein perfektes
journalistisches Meisterstück, das man auch aus vielfachen Quellen westlicher Bücher
so hätte zusammenschreiben können.
[196] Burang, Theodor:
Der Arzt in der tibetischen Kultur. Robugen GmbH, Esslingen 1975.
Sonderausgabe von 'Tibetische Heilkunde', gedruckt nach der 3. revidierten Ausgabe
von 1974.
[197] Burang, Theodor:
Die Kunst des Heilens im Fernen Osten. Heilverfahren und Heilmittel. 168 S. Origo,
Zürich 1975.
Mehrere Auflagen, so etwa 1981. Kapitelweise Beschreibung der altchinesischen, der
tibetischen und der altislamischen Heilsysteme und ihrer Heilmöglichkeiten. Der Autor
glaubt, daß das zukünftige medizinische Weltbild diese Heilsysteme berücksichtigen
muß. Wie stets bei seinen Veröffentlichungen sind die 'Fakten' nicht belegt, es finden
sich zu seinen Behauptungen keine überprüfbaren Texte, sondern wenn, dann nur
Hinweise auf ebenfalls nicht exakt zitierte Sekundärliteratur. Burang verweist allerdings
zurecht im Rahmen der tibetischen Medizin auf die bisher unzureichenden
Übersetzungen der großen medizinischen Standardwerke Tibets, behauptet zugleich
wieder unüberprüfbar, er selbst habe das Wesentliche dieser Werke übersetzt (aber nie
publiziert!), und gibt dann aus seinen 'Übersetzungen' eher banale Ratschläge.
[198] Burang, Theodor:
Burang ist Pseudonym. Siehe daher auch Illion, Theodor.
[199] Campbell, A:
Siehe G. A. von Klöden, Wien 1880.
[200] Campbell, William Lachlan:
Die Sprüche von Sakya. Verdeutscht von W. L. Campbell. (Ostasiatische Zeitschrift,
N. F. 2. Jg. = 12. Jg., pp. 31-65, 159-185). 62 S. Walter de Gruyter & Co.,
Berlin/Leipzig 1925.
Deutsche Übersetzung und transkribierte Ausgabe des tibetischen Textes von Sa skya
Pandita's Subhasitaratnanidhi, der berühmten tibetischen Adaptation indischer
Spruchweisheitssammlungen, die sich in Tibet und der Mongolei höchster Beliebtheit
erfreute. Campbell war der englische Handelsvertreter 1916/17 in Gyantse, einer
kleinen Handelsstadt zwischen Lhasa und Shigatse. Er konnte dort zwei tibetische
Textausgaben dieses viel gelesenen metrischen Werkes über Spruchweisheit erwerben.
Der deutsche Titel lautet "Ein wertvoller Schatz an Sprüchen der Weisheit" und handelt
in 9 Teilen über die Weisen, die Hervorragenden, die Törichten, über uneinheitliche
Charaktere, böse Handlungen, natürliches Benehmen, unschickliches Benehmen, über
die Pflichten der Menschheit und über Religionsübungen.
[201] Candamaharosana Tantra:
Siehe Peter Gäng, Berlin 1981.
[202] Candragomin (5. Jh. n. Ch.):
Siehe Michael Hahn, Wiesbaden 1974; Thomas Oberlies, Stuttgart 1989.
[203] Candrakirti (6/7Jh):
Siehe Helmut Tauscher, Wien 1981.
[204] Cappeller, Carl:
Buddhas Wandel. (Açvaghoshas Buddhacarita). Frei übertragen von Carl Cappeller.
(Religiöse Stimmen der Völker. Die Religionen des Alten Indien. 5.). 85 S. Eugen
Diederichs, Jena 1922.
Nicht nur als früheste dichterische Bearbeitung der Buddhalegende, sondern auch als
eines der ältesten Erzeugnisse der indischen Kunstpoesie überhaupt von großem
Interesse für alle, die sich mit Buddhismus und indischer Literatur beschäftigen (aus
dem Vorwort). Asvaghosas Buddhacarita fand auch seinen Platz in den kanonischen
Schriften der Tibeter.
[205] Caqar dge bses Blo-bzan chul-khrims (1740-1810):
Siehe Rudolf Kaschewsky, Wiesbaden 1971.
[206] Carson-Rijnhart, Susie:
Siehe Rijnhart, Susie.
[207] Cart, F:
Nepal. Ins Deutsche übersetzt von F. Merz. (Das Bilderbuch der Welt. 6.). Mit 36
Diapositiven, 127 S., Lausanne 1964.
[208] Carus, Theodor:
Prschewalski's Reisen in der Mongolei, im Gebiete der Tanguten und den Wüsten
Nordtibets. (Natur und Offenbarung. Organ zur Vermittlung zwischen Naturforschung
und Glauben für Gebildete aller Stände. 23., pp. 429-439, 494-501, 538-546, 583-
593). 39 S. Aschendorff'sche Buchhandlung, Münster 1877.
Gute Zusammenfassung der Reise von 1870 bis 1873 (für die ausführliche Fassung
siehe Prschewalski, Jena 1877), wobei die hier gelistete Publikation insbesondere die
botanischen Beobachtungen und die an Arten und Vorkommen so reiche Tierwelt
ausführlich beschreibt. Man könnte diesen Bericht von Th. Carus fast als
Spezialpublikation über Flora und Fauna Nordost-Tibets bezeichnen, entsprechend dem
Zustand von vor 120 Jahren.
[209] Causemann, Margret:
Füchse des Morgens. Märchen einer tibetischen Nomadenfrau. Gesammelt und aus dem
Tibetischen übersetzt von Margret Causemann. Mit 52 Zeichnungen von Wangdjal. 260
S. Eugen Diederichs, Köln 1986.
Diese Sammlung entstand 1983/84 während einer Forschungsarbeit mit dem Ziel, einen
osttibetischen Dialekt zu studieren und mündliche Überlieferungen dieses
Sprachgebietes aufzuschreiben, bevor sie ganz der Vergessenheit anheimfallen. Die
Märchen wurden bei den Exiltibetern im Kathmandutal/Nepal gesammelt.
[210] Causemann, Margret:
Tibetische Lieder. Gesammelt, übertragen und erläutert von Margret Causemann.
(Insel-Bücherei Nr. 1039). Mit Zeichnungen von Wangdjal. 115 S. Insel, Frankfurt/M.
1987.
Diese Liedersammlung entstand während zweier Forschungsaufenthalte (1980 und
1983/84) in Nordindien und Nepal. Die Lieder wurden nicht 'im Vorübergehen'
aufgenommen, sondern die Autorin suchte gezielt gute Sänger und Sängerinnen auf
und bat sie, zu singen und Lieder auf Band aufnehmen zu dürfen. In Zusammenarbeit
mit dem Sprachinformanten Tsering Tchödon kam so eine Sammlung von
fünfundzwanzig Liedermärchen zusammen.
[211] Causemann, Margret:
Dialekt und Erzählungen der Nangchenpas. (Beiträge zur tibetischen Erzählforschung.
11). 413 S. VGH Wissenschaftsverlag, Bonn 1989.
Nangchen, heute im Südwesten der chinesischen Provinz Qinghai gelegen, war früher
ein quasi selbständiges Königreich im Kokonor Territorium. Erstmals wird hier der
Nangchen-Dialekt beschrieben, ein Kham-Dialekt, den die Autorin durch Feldarbeit
1983/84 in Kathmandu erfaßte. Das Buch enthält einen linguistischen Teil sowie 16
Erzählungen.
[212] Cesco, Federica de:
Die goldenen Dächer von Lhasa. Aus dem Französischen übersetzt von Hansjörg
Ostertag. 314 S. Neptun, Kreuzlingen 1974.
(La route de Lhasa. J. Duculot S.A., Gemblauy/Belgien 1974).— Auch Lizenzausgabe
Union Verlag, Stuttgart o. J.; 5. Auflage Neptun Verlag, Kreuzlingen 1990 (Broschur).
Die 17jährige Engländerin lebt in Darjeeling, wo sie früh die Mutter und nun auch den
Vater verloren hat. Von einer Tibeterin, die mit ihr zusammen das College besucht,
wird sie nach Lhasa eingeladen. Die Begegnung mit dem jungen Rinpoche von
Gyantse, der krank und zudem im Widerstreit zwischen klösterlicher Pflicht und seiner
Liebe zu der jungen Tibeterin zu den Neujahrsfeierlichkeiten nach Lhasa aufbricht,
sowie die Liebe der jungen Engländerin zu einem chinesischen Arzt in Lhasa, bilden
den Hintergrund dieses spannenden und keineswegs einseitig politisch Stellung
beziehenden Romans, der 1958 kurz vor der Flucht des Dalai Lamas nach Indien spielt
und die turbulenten und gefährlichen Ereignisse in Lhasa meisterhaft zu vermitteln
versteht.
[213] Ceyp, A J:
Die Thibetaner. (Deutsche Rundschau über das gesamte nationale Leben der
Gegenwart. 15., pp. 103-111, 229-237). 18 S. Eduard Trewendi, Breslau 1890.
Aus Anlaß des zunehmenden Interesses russischer Expeditionen an Tibet wie die von
Norden her vorstoßenden Prschewalskij und Pjefzof sowie englisch-indischer
Militäraktionen an den südlichen Grenzen Tibets regte sich Ende des 19. Jahrhunderts
auch in Deutschland das Interesse für Tibet. Hierzu gibt diese Arbeit einen gut
recherchierten und umfangreicheren Einblick in Kultur, Ethnologie, Religionsgeschichte
und Politik entsprechend dem Kenntnisstand kurz vor der Jahrhundertwende.
[214] Chalon, Jean:
Alexandra David-Néel. Das Wagnis eines ungewöhnlichen Lebens. Mit einem
Nachwort von Herbert Achternbusch. Aus dem Französischen übersetzt von Giovanna
Waeckerlin-Induni. 1 Foto, 542 S. Langen Müller, München/Wien 1987.
(Le lumineux destin d'Alexandra David-Néel. Librairie Académique Perrin, Paris
1985).— 'Le Figaro' schreibt: "Das Portrait einer Unbezähmbaren: Anarchistin,
Freimaurerin (!), Journalistin, große Liebende, unermüdlich Reisende, Forscherin und
Schriftstellerin. Mit der Leidenschaft eines Liebenden und der Genauigkeit eines
Archivars bringt uns Jean Chalon in seiner faszinierenden Biographie Alexandra David-
Néel (1868-1969) lebendig nahe". Mit unzulänglicher Bibliographie ihrer Werke.
[215] Chang, Garma C C:
Mahamudra-Fibel. Eine Einführung in den tibetischen Zen-Buddhismus. (Wege zur
letzten Wirklichkeit. 1.). Herausgegeben und aus dem Englischen übertragen von Ernst
Schönwiese (Garma Döndrub Tashi). 1 Portrait. 88 S. Octopus, Wien 1979.
(Aus verschiedenen Schriften Chang's kompilierte Übersetzung).— Der in China
geborene Autor trat mit 15 Jahren in ein buddhistisches Kloster in Nanking ein und kam
zwei Jahre später nach Tibet, wo er acht Jahre verbrachte. Mehrere Jahre wanderte er
von Kloster zu Kloster. Sechs Jahre lernte er unter seinem Guru Lama Kong Ka in dem
nach dem Lama benannten Kong Ka-Kloster in Meia Nya in Osttibet. Seit 1951 lebt
Prof. Chang in den USA und lehrt seit 1966 buddhistische Philosophie an der
Pennsylvania State University. Neben Erläuterungen zu Mahamudra, einem 'Ziel' der
Meditation, enthält das Buch vom Autor übersetzte Lehrgesänge des Tilopa und des
Dritten Karmapa sowie Unterweisungen seines Lehrers Kong Ka, der einer der größten
Mahamudra-Meister Tibets war.
[216] Chang, Garma C C:
Die buddhistische Lehre von der Ganzheit des Seins. Das holistische Weltbild der
buddhistischen Philosophie. Aus dem Englischen übersetzt von Ernst Schönwiese. 349
S. O. W. Barth, München 1989.
(The Buddhist Teaching of Totality. The Pennsylvania State University, 1979).—
Obgleich vorwiegend auf die Hua-yen-Schule oder 'Hua-yen-tsung' Chinas (ungefähr 7.
und 8. Jh.) eingehend, ist diese Philosophie doch eine Synthese aller wesentlichen
Mahayana-Gedanken und zeigt viele Parallelen bzw. Entsprechungen mit tibetisch-
religiösem Gedankengut. Die religiöse Erziehung Changs über viele Jahre in
verschiedenen tibetischen Klöstern läßt diese Verbindungen immer wieder erkennen.
[217] Chang Shên An:
Von Ta Chien Lu nach Tibet, Lu Ts`ang Tao Li Tsui Hsin T`u K`ao. Übersetzt von T.
Sperlein. (Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen zu Berlin. Erste
Abteilung. Ostasiatische Studien. pp. 118-161). Mit 1 mehrfach gefalt. Karte, 44 S.
Georg Reimer in Kommission, Berlin 1912.
Im Frühjahr 1906 reiste Chang Shên An als Sekretär mit dem General Tu Hu von
Tatsienlu nach Lhasa. Sein lebendiger Reisebericht, der als Reiseführer wie als
Abenteuerbericht gedacht war, liest sich ähnlich wie ein Buch von Tafel, Filchner oder
Hedin. Der Autor, der dann mehrere Jahre in Lhasa lebte, wird im Anhang als
zuverlässiger, tapferer und umsichtiger Reisekamerad geschildert.
[218] Chekawa Yeshe Dorje:
Siehe Jamgon Kongtrul I., Küsnacht 1989.
[219] Chögyam Trungpa:
Siehe Trungpa, Chögyam.
[220] Chögyam, Ngakpa:
Der fünffarbige Regenbogen. Energiearbeit mit der Farb- und Elementsymbolik des
tibetischen Tantra. Deutsch von Theo Kierdorf und Hildegard Höhr. (Esotera
Taschenbücherei). 202 S. Hermann Bauer, Freiburg/Br. 1988.
(Rainbow of Liberated Energy. Element Books. Longmead, Shaftsbury, Dorset
1986).— 'Die in diesem Buch beschriebenen Ideen haben keinen hochtrabend
esoterischen Anspruch, sondern sind erstaunlicherweise ganz elementar und
unmittelbar. Sie kreisen um das Thema, wie man am besten mit den Widrigkeiten des
alltäglichen Lebens umgeht' (aus der Verlagsankündigung).
[221] Chögyam, Ngakpa:
Reise in den inneren Raum. Ein Handbuch tibetischer Meditationstechniken. Aus dem
Englischen übersetzt von Theo Kierdorf und Hildegard Höhr. 332 S. Junfermann,
Paderborn 1990.
(Journey into Vastness — A Handbook of Tibetan Meditation Techniques. Element
Books, Longmead, Shaftesbury, Dorset 1988).— Ngakpa Chögyam ist heute ein
gebildeter Mann des Westens, der zuvor die schwierige Ausbildung eines tibetischen
Lamas selbst erfahren hat. Sein Meditationshandbuch umfaßt Shi-ne-, Lha-tong-, Nyi-
med- und Lhundrup-Übungen. Shi-ne ist die Basis der Meditation. Meditation, so
versichert Ngakpa Chögyam dem Leser, ist vor allem eine Art, mit sich selber allein zu
'Sitzen' und die eigene wahre Natur zu verwirklichen. Ist das leicht? Natürlich. Ist das
schwierig? Ebenfalls.
[222] Chögyam, Ngakpa:
Siehe auch Roger Hicks, Essen 1985.
[223] Chökyi Gyaltsen, Jetsün:
Die Buddhanatur. 38 S. Tharpa Chöling, Le Mont Pélerin o.J.
Kommentar zu einem Teil des ersten Kapitels des 'Uttaratantra' von Maitreya über das
allen Wesen innewohnende Potential, die vollkommene Buddhaschaft zu erlangen.
[224] Chökyi Gyaltsen, Jetsün:
Siehe auch Oliver Petersen, Hamburg 1987.
[225] Chö Ling (Hrsg), Karme:
Om, ah, hum. Karmapa-Meditation. Mit 4 Tafeln und einer Fotografie. 28 S. Karme
Chö Ling, Bremen 1988.
Das Heft enthält die folgenden Kapitel: "Die vier grundlegenden Gedanken und die
Entwicklung von Bodhicitta" (Seite 4-12), "Gebet für die schnelle Wiedergeburt des
Gyalwa Karmapa" (Seite 13-17), und "The Songs of Rangjung Ripke Dorje" (auf
Englisch, Seite 18-24), die abschließenden Seiten geben die mystischen Silben om, ah
und hum in Kalligraphie; als Buchschmuck erscheint auf Seite 13 eine Strichzeichnung
des Gyalwa Karmapa und auf Seite 15 ein Foto des Rangjung Ripke Dorje.
[226] Chokteng Kalsang und Gyaltag Gyaltsen:
20 Jahre Tibeter im Pestalozzidorf Trogen. Eine Festschrift zum Anlass des Jubiläums
"20 Jahre Tibeter im Kinderdorf Pestalozzi" Trogen/Schweiz. Mit 50 s/w Abb., 6
Zeichnungen, 112 S. Kinderdorf Pestalozzi, Trogen/Schweiz 1980.
In dieser Festschrift werden der Weg der tibetischen Flüchtlingskinder ins Kinderdorf
Pestalozzi und deren Werdegang beschrieben. Sie enthält Beiträge von verschiedenen
Betroffenen und Beteiligten.
[227] Chorlton, Windsor (Text) und Wheeler, Nik (Fotos):
Felsbewohner des Himalaya. Die Bothia. (Völker der Wildnis. Time-Life Bücher). Aus
dem Englischen übersetzt von Ursula-Maria Mössner. Mit 103 farb. Abb., 2
Kartenskizzen. 1 Karte im Vorsatz. 168 S. Time-Life, Amsterdam 1982.
(Englischer Titel nicht gegeben).— Der in Zusammenarbeit mit der Redaktion der
"Time-Life Bücher" entstandene, von Text und Bild her ausdruckstarke Band (mit
kleiner Bibliographie und ausführlichem Register) ist das Ergebnis einer Ende der 70er
Jahre in Mittel-Nepal in zwei Dörfern in nächster Nähe zur tibetischen Grenze im Nar-
Phu Tal durchgeführten Forschung. Neben dem Autor und dem Fotografen arbeiteten
'vor Ort' der Ethnologe Christoph von Fürer-Haimendorf und die Sozialanthropologin
Charlotte Hardmann.
[228] Chwaszcza, Joachim und Schmidt-Leukel, Perry:
Umschnitten von Stille. Mit 73 ganzseitigen s/w Abb. aus dem Himalaya-Raum und
Texten des Mahayana-Buddhismus. 117 S. (ohne Anhang). Mirapuri, Planegg 1987.
Die (im Druck leider etwas matten) Fotos wurden auf Reisen 1981 bis 1985 in Nepal,
Ladakh und Zanskar aufgenommen.
[229] Clifford, Terry:
Tibetische Heilkunst. Die Einführung für westliche Leser in eines der ältesten
ganzheitlichen Heilsysteme. Mit einem Vorwort des Dalai Lama. Aus dem
Amerikanischen von Jochen Eggert. Mit 32 Abb., 320 S. O. W. Barth, München 1986.
(Tibetan Buddhist Medicine and Psychiatry. The Diamond Healing. Samuel Weiser,
York Beach, Maine 1984).— Eine weitere deutsche Ausgabe erschien als
Sonderausgabe 1989; auch Ullstein TB 34648 (1990).— Der deutsche Titel
unterschlägt leider, daß es sich im Wesentlichen um den Bereich der tibetischen
Psychiatrie handelt (selbst der psychiatrische Teil des amerikanischen Originaltitels wird
im Impressum ausgelassen). Ansonsten fundiertes Buch mit Bibliographie und Register.
Behandelt vorwiegend den 'Ganzheitsaspekt' und die psychosomatische Richtung
innerhalb der tibetischen Medizin.
[230] Clift:
Siehe Johnston, George Henry, Zürich 1951.
[231] Colsman, Michael:
"Der Kostbare Rosenkranz für den Höchsten Weg". Ratschläge des Meisters Gampopa.
Im tibetischen Originaltext herausgegeben, ins Deutsche übersetzt und mit
Anmerkungen versehen. (Opuscula Tibetana. 17.). 93 S. Tibet-Institut, Rikon/Zürich
1986.
In der Tradition Mi-la-ras-pas hat dessen Schüler Sgam-po-pa (1079- 1153) zu 28
Gebieten des kontemplativen Lebens rund 300 Ratschläge überliefert. Die in
langjähriger Zusammenarbeit mit tibetischen Lamas entstandene Übersetzung dieses
Werkes versucht, philologische Korrektheit der Wiedergabe mit dem lebendigen Geist
mündlicher Überlieferung, wie sie in Asien auch heute noch eine große Rolle spielt, zu
verbinden. Diese 'Ratschläge' besitzen meist keinen ausgesprochen kultur- oder
religionsspezifischen Charakter, sondern wenden sich eher an jeden spirituell
Interessierten.
[232] Colsman, Michael:
Definitionen psychologisch-ethischer Faktoren in der systematischen Philosophie des
Buddhismus. Auf der Grundlage eines lamaistischen Textes von Gegän Gyatso.
Eingeleitet, übersetzt, zusammengestellt und kommentiert. (Reihe Psychologie. 20.).
Mit 2 Abb., 221 S. Centaurus, Pfaffenweiler 1990.
Gegän Lobsang Gyatso verfaßte 1973/74 für seine Schüler an der 'Buddhist School of
Dialectics (Dharamsala)' ein philosophisches Werk, welches die unübersichtliche Fülle
der in den Sutren gegebenen Lehren gleichsam wie ein Gerüst zusammenhält. Aus
diesem Werk Gegän Gyatsos stammen die meisten der von Colsman übersetzten
Definitionen, Funktionsbezeichnungen und Einteilungen, mit deren Hilfe 51 seelisch-
geistige 'Faktoren' erörtert werden. Diese Erörterungen bilden einen bestimmten
Abschnitt in der Ausbildung an den Klosteruniversitäten der Dge-lugs-pa-Schule des
Lamaismus.
[233] Conrady, August (1864-1925):
Das Hariçcandranrityam. Ein altnepalesisches Tanzspiel. (Habilitationsschrift,
Philosophische Fakultät der Universität Leipzig). 45 S. G. Kreysing, Leipzig 1891.
Keine literarische Würdigung, Übersetzung oder Inhaltsangabe, sondern
sprachwissenschaftliche Abhandlung anhand des Hariçcandranrityam, der Spieloper
vom König Hariçcandra. Das Stück wurde in einer arischen Mundart des alten Nepal
(Regierungszeit der Malla) verfaßt und zeigt keine Bezüge zu den heutigen nepalischen
Sprachen.
[234] Conrady, August:
Das Newari. Grammatik und Sprachproben. (Zeitschrift der Deutschen
Morgenländischen Gesellschaft. 45., pp. 1-35). 35 S. In Comm. F. A. Brockhaus,
Leipzig 1891.
Neben den sprachwissenschaftlichen Ausführungen auch Eingehen auf die Entwicklung
und Bedeutung des Newari als eine der etwa 30 nichtarischen lebenden Sprachen
Nepals, das sich unter der Gunst und dem Einfluß der Herrscherfamilien zur
Schriftsprache entwickelt hat. Aufzeigen der verschiedenen Perioden von
Wortübernahmen aus den sanskritischen Sprachen in das Newari.
[235] Conrady, August:
Ein Sanskrit-Newari-Wörterbuch. Aus dem Nachlasse Minayeff's herausgegeben.
(Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. 47., pp. 539-573). 35 S.,
Leipzig 1893.
Die Sammlungen Minayeff's über das Newari entstanden während seines Aufenthaltes
im Jahre 1875 in Kathmandu; unter anderem enthielt die Sammlung ein Zettelglossar
von über 1 000 Wörtern. Conrady versucht anhand der vielfältigen Notizen und
Manuskripte im Nachlaß Minayeff's ein möglichst vollständiges Bild der lexikalischen
Beschaffenheit des Newari zu vermitteln.
[236] Conrady, August:
Eine indochinesische Causativ-Denominativ-Bildung und ihr Zusammenhang mit den
Tonaccenten. Ein Beitrag zur vergleichenden Grammatik der indochinesischen
Sprachen, insonderheit des Tibetischen, Barmanischen, Siamesischen und Chinesischen.
208 S. Otto Harrassowitz, Leipzig 1896.
Die Hälfte des Buches ist dem Tibetischen gewidmet und Grundlage der weiteren
Untersuchungen des Causativums in einer östlichen Sprachgruppe (Tibetisch,
Nepalisch-Assamesisch und Birmanisch) und einer westlichen (Siamesisch und
Chinesisch): In allen soweit untersuchten Sprachen findet sich dieselbe Causativ-
Denominativ-Bildung, bei welcher das Intransitivum ursprünglisch stimmhaften, das
Transitivum stimmlosen Anlaut hat, und ebenso findet sich dieselbe Lautverschiebung,
durch welche die alten stimmhaften in stimmlose Anlaute verwandelt werden.
[237] Conrady, August:
Fünfzehn Blätter einer nepalesischen Palmblatt-Handschrift des Narada. Einleitung,
Text, Anmerkungen. (Inaugural-Dissertation 1886. Philosophische Fakultät der
Universität Würzburg). 26 S. G. Kreysing, Leipzig 1891.
August Conrady (1864-1925), Sinologe mit 33jähriger Lehrtätigkeit an der Universität
Leipzig, bearbeitete in seiner Promotionsarbeit die letzten 15 Blätter einer in das Jahr
1407 n. Chr. datierten, sehr gut erhaltenen nepalesischen Palmblatt-Handschrift, eher
hinsichtlich der Besonderheiten der Sprache und Schrift, weniger zum gleichermaßen
interessanten (aber anderenorts ausführlich behandelten) juristischen Inhalt
(Naradeischer Gesetzestext; Gottesurteile). Seite 1-13 Einleitung, 14-19 Text, 20-26
kritische Anmerkungen.
[238] Consten, Hermann:
Der Kampf um Buddhas Thron. (Pan. Bücherei eines freien Lesebundes. IV.). Mit 17
teils farb. Bildtafeln, 234 S. Vossische Buchhandlung, Berlin (1925).
Consten lebte längere Zeit unter den Mongolen. Auch dieser Roman spielt an den
Grenzen Tibets, mit Folterungen und Grausamkeiten in den lamaistischen Klöstern. Ein
absurder und einseitiger Aspekt wird hier romanhaft ausgestaltet, inhaltlich Fortsetzung
des zuvor gelisteten Werkes.
[239] Consten, Hermann:
Mysterien im Lande der Götter und lebenden Buddhas. (Pan. Bücherei eines freien
Lesebundes. III.). Mit Frontispiz, 3 farb. Abb. nach Aquarellen von Heinrich Linzen, 4
s/w Fotos des Verfassers. 253 S. Vossische Buchhandlung, Berlin 1925.
E. Hauer (Berlin) rezensierte dies Buch in der 'Orientalischen Literaturzeitung' (1926):
"Augenscheinlich haben die Erfolge Ossendowskis bei diesem Buche Pate gestanden.
Die Handlung erzählt, wie ein Schamane durch ganz Asien umhergetrieben wird, dabei
lernt man die gesamten Religionen Zentralasiens mit ihren 'geheimnisvollen Zeremonien
und ihrer grauenhaften Mystik' (Vorwort Consten) kennen. Alles in allem eine
Indianergeschichte à la Karl May." Consten selbst weist allerdings daraufhin, daß er
sich jahrelang in Zentralasien aufgehalten und dort wissenschaftlich gearbeitet hat, und
daß die in diesem Buch wiedergegebenen Geschichten zwar vor einem älteren
historischen Hintergrund beschrieben werden, im wesentlichen aber so von ihm
authentisch erlebt wurden.
[240] Consten, Hermann:
Der rote Lama. Ein Erlebnis aus dem innersten Asiens. 181 S. Strecker & Schröder,
Stuttgart 1928.
Das Geschehen rankt sich um Lamas und Klöster, doch alles spielt in der Mongolei.
Grausiges Geschehen mit Opferung eines Menschen bei lebendigem Leibe im Kloster.
Dort endet der Roman in einer fünffachen zimmetfarbigen Pyramide aus Fleisch, Blut
und Eingeweiden, nachdem die Handlung vom Kreml im weißen Mondenschein über
das Kloster des Khutukhtu zum Kloster des Räuberlama, weiter zum 'Kloster der
Selbstversenker' und schließlich zum Tempel der Tigersphinx kommt.
[241] Conze, Edward:
Im Zeichen Buddhas. Buddhistische Texte. Herausgegeben und eingeleitet von Edward
Conze, unter Mitarbeit von I. B. Horner, D. Snellgrove, A. Waley. Aus dem Englischen
übersetzt von Marianne Winder. (Fischer TB 144 'Bücher des Wissens'). 268 S. Fischer
Bücherei, Frankfurt/Hamburg 1957.
(Buddhist Texts through the Ages, Bruno Cassirer, Oxford 1954; Harper & Row, New
York 1964).— Buddhistische Texte aus den verschiedensten Zeitabschnitten, aus dem
Sanskrit, Chinesischen, Tibetischen, Japanischen und aus dem Pali — Zeugnisse von
einzigartiger Schönheit, Weltweisheit und Glaubenskraft. Für Tibet von besonderer
Bedeutung das Kapitel von David Snellgrove: Die Tantras.
[242] Conze, Edward:
Eine kurze Geschichte des Buddhismus. Übersetzt, herausgegeben und mit einem
Nachwort versehen von Friedrich Wilhelm. 173 S. Insel, Frankfurt/M 1984.
(A Short History of Buddhism. George Allen & Unwin, London 1980).— Ungekürzte
Taschenbuchausgabe Suhrkamp TB 1297, 1986. In diesem prägnanten Geschichtsbild,
welches jedem Interessierten wegen der klaren Sprache und der hervorragenden
Bearbeitung eines so großen Gebiets empfohlen werden kann, werden im Kapitel III
der Buddhismus in Nepal, Kashmir und in Tibet beschrieben.
[243] Conze, Edward (1904-1979):
Der Buddhismus. Wesen und Entwicklung. (Kohlhammer Urban TB. 5.). (Deutsche
Fassung in Zusammenarbeit mit dem Autor). 235 S. W. Kohlhammer, Stuttgart 1953.
(Buddhism, its Essence and Development. Bruno Cassirer, Oxford 1951).— 8.
unveränderte Auflage 1986. Edward Conze (1904-1979), der 1933 nach England
emigrierte, schreibt umfassend über den Buddhismus, mit vielfachem Eingehen auf
Tibet. Entstanden ist dies Buch aus Vorlesungen und Versuchen, herauszufinden, wie
weit man buddhistische Meditation heute (1941) praktisch durchführen kann.
[244] Cooper, Thomas Thornville:
Reise zur Auffindung eines Überlandweges von China nach Indien. Mit einem Anhang,
die beiden englischen Expeditionen von 1868 und 1875 unter Sladen und Browne, und
Margarys Reise betreffend. (Bibliothek geographischer Reisen und Entdeckungen
älterer und neuerer Zeit. 13.). Aus dem Englischen übersetzt von H. L. Klenze. 1
xylogr. Frontispiz, 13 xylograph. Abb. im Text, 1 Karte. 507 S. Hermann Costenoble,
Jena 1877.
(Travels of a pioneer of commerce in pigtail and petticoats, or, an overland journey
from China towards India. John Murray., London 1871. Reprint Arno Press, New York
1967).— Zweite Auflage der deutschen Ausgabe 1882.— Th. Th. Cooper war
britischer Agent der Handelskammer zu Calcutta und lebte längere Zeit in China. Nach
mehrjährigen Plänen und Vorbereitungen brach er 1868 auf, um eine neue
Überlandverbindung von China nach Indien (wegen englischer Handelsinteressen) zu
erkunden. Die lange Zeit einzig mögliche Verbindung über Ta-tsien-lu und Bathang
nach Lhasa und weiter nach Indien war wegen einer Unzahl von Räuberbanden nicht
mehr verkehrssicher (dazumals wurden jährlich allein sechs Millionen Pfund Ziegeltee
auf dem Landweg nach Lhasa transportiert und von dort in alle Richtungen verteilt).
Cooper suchte eine kürzere Verbindung über Ta-tsien-lu durch osttibetisches Gebiet
nach Burma und Indien. Auf tibetischem Gebiet wurde er gefangengenommen. Er
beschreibt mannigfache ethnologische Details aus Ost-Tibet, mußte dann aber nach Ta-
tsien-lu zurückkehren und sein eigentliches Reiseziel aufgeben.
[245] Cosey:
Jonathan.
[Comic-Serie]. Aus dem Französischen übersetzt von Ute Eichler, Andreas C. Knigge
u. a.;
[pro Heft] 48 S. Carlsen, Hamburg ab 1981.
(Jonathan. Publica bzw. Editions du Lombard, beide Brüssel, ab 1979).— Bisher
erschienen die Bände 'Auf der Suche nach der Erinnerung', 'Das Geheimnis des weißen
Berges', 'Das Geheimnis des fremden Mädchens', 'Die Wiege des Bodhisattva', 'Der
blaue Raum zwischen den Wolken', 'Drolmas Traum', 'Kate', 'Das Privileg der
Schlange', 'Neal und Sylvester', 'Onkel Howard kehrt zurück' und 'Greyshore Island'.
Cosey erzählt in dieser Serie die Geschichte des Schweizers Jonathan, der in seiner
Kindheit in der Schweiz ein tibetisches Flüchtlingsmädchen kennengelernt hatte und
dieses nun in Tibet sucht. Durch einen Unfall verliert er sein Gedächtnis, das er
wiederzufinden sucht. Er erlebt vielfältige Abenteuer, wird mit tibetischer Mentalität
ebenso konfrontiert wie mit Rebellen, die gegen die chinesische Besatzung kämpfen.
Schöne Bilder, guter Inhalt! (Christian Aschoff).
[246] Craiova, Nana de:
Tibetische Kultbronzen. Katalog der Sonderausstellung
[aus der Sammlung der Himalayan and Central Asian Archives, Rio de Janeiro] im
Museum für Indische Kunst, Staatl. Museen Berlin Preußischer Kulturbesitz. Mit 11
ganzseitigen Abb., (28 S.). Museum für Indische Kunst, Berlin 1972.
[247] Croidys, Pierre:
Ins Land der Geister. Vom Großen Sankt Bernhard nach Tibet. Aus dem Französischen
übersetzt von Gerold Schmid. 2 Karten. 189 S. Räber & Cie., Luzern 1949.
(Du grand St. Bernard au Thibet 'Sur la Terre des Esprits'. Spes, Paris 1949).— Zwei
Patres des St. Bernhard Hospizes gründen und bauen 1931 ein Hospiz auf einem
tibetischen Paß an der Südost- Grenze von Tibet/China. Der 3750 m hohe La-tso liegt
auf dem 28. Breitengrad noch auf chinesischem Territorium und im Arbeitsbereich der
katholischen Mission; er verbindet die Täler des Mekong und des Saluen. Getreu der
Tradition vom St. Bernhard soll ein Hospiz entstehen, das Reisenden, die auf der
gefährlichen Teestraße zwischen China und Tibet über diesen Pass verkehren, Obdach
bietet.- Wenn der Autor auch keinen wissenschaftlichen Bericht geben will, so findet
der Leser doch eine Reihe von Beobachtungen, die in ihrer farbigen Schilderung dem
Religionswissenschaftler, Völkerkundler und Psychologen höchst willkommen sind.
Eine Stärke des Buches ist die Schilderung von der allmählichen Durchdringung des
typisch chinesischen, mehr auf das Vordergründige gerichteten Charakters der
Bevölkerung mit der dämonisch gearteten tibetischen Kultur und wie diese
Veränderung zugleich mit der Wandlung der Landschaft fortschreitet, je weiter die
beiden Patres zum Reiseziel an der tibetischen Grenze vordringen (nach S. Hummel, in
Sinologica 3.). Als Ergänzung siehe Robert Loup "Märtyrer in Tibet", 1959, mit der
Biographie eines der beiden Hospiz-Erbauer.
[248] Cybikov, Gonbozab Cebekovic (1873-1930):
Das in mehreren Auflagen und Reprints in russischer Sprache erschienene Buch 'The
Buddhist Pilgrim at the Holy Places of Tibet', über eine Tibetreise 1899 bis 1902,
wurde nie ins Deutsche übersetzt. Ich habe auch keine deutschen Auszüge oder
Kommentare auffinden können, lediglich die englische und tschechische Ausgabe.
Gleichwohl wird in der Bibliographie von Hsu Ginn-tze (Peking 1958) eine deutsche
Übersetzung (472 S.) gelistet.
[249] Dagpo Rinpoche:
Siehe Antoine Borromée, München 1984.
[250] Dagyab Kyabgön Rinpoche:
Aus dem Leben der alten Kadam-Meister. Heft 1: Atisha. Mit einer Einleitung von
Cornelia Weishaar-Günter. Mit 1 Abb., 27 S. Chödzong - Buddhistisches Zentrum,
Langenfeld 1991.
Nach der Vorbemerkung von C. Weishaar-Günter beruht die hier mitgeteilte
Biographie des Atisa auf mündlichen Belehrungen, die aus der "Biografiensammlung
des Lamas der Lamrim Tradition verfaßt von Yons-'dzin Ye-ses rgyal-mtshan" (S. 1)
entwickelt wurden. Im gleichen Zusammenhang heißt es noch: "Jeder Versuch, der
wissenschaftlichen Genauigkeit zuliebe bei der Überarbeitung eine Entflechtung von
Übersetzung und Interpretation vorzunehmen, wäre auf Kosten von Rinpoches Absicht
gegangen — den Zuhörer bzw. Leser nicht unbedingt mit technischen Details zu
überschütten, sondern ihm vor allem einen lebhaften Eindruck davon zu vermitteln, wie
die früheren Lamas mit den Belehrungen, deren Erbe wir heute sind, umgegangen
sind."
[251] Dagyab, Loden Sherap:
Ikonographie und Symbolik des Tibetischen Buddhismus. Hrsg. von Klaus Sagaster.
Teil D: Die Sadhanas der Sammlung sNar-than brgya-rtsa. (Asiatische Forschungen.
99.). 89 S. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1986.
Schematische Auswertung von 33 Sadhanas der Sammlung sNar-than brgya-rtsa nach
einer Version des 18. Jhs. Dabei werden entsprechend dem Plan der "Ikonographie und
Symbolik des Tibetischen Buddhismus" (siehe Loden Sherap Dagyab und Namgyal
Gonpo Ronge, Wiesbaden 1983) die ikonographisch relevanten Daten der im Ritualtext
geschilderten Gottheiten/höheren Wesenheiten in einem nach 23 Punkten gegliederten
Raster erfaßt. Beigegeben sind Auszüge aus dem ausgewerteten tibetischen Text.
Indizes nach Typen, Namen und den speziellen Eigenschaften beschließen das Material.
[252] Dagyab, Loden Sherap:
Buddhismus im Westen. (Schriften der DBU, Bunte Reihe). Zusammengestellt und
herausgegeben von der Deutschen Buddhistischen Union. Deutsche Formulierung der
Texte S. E. Dagyab Kyabgön Rinpoche in Zusammenarbeit mit Regine Leisner. 63 S.
Chödzong, Langenfeld o. J.
Seine Eminenz Loden Sherap Dagyab Rinpoche, der IX. Kyabgön von Dagyab, 1940
im östlichen Tibet geboren, schon bald als Reinkarnation erkannt und mit 6 Jahren in
seinem Hauptkloster Tashi Yangkhyil inthronisiert, studierte ab dem 15. Lebensjahr an
der Klosteruniversität Drepung, 1959 Flucht nach Indien, wo er später das Tibet-House
in Delhi leitete. Seit 1966 arbeitet er als Tibetologe an der Universität Bonn.
[253] Dagyab, Loden Sherap:
Siehe auch Dieter Schuh 1978; Peter Schwieger 1989.
[254] Dagyab, Loden Sherap und Ronge, Namgyal Gonpo:
Ikonographie und Symbolik des Tibetischen Buddhismus. Hrsg. von Klaus Sagaster.
Teil A I und II: Die Sadhanas der Sammlung Ba-ri brgya-rtsa. Zeichnungen von
Gottheiten, Gesten, Sitzhaltungen und Attributen von Namgyal Gonpo Ronge mit
Erläuterungen von Loden Sherap Dagyab. (Asiatische Forschungen. 77., 1 und 2). Mit
71/127 Abb., 2 Bände
[mit durchlaufender Pagina, Band 1 bis S. 154], 318 S. Otto Harrassowitz, Wiesbaden
1983.
Autorenfolge in Teil 2 in umgekehrter Reihenfolge: Zeichnungen von Gottheiten,
Gesten, Sitzhaltungen und Attributen von Namgyal Gonpo Ronge mit Erläuterungen
von Loden Sherap Dagyab. Die auf das 11. Jahrhundert zurückgehende repräsentative
Sadhana-Sammlung Ba-ri brgya-rtsa wird hier nach dem Schema, das Klaus Sagaster
und L. S. Dagyab, "Zum Plan einer Sammlung von Materialien zur tibetischen
Ikonographie", Zentralasiatische Studien 12 (1978), S. 359-411, geben, mit allen
ikonographisch relevanten Daten erfaßt. Es werden 19 der insgesamt 79
Hauptgottheiten sowie alle in den 79 Sadhanas vorkommenden Körperhaltungen,
Gesten und Attribute in Strichzeichnungen wiedergegeben.
[255] Dagyab Kyabgön Rinpoche:
Siehe Dagyab, Loden Sherap.
[256] Dahnke, Karl H:
Tibet — Handbuch und Katalog der Marken und Stempel. 2 Teile. Teil 1 (1978) mit 19
Seiten Abb, Text 65 S.; Teil 2 (1981) ohne Pagina (78 S. Text) und 243 Abb.
(Ringbuch). Forsch.Gemeinsch. China-Philatelie, Bayreuth/Essen 1978/81.
Das Werk gliedert sich in Teil 1: Brit.-ind. Post; Teil 2: Kaiserl. chinesisch. Post; Teil
3: Lokalpost; Teil 4: VR-Post und Teil 5: Allgemeines, wobei insbesondere Hinweise
auf Fälschungen, Literatur- und Quellenangaben zu finden sind. Eine Einleitung
beschreibt die Geschichte der tibetischen Philatelie.
[257] Dai Yannian, Yan Qinghong, und Zuh Yuan:
Tibet: Mythos und Realität. Aus dem Chinesischen übersetzt. (China im Brennpunkt.
Beijing Rundschau-Reihe). 97 s/w Abb. 191 S. Beijing Rundschau, Peking 1988.
Enthält eine größere Zahl statistischer Angaben, vor allem aber die chinesische
Interpretation der völkerrechtlichen Situation Tibets und der chinesisch-tibetischen
Beziehungen. Im Mittelpunkt steht der Versuch eines historischen Nachweises der
Zugehörigkeit Tibets zur Volksrepublik.
[258] Dalai Lama, V:
Siehe Albert Grünwedel, Heidelberg 1919.
[259] Dalai Lama, VI (Tshangs-dbyangs-rgya-mtsho):
Liebeslieder des VI. Dalai Lama. Aus dem Tibetischen übersetzt, mit Anmerkungen
und einem Nachwort versehen von Dieter M. Back. Tibetisch und deutscher Text. 159
S. Wolf Mersch, Freiburg i. Br. 1986.
Der VI. Dalai Lama (1683-1706) gilt als 'unwürdiger' Nachfolger des "Großen
Fünften". Er wird als trinkfreudiger Lüstling dargestellt, doch vom Volk wird er
geliebt. Seine Liebeslieder, sechssilbige Vierzeiler, sind ein bemerkenswertes Zeugnis
der tibetischen Literatur. Sie sind noch heute im tibetischen Volk lebendig. Der VI.
Dalai Lama starb (ermordet?) im Jahr 1706 während einer erzwungenen Reise nach
China. Die 1930 erstmals in englischer Sprache erschienenen Lieder wurden von dem
Tibetologen Dieter M. Back einfühlsam in Deutsche übersetzt (mit Anmerkungen und
einem Nachwort).
[260] Dalai Lama, VII:
Das erfüllende neue Licht von Nutzen und Glück. Ein Sadhana des Tausendarmigen
Avalokitesvara nach der Überlieferung der Nonne Palmo in Verbindung mit der
Enthaltsamkeitsübung; vom Siebten Dalai Lama Lobsang Kaelsang Gjatso. 1. Teil:
Deutscher Text. Unter Leitung von Gesche Thubten Ngawang von Getsül Jampa
Gyatso aus dem Tibetischen übersetzt. Mit 9 Abb., 87 S. Tibetisches Zentrum,
Hamburg 1982.
Der VII. Dalai Lama (1708-1758) ließ dieses Sadhana von seinem Schreiber, dem
Mönch Kälsang Jöntän, aufschreiben. Es basiert auf Schriften Nagarjunas und der
Siddha Palmo; Texte aus Ritualen anderer großer Meister wurden miteingefügt.
[261] Dalai Lama, XIII:
Siehe Roger Hicks und Ngakpa Chögyam, Essen 1985.
[262] Dalai Lama, XIV:
'Die Weisheit des Herzens' siehe Dalai Lama XIV. bei: 'Ausgewählte Texte', München
1987.— 'Geist und Materie' siehe Paul Syska, Gengenbach 1989.
[263] Dalai Lama, XIV:
Mein Leben und mein Volk. Die Tragödie Tibets. Aus dem Englischen übersetzt von
Maria Steininger. Mit einem Vorwort von Prof. Helmut Hoffmann. Mit 46, davon 15
farbigen Abb. auf Tafeln, 1 Karte. 376 S. Droemersche Verl'anstalt Th. Knaur,
Zürich/München 1962.
(My land and my people. Memoirs of His Holiness the Dalai Lama of Tibet. Ed. by
David Howarth. McGraw-Hill Book Corp. New York 1962). Die deutsche
Übersetzung erschien 1962 auch als Lizenzausgabe im Ex Libris Buchclub Zürich.
Ungekürzte Taschenbuchausgabe (TB 3698, Knaur Sachbuch) bei Droemer, München
1962, sowie bei O. W. Barth, München 1976, 1989.— Bedeutende Autobiographie des
14. Dalai Lama, der 1989 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. In klarer
und einfacher Sprache erzählt der 14. Dalai Lama sein Leben, von seiner Geburt als
Bauernsohn am fünften Tag des fünften Monats im Holz-Schwein-Jahr, nach
christlicher Zeitrechnung also 1935, bis zu seiner Flucht und Aufnahme in Indien 1959.
Diese Autobiographie umfaßt daher die ersten 25 Lebensjahre des Dalai Lama.
[264] Dalai Lama, XIV:
Das Auge der Weisheit. Grundzüge der Buddhistischen Lehre für den westlichen Leser.
Aus dem Englischen übersetzt von Ulli Olvedi. 178 S. Scherz (für O. W. Barth),
München 1975.
(The Opening of the Wisdom Eye and The History of the Advancement of
Buddhadharma in Tibet. Bangkok 1968.).— 4. deutsche Auflage 1986. "Ich habe
dieses kleine Buch im Gedanken an die Bedürfnisse der Menschen im Osten und im
Westen geschrieben, die sich um den rechten Weg bemühen und das Wissen um die
Lehre (Dharma) des Buddha erlangen wollen", schreibt Gelong Tenzin Gyathso, der
14. Dalai Lama, 1963 zu diesem Buch. Ein besonders schönes Kapitel lautet "Die
dreifache Übung (Höchste Tugend, Sammlung, Weisheit)." Die Übersetzung erfolgte
aus dem Tibetischen zunächst ins Hindi, dann ins Englische und zuletzt ins Deutsche.
[265] Dalai Lama, XIV:
Das Ablassen von den Vier Begierden. Lehrrede gehalten in Strasbourg, Oktober 1982.
Übersetzt in Zusammenarbeit mit Ven. Geshe Lama Sherab Gyaltsen Amipa. 23 S.
Sakya Tsechen Ling Institut, Strasbourg 1982.
(The Parting from the Four Attachments. His Holiness the XIVth Dalai Lama open
teaching, delivered in Strasbourg October 1982. Strasbourg 1982).
[266] Dalai Lama, XIV:
S. H. der XIV. Dalai Lama '82 in München. Tonbandabschrift Heinz Dalmühle,
Übertragung ins Deutsche von Heinz Dalmühle und Sylvia Wetzel. 1 s/w Foto. 6 S.
Aryatara Institut, Arnstorf 1983.
Zweite Auflage 1985.— Vortrag des Dalai Lama am 30. Oktober 1982 im Auditorium
Maximum der Universität München: Hauptaspekte der buddhistischen Praxis,
Nächstenliebe, Ichlosigkeit, die vier edlen Wahrheiten, Nirvana. Verhältnis von
Buddhismus zum Marxismus, Sicherung des Weltfriedens.
[267] Dalai Lama, XIV:
Yoga des Geistes. Die Vereinbarkeit von abhängigem Entstehen und Leerheit.
(Mündliche Übersetzung von Helmut Gassner, überarbeitet von Christof Spitz). Mit 1
Portrait des Dalai Lama. 58 S. Erdmute Nauwerk, Hamburg (1983).
Überarbeitete und erweiterte Neuausgabe (144 S.), dharma edition, Hamburg 1990.—
In der ursprünglichen Ausgabe von 1983 wurden die Teile I und II der Ausgabe von
1989 publiziert (Reden des Dalai Lama 1982 in Hamburg). Die erweiterte Ausgabe
enthält als Teil III das Kapitel "Religion als Weg zum Frieden", aus dem Englischen
übersetzt von Jürgen Manshardt (Short Essays on Buddhist Thought and Practice,
Tibet House, New Delhi). Obwohl das Buch die ganze Aufmerksamkeit des Lesers und
ein gewisses Maß an Vorkenntnissen fordert, besonders in seinen philosophisch-
analytischen Abschnitten, versteht es der Dalai Lama, durch anschauliche Beispiele aus
dem alltäglichen Leben und mit praktischen Hinweisen die Lehre mit Leben zu erfüllen.
Dabei wird die zu vermittelnde Lehre nie aufdringlich missionierend vorgetragen,
sondern das Gemeinsame und Verbindende in den religiösen Bedürfnissen der
Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen betont (aus einer Rezension von
Volker G. Probst).
[268] Dalai Lama, XIV:
Ein menschlicher Weg zum Weltfrieden. Aus dem Englischen übersetzt von Rüdiger
Majora. 2 Abb., 24 S. Diamant, Arnstorf 1985.
(A Human Approach to World Peace. Wisdom Public., London 1984).— Gedanken
zur problematischen politischen Weltlage und zur Entwicklung einer neuen
Geisteshaltung. In dieser kurzen Schrift macht der Dalai Lama Vorschläge, wie die
heutigen Führer der Menschheit konkrete Schritte auf dieses Ziel hin machen können.
[269] Dalai Lama, XIV:
Seine Heiligkeit, der XIV. Dalai Lama von Tibet. Schweiz 1985. Ohne Pagina. Mit 2
farbigen Fotographien. 12 S. The Office of Tibet/Schweiz, Winterthur 1985.
Kurzbiographie des 14. Dalai Lama.
[270] Dalai Lama, XIV:
Logik der Liebe. Eingeleitet und aus dem Englischen übersetzt von Michael von Brück.
Herausgegeben von Jeffrey Hopkins. 288 S. Dianus Trikont, München 1986.
(Kindness, Clarity, and Insight. Translated by J. Hopkins. Snow Lion Publ., Ithaca,
N.Y. 1984).— Unveränderte Neuauflage, mit Untertitel: Aus den Lehren des
Tibetischen Buddhismus für den Westen. Goldmann, München 1989 (ohne Hinweis auf
die Ausgabe von 1986). Es ist dies eine Sammlung von Vorträgen, die der Dalai Lama
1979 und 1981 in den USA über die lichthafte Natur des Geistes, die sechs
Vollkommenheiten, über Meditation und Buddhismus auf dem Weg von Ost nach West
gehalten hat. Auch mit Ausführungen zum Selbst und zum Nicht-Selbst.— Die von S.
H. dem Dalai Lama aufgewiesene geistige Einstellung soll die Grundlage für ein
friedliches und harmonisches Zusammenleben in allen Bereichen bilden. Ein Rückzug
aus der Verantwortung gegenüber den Mitmenschen im privaten und gegenüber der
Gesellschaft im öffentlichen Bereich widerspräche dieser Auffassung einer alle
Lebensbereiche umfassenden "Hinwendung". Der Übersetzer M. von Brück bemühte
sich dabei, mit Hilfe zweier tibetischer Gelehrter besonders treffende deutsche
Entsprechungen für Begriffe wie Mitgefühl, Geist, Bewußtsein usf. zu finden (z. T. aus
einer Rezension von Renate Noack).
[271] Dalai Lama, XIV:
Dalai Lama. Ausgewählte Texte. Herausgegeben von Hans Christian Meiser. Aus dem
Englischen übersetzt von Michael von Brück. (TB 11029). 256 S. Wilhelm Goldmann,
München 1987.
(Universal Responsibility and the Good Heart. Library of Tibetan Works & Archives,
Dharamsala 1980).— 2. Auflage der deutschen Ausgabe 1988. Auch unter geändertem
Titel (ohne Hinweis auf Titeländerung): 'Die Weisheit des Herzens', Goldmann TB
12312, München 1990. Die Texte stammen aus den Jahren 1963 bis 1984; es sind
Reden und Interviews, die der Dalai Lama auf seinen Reisen rund um die Welt gegeben
hat. Das schön zu lesende Buch behandelt Probleme der modernen Gesellschaft und
Fragen der buddhistischen Praxis, z. B. ob 'tibetische Gottheitenmeditation' überhaupt
für Westler geeignet sein kann (nach Jill Sellers).
[272] Dalai Lama, XIV:
Das Auge einer neuen Achtsamkeit. Traditionen und Wege des tibetischen
Buddhismus. Eine Einführung aus östlicher Sicht. Aus dem Englischen übersetzt.
(Grenzwissenschaften Esoterik 11803). 160 S. Wilhelm Goldmann (Taschenbuch),
München 1987.
(Opening the Eye of New Awareness. Wisdom Publ., London 1985).— Das
vorliegende Werk ist die zweite Fassung des Originals, welches 1975 unter dem Titel
"Das Auge der Weisheit" im O. W. Barth Verlag erschienen ist. Die hier vorgelegte
Übersetzung entspricht mehr dem Original. Zwei Vorträge Seiner Heiligkeit, des XIV.
Dalai Lama, die er 1979 und 1981 in Amerika gehalten hat, wurden zusätzlich
mitaufgenommen. Den tibetischen Text verfaßte der Dalai Lama 1963, um einen
gründlichen, schnellen und systematischen Überblick über die Lehren und den
Schulungsweg des tibetischen Buddhismus zu geben (zum Teil nach einer Rezension
von Jill Sellars).
[273] Dalai Lama, XIV:
Die Gespräche in Bodhgaya mit Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama. Herausgegeben von
José Ignacio Cabezón. Deutsche Übersetzung von Dr. Daniel Liebisch. 135 S.
Aquamarin, Grafing 1989.
(The Bodhgaya Interviews. Edited by José Ignacio Cabezón. Snow Lion Publ., Ithaca,
N.Y., 1988).— Der Friedensnobelpreis 1989 hat es noch einmal deutlich gemacht: Der
14. Dalai Lama ist eine der großen spirituellen Persönlichkeiten der Menschheitsfamilie.
An dem Ort, an dem der Buddha zur Erleuchtung fand, antwortet der Dalai Lama auf
Fragen über den geistigen Weg, die Meditationspraxis, das Verhältnis zwischen
Buddhismus und Christentum, den Weltfrieden, das Selbst und die Unsterblichkeit. Das
erste Gespräch fand 1981 statt, es folgten regelmäßige jährliche Gespräche in den
Jahren 1982, 1983, 1984 und 1985. Gerade das Gespräch von 1985 nimmt zu
wichtigen und besonders interessanten Themen Stellung wie 'Die Bedeutung der
Kalacakra-Initiation. Menschen aus dem Westen zu Besuch in Tibet. Die Leerheit in
der Sicht der verschiedenen philosophischen Richtungen des tibetischen Buddhismus'.
[274] Dalai Lama, XIV:
Das Buch der Freiheit. Die Autobiographie des Friedensnobelpreisträgers. Aus dem
Englischen übersetzt von Günther Cologna. Mit 31 s/w Abb., 1 Karte im Text, Karten
im Vor- und Nachsatz. 336 S. Gustav Lübbe, Bergisch Gladbach 1990.
(Freedom in Exile. The Autobiography of His Holiness The Dalai Lama of Tibet.
Hodder & Stoughton, London 1990).— Als Zweijähriger wurde der Dalai Lama 1937
"entdeckt". Er schildert nicht nur seinen äußeren und inneren Lebensweg, die Flucht
nach Indien und seinen beharrlichen Kampf um die Wiedererlangung der
Unabhängigkeit Tibets. Dies ist aber nur ein Aspekt des Buches. Neben seinem
Friedensplan und konstruktiven Vorschlägen für die Zukunft nimmt der Dalai Lama zu
vielen Fragen, die uns heute bewegen, persönlich Stellung. Es ist ein aufrichtiger,
authentischer und umfassender Bericht über das Schicksal des tibetischen Volkes aus
der Sicht eines Betroffenen. Im ersten Teil geht der Dalai-Lama noch einmal auf seine
Jugend ein bis zur Flucht ins indische Exil 1959, auch mit neuen Informationen, die in
seiner ersten Autobiographie "Mein Leben und mein Volk" nicht erwähnt wurden. Im
2. Teil berichtet der Dalai Lama über sein Exil, über seine Eindrücke von den vielen
Reisen in den Westen und er entwickelt seine Gedanken bis hin zum Friedensplan für
Tibet ("5 Punkte-Plan"). Wie Olaf Lisman (im Tibetforum) schreibt, ist das Buch ein
Bekenntnis eines Großen unserer Zeit, dessen Lebensgeschichte den Worten Liebe,
Mitgefühl und Friede Lebendigkeit verleiht.
[275] Dalai Lama, XIV:
Siehe auch (chronologisch geordnet) John F. Avedon 1982; Antoine Borromée u.
Dagpo Rimpoche 1984; Roger Hicks u. Ngakpa Chögyam 1985; Michael von Brück
1988; Claude B. Levenson, Zürich 1990; Christopher Gibb, Würzburg 1990.
[276] Dalai Lama, XIV, Gesche Rapten, Shantideva, und Gesche Ngauang Dargiä:
Wege zur universellen Verantwortung. Aus Tushita 2. Nach mündlichen
Überlieferungen der Tibetanischen Tradition. Übersetzung von Michael Hellbach. Mit
37 s/w Abb. 96 S. Zero, Rheinberg 1981.
In diesem Buch wird eine Auswahl von Texten aus der buddhistischen Tradition und
"buddhistischen Ökologie" vorgestellt. Die Präsentation bietet eine Verbindung
zwischen westlichen und östlichen Formen, in der manche interessanten Ansätze liegen.
Mit Beiträgen von S.H. dem 14. Dalai Lama, Geshe Rabten und Geshe Ngauang
Dargiä.
[277] Dalai Lamas (allgemeine Geschichte):
Siehe Günther Schulemann 1911; 1937; Erwin E. Koch 1960;.
[278] Dambmann, Gerhard, Lange, Helmut, und Rohde, Manfred:
Mit Edmund Hillary durch den Himalaya. Mit über 80 farbigen Abb. auf 48 Tafeln und
einigen s/w Abb., 224 S. Herder, Freiburg/Basel/Wien 1987.
Parallel zu einer Fernsehserie des ZDF entstand dieser informative Band über die
Menschen, Kulturen, aber auch über Geschichte und Entdeckungsgeschichte der
Himalayatäler von Ladakh im Westen bis nach Bhutan im Südosten. Etwa ein Drittel ist
der bergsteigerischen und der touristischen Erschließung des Himalaya gewidmet.
[279] Dargyay, Eva K:
Siehe auch (Mädchenname) Neumaier, Eva.
[280] Dargyay, Eva K und Dargyay, Gesche Lobsang:
Das tibetische Buch der Toten. Die erste Originalübertragung aus dem Tibetischen.
Herausgegeben von Eva K. Dargyay in Zusammenarbeit mit Gesche Lobsang Dargyay.
Eingeleitet von Lama Anagarika Govinda. 216 S. O. W. Barth, München 1977.
(Übersetzt nach: Bar-do-thos-grol bzhugs-so, Varanasi 1969, sowie tibetischer
Blockdruck o. J.).— Fünfte Auflage 1988. Das 'Tibetische Buch der Toten' ist eine der
großartigsten Antworten des menschlichen Geistes auf die jeden Lebenden
beunruhigende Frage nach dem Sinn des Sterbens und dem Wesen des Todes. Wie das
gleichfalls berühmte 'Ägyptische Totenbuch' ist es nicht nur ein Führer für die Toten,
sondern auch eine Anleitung für die Lebenden, wie der Tod überwunden und der
Vorgang des Sterbens in einen Akt der Befreiung verwandelt werden kann. In diesen
Texten aus dem 13./14. Jahrhundert n. Ch. sind tiefenpsychologische Erkenntnisse
vorweggenommen, die unsere Wissenschaft erst in diesem Jahrhundert entdeckt hat.
Für weitere Einzelheiten zum Inhalt des tibetischen Totenbuches siehe Walter Y.
Evans-Wentz, 1935; wissenschaftliche Bearbeitung siehe Dieter Michael Back, 1979,
1987.
[281] Dargyay, Eva K und Gruber, Ulrich F:
Ladakh. Innenansicht eines Landes. 42 farb. Abb., Karten im Vor- und Nachsatz. 300
S. Eugen Diederichs, Düsseldorf/Köln 1980.
Beide Autoren sind erfahrene Kenner der Himalayaländer. Sie wechseln sich
kapitelweise ab, schildern ihre Erlebnisse mit den Ladakhis, zu denen sie ein herzliches
Verhältnis gewinnen konnten, beschreiben die Landschaft und geben einen vielseitigen
Bericht über Kultur und Natur, der in seiner Informationsfülle einzigartig ist. Auf
eigene Forschungsarbeiten wie auf vielfältiges Quellenstudium gestützt bietet das Buch
kompetente Sachinformation — und zudem persönliches Erleben.
[282] Dargyay, Lobsang:
Guhyadattas Saptakumarika-Avadana. Eine poetische Fassung der Legende von den
sieben Töchtern des Königs Krkin, auf Grund der tibetischen Übersetzung
herausgegeben, übersetzt und bearbeitet. (Dissertation Philosoph. Fakultät, Universität
München). 263 S. Universität, München 1974.
[283] Dargyay, Lobsang:
Atisa's "Juwelenkranz des Bodhisattva". Im tibetischen Originaltext herausgegeben, ins
Deutsche übersetzt und mit Anmerkungen versehen. (Opuscula Tibetana. 9.). 37 S.
Tibet-Institut, Rikon/Zürich 1978.
Zweite Auflage 1987.— Der vorliegende Text wurde verfaßt von Atisa (982-1054),
den G. Tucci in völliger Übereinstimmung mit der einheimischen Überlieferung als
"Leuchte der Lehre" bezeichnet. Alle späteren ethischen Texte des tibetischen
Buddhismus basieren auf diesem 'Juwelenkranz des Bodhisattva', der seinerseits auf der
indischen Mahayana-Lehre fußt. Ihm kommt daher innerhalb der gesamten ethischen
Literatur des tibetischen Buddhismus ein besonderer Platz zu (aus der Einleitung).
[284] Dargyay, Lobsang:
Die Legende von den Sieben Prinzessinnen (Saptakumarika-Avadana). In der
poetischen Fassung von Guhyadatta/Gopadatta aufgrund der tibetischen Übersetzung
herausgegeben, übersetzt und bearbeitet. (Wiener Studien zur Tibetologie und
Buddhismuskunde. 2.). 162 S. Arbtskr. f. Tib. u. Buddh.kunde, Wien 1978.
Avadanas beschreiben Großtaten, in buddhistichen Texten glorreiche, gute Taten
einschließlich von Prophezeiungen. Schwer davon abzutrennen sind Jatakas, die von
den Vorgeburten des Buddha berichten. Der hier übersetzte Text gehört zu jener
Gruppe von Avadanas, die die wichtigsten Stationen des religiösen Werdegangs
späterer Arhats erzählen.
[285] Dargyay, Lobsang und Chhöphel, Tenzin:
Yon-tan gZir-Gyur-ma. (Fundament der Guten Qualitäten). Ein Tsongkhapa-Text.
(Opuscula Tibetana. 2.). 13 S. Tibet-Institut, Rikon/Zürich 1971.
Dritte unveränderte Aufl. 1975.— Es werden der tibetische Originaltext, der Text in
Transkription und Übersetzung sowie Anmerkungen gegeben. Dieser Text
Tsongkhapas (1357-1419) ist ein tägliches Gebet der tibetischen Mönche, wird aber
auch viel von Laien rezitiert. Es enthält eine kurze Zusammenfassung aller Stufen des
geistigen Lebens. Siehe auch Tsongkhapa, Hamburg 1981.
[286] Das, Sarat Chandra (1849-1917):
Siehe H. Repsold, Braunschweig 1894.
[287] Das, Vijay M:
Die Rolle Tibets in den chinesisch-indischen und chinesisch-amerikanischen
Beziehungen: 1949-1954. (tuduv-Studien: Reihe Politikwissenschaften. 10.). 623 S.
tuduv-Verlagsgesellschaft, München 1986.
Buchpublikation einer Promotionsarbeit, die anhand von Quellen in 15 Kapiteln die
chinesisch-indischen Beziehungen (beginnend mit Richardsons Rolle in Tibet, u. a. aber
auch innenpolitische Diskussion in Indien über die Zukunft Tibets, bis hin zum
Abkommen zwischen China und Tibet 1951) aufarbeitet, sodann in weiteren 8 Kapiteln
die amerikanisch-chinesischen Beziehungen (u. a. die amerikanisch-tibetischen
Beziehungen 1949 und 'Militärische Hilfe an Tibet: Verwicklung der USA') darstellt.
Im Anhang Originaltexte und Abkommen.
[288] Dauthendey, Max (1867-1918):
Himalajafinsternis oder Das geheimnissvolle Amulett. In: Das Rauschen der grossen
Muschel. Asiatische Novellen. (Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens. 867., pp.
7-28). 21 S. Albert Langen/Georg Müller, München 1930.
Der 1867 in Würzburg geborene Schriftsteller unternahm 1906 eine Weltreise, die ihn
auch nach Sikkim führte. Ungemein einfühlsame Novelle, heute so lesenswert wie vor
bald hundert Jahren. Der Autor starb auf Jawa 1918 'an Heimweh'.
[289] David-Néel, Alexandra:
Arjopa. Die erste Pilgerfahrt einer weißen Frau nach der verbotenen Stadt des Dalai
Lama. Aus dem Englischen "My journey to Lhasa" übersetzt von Ada Ditzen. 45 Abb.
auf 35 Tafeln. 1 Karte. 322 S. F. A. Brockhaus, Leipzig 1928.
(A pied et en mendiant de la Chine à l'Inde et à travers le Tibet. Voyage d'une
Parisienne à Lhassa. Plon, Paris 1927).— 2. Auflage 1930. Es gibt eine deutsche
Neuausgabe der alten Übersetzung, erweitert um eine Einführung von Thomas
Wartmann, unter dem Titel: "Mein Weg durch Himmel und Höllen. Das Abenteuer
meines Lebens", Scherz-Verlag Bern/München/Wien 1986; 3. Auflage 1987.— Das
Buch schildert einen der Höhepunkte in Alexandra David-Néels Leben, ihren gut
dreimonatigen Aufenthalt in Lhasa in den ersten Monaten des Jahres 1924. Sie selbst
stellt dem Buch voran: "Dieser Bericht meiner 5. Reise in Tibet ist in liebevoller
Dankbarkeit allen denen gewidmet, die mir bewußt oder unbewußt auf meinen langen
Wanderungen behilflich gewesen sind". Als tibetische Bettlerin verkleidet, in Begleitung
ihres Adoptivsohns Yongden, eines tibetischen Lamas, hat sie sich 55jährig heimlich
und unter unsäglichen Mühen Lhasa "erobert". Aus einer Zeitungskritik kurz nach
Erscheinen des Buches: "Acht Monate durchwanderte die Verfasserin als Arjopa, d.h.
als Bettelpilgerin, weite von Europäern nie betretene Gebiete Tibets, drei Monate
weilte sie als erste weiße Frau in der verbotenen Stadt des Dalai Lama. Weil Alexandra
David-Néel als Bettelpilgerin reiste, gewann sie tiefe Einblicke in das Volksleben. Es
liest sich wie ein spannender Roman, was hier über die Wohnungsnot in den Dörfern
um Lhasa, die Räuberbanden, die auch arme Pilger ausplündern, erzählt wird, über die
lärmenden Neujahrsfestlichkeiten in Lhasa, das Leben in den vielen Klöstern, die
zahlreichen Sekten und Orden und ihre okkulten Phänomene" (Rheinische
Lehrerzeitung, Iserlohn).
[290] David-Néel, Alexandra:
Heilige und Hexer. Glaube und Aberglaube im Lande des Lamaismus. Nach eigenen
Erlebnissen in Tibet dargestellt. Aus dem Französischen übersetzt von Ada Ditzen. 22
Fotos auf Tafeln, 1 Karte. 296 S. F. A. Brockhaus, Leipzig 1931.
(Mystiques et magiciens du Tibet. Plon, Paris 1929).— Eine neue Ausgabe der
deutschen Übersetzung, ohne Abb., 263 S., erschien 1981 (2. Aufl. 1984) bei
Brockhaus, Wiesbaden. Gekürzte Ausgabe unter dem Titel "Im Land der Dämonen",
Arena-Verlag, Würzburg 1977. Aus einer Besprechung dieses Buches aus den 30er
Jahren (Hamburger Nachrichten): "Eine Zeitgenossin Sven Hedins und Wilhelm
Filchners veröffentlicht aus ihrer über vierzehn Jahre währenden Forschungsreise in
Tibet Erfahrungen und Erkenntnisse: 300 Seiten asiatisches Hexenlatein, gegen das
unsere abendländische Mystik wie Kinderglaube anmutet.".— Dazu ist anzumerken,
daß Alexandra David-Néel wohl insgesamt höchstens 1 Jahr im eigentlichen Tibet
verbracht hat, die übrige Zeit in Sikkim, Nepal, China und Japan lebte. In diesem Werk
bringt die Autorin aber eine wichtige Beschreibung und auch Bildmaterial der etwa im
Jahr 770 gegründeten Klosterstadt bSam-yas (80 km südöstlich von Lhasa).— J.
Schubert (Orientalistische Literaturzeitung 1932) schreibt dazu: "erhebt das Buch
keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit, sondern will nur einmal die Umstände
schildern, welche David-Néel in Verbindung mit den Lamaismus brachten und
andererseits eine Anzahl hervorspringender Punkte zeigen, die sich auf die okkulten
und mystischen Theorien und Verfahren bei der geistigen Schulung der Tibeter
beziehen. Wesentlich Neues bringt Frau David-Néel mit den Berichten in Bezug auf die
"Geheimlehre" sowie auf das Leben und Treiben der im ganzen Lande verbreiteten
Einsiedler. Neben den höheren und im Rufe einer Inkarnation stehenden Lamas und
ihren Schülern zieht zudem die ganze Reihe der Wundertäter, Zauberer, Magier und
Geisterbeschwörer mit ihren Praktiken vorüber. Weiter erhält man Belehrung über
Vorgänge, ähnlich unserer Gedankenübertragung und alle möglichen anderen
Erscheinungen seltsamster Art. Wenn auch sachlich die berichteten Episoden freilich oft
unglaublich und äußerst rätselhaft anmuten, so bietet das Buch doch für den
allgemeinen Leser eine Menge eigenartiger, höchst interessanter geistiger Vorgänge aus
dem Lande des Schnees, für den Psychologen neues und wertvolles Vergleichsmaterial
auf dem Gebiet der Parapsychologie und für den Tibetologen zum Verständnis der
mystischen Literatur und der Zaubertexte - Realien!
[291] David-Néel, Alexandra:
Mönche und Strauchritter. Eine Tibetfahrt auf Schleichwegen. Aus dem Französischen
übersetzt von Dr. Karl Pfannkuch. 29 Abb., 1 Karte, 290 S. F. A. Brockhaus, Leipzig
1933.
(Au pays des brigands gentilshommes. Grand Tibet. Plon, Paris 1933).—
Reiseerlebnisse in Ost- und Nordosttibet, mit Berichten aus Kumbum, Lanzhou,
Labrang, Choni, Kangze und vom Kokonor-Gebiet. Es ist dies Frau David-Néels erster
Versuch, nach Lhasa zu gelangen, doch über das von Lhasa weit entfernte Nordost-
Tibet kommt sie nicht hinaus. Aus dem ehemaligen Verlagstext: "In glücklicher
Mischung von abenteuerlicher Reisebeschreibung, Sittenschilderung und erstaunlichen
mystisch-religiösen Erlebnissen. wie sie Geister austreibt, Aspirin-Tabletten in
Zaubermedizin verwandelt, einen ängstlichen Abt beruhigt, sich als 'Hundertjährige'
bestaunen läßt. muß man in dem Buch selbst lesen, das mit gütigem, gelegentlich auch
scharfem Humor gewürzt ist."
[292] David-Néel, Alexandra:
Meister und Schüler. Die Geheimnisse der lamaistischen Weihen. Auf Grund eigener
Erfahrungen dargestellt. Aus dem Französischen übersetzt von Ada Ditzen. 36 Abb.,
191 S. F. A. Brockhaus, Leipzig 1934.
(Initiations Lamaïques. Des théories, des pratiques, des hommes. Adyar, Paris 1930. 3.
Auflage, um 2 Kapitel erweitert, Paris 1957). Unter geändertem Titel: "Der Weg zur
Erleuchtung", Stuttgart 1960 (siehe dort), als neue Übersetzung der erweiterten
französischen 3. Auflage von 1957.— Frau David-Néel selbst wünschte, daß "Meister
und Schüler" in Ergänzung zu "Heilige und Hexer" gelesen werden, denn es ergänzt
das genannte Buch durch ausführliche Details bei Beschreibung der lamaistischen
Einweihungsriten und der Lehren, die den Schülern von ihren geistigen Führern
beigebracht werden. Wie J. Schubert (Orientalistische Literaturzeitung 1933) bemerkt,
bringt die Autorin sowohl aus der zugänglichen und bekannten Tantra-Literatur als
auch aus nur handschriftlich überlieferten Werken Übersetzungen, wobei genauere
Titel- oder Stellenangaben erwünscht wären, das heißt leider fehlen.
[293] David-Néel, Alexandra:
Vom Leiden zur Erlösung. Sinn und Lehre des Buddhismus. Aus dem Französischen
übersetzt von Ada Ditzen. 196 S. F. A. Brockhaus, Leipzig 1937.
(Le Bouddhisme du Bouddha. Ses doctrines, ses méthodes. Plon, Paris 1936).— Ein
Überblick über die buddhistische Philosophie, ohne näheres Eingehen auf den
Lamaismus.
[294] David-Néel, Alexandra:
Liebeszauber und schwarze Magie. Aus dem Französischen übersetzt von Fritz Werle.
267 S. O. W. Barth, München-Planegg 1952.
(Magie d'amour et magie noire. Scènes du Tibet inconnu. Plon, Paris 1938).— Als
unveränderte Neuauflage, mit zusätzlichem Untertitel: "Abenteuer in Tibet", bei
Sphinx-Verlag, Basel 1983, 1988.— David-Néel schildert in Romanform eine ihr
berichtete (fiktive?) Biographie eines Tibeters, mit Wiedergabe von zum Teil makaber
anmutenden Ritualen. Mehr Roman als Wahrheit, kaum als religiös- ethnologisch
verwertbares Material zu interpretieren.
[295] David-Néel, Alexandra:
Im Schatten des Himalaja. Zauber und Wunder in Nepal. Übersetzung aus dem
Französischen von Lothar Tobias. Mit 19 s/w Abb. auf Tafeln und 1 Karte. 185 S. F.
A. Brockhaus, Wiesbaden 1953.
(Au Coeur des Himalayas. Le Népal. Dessart, Paris/Brüssel 1949).— Beschreibt das
vom Tourismus noch unberührte Kathmandu-Tal, leider ohne jeden Hinweis auf das
Datum dieser Reise, die bereits im Jahr 1912 stattgefunden hatte. Auch die
beigegebenen Fotos (lediglich 3 von David-Néel) sind irreführend, da die Bilder erst
viel später, das heißt kurz vor Erscheinens dieses Buches Ende der 40er Jahre
entstanden. Alexandra David-Néel gibt mit erstaunlich trockenen und wenig
begeisterungsfähigen Worten ihre Eindrücke von den Punkten im Kathmandu-Tal
wieder, die auch heute noch von allen Touristen aufgesucht werden, nämlich
Swaymbhunath, Bodnath, Badgaon, Patan und Pashupatinath.
[296] David-Néel, Alexandra:
Altes Tibet — Neues China. Aus dem Französischen übersetzt von Fritz Montfort. Mit
27 s/w Abb. auf 24 Tafeln und 1 Karte. 205 S. F. A. Brockhaus, Wiesbaden 1955.
(Le Vieux Tibet face à la Chine nouvelle. Plon, Paris 1953).— Eine seltsame Mischung
von Geschichtskunde und persönlichen Allerweltserlebnissen der Autorin in Tibet und
tibetisch beeinflußten Nachbarregionen. Ihre Angabe (S. 55), daß das Kloster Kanze in
Khams in Flammen aufgegangen und seine Mönche darin umgekommen seien — wie so
oft bei David-Néel ohne Zeitangabe — stimmt jedenfalls nicht, da Heim ('Minya
Gongkar') im Jahr 1933 und auch Sis und Vanis ('Weg nach Lhasa', 1954) das Kloster
intakt und voller Leben antrafen und fotografierten.
[297] David-Néel, Alexandra:
Unbekannte tibetische Texte. Aus dem Französischen übersetzt von Ursula von
Mangoldt. (Weisheitsbücher der Menschheit. Hrsg. von Jean Gebser). 173 S. O. W.
Barth, München 1955.
(Textes Tibétains inédits. La Colombe, Paris 1952).— Eine deutsche Neuausgabe
erschien unter geändertem Titel: "Ralopa. Der Meister geheimer Riten und andere
unbekannte tibetische Texte." Bern 1980.— Wie so oft bei Alexandra David-Néel
fehlen verwertbare Quellenangaben. J. A. Dürr beginnt daher seine Rezension
(Orientalistische Literaturzeitung 1959) auch mit den Worten: ". immer wieder fragen,
warum nur Reisebeschreibungen, anekdotische Berichte und populär gehaltene
Abhandlungen über die buddhistische Lehre und lamaistische Praktiken aus einer
solchen autoritativen Feder fließen. Hier nun scheint ein verheißungsvoller Anfang
gemacht. Das Dargebotene ist vielgestaltig und dabei immer lehrreich. Ein Anhang
fachtechnischer Anmerkungen macht das Buch buddhistisch ungeschulten Lesern
zugänglich; für den Fachwissenschaftler ist es allerdings nicht geschrieben. Davon
abgesehen, daß neben der Übersetzung auch die tibetischen Originaltexte hätten mit
abgedruckt werden müssen (was aus mannigfachen Gründen wohl nicht möglich war),
so hätte es doch zumindest möglich sein müssen, die vollständigen Titel und Untertitel
in Tibetisch, so wie das Wichtigste der Kolophone in Bezug auf Autor und
Entstehungszeit anzugeben. In abendländischen Bibliotheken sind Tausende von
Handschriften oder Blockdrucken vorhanden, von denen wir Kataloge besitzen. Wie
leicht wäre es demnach gewesen, bei vorliegenden Werken Titel usw. zu vergleichen
und dieses oder jenes Stück ganz oder abschnittsweise fotokopieren zu lassen. Die
deutsche Übersetzung des französischen Originals enthält zudem bei tibetischen
Eigennamen oder technischen Ausdrücken ungezählte Fehler".— Aber dennoch: Das
ganze religiöse Schrifttum des "Schneelandes" zieht an uns vorbei, von den
Heiligenlegenden angefangen, über die erbauende Erzählung, das geistliche Lied, die
fromme Spruchdichtung bis zu den Totengebeten am Rande des Grabes und in der
Zeitspanne zwischen Tod und Wiedergeburt. Alle Texte sind wertvoll: die
biographisch-legendären erhellen, durch geschickte Kürzungen in knappster Form
manche große Persönlichkeit der lamaistischen Kirchengeschichte und alle übrigen
bieten, bald streng didaktisch, bald in üppigen Symbolen und Gleichnissen, ein dichtes
Bild der grundlegenden Lehren des Lamaismus.
[298] David-Néel, Alexandra:
Der Weg zur Erleuchtung. Geheimlehren, Zeremonien und Riten in Tibet. Aus dem
Französischen übersetzt von Erwin Reinisch. Mit 11 Abb. auf Kunstdrucktafeln. 224 S.
Hans E. Günther, Stuttgart 1960.
(Initiations Lamaïques. Nouvelle édition augmentée. Adyar, Paris 1957).— Es handelt
sich um eine neue Übersetzung von "Meister und Schüler", ausgehend von der um zwei
Kapitel erweiterten dritten französischen Ausgabe von 1957. Frau David-Néel schreibt
zu diesem Werk: "Der Zweck des vorliegenden Buches besteht darin, diejenigen, die
sich für das geistige Leben des Orients interessieren, über die Art der esoterischen
Riten Tibets, sowie über die Bedeutung der Lehren, die während oder nach diesen
rituellen Zeremonien den Eingeweihten von den Lamas mitgeteilt werden, in klarer
Weise zu unterrichten." Das letzte Kapitel lautet dabei: 'Die tibetanische Intelligentsia'.
Insgesamt eines der klarsten und wertvollsten Bücher der Autorin. E. Richter
(Orientalistische Literaturzeitung 1963) schreibt dazu: "Die eingehende Darstellung der
verschiedenen Arten der 'Initiationen' (dban bskur) bildet den Kern des Werkes. Die
Verfasserin betont die relative Unzulänglichkeit des Begriffes 'Initiation', insofern als
'das eigentliche angkur (i. e. dban bskur) nicht dazu bestimmt ist, irgendwelche
Kenntnisse zu vermitteln, sondern die Fähigkeit zu erteilen, einen physischen oder
geistigen Akt auszuführen', der auf dem gefährlichen, aber kurzen magisch-mystischen
'direkten' Weg zur Erkenntnis der höchsten Wahrheit führen kann. Grundsätzliche
Ausführungen über die tibetische Religion und Mystik und wertvolle Hinweise auf
mögliche Ausgangspunkte oder auf Parallelen, insbesondere aus dem indischen Bereich,
untermauern und ergänzen ihre Darlegungen".
[299] David-Néel, Alexandra:
Unsterblichkeit und Wiedergeburt. Lehren und Bräuche in China, Tibet und Indien. Aus
dem Französischen übersetzt von Dr. Fritz Montfort. 125 S. F. A. Brockhaus,
Wiesbaden 1962.
(Immortalité et réincarnation. Doctrines et pratiques. Chine — Tibet — Inde. Plon,
Paris 1961).— Wie in fast allen ihren Werken ist es schwierig, gesicherte Fakten
tibetischer Überlieferung, das heißt die von A. David-Néel studierten und verwerteten
Quellen, von eher allgemeinen, sicher oft zutreffenden, doch gelegentlich
pseudowissenschaftlich anmutenden Aussagen abzugrenzen.
[300] David-Néel, Alexandra:
Leben in Tibet. Kulinarische und andere Traditionen aus dem Lande des ewigen
Schnees. Aus dem Französischen übersetzt von Thomas Meyer. Mit 28 s/w Abb. und
einigen Zeichnungen. 96 S. Sphinx, Basel 1976.
(Vivre au Tibet: cuisine, traditions et images. Nouvelle Société Morel, Mane 1975).—
Dtsch. Neuauflage Sphinx Pocket 24, 1989. Das einzige tibetische Kochbuch. Darüber
hinaus auch zusammenfassende Darstellung der Eßkultur der Tibeter. Wer wußte
schon, daß die Larven der Hornissen "die wie winzige weißliche Blutwürste aussehen"
in Butter gebacken sehr beliebt gewesen sein sollen?
[301] David-Néel, Alexandra:
Im Land der Dämonen. (Wissenschaft und Abenteuer). 71 S. Arena, Würzburg 1977.
Gekürzte Ausgabe von "Heilige und Hexer", Leipzig 1931.
[302] David-Néel, Alexandra:
Wanderer mit dem Wind. Reisetagebücher in Briefen 1904-1917. Aus dem
Französischen übersetzt von Christoph Rodiek. Mit 24 Abb.auf Kunstdrucktafeln, 272
S. F. A. Brockhaus, Wiesbaden 1979.
(Journal de voyage. Lettres à son mari. 11 août 1904-27 décembre 1917. Plon, Paris
1975).— Briefe aus Indien und Sikkim von einer ungewöhnlichen Frau an ihren
Ehemann in Europa. Ein in vielfacher Hinsicht bedeutendes Zeugnis unseres
Jahrhunderts. Der 2. Band (Briefe 1918-1940) liegt bislang (1990) leider nicht in
deutscher Übersetzung vor.
[303] David-Néel, Alexandra:
Ralopa. Der Meister geheimer Riten und andere unbekannte tibetische Texte. Aus dem
Französischen übersetzt von Ursula von Mangoldt. 173 S. János Morzsinay,
Bern/Bremgarten 1980.
Erschien auch als Knaur Sachbuch, TB 3935, München (1991). Es handelt sich um
einen Nachdruck unter geändertem Titel von "Unbekannte tibetische Texte".
Kommentar siehe bei 'Unbekannte tibetische Texte', München 1955.
[304] David-Néel, Alexandra:
Mein Weg durch Himmel und Höllen. Das Abenteuer meines Lebens. Mit einer
Einführung von Thomas Wartmann. Aus dem Französischen übersetzt von Ada Ditzen.
Mit 6 s/w Abb. (Fotos) und 2 Karten im Text. 318 S. Scherz, Bern/München/Wien
1986.
Dritte Auflage 1987. Sonderausgabe München 1988. Ebenso Taschenbuch (Knaur
Sachbuch 3934), München 1989.— Es handelt sich um eine Neuauflage von "Arjopa",
ohne Hinweis auf die identische Übersetzung/Ausgabe von 1928 (dieser Hinweis findet
sich erst in der Taschenbuchausgabe). Kommentar zu diesem Buch siehe
Originalausgabe, d. i. 'Arjopa', Leipzig 1928.
[305] David-Néel, Alexandra:
Der Lama der fünf Weisheiten. Sphinx, Basel 1990.
Siehe (Lama) Yongden, Leipzig 1935.
[306] David-Néel, Alexandra (1868-1969):
Biographie siehe Jean Chalon 1987. (Die Biographie von Jaques Brosse, Retz, Paris
1978, ist nicht ins Deutsche übersetzt, jedoch wichtig wegen der vollständigen
Bibliographie ihrer in französischer Sprache erschienenen Werke). 'Autobiographie'
siehe David-Néel 'Wanderer mit dem Wind', Wiesbaden 1979.
[307] Davidson, Lionel:
Die Rose von Tibet. Aus dem Englischen übersetzt von Uschi Gnade. 380 S. Blanvalet,
München 1987.
(The rose of Tibet. Victor Gollancz, London 1962, sowie Harper & Row, New York
1962).— Auch Goldmann TB, München 1989.— Graham Greene schrieb zu diesem
Buch: "Mir war gar nicht bewußt, wie sehr ich einen wirklichen Abenteuerroman
vermißt hatte, bis ich 'Die Rose von Tibet' las".- Das Buch spielt Anfang der 50er
Jahre: Charles Houston verläßt England, um nach seinem Stiefbruder zu suchen, der
mit einem Filmteam im Hochland von Tibet verschollen ist. Über strapaziöse
Schleichwege gelangt der Held in das hermetisch abgeriegelte Tibet, wo er neben
gefährlichen und erotischen auch durchaus spirituelle Abenteuer durchstehen muß. Für
jeden Tibetfreund trotz des fiktiven Geschehens eine Bereicherung. Dieses Buch des
1922 geborenen Autors war 1962 ein Bestseller!
[308] Dawa Samdup, Lama-Kazi:
Siehe Kazi Dawa Samdup.
[309] de Guignes, Stephan:
Allgemeine Geschichte der Hunnen und Türken, der Mogols und anderer occidentalischen
Tartaren vor und nach Christi Geburt bis auf jetzige Zeiten. Aus den Chinesischen Büchern
und Orientalischen Handschriften der Königl. Bibliothek in Paris verfasset. Aus dem
Französischen übersetzt von Johann Carl Dähnert. 5 Bände. (I./II. Band 1768, III. Band
1769, IV. Band 1771. Ergänzungsband 1770). 647/616/587/372/564 S.; mit ausführlichem
Register im vierten Band. Anton Ferdinand Röse, Greifswald 1768/71.
(Histoire Générale des Huns, des Turcs, des Mogols, Paris 1756/58). Für Tibet von
Interesse der 1770 erschienene 'Ergänzungsband', der den Untertitel "Genealogisch-
Chronologische Einleitung" trägt. In der französischen Ausgabe war dieser Band als ein
Abriß einer allgemeinen Geschichte von ganz Asien den übrigen Bänden vorausgeschickt
worden. In tabellarischen Übersichten werden hier synoptisch die Herrscher und ihre Taten
(unter parallel gegebenen Zeitangaben für verschiedene Zeitrechnungen) abgehandelt,
dabei auch (S. 199-211) 'Die tibetanischen Völkerschaften', einschließlich der Herrscher
von Bhutan und der Dalai Lamas.
[310] Déchy, Moriz:
Gebirgsreise im Sikkim-Himalaya. (Petermanns Geographische Mitteilungen. 26., pp. 459-
463). 5 S. Justus Perthes, Gotha 1880.
Eher eine ausführliche Beschreibung von Darjeeling und der weiteren Umgebung, mit
Hinweisen auf geplante Versuche, die Gipfel der höchsten Berge der Welt später einmal
besteigen zu können, bzw. auch von hier aus nach Tibet vorzudringen, was dem Autor
wegen einer schweren Krankheit nicht gelang.
[311] Déchy, Moriz:
Mittheilungen über eine Reise im Sikkim-Himálaja. (Mittheilungen der Geographischen
Gesellschaft in Wien. 23., pp. 465-472, 529-533). 13 S. Eduard Hölzel, Wien 1880.
Darstellung der geographischen, geschichtlichen und politischen Verhältnisse von Sikkim,
anläßlich eines Versuches, im Jahr 1879 heimlich von Darjeeling aus durch Sikkim und
einen wenig begangenen Paß nach Tibet zu gelangen. Beim Anmarsch durch Sikkim
erkrankte Déchy zweimal so schwer, daß er zur Umkehr gezwungen wurde.
[312] Decter, Jacqueline:
Nicholas Roerich. Leben und Werk eines russischen Meisters. Mit 9 farb. und 30 s/w Abb.,
224 S. Sphinx, Basel 1990.
(Nicholas Roerich. The Life and Art of a Russian Master. Thames and Hudson, London,
sowie Park Street Press, Rochester/USA, 1989).— Nicholas Roerich (1874-1947) ist
bekannt als Autor besonderer Zentralasien- und Tibetbücher wie "Shambhala" (siehe dort)
oder "Altai Himalaya" (Reisen zwischen 1924 und 1928). Er war Forscher, Humanist,
Bühnenbildner, Maler eindrucksvoller Himalaya- und sehr eigenwilliger Tibetbilder, dazu
ein Idol, Guru und der Vater berühmter Söhne. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte
er im Kulutal/Nordindien, wo hoch in den Bergen sein Haus in ein kleines Museum
umgewandelt wurde. Er hinterließ etwa 7 000 Bilder.
[313] Degener, Almuth:
Das Kathinavadana. Eingeleitet, herausgegeben und übersetzt. (Indica et Tibetica. 16.).
103 S. Indica et Tibetica, Bonn 1990.
Das Kathinavadana steht der buddhistischen Mulasarvastivada-Tradition nahe, es gehört in
den Bereich der Kathina-Zeremonien am Ende der Regenzeit, bei denen die Herstellung
der Ordensgewänder geregelt wird; im Zusammenhang damit werden verschiedene
Vorgeburtsgeschichten (Avadanas) gegeben.
[314] Demeter, Ursula:
Kailas. Die Reise zum Heiligen Berg. 139 farb. Abb., 1 Karte. 196 S. Oesch, Zürich 1987.
Mit 25 S. Text von G. Gyaltag über "Geschichte und Leidensweg des tibetischen
Volkes".— Reinhold Messner reiste als einer der ersten von Lhasa nach Westtibet (aber
ohne Besichtigung von Guge/Tsaparang). Rezensionen zeigen sich dem Bericht gegenüber
eher kritisch: Was da im Titel so fromm und pilgerhaft daherkommt, ist z.T. eine recht
profane Werbeangelegenheit mit einer langen Dankesliste an die Sponsoren. Die Ex-Frau
des Bergsteigers erzählt in ihrem Reisetagebuch in feuilletonistisch-saloppem Stil (ihre
Literaturliste umfaßt nur 10 Titel) von einer im Jahr 1985 unternommenen Überland-
Expedition von Lhasa zum Berg Kailas in Westtibet. Schön, teilweise sehr gut, sind die
Fotos, die dem Leser einen Eindruck von der Weite und Einsamkeit dieses rauhen Landes
vermitteln. Leider aber werden einige der schönsten Landschaftsaufnahmen durch den
Selbstdarsteller Reinhold Messner oder die im Vordergrund dekorativ plazierten
japanischen Geländefahrzeuge verunziert. Sehr informativ dagegen ist der Text von
Gyaltsen Gyaltag im Anhang des Reiseberichts (Christiane Hammer, Tibet-Forum).
[315] Desgodins, Abbé:
Siehe Karl Andree, 1862, 1863.
[316] Desideri, Ippolito:
Zur Geschichte der Erforschung Tibets. (Das Ausland. Ueberschau der neuesten
Forschungen auf dem Gebiete der Natur-, Erd- und Völkerkunde. 46., p. 900). 1 S. J. G.
Cotta'sche Buchhandlung, Stuttgart 1876.
Knappe und prägnante Beschreibung der berühmten Reise quer durch Tibet und vom
Aufenthalt in Lhasa sowie der Rückkehr, die, da sie von Rom aus gefordert wurde, unter
Protest erfolgte. (Ausführliche Beschreibung bei Filippo de Filippi 'An Account of Tibet',
London 1932, Reprint 1972).— In 'Ausland' 49., Heft 24, S. 480, war bereits über die
Entdeckung des Manuskripts Desideris aus dem Jahre 1727 berichtet worden, welches
vom Sekretär der italienischen geographischen Gesellschaft, Puini, in einer Privatbibliothek
in Pistoja 1876 aufgefunden worden war. Auf 500 Folioseiten berichtet Desideri über
seinen 7jährigen Aufenthalt in Tibet, davon 6 Jahre in Lhasa, wo er im März 1716
eingetroffen war.
[317] Desideri, Ippolito (1684-1733):
Siehe auch J. J. Schwabe, Leipzig 1750.
[318] Dharmakirti (ca600-660):
Siehe Ernst Steinkellner, 1967, 1979; Tilmann Vetter, 1964, 1966, 1984.
[319] Dharmottara (ca750-810):
Siehe Ernst Steinkellner 1986; Ernst Steinkellner und Helmut Krasser, 1989.
[320] Diem, Carl:
Asiatische Reiterspiele. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte der Völker. Mit 120 s/w Abb.
und 9 farb. Kunstdrucktafeln. 292 S. Deutscher Archiv-Verlag, Berlin 1941.
Mit Beschreibung (S. 218 ff.) des Polospiels in Westtibet (Ladakh, Baltistan) und wie sich
das Spiel von dort über die westliche Welt ausbreitete.
[321] Diener, Carl:
Mr. W. W. Graham's Hochtouren in Sikkim, Gurhwal und Koomaon. Ein Beitrag zur
physischen Geographie des Himalaya. (Mittheilungen des Deutschen und Österreichischen
Alpenvereins. 11., pp. 35-39). 5 S., Wien 1885.
[322] Diener, Carl:
General N. M. Przewalsskijs vierte Forschungsreise in Zentralasien. (Petermanns
Geographische Mitteilungen. 35., pp. 3-10, 33-40). 16 S. Justus Perthes, Gotha 1889.
Eine frühe deutschsprachige Zusammenfassung der Expedition 1883 bis 1885, die
ausführlich in deutscher Sprache erst 1954 erschien (siehe Prschewalski, Leipzig 1954).
Die bedeutenden geographischen Entdeckungen werden verständlich dargestellt, in dieser
Zusammenfassung auch weit besser nachzuvollziehen als in der ausführlichen Publikation
von 1954.
[323] Diener, Carl:
Über seine Expedition in den Central-Himálaya von Kumaon, Hundés und Garhwál.
(Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. 20., pp. 297-313). 16 S., Berlin
1893.
Der Autor unternahm diese Expedition im Jahre 1892 im Auftrag der Kaiserlichen
Akademie der Wissenschaften zu Wien und der Indischen Regierung mit dem Ziel, die
Trias-Ablagerungen, insbesondere das paläontologische Material im tibetischen
Grenzgebiet zu erforschen. Diener gibt hier vom Oberlauf des Ganges und angrenzenden
Gebieten einen so lebhaften Bericht seiner Eindrücke, daß seine Ausführungen auch heute
noch mit Interesse zu lesen sind. Für die wissenschaftliche Bearbeitung des von Diener
gesammelten Materials siehe E. von Mojsisovics, Wien 1896.
[324] Diener, Carl:
Schneegrenze und Gletscher im Central-Himalaya. (Deutsche Rundschau für Geographie
und Statistik. 16., pp. 145-150). 6 S. Hartleben, Wien/Pest/Leipzig 1894.
Während einer dreimonatigen Expedition im Jahr 1892 wurde das Verhalten der
Schneegrenzen auf die verschiedenen Gletscherphänomene auf der Nord- und Südseite der
Himalayakette (nördlich bis zum Quellgebiet des Sutlej) untersucht und aufgezeichnet.
Unterschiede zum Gletscherverhalten in den Alpen werden diskutiert.
[325] Diener, Carl:
Ergebnisse einer geologischen Expedition in den Central-Himalaya von Johar, Hundes, und
Painkhanda. (Denkschriften der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Mathem.-
Naturwissenschaftl. Classe, 62. Band., pp. 533-608). Mit 1 geologischen Karte, 7 Tafeln
und 16 Textfiguren. 75 S. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1895.
Wissenschaftlicher Bericht der Expedition von 1892, die die stratigraphischen Verhältnisse
der Trias und des jüngeren Mesozoikums in der Hauptregion des zentralen Himalaya
erforschte. Die Expedition gelangte oft auf tibetisches Gebiet. Die persönlichen Erlebnisse
der Reise sind bei Diener 'Mittheilungen über eine Reise im Central-Himalaya.', Graz 1895,
nachzulesen.
[326] Diener, Carl:
Mittheilungen über eine Reise im Central-Himalaya von Kumaon, Gurhwal und den
angrenzenden Theilen von Tibet. (Zeitschrift des Deutschen u. Österreich. Alpenvereins.
26., pp. 269-314). Mit 1 Karte im Text und 6 Abb., 46 S. In Commiss. J. Lindauer, Graz
1895.
Die bereits zuvor (siehe Diener, Berlin 1893), wenn auch nicht so ausführlich, beschriebene
Expedition wird hier nochmals mit vielen durchaus noch heute lesenswerten Details
abgehandelt. Fast ein noch brauchbarer Reiseführer für die zentralen Teile des indischen
Himalaya.
[327] Diener, Carl:
Die wichtigsten geographischen und geologischen Ergebnisse der Reisen W. Obrutschews
im zentralen und westlichen Nan-schan. (Petermanns Geographische Mitteilungen. Heft 5,
pp. 97-106). Mit 1 Karte. 10 S. Justus Perthes, Gotha 1902.
(Zusammenfassung von: W. A. Obrutschew: Zentralasien, Nordchina und Nan-schan.
Bericht über die in den Jahren 1892-94 im Auftrag der Kaiserlichen Russischen
Geographischen Gesellschaft unternommenen Reise. 2 Bände. St. Petersburg 1900 und
1901
[russisch]).— Während die persönlichen Reiseerlebnisse und Abenteuer dieser
zweijährigen Expedition in deutscher Übersetzung vorliegen (siehe Obrutschew, Leipzig
1896), wurde das wissenschaftliche Werk nie ins Deutsche übersetzt: Diener gibt hier eine
gut lesbare Zusammenfassung dieses zweibändigen wissenschaftlichen Ergebnisberichtes.
[328] Diesselhorst, Gerd:
Beiträge zur Ökologie der Vögel Zentral- und Ost-Nepals. 40 Abb., 1 farb. (lose)
Faltkarte. (Khumbu Himal. 2.). 420 S. Universitätsbuchhandlung Wagner,
Innsbruck/München 1968.
Eine ornithologische Arbeitsgruppe unter Leitung des Autors erarbeitete zwischen Februar
und November 1962 ein Querschnittsbild der Vogelfauna von den tief gelegenen
Landesteilen Nepals am Fuß der Vorberge bis in die höchsten, noch ständig von Vögeln
bewohnten Lagen. Nach Möglichkeit wurde während der Brutzeit beobachtet.
[329] Dietz, Siglinde:
Die buddhistische Briefliteratur Indiens. Nach dem tibetischen Tanjur herausgegeben,
übersetzt und erläutert. (Asiatische Forschungen. 84.). 15 und 590 S. Otto Harrassowitz,
Wiesbaden 1984.
Buchausgabe der dreiteiligen Dissertation, Philosophische Fakultät Bonn, vom 7. 11.
1979.— In Indien haben sich in Briefform gefaßte buddhistische Lehrtexte großer
Beliebtheit erfreut. Von dieser Briefliteratur ist nur ein Sanskrit-Original erhalten, hingegen
sind zwölf Texte in tibetischer Übersetzung im Tanjur überliefert. Das kontinuierliche
Weiterleben dieser Literaturgattung in Tibet zeigt sich in den Episteln Tsongkhapas und
des 5. Dalai Lama.— Die Episteln enthalten religiöse und moralische Ermahnungen und
Belehrungen spiritueller Lehrer, überwiegend für den Laien gedacht. Neben Text und
deutscher Übersetzung werden Adressat und Adressanten, Anlaß, Zweck, inhaltliche
Charakteristik und die Quellen dargestellt. Zudem werden wichtige Indices und
Übersichten gegeben.
[330] Dietz, Siglinde:
Fragmente des Dharmaskandha. Ein Abhidharma-Text in Sanskrit aus Gilgit.
Herausgegeben und bearbeitet. (Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in
Göttingen, Phil.-hist. Klasse. Dritte Folge, 142.). Mit 14 Kunstdrucktafeln, 104 S.
Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen/Zürich 1984.
Edition von 19 Blättern aus einem Konvolut mit drei fragmentarischen Sanskrittexten. Es
werden ca. 17,7 Prozent des Dharmaskandha auf Sanskrit gegeben, der vollständige
Wortlaut ist nur in chinesischer Übertragung zu fassen.
[331] Dignaga (ca 480-554):
Siehe Tilmann Vetter, Graz/Wien/Köln 1964.
[332] Dkon-mchog-'jigs-med dban-po Jam-dbyans-bzad-pa II (1728-1791):
Siehe Geshe Lhündup Söpa und Jeffrey Hopkins, Düsseldorf 1977.
[333] Doig, Desmond:
Auf den Spuren des Schneemenschen. Jagd auf den geheimnisvollen Yeti im ewigen Eis
und Schnee des Himalaja-Gebirges. (Arena-Sachbuchreihe 'Wissenschaft und Abenteuer').
Mit 1 Karte, 72 S. Arena, Würzburg 1971.
Bericht über eine Expedition zusammen mit Sir Edmund Hillary 1961/62 in das
tibetisch/nepalesische Grenzgebiet zur Erforschung des Yeti. Für die ausführliche
Buchversion siehe E. Hillary, Wiesbaden 1963.
[334] Doig, Desmond:
Siehe auch Edmund Hillary, Wiesbaden 1963.
[335] Donden, Yeshi:
Gesundheit durch Harmonie. Einführung in die tibetische Medizin. Herausgegeben von
Jeffrey Hopkins. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Burkhard Quessel. 1 Abb., 244 S.
Diederichs, München 1990.
(Health through Balance. An Introduction to Tibetan Medicine. Snow Lion Publications,
Ithaca, N. Y. 1986).— Dr. Yeshi Donden, geboren 1922 in Lhasa, erhielt eine Ausbildung
in traditioneller tibetischer Medizin. Über 20 Jahre war er Leibarzt des Dalai Lama und
gründete das Tibetan Medical Centre in Dharamsala.
[336] Donner, Eka:
Auf den Spuren vergangener Tage. Wiedersehen mit Nepal. Mit Federskizzen der Autorin.
154 S. R. G. Fischer, Frankfurt/M. 1990.
Die Autorin hatte in den 60er Jahren in Nepal gelebt, 20 Jahre später das Land erneut
besucht. Sie stellt ihre neuen Erfahrungen den alten gegenüber, berichtet auch von
ausgedehnten Reisen in entlegene Teile Nepals, die dem Normaltouristen und selbst dem
kundigen Einzelreisenden bis heute zum Teil verschlossen sind.
[337] Donner, Wolf:
Nepal. Raum, Mensch und Wirtschaft. (Schriften des Instituts für Asienkunde. 32). 1 farb.
Faltkarte, 122 Kartenskizzen, 32 Schaubilder. 506 S. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1972.
Der Verfasser, der mehr als drei Jahre als Berater in Nepal gelebt und das Land ausgiebig
bereist hat, will ein Korrektiv zur Schneegipfel- und Goldpagoden-Romantik anbieten und
dem länderkundlich interessierten Leser die zahlreichen Probleme des Landes nahebringen:
Bevölkerungswachstum und Bodenknappheit, Verkehrserschließung,
Bewässerungswirtschaft, Bodenverwüstung, Mangelernährung, Industrialisierung usw.
Wie H. Warth in einer Rezension schreibt, hat der Autor sich seine Informationen ganz
wesentlich erwandert (er war übrigens der wohl letzte Ausländer, der mit einer Mini-
Expedition durch Mustang bis nach Lo Mantang gelangte), wodurch für den Europäer
unverständliche Essensgewohnheiten, Wohngepflogenheiten oder Hausbau und deren
religiös-kultische Hintergründe hervorragend dargestellt werden.
[338] Donner, Wolf:
Nepal. Im Schatten des Himalaya. (Beck'sche Reihe 833. Aktuelle Länderkunden). 2
Karten, 2 Schaubilder, 12 Abb. 138 S. C. H. Beck, München 1990.
Ein langjähriger Kenner des Landes bringt knapp, ansprechend formuliert, dazu reich an
Fakten einen geographischen, wirtschaftspolitischen sowie lebendigen religions- und
kulturgeschichtlichen Einblick in das heutige Nepal.
[339] Dorje, Namgyal:
Vom Land der Geheimnisse und Wunder. Erlebnisse eines Nomadenjungen vor, während
und nach der Flucht aus Tibet. Aus dem Englischen übersetzt von Ingrid Schönbach. Mit
einigen s/w Abb. und Strichzeichnungen. 72 S. Deutsch-Indische Gesellschaft, Aachen
1978.
(Englischer Titel nicht gegeben).— Der Autor kam 1949 in Tibet in einem Nomadenzelt
zur Welt. 1959 floh er über den Himalaya nach Indien, wo er sich bis zum Sekretär einer
internationalen Hilfsorganisation emporarbeitete. Eine authentische und spannende
Lebensgeschichte, die eine größere Verbreitung verdiente. Für eine ähnliche
Fluchtgeschichte siehe auch Hansheinrich Rütimann, Erlenbach 1969.
[340] Dorje, Rinjing, Smith, Addison, und Behr, Hans-Georg:
Die tolldreisten Geschichten von Onkel Tompa, dem schlimmen Schalk aus Tibet. (Sphinx
Pocket. 18.). Übertragen sowie mit einem Prolog und einem Epilog versehen von Hans-
Georg Behr. 112 S. Sphinx, Basel 1983.
(Tales of Uncle Tompa, the legendary rascal of Tibet. Dorje Ling 1975).— Es gibt nur
wenige Bücher über tibetische Folklore — dies ist eines. Ein 25jähriger Tibeter hat 17
Geschichten zusammengetragen, die er als Hütejunge gehört hat. Alle drehen sich um den
legendären Schalk Aku Tompa, der es liebt, seine Mitmenschen zum Besten zu halten,
besonders die Reichen, die Geizigen, die Aufgeblasenen und die Selbstgefälligen. Das Buch
wurde von Addison Smith illustriert, einem Amerikaner, der sieben Jahre in den Bergen
Nepals gewohnt hat. Seine Zeichnungen stellen ein phantasievolles Gemisch aus
Tibetischem und Westlichem dar (aus einer Rezension von Jan Andersson).
[341] Douglas, Nik und Slinger, Penny:
Das grosse Buch des Tantra. Sexual Secrets. Sexuelle Geheimnisse und Alchimie der
Ekstase. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Alfred Dunkel. Mit einem Vorwort von
Klaus Galler. Etwa 600 s/w Zeichnungen im Text, Glossar und Bibliographie. 352 S.
Sphinx, Basel 1985.
(Sexual secrets. Destiny Books, New York 1979).— 2. Aufl. 1986. "In Indien, Tibet,
China und Japan ist Sexualität schon seit langem als Kunst und Wissenschaft betrachtet
worden. Das Gefühl des Einsseins, das während oder nach dem Geschlechtsakt erreicht
wird, ist die am universalsten erreichbare mystische Erfahrung" schreiben die Autoren im
Vorwort zu ihrem Buch, das sie aufgrund umfangreicher Studien der Originalliteratur
(Sanskrit, tibetisch, chinesisch) wie auch durch Erforschung der theoretischen und
praktischen Aspekte der sexuellen Geheimnisse verfaßt haben.— Klaus Galler fügt hinzu:
"Es ist kein Zufall, daß heute die Spiritualität der alten Hochkulturen wieder aufersteht. Es
ist ein Ausdruck der Abwehr- und Wachstumskräfte des kollektiven Organismus. Und für
alle jene, die den Verlust von Geheimnissen beklagen: Den 'Stein der Weisen' durch die
Alchimie der Ekstase finden nur die, welche die leidenschaftliche Hingabe mit der Reinheit
des Herzens und der Stille des Geistes verbinden können."
[342] Douglas, Nik und Slinger, Penny:
Liebe & Erotik in den Malereien Indiens und Nepals. Aus dem Amerikanischen übersetzt
von Jürgen Saupe. Mit 79 farbigen Abb. (meist Gouachen) auf Tafeln. 80 S. Sphinx, Basel
1989.
(The Erotic Sentiment. Park Street Press. Rochester, USA, 1989).— Die Malereien in
'Liebe & Erotik' sind eine repräsentative Auswahl künstlerischer Stilrichtungen mit einigen
der schönsten Beispiele aus Indien und Nepal. Nik Douglas trug, während er für acht Jahre
im Himalaya lebte, das Material für dieses Buch zusammen. Er gibt auch die kurze
Einleitung und Erklärung zu den Bildern, denen jeweils eine etwas ausführlichere
Bildlegende beigefügt ist.
[343] Dowman, Keith:
Die Legende vom großen Stupa. Prophezeiungen aus Tibet. Aus dem Englischen übersetzt
von Schiva Luetjohann. 77 S. Irisiana, Haldenwang 1981.
Der ausführliche englische Titel mit Herausgeber, in der deutschen Übersetzung leider
nicht vermerkt, lautet: Keith Dowman: "Padmasambhava and Yeshe Tsogyal: The Legend
of the Great Stupa (and) The Life Story of the Lotus Born Guru", Dharma Publ., Berkeley
1973.— Eine weitere Ausgabe erschien als: The Legend of the Great Stupa of
Boudhanath, translated from the Tibetan Terma of sNgags-'chang Sakya-bzang-po.
Kathmandu, 1973 und 1978. Die deutsche Ausgabe übernimmt nur den ersten Teil der
englischen Fassung.— Dieser erste Teil gehört zu jener Literaturgattung, die der Tibeter
als Thos-grol (=Erlösung durch Hören) bezeichnet. Ihr liegt die psychologisch bedeutsame
Erfahrung zugrunde, daß neben dem Sinngehalt des Wortes die lautliche Äußerung für die
Empfängnisbereitschaft des Hörers und für eine fruchtbare Wirkung des Gesprochenen
oder Verlesenen unerläßlich ist. Worum es hier geht (bei der Legende von der Errichtung
des berühmten nepalesischen Stupa in Bodnath bei Kathmandu), ist das Verständnis des
Stupa als Symbol des Buddhawesens. Die rechte Besinnung durch das Anhören der
Legende soll letztlich zu seiner Errichtung im Innern des Hörers führen (nach Siegbert
Hummel).
[344] Dowman, Keith:
Der heilige Narr. Das liederliche Leben und die lästerlichen Gesänge des tantrischen
Meisters Drugpa Künleg. Die "geheime Biographie" eines großen Heiligen vom Dach der
Welt. Aus dem Englischen übersetzt und nach dem tibetischen Originaltext bearbeitet von
Franz-Karl Ehrhard. Mit einem Vorwort von Chögyal Gyatso Tulku und einer Einführung
von Keith Dowman. 1 Karte, 222 S. O. W. Barth, München 1982.
(The divine madman. The sublime life and songs of Drukpa Kunley. Translated from the
Tibetan and edited by Keith Dowman and Sonam Paljar. Rider & Co., London 1980).—
Die deutsche Ausgabe erschien auch als Knaur Esoterik-Taschenbuch (TB 4122, 1 Karte,
224 S.), Droemer Verlag, München 1984.— Es ist dies eine spät (im Jahr 1786) verfaßte
Biographie des tibetischen Yogin und Poeten 'Brug-pa kun-legs, der 1455-1529 gelebt hat.
Über weitere Einzelheiten siehe auch die Übersetzung seiner frühesten Biographie bei
Andreas Kretschmar: 'Brug-pa kun-legs, St. Augustin 1981.— Keith Dowman schreibt
dazu, daß diese außergewöhnliche und freche Biographie des Drugpa Künleg eine
Anthologie von Anekdoten und Liedern aus mündlichen wie schriftlichen Quellen Tibets
und Bhutans darstellt, die von einem zeitgenössischen bhutanesischen Lama und Gelehrten
zusammengestellt wurde.— In der Tradition des "Heiligen Narren" prangerte Drugpa
Künleg mit seinen Eulenspiegeleien den Verfall der Religion in den etablierten Klöstern bei
selbstgefälligen Priestern und die Veräußerlichung des Rituals an. Im Gewand eines
Landstreichers wanderte er durch Bhutan, Tibet und Nepal, wo er keine Gelegenheit
ausließ, sich mit Chang (tibet. Bier) und Frauen zu vergnügen und für die Ohren des
Spießbürgers lästerliche Gesänge zum Besten zu geben.
[345] Dowman, Keith:
Meister des Tantra. Leben und Legenden der Mahasiddhas. Aus dem Englischen übersetzt
von Jürgen Saupe. Mit 32 farb. und 52 s/w Illustrationen von Robert Beer. 208 S. Sphinx,
Basel 1988.
(Masters of Enchantment. Inner Traditions International, Rochester/ Vermont, 1988).—
Die Mahasiddhas werden mit 54 kürzeren Texten vorgestellt. Keith Dowman, ein
profunder Kenner des tibetischen Buddhismus, der seit 20 Jahren in Nepal lebt, hat sie aus
dem Tibetischen übersetzt. Er führt zudem ein in die Welt des tantrischen tibetischen
Buddhismus. Nicht minder interessant sind Robert Beers Illustrationen. Er hat den Weg
eines Thangka-Malers beschritten, wurde von einem der bedeutendsten tibetischen
Thangkamaler in der traditionellen Malweise und Ikonographie ausgebildet, bringt aber
dennoch seinen persönlichen und westlichen Stil — er stammt aus Südwales — mit ein.
Seine Biographie ist dem Buch vorangestellt.
[346] Dowman, Keith:
Die Meister der Mahamudra. Leben, Legenden und Lieder der vierundachtzig
Erleuchteten. Aus dem Amerikanischen überstzt von Annemarie Dross-Mashayekhi. 520 S.
Diederichs, München 1991.
(Masters of Mahamudra. Songs and History of the Eighty-Four Buddhist Siddhas. State
University of New York Press, Albany 1985).—
[347] Draszczyk, Tina und Draszczyk, Alexander:
Siehe (chronologisch geordnet) Kongtrul I., Wien 1987; Thrangu Rinpoche, Wien 1988;
Karmapa III., Wien (1988); Karmapa XV., Wien 1988; Tenga Rinpoche, Wien 1989;
Kongtrul III., Wien 1989.
[348] Drongshar, Lobsang N:
Der Spiegel der geschichtlichen Zeitrechnung Tibets. The mirror of Tibet's Historical
Chronology. Mit Vorwort von Tashe W. Thaktsang. Hrsg. vom Verein Tibeter Jugend in
Europa. Mit 2 Tafeln, 6 Abb., 40 S. Pestalozzi Kinder- u. Jugenddorf, 1985.
Text in tibetischer Handschrift.
[349] Drude, O(skar):
Flora von Tibet. (Petermanns Geographische Mitteilungen, 1894, Kleinere Mitteilungen,
pp. 92/93). 2 S. Justus Perthes, Gotha 1894.
Der Autor berichtet über die in zwei Fachzeitschriften in London (Journal of the Linnean
Society; Geographical Journal) im Jahr 1893 erschienenen Berichte über die
zentralasiatische Flora, gesammelt von Bower auf dessen Expedition von Leh/Ladakh quer
durch Tibet bis nach China. Faktenreiche Zusammenfassung mit guten Verweisen auf die
Quellen der Angaben.
[350] Drugpa Künleg (1455-1529):
Siehe Keith Dowman, München 1982; Andreas Kretschmar, St. Augustin 1981.
[351] du Halde, Johann Baptista:
Ausführliche Beschreibung des Chinesischen Reichs und der grossen Tartarey. 4 Theile.
Vierter und letzter Theil: Nebst Engelbrecht Kämpfers Beschreibung des Japonischen
Reichs und einem Register über alle vier Theile. Aus dem Französischen mit Fleiß
übersetzet, nebst vielen Kupfern. I. Theil (1747) 58 S., 472 S.; II. Theil (1748) 56 S., 748
S.; III. Theil (1749) 28 S., 2 Bl., 548 S.; IV. Theil (1749) 56 S., 264 S., 552 S. und
Register über alle vier Theile. Johann Christian Koppe, Rostock 1747-49.
(Description géographique, politique, historique, chronologique et physique de l'Empire de
la Chine et de la Tartarie Chinoise. 4 Foliobände mit 42 Karten von D'Anville, Paris
1735).— Im 4. Band (d. i. IV. Theil) auf den Seiten 111 bis 120 (der II. Abtheilung dieses
Bandes) unter der Überschrift: "Nachrichten von Tibet, oder von dem Lande des grossen
Lama, und anderer benachbarter Gegenden bis an die Quellen des Ganges; aus Aufsätzen
des Pater Regis" wird das europäische Wissen über Tibet um die Mitte des 18.
Jahrhunderts zusammengefaßt. Wohl kaum ein anderes Werk wird in der nachfolgenden
Tibetliteratur so oft zitiert! Du Halde stützt sich auf Pater Regis (Peking), und dieser
wiederum auf die Missionare, die bis Tibet vorgedrungen waren, einschließlich der
weitgehend sogar richtig wiedergegebenen Berichte Andrades über Westtibet. Das Werk
enthält auch die berühmte Tibetkarte aus dem Atlantenwerk der Jesuiten in Peking
(Reproduktion und Geschichte dieses Kartenwerkes siehe Walter Fuchs, Peking 1943).
[352] du Halde, Johann Baptista:
Beschreibung des Chinesischen Reiches, und der großen Tartarey. (Sammlung der besten
und neuesten Reisebeschreibungen in einem ausführlichen Auszuge. 6. Band, pp. 321-516
[1768], 7. Band, pp. 3-153
[1769]). 347 S. August Mylius, Berlin 1768/69.
[353] Duchaussois, Charles:
Flash. Auf den Straßen nach Katmandu. Bericht eines Abenteurers. Ins Deutsche
übertragen von Ute Wiechern. 323 S. Kurt Desch, München 1972.
(Flash ou le grand voyage. Arthème Fayard, Paris 1971).— Der Hippie und Junkie
Charles, ein typischer Aussteiger und Drogenkonsument der 68er Generation, durchlebt
Himmel und Hölle, von letzterer sehr viel mehr, auf dem Weg nach und vor allem in
Kathmandu. Ein Zeitdokument über die Anziehungskraft falsch verstandener asiatischer
Lebensart, von hemmungslosen Egoismus und Nihilismus, aber auch Offenheit. Rückzug in
die Bergwelt des Himalaya und letztendlich doch noch die Möglichkeit zum Drogenentzug.
[354] Dudjom Rinpoche:
Richö. "Die Alchemie der Siddhas" — die unverhüllte Anweisung, wie man sich die Lehren
der "Berg-Klausur" zu Herzen nimmt und praktiziert, erklärt auf eine leicht zu verstehende
Weise. 19 S. RIGPA, Berlin/München 1988.
[355] Dürst, Arthur:
Siehe Michael und Luzzi Wolgensinger, 1966.
[356] Dyhrenfurth, Günter Oskar:
Von der Internationalen Himalaja-Expedition 1930. Unsere wissenschaftlichen Ergebnisse.
(Reclam's Universum. 14.)., 1931.
[357] Dyhrenfurth, Günter Oskar:
Baltoro. Ein Himalaya-Buch. Mit Beiträgen von Hettie Dyhrenfurth, Hans Ertl und André
Roch. Mit 84 Vollbildern, 118 halbseitigen Bildern, 4 Panoramen, 3 Zeichnungen, 50
Pausen, 3 Kartenskizzen und 1 Kammverlauf-Karte des Baltoro-Gebietes. Text 194 S.
Benno Schwabe & Co., Basel 1939.
Überarbeitete und durch Bildmaterial erweiterte Ausgabe von "Dämon Himalaya" (als
Bergsteigerliteratur hier nicht mit aufgenommen).— Das Werk bietet sowohl die
wissenschaftliche Ausbeute der Expedition wie auch im Erzählstil den Reisebericht mit viel
Wissenswertem zu Land und Leuten. Eine Bibliographie mit 270 Eintragungen macht das
Buch besonders verdienstvoll.- Teil 1: Nomenklatur und geographische Übersicht (darin
enthalten die Bibliographie); Teil 2: Die "I. H. E. 1934"; Teil 3: Abbildungen; Teil 4: Das
Kartenmaterial (als lose Beilagen in Mappe).
[358] Dyhrenfurth, Hettie:
Memsahb im Himalaya. Die einzige weiße Frau auf der Internationalen Himalaja-
Expedition 1930. Mit 55 s/w Abb auf Tafeln, Text 71 S. Deutsche Buchwerkstätten,
Frauenfeld/Leipzig 1931.
Reiseerlebnisse von Frau Dyhrenfurth, die ihren Mann (Expeditionsleiter) auf der
Kangchenjunga-Expedition 1930 begleitete. Ihre persönlichen Erfahrungen und
Beobachtungen, die dann in dieser Buchform herausgegeben wurden, schrieb sie in langen
Briefen an ihre Kinder.
[359] Easton, John:
Das Kloster Mangkan. Kriminalroman. Aus dem Englischen übersetzt von Ernst Heller.
(Iris Kriminalroman). 314 S. Kulturelle Verlagsgesellschaft, Berlin 1934.
(Red Sap. G. P. Putnam's Sons, London & New York 1930).— Erschien auch bei Peter J.
Oestergaard, Berlin o. J. (1934). Im Kloster Mangkan im Südosten von Tibet wächst ein
Strauch, dessen roter Saft einen Trance-ähnlichen Zustand erzeugt, in dem man die
Zukunft klar erschaut. Um das Kloster zu lenken und vor Unbill zu bewahren, haben die
Mönche neben ihrem obersten Abt einen 'weisen Lenker' eingesetzt, der drei Monate im
Jahr im Kloster und die übrige Zeit irgendwo in der Welt lebt — um unabhängig von den
internen Intrigen einer großen Mönchsgemeinschaft zu bleiben. Der Kampf um die
Wunderpflanze, um die sich auch eine weltweit operierende chinesische Geheimgesellschaft
bemüht, bildet den Hintergrund der Geschichte, die eher einen Abenteuerroman mit
'wilden' Vorstellungen über das Leben und die Spiritualität in einem tibetischen Kloster, als
einen echten Krimi darstellt.— Der Autor lebte in Indien und verfaßte mehrere Bücher
über das sikkimesische Grenzgebiet.
[360] Eberhard, Wolfram:
Kultur und Siedlung der Randvölker Chinas. (Supplement zu T'oung Pao Band 36). Mit 2
(gefalt.) Karten und mehreren Indices. 506 S. E. J. Brill, Leiden 1942.
Fotomechanischer Reprint, Leiden 1979. Klassifikation der verschiedenen Stämme.
Migrationsverhalten auf Karten dargestellt. Bei den Randvölkern des Westens werden die
West-Tibeter (S. 87 ff.) besprochen. Wie das folgende Werk des Verfassers für die
Typologie der Kultur nicht nur der Tibeter, sondern auch der mit ihnen verwandten Völker
(Ch'iang u. a.) und für die Verwurzelung der verschiedenen Kulturelemente sowie deren
Entwicklung ein unentbehrliches Quellenmaterial.
[361] Eberhard, Wolfram:
Lokalkulturen in alten China. Erster Teil. Die Lokalkulturen des Nordens und des
Westens. (Supplement zu T'oung Pao Band 37.). 447 S. E. J. Brill, Leiden 1942.
Kapitel 3: Die tibetische Kultur (S. 234-320).
[362] Eberhard, Wolfram:
China und seine westlichen Nachbarn. Beiträge zur mittelalterlichen und neueren
Geschichte Zentralasiens. 1 gefalt. Karte. 348 S. Wissenschaftl. Buchgesellschaft,
Darmstadt 1978.
Ein Sammelband mit Aufsätzen des Autors, die zwischen 1932 und 1953 erschienen sind.
Thematisch sind die Aufsätze gegliedert in die Kapitel (1) China und Zentralasien, (2)
Völker und Kulturen Zentralasiens und (3) China und seine westlichen Nachbarn.
[363] Edmunds, Tom Owen:
Bhutan. Land des Donnerdrachens. Aus dem Englischen übersetzt von Armin Kyrieleis.
Mit 1 Karte, auf 120 S. zum Teil doppelseitige Farbabb., 160 S. Gerstenberg, Hildesheim
1990.
(Bhutan. Land of the Thunder Dragon. Penguin Books, Hardmandsworth 1988).
[364] Ehni, J:
Der vedische Mythus des Yama. Verglichen mit den analogen Typen der persischen,
griechischen und germanischen Mythologie. 216 S. K. J. Trübner, Strassburg 1890.
"Eine der interessantesten und inhaltreichsten Mythen der arischen Rasse ist gewiss der des
Yama" beginnt Ehni seine Abhandlung, die wegen der Aufnahme Yamas in das tibetische
Pantheon für diese Bibliographie von Bedeutung ist. In drei Kapiteln bearbeitet der Autor
diesen Stoff, nämlich 1) das Wesen der Eltern Yama's: Tvashtar, Vivasvat, Saranyu. 2) Der
Mythus Yama's in seinen verschiedenen Entwicklungsstufen. 3) Vergleich Yama's mit den
entsprechenden Götter- und Heroengestalten anderer arischer Mythologien, der iranischen
(Yima), der hellenischen (Dionysos, Rhadamanthys) und der germanischen (Tuisco, Ymir).
[365] Ehrhard, Franz-Karl:
"Flügelschläge des Garuda". Literar- und ideengeschichtliche Bemerkungen zu einer
Liedersammlung des rDzogs-chen. (Tibetan and Indo-Tibetan Studies. 3.). 333 S. Franz
Steiner, Stuttgart/Wiesbaden 1990.
Die unter den Tibetern weit verbreitete Liedersammlung mKha' lding gshogs rlabs des
Autors Tshogs-drug rang-grol (1781-1851) aus Amdo zählt zu den klarsten Darstellungen
der Lehre der 'Großen Vollendung' (rDzogs-chen). Mit einer ausführlichen Einleitung
versehen wird ein Teil dieser Lieder ediert und kommentiert und auf die spirituelle Praxis
des "Festen Bestimmtseins" hin untersucht.
[366] Ehrhard, Franz-Karl:
Siehe auch Keith Dowman, München 1982.
[367] Eichinger, Franz (Pater, SVD):
Die Mühle in den chinesischen Nachbargebieten der tibetanischen Nomaden. Mit 7 Abb.,
66 S. Verlag f. Recht und Gesellschaft, Basel 1968.
Buchausgabe von 'Sinologica' 10., Heft 2/3, pp. 83-148. Eigene Feldforschung im Dorf
Tanger (etwa 1 000 Einwohner), das stark von tibetischen Nomaden beeinflußt ist,
ermöglichten es dem Verfasser, Sagen zur Entstehung der Mühlen, aber auch rechtliche,
soziale, religiöse und magisch-medizinische Aspekte, die mit den Mühlen und dem Mahlen
zu tun haben, zu erforschen.
[368] Eimer, Helmut:
Tibetica Upsaliensia. Handliste der tibetischen Handschriften und Blockdrucke in der
Universitätsbibliothek zu Uppsala. (Bibliotheca Ekmaniana. 66.). 88 S. Almqvist & Wiksell
International, Stockholm 1975.
Das Buch verzeichnet neben einigem Handschriftenmaterial die Teiltexte der Blockdrucke
der Sammlungen Gdams nag mdzod und Snags mdzod (unvollständig) in der Reihenfolge,
wie sie beim Erwerb vorlagen. Konkordanz zu M. Taube 'Tibetische Handschriften',
Wiesbaden 1966, und zu dem Nachdruck des Gdams nag mdzod aus Indien; Index.
[369] Eimer, Helmut:
Skizzen des Erlösungsweges in buddhistischen Begriffsreihen. Eine Untersuchung.
(Arbeitsmaterialien zur Religionsgeschichte. 1). 16 und 184 S. In Kommission E. J. Brill
Köln (jetzt: Indica et Tibetica, Bonn)., 1976.
Es handelt sich um eine Studie zu den Begriffsreihen, die auf den Erlösungsweg zu
beziehen sind, beginnend mit der frühesten faßbaren Schicht der Überlieferung bis hin zum
Mahayana. Pali- und Sanskrit-Index.
[370] Eimer, Helmut:
Berichte über das Leben des Atisa (Dipamkarasrijnana). Eine Untersuchung der Quellen.
(Asiatische Forschungen. 51.). 12 und 364 S. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1977.
Buchausgabe der Dissertation, Philosophische Fakultät Bonn, vom 19. 6. 1974.—
Beschreibung von über 40 Quellen zum Leben des Atisa und eine historisch kritische
Quellenanalyse. Es wird bewiesen, daß 'eine' Überlieferung in verschiedenen
Ausformungen vorliegt, die auf einen einfach erzählenden Bericht zurückgeht.
[371] Eimer, Helmut:
Die Xerokopie des Lhasa-Kanjur. The xerox copy of the Lhasa Kanjur. (Bibliographia
Philologica Buddhica. Series Minor. 1.). 40 S. The Reiyukai Library, Tokyo 1977.
Reprint 1979.— Gebrauchsanweisung für die Herstellung von Xerokopien des Lhasa-
Kanjur nach den für das Indologische Seminar der Universität Bonn hergestellten
Mikrofilmen.
[372] Eimer, Helmut:
Bodhipathapradipa. Ein Lehrgedicht des Atisa (Dipamkarasrijnana) in der tibetischen
Überlieferung. Herausgegeben von Helmut Eimer. (Asiatische Forschungen. 59.). 8 und
284 S. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1978.
Erste kritische Textausgabe des für die tibetische Religionsgeschichte bedeutsamen
Lehrgedichtes, mit deutscher Übersetzung und ausführlichen Strukturübersichten über vier
tibetische einheimische Kommentarwerke. Abdruck eines solchen im 19. Jh. verfaßten
Kommentars in Umschrift. Index der Verszeilen.
[373] Eimer, Helmut:
Tibetica Stockholmiensia. Handliste der tibetischen Texte der Sven Hedin-Stiftung und des
Ethnographischen Museums zu Stockholm. Sammlung von Sonderdrucken der in
Zentralasiatische Studien 6-12 (1972-1978) erschienenen Teile. 1 Farbtafel. Keine
durchgehende Pagina. Zusammen 384 S. In Kommission Otto Harrassowitz, Bonn 1978.
Verzeichnet zum ersten Male alle tibetischen Texte in Stockholm. Mit Konkordanz zu M.
Taube, Handschriften 1-4 (Wiesbaden 1966), und Indices.
[374] Eimer, Helmut:
Rnam thar rgyas pa. Materialien zu einer Biographie des Atisa (Dipamkarasrijnana),
zusammengestellt von Helmut Eimer. 1. Teil: Einführung, Inhaltsübersicht, Namensglossar.
2. Teil: Textmaterialien. (Asiatische Forschungen. 67.). 10 und 486 S., 12 und 436 S. Otto
Harrassowitz, Wiesbaden 1979.
Ausgabe der beiden ausführlichen Biographien des Atisa mit ausführlicher
Inhaltsparaphrase und Index der Personen- und Ortsnamen sowie der Texttitel in der
tibetischen und der indischen Form. Eine sehr umfangreiche Rezension beschließt R. O.
Meisezahl (Oriens, Leiden 1981) mit den Worten: 'Atisa Dipamkara gehört zu den
umstrittensten Erscheinungen der tibetischen Geistesgeschichte. Dem alten Streit um Atisa
fehlte bislang eine vollständige und zuverlässige Textgrundlage, insbesondere die
sachgültige Veröffentlichung der beiden Biographien, die uns nun in der historisch-
kritischen Ausgabe von Eimer vorliegen. Damit bekommt die Interpretation der Vita des
Atisa jenes sichere Fundament, das ihr bisher abging'.
[375] Eimer, Helmut:
Rab tu 'byun ba' i gzi. Die tibetische Übersetzung des Pravrajyavastu im Vinaya der
Mulasarvastivadins. Nach Vorarbeiten von F.-R. Hamm und weiteren Materialien
herausgegeben durch H. Eimer. (Asiatische Forschungen. 82.). 2 Teile. 1. Teil: Einleitung.
Zusätzliche Apparate; mit einem Exkurs: Beobachtungen zur graphischen Gestalt des
frühen tibetischen Kanjur. 2. Teil: Text. 10 und 338 S., 6 und 337 S. Otto Harrassowitz,
Wiesbaden 1983.
Erste kritische Edition eines umfangreichen Textes aus dem Kanjur über die "Aufnahme in
den buddhistischen Orden". In der Einleitung Beschreibung der benutzten Exemplare des
Kanjur, textkritische Bewertung der Lesarten und Übersicht über die Kanjur-
Überlieferung.
[376] Eimer, Helmut:
Indology and Indo-Tibetology / Indologie und Indo-Tibetologie.- Thirty Years of Indian
and Indo-Tibetan Studies in Bonn / Dreißig Jahre indische und indo-tibetische Studien in
Bonn. Herausgegeben von H. Eimer. (Indica et Tibetica. 13.). 192 S. Indica et Tibetica,
Bonn 1988.
Der Band enthält 9 Beiträge, die die Arbeit des Indologischen Seminars vornehmlich der
letzten Dekade widerspiegeln. Die Autoren sind/waren alle Mitglieder der Universität
Bonn: Claus Vogel (Chronik des Seminars), M. Thiel-Horstmann, Th. St. Maxwell, H.
Eimer, Michael Hahn, Roland Paffen. Von besonderer Bedeutung in diesem Band sind die
Beiträge zur Überlieferung des Kanjur und die Beschreibung der Sammlung von
Handschriften-Reproduktionen.
[377] Eimer, Helmut:
Der Tantra-Katalog des Bu ston im Vergleich mit der Abteilung Tantra des tibetischen
Kanjur. Studie, Textausgabe, Konkordanzen und Indices. (Indica et Tibetica. 17.). 213 S.
Indica et Tibetica, Bonn 1989.
Ausgabe eines Katalogs kanonischer Tantras mit Verweisen auf die bekannten Drucke und
Handschriften des Kanjur. Daraus werden Folgerungen für die frühe Struktur des
tantrischen Schrifttums in Tibet und deren Weiterentwicklung abgeleitet.
[378] Eimer, Helmut:
Siehe auch Richard Othon Meisezahl, Festschrift, Bonn 1986; Shimin Geng u. Hans-
Joachim Klimkeit, Wiesbaden 1988.
[379] Elarth, Friedrich (d. i. Heinz Halter):
Eine Nacht bei tibetanischen Mönchen. (Erlebnis-Bücherei. 48.). Mit Zeichnungen von
Walter Plantikow. 31 S. Steiniger, Berlin 1941.
[380] Ellinger, Herbert:
OM — Das andere Denken. Mit Bildern aus Bhutan, Ladakh und Zentraltibet. Mit 67
Farbfotos auf Tafeln. 163 S. Edition Schönwälder, Wien 1986.
Zugleich Lizenzausgabe für Hugendubel, München 1986.— Der Autor schreibt bescheiden
im Vorwort, daß er dem zivilisationsgeplagten Europäer, der in seiner analytischen
Denkweise — geprägt hauptsächlich von den Griechen und dem Christentum — gefangen
ist, Denkanstöße geben will. Nun, er gibt mehr als das: Durch behutsame Einführung in
buddhistisches Denken, durch Definierung des Buddhismus als Schauung, außerhalb des
Anschaulichen, stellt er nicht nur eine Verbindung her mit den Naturwissenschaften und
der Philosophie, sondern er schafft fast eine Bewußtseinserweiterung bei dem Leser dieses
gut geschriebenen Buches (aus einer Rezension von Michael Alexander).
[381] Elsner, Georg von:
Siehe Karl Futterer 1901/11; Wilhelm Filchner 1906/14.
[382] Emmerich, Ferdinand:
Asiatenrache. Erlebtes in Südost-Tibet. (Seybolds Volksbücher. 12.). 79 S. Fr. Seybold,
München/Leipzig 1922.
Fortsetzung von 'Unter Räubern und Wölfen'.
[383] Emmerich, Ferdinand:
Unter Räubern und Wölfen. (Seybolds Volksbücher. 11.). 78 S. Fr. Seybold,
München/Leipzig 1922.
In Begleitung des Gelehrten Dr. de Breughel (a. a. O. von Emmerich Dr. Dubreuil
genannt, wobei es sich ziemlich sicher um den in Tibet ermordeten belgischen Gelehrten
Dutreuil de Rhins handelt) reist Emmerich im Jahr 1891 von Tatsienlu aus den Yalung-
Fluß aufwärts. Schwierigkeiten mit den tibetischen Grenzstämmen, die Verbrennung eines
hohen Lamas, Jagdabenteuer und gefährliche Situationen werden beschrieben, aber eher an
der Oberfläche abgehandelt. Dem Stil nach Trivialliteratur, aber wohl tatsächlich erlebt.
[384] Emmerich, Ferdinand:
Kulis, Tiger, Krokodile. Von Birma nach Tibet I. Mit 1 Karte, 241 S. Ernst Staneck,
Leipzig (1935).
Zum Inhalt siehe nachfolgenden Eintrag.
[385] Emmerich, Ferdinand:
Auf Schleichwegen nach Tibet. (Von Burma nach Tibet II.). 248 S. Ernst Staneck, Leipzig
1936.
Von Rangun aus zieht der Autor 1914/15 über Bhamo und Wei-si immer weiter nach
Norden. Am Oberlauf des Saluen-Flusses kommt er auf tibetisches Gebiet, wo er als
Wissenschaftler die Tierwelt wie auch die geologische Lagerung des Amdogebirges
studieren und für mehrere wissenschaftliche Institute Sammlungen anlegen sollte.
Emmerich hatte früher die Expedition des flämischen Gelehrten Dr. Dubreuil nach Südost-
Tibet begleitet und war mit den Schwierigkeiten eines solchen Unternehmens wohl
vertraut. Seine beiden Bücher hier sind Abenteuerromane, mit vielfältigen Tiererlebnissen
und weniger ein ethnologisch oder geographisch bedeutsamer Bericht. Die Expedition wird
nach einem Kampf mit Nomaden (unterstützt durch die Lamas eines Klosters) wieder aus
Tibet vertrieben. Im Anhang ein kurzes unbedeutendes Kapitel "Ethnographisches".
[386] Engelmann, Carlheinrich:
Ueber die Großsäuger Szetschwans, Sikongs und Osttibets. Bearbeitet nach Dr. Ernst
Schäfer's Tagebüchern und Trophäen von der ersten und zweiten Brooke-Dolan-
Expedition der "Acad. of Nat. Sc. of Philadelphia". (Zeitschrift für Säugetierkunde, 13.,
Sonderheft vom 22. 7. 1938). 113 Abb. im Text und auf 36 Tafeln. 76 S. Parey,
Hamburg/Berlin 1938.
Beschrieben werden Lebensweise, Vorkommen und Lebensraum der verschiedenen Arten
von Wölfen, Bären, Kiang (Wildeseln), Hirschen, Antilopen, Schafen und des wilden Yak.
[387] Erni, Paul:
Augenschein in China und Tibet. Skizzenbuch einer Reise. Mit 17 farb. und 47 s/w Abb.
aus den Skizzenbüchern des Autors. 1 Karte. 139 S. Fretz, Zürich 1981.
Noch vor dem Touristenstrom konnte der Autor 1980 von Chengdu nach Lhasa fliegen
und mit dem Jeep nach Shigatse fahren (S. 49-104). Eher chinafreundlich, unkritisch, aber
schöne künstlerische Arbeit: Aquarelle und Zeichnungen von Portraits, Klöstern und
Landschaften.
[388] Eskelund, Karl:
Zeitwende in Nepal. 4 Farbfotos, Karten. Aus dem Dänischen übersetzt von Hans
Eichberg. 283 S. Christian Wolff, Flensburg 1960.
(Den Glemte Dal. Rejseskildring fra Nepal. Gyldendal, Copenhagen 1958).— Die deutsche
Ausgabe erschien auch als Goldmann Taschenbuch TB 912, München 1962. Politische und
sozialkritische Anmerkungen eines amerikanischen Journalisten.
[389] Essen, Gerd-Wolfgang und Thingo, Tsering Tashi:
Die Götter des Himalaya. Buddhistische Kunst Tibets. Die Sammlung Gerd-Wolfgang
Essen. Mit einem Geleitwort von S. H. dem Dalai Lama und einem Vorwort von Roger
Goepper. 2 Bände. Band 1 mit 203 farbigen Abb., 300 S.; Band 2 mit 459 s/w Abb., 308
S. Prestel, München 1989.
Katalog der Ausstellung in der Josef-Haubrich-Kunsthalle Köln, 3.11.1989 bis 4.2.1990
(anschließend auch in Berlin, München und Hamburg). Gerd-Wolfgang Essen,
evangelischer Theologe und Betreuer der von seinem Vater gegründeten Klopstock-
Stiftung zur Förderung der Religions- und Geisteswissenschaften, sammelt seit über 20
Jahren tibetische Kunstwerke, die derzeit noch im Haus des Sammlers in tibetisch
gestalteten Räumen und einem vom Dalai Lama 1982 geweihten originalgetreu
nachgebauten Tempel ihren Platz haben. In dem mit wissenschaftlicher Akribie
gearbeiteten zweibändigen Katalog werden die Objekte in einer auch dem Nichtfachmann
verständlichen Sprache dargestellt, wobei die Kunstwerke bei den Skulpturen bis ins 10.,
bei den Thangkas bis ins 13. Jh. zurückreichen. Der Autor, zusammen mit seinem
tibetischen Freund Tsering Tashi Thingo, zeigt sich dabei nicht nur als feinfühliger
Sammler mit Gespür für Qualität, sondern auch als hervorragender Interpret seiner
Schätze. Wer nach dem Sinn, der Rolle und der Bedeutung des tibetischen Buddhismus in
Lehre, Tradition und künstlerischem Ausdruck fragt, bekommt hier eine umfassende,
verständliche Antwort (Nach Helmut Uhlig, in Indo-Irania 1990).
[390] Essen, Gerd-Wolfgang und Thingo, Tsering Tashi:
Padmasambhava. Leben und Wundertaten des großen tantrischen Meisters aus Kaschmir
im Spiegel der tibetischen Bildkunst. Mit farb. Abb. auf 17 ganzseit. Tafeln und 49 s/w
Abb. 156 S. DuMont, Köln 1991.
Im 8. Jh. n. Ch. zog Padmasambhava — 'Der aus dem Lotos Geborene' — als Apostel des
Buddhismus in den Himalaya und nach Tibet. Es gelang ihm, die bodenständigen Kulte mit
ihren Geistern, magischen Praktiken und ihrem Zauberglauben auf die hohe Philosophie
des Buddha und die von ihm erstrebte Bewußtseinsschulung abzustimmen. So wie Jesus
zum Zentrum der christlichen Bildwelt wurde, so kommt der Gestalt des Padmasambhava
in der Ikonographie des lamaistischen Glaubenskreises eine herausragende Bedeutung zu.
Legenden umranken dort den Lotosgeborenen, bestimmen seine bildliche Repräsentation.
Anhand von ausgewählten Bildern — im Mittelpunkt eine Serie von acht Thangkas aus der
berühmten Tibetsammlung Gerd-Wolfgang Essen — werden das Leben und die
Wundertaten des Padmasambhava nachgezeichnet, wobei sorgfältige ikonographische
Analysen und Übersetzungen tibetischer Beischriften den Reichtum der lamaistischen
Bildwelt und deren spirituelles Anliegen erschließen.
[391] Essén, Rütger:
Sven Hedin. Ein grosses Leben. Mit 12 s/w Abb. und 6 Kartenskizzen im Text. 280 S.
Druffel, Leoni/Starnbg. See 1959.
Diese Biographie wurde von einem langjährigen Freund Sven Hedins geschrieben.
[392] Evans-Wentz, WalterY:
Milarepa. Tibets grosser Yogi. Aus dem Englischen übersetzt von Alterego (d. i. Fritz
Werle). 324 S. Otto Wilhelm Barth, München-Planegg 1937.
(Tibet's Great Yogi Milarepa. A Biography from the Tibetan, being the Jetsün Kahbum, or
Biographical History of Jetsün-Milarepa, according to the late Lama Kazi Dawa-Samdup's
English rendering. Oxford University Press, London 1928).— Die deutsche Übersetzung
erfolgte nach der engl. Ausgabe von 1937. Deutsche Neuausgabe 1971 unter identischem
Titel, sowie bearbeitete Neuausgabe mit einem Vorwort von Eva K. Dargyay 1978,
hiervon 3. Auflage 1989. Das Buch beschreibt das abwechlungsvolle Leben des vielleicht
bedeutendsten Yogin Tibets, seine frühen Verfehlungen, seine Bekehrung, seinen heiligen
Wandel, Tod und Verklärung. Man findet dabei mehr als in jedem anderen Buch darüber
hinaus ethnologisch verwertbare Information über das Leben einer tibetischen Familie im
11. und 12. Jh, so daß unabhängig von der Person des Milarepa auch viele Details zu
Tibet's sozialhistorischer Vergangenheit zu finden sind. Mit am interessantesten aber ist die
Nähe der Extreme von (auch schwarzer) Magie und Mystik.
[393] Evans-Wentz, WalterY:
Yoga und Geheimlehren Tibets. Aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet von
Alterego (d. i. Fritz Werle). 286 S. Otto Wilhelm Barth, München-Planegg 1937.
(Tibetan Yoga and Secret Doctrines, or The Seven Books of Wisdom of The Great Path,
according to the late Lama Kazi Dawa-Samdup's English rendering. Arranged and edited
with introductions and annotations to serve as a commentary by W.Y. Evans-Wentz.
Oxford University Press, London 1935, 2nd edition 1958).— Eine deutsche Neuausgabe
erschien unter geändertem Titel (weitere Einzelheiten siehe dort): "Geheimlehren aus
Tibet", Basel 1987.— Texte und Kommentare zu den wichtigsten Yoga-Lehren,
insbesondere sieben tibetische Originaltexte, die von Meistern wie Naropa, Marpa und
Milarepa angewandt wurden. Evens-Wentz hielt dieses Buch für sein wichtigstes Werk.
[394] Evans-Wentz, WalterY:
Das Tibetische Buch der grossen Befreiung. Aus dem Englischen übersetzt von Alterego
(d. i. Fritz Werle). Mit einem psychologischen Kommentar von C. G. Jung. Mit 9 Abb.,
davon 1 Farbbild. 378 S. Otto Wilhelm Barth, München-Planegg 1955.
(The Tibetan Book of The Great Liberation, or the Method of realizing Nirvana through
Knowing the Mind. Preceded by an epitome of Padma-sambhava's biography and followed
by Guru Phadampa Sangay's teachings. According to English Renderings by Sardar
Bahadur S. W. Laden la, and by the Lamas Karma Sumdhon Paul Lobzang Mingyur Dorje,
and Kazi Dawa-Samdup. With Psychological Commentary by Dr. C. G. Jung. Oxford
University Press, London/N.Y. 1954).— Die deutsche Übersetzung erschien als 3. Aufl.
(1972) mit leicht geändertem Titel "Der geheime Pfad der großen Befreiung", bei O. W.
Barth, München, erneut aufgelegt 1978. Es ist dies der vierte und letzte Band der
tibetischen Reihe des Verfassers. In seinem Vorwort schreibt W. Y. Evans-Wentz: ".
berichte ich. einige der verborgensten Lehren der Weisen des Ostens. Hierbei wurde ich
von einem bisher in Europa unbekannten Originaltext richtig geführt, dessen Verfasser der
kostbare tibetische Guru Padma-Sambhava gewesen sein soll, der bedeutende Meister des
geheimen Tantra-Wissens. Seine Biographie wird hier im Abriß gegeben."
[395] Evans-Wentz, WalterY:
Geheimlehren aus Tibet. Yoga und der Pfad des Mahayana Buddhismus. Aus dem
Englischen übersetzt von Ursula von Mangoldt. 304 S. Sphinx, Basel 1987.
Unveränderte Neuauflage von "Yoga und Geheimlehren Tibets", leider ohne
entsprechenden Hinweis auf die erste Ausgabe von 1937. Als Übersetzerin wird hier
(obwohl es sich um die gleiche Übersetzung wie in der Erstausgabe von 1937 handelt)
Ursula von Mangoldt genannt.
[396] Evans-Wentz, WalterY (1878-1965):
Das Tibetanische Totenbuch. Aus der englischen Fassung des Lama Kazi Dawa Samdup.
Herausgegeben von W. Y. E.-W. Übersetzt und eingeleitet von Louise Göpfert-March.
Mit einem psychologischen Kommentar von C. G. Jung. Mit 5 Abb., 5 Emblemen. 163 S.
Rascher & Cie, Zürich & Leipzig 1935.
(The Tibetan Book of the Dead, or The After-Death Experiences on the Bardo Plane,
according to the late Lama Kazi Dawa-Samdup's English Rendering. Oxford University
Press, London 1927).— 6. Aufl. Zürich 1970. Für die 7. Auflage 1972 (jetzt bei Walter,
Olten u. Freiburg/Br.) neu bearbeitet, kommentiert und eingeleitet von Lama Anagarika
Govinda, 11 Abb., 335 S. (16. Auflage 1989), zudem mit Titelerweiterung: Das
Tibetanische Totenbuch oder die Nachtod-Erfahrungen auf der Bardo-Stufe.
Sonderausgabe Broschur, hiervon 13. Auflage 1990.— Aus dem Geleitwort von C. G.
Jung: "Der Bardo Thödol ist ein Buch der Belehrung des eben Gestorbenen. Es soll ihm als
Führer durch die Zeit der Bardo-Existenz, einem Zwischenzustand von symbolischen 49
Tagen Dauer zwischen Tod und Wiedergeburt, dienen, ähnlich etwa wie das ägyptische
Totenbuch. Der erste Teil, genannt Tschikhai-Bardo, schildert die seelischen Ereignisse im
Moment des Todes. Der zweite Teil, der sog. Tschönyid-Bardo, beschäftigt sich mit dem
nach erfolgtem definitivem Tod eintretenden Traumzustand, den sog. karmischen
Illusionen. Der dritte Teil, genannt Sridpa-Bardo, betrifft das Einsetzen des Geburtstriebes
und der pränatalen Ereignisse. Das Charakteristische ist, daß die höchste Einsicht und
Erleuchtung und damit die größte Erlösungsmöglichkeit unmittelbar im Prozesse des
Sterbens eintritt. Bald danach beginnen die "Illusionen", welche schließlich zur
Wiederverkörperung führen, wobei die erleuchtenden Lichter immer trüber und
mannigfaltiger werden und die Visionen an Schreckhaftigkeit zunehmen. Dieser Abstieg
schildert die Entfremdung des Bewußtseins von der erlösenden Wahrheit und seine
Wiederannäherung an die physische Existenz. Die Belehrung hat den Zweck, den
Abgeschiedenen auf jeder Stufe der Verblendung und Verstrickung auf die jeweils
vorhandene Erlösungsmöglichkeit aufmerksam zu machen und ihn über die Natur seiner
Visionen aufzuklären. Die Bardo-Texte wurden vom Lama in der Nähe der Leiche
gelesen". Für neuere Übersetzungen siehe Francesca Fremantle und Chögyam Trungpa,
Köln 1976; Eva K. Dargyay und Gesche Lobsang Dargyay, München 1977; für
wissenschaftliche Bearbeitungen siehe Dieter Michael Back 1979 und 1987.
[397] Everding, Karl-Heinz:
Die Präexistenzen der lCan skya Qutuqtus. Untersuchungen zur Konstruktion und
historischen Entwicklung einer lamaistischen Existenzenlinie. (Asiatische Forschungen.
104.). 2 Tafeln, 382 S. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1988.
(Zugleich Dissertation, Philosophische Fakultät Bonn, vom 3. 7. 1985). Behandelt — am
Beispiel von einer Linie von Pekinger Großlamas — die Frage nach dem Selbstverständnis
dieser Präexistenzenlinien und nach dessen Entwicklung.
[398] Eyring, Jeremias Nicolaus:
Siehe Giorgi, Antonio Agostino, Ulm 1989.
[399] Fabri, Johann Ernst:
Samlung von Stadt- Land- und Reisebeschreibungen, herausgegeben von J. E. Fabri. Mit
Kupfern und Karten. 2 Bände. 320 S., 416 S. Johann Jacob Gebauer, Halle 1783/86.
Darin Band I (S. 205-318): 'Nachrichten von Tibet. Reisejournal vom Bengalischen Busen
nach Lhassa. Geographische Beschreibung von Tibet' (aus dem Inhaltsverzeichnis). Der
Text selbst beginnt mit dem etwas geänderten Untertitel 'Nachrichten von Tibet aus
Georgis tibetanischelm Alphabete', dabei 1) Reisejournal nach Lhassa. 2) Nachrichten von
Tibet. Auf zwei der Kupfertafeln sind ein tibetisches Ehepaar, ein tibetisches Haus und
letztlich der Grundriß von einem Labyrinth (auf indischem Gebiet) abgebildet.
[400] Fabri, Johann Ernst (1755-1825):
Geographisches Lesebuch zum Nutzen und Vergnügen. Band 1 bis 7 in 2 Bänden. Mit 6
farbigen Kupfern. Johann Jacob Gebauer, Halle 1782.
Darin in Band 1: "Ablaß des Dalai-Lama in Tibet" (S. 3 und 4), sowie "Dalai-Lama und
seine Propheten" (S. 5-8).
[401] Fanselau, G(erhard):
Ergebnisse der erdmagnetischen Beobachtungen Prof. Filchners auf seiner zweiten
Tibetreise 1935-1937. I. Teil. (Geophysikalisches Institut Potsdam. Abhandlungen 7.). Mit
12 Tabellen, 35 S. Springer, Berlin 1943.
Auswertung der erdmagnetischen Messungen Filchners von seiner zweiten
Tibetdurchquerung, entsprechend der Bearbeitung der Daten von der ersten
Tibetexpedition durch O. Venske (siehe dazu Filchner, Berlin 1931).
[402] Faulmann, Carl:
Das Buch der Schrift, enthaltend die Schriftzeichen und Alphabete aller Zeiten und aller
Völker des Erdkreises. 286 S. Kaiserl.-Königl. Hof- u. Staatsdr., Wien 1878.
Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage 1880 (siehe folgenden Eintrag); davon Reprint
bei Greno, Nördlingen 1985.— Das Tibetanische Alphabet (Utsen, Umin, Khyugayi) wird
auf den Seiten 127/128 dargestellt.
[403] Faulmann, Karl
[!]:
Illustrirte Geschichte der Schrift. Populär-wissenschaftliche Darstellung der Entstehung der
Schrift und der Sprache und der Zahlen sowie der Schriftsysteme aller Völker der Erde.
Mit 15 Tafeln in Farben- und Tondruck und vielen in den Text gedruckten Schriftzeichen
und Schriftproben. 632 S. A. Hartleben's Verlag, Wien/Pest/Leipzig 1880.
Reprint Augustus Verlag, Augsburg 1990.— In Kapitel X. bei "Die indischen Schriften"
auch Nepal (S. 464 ff.) und Tibet (S.480 ff.).
[404] Feistmantel, Ottokar:
Einige Nachrichten über den Dalai Lama in Lhasa. (Das Ausland. Überschau der neuesten
Forschungen auf dem Gebiet der Natur-, Erd- und Völkerkunde. 54., pp. 738/39). 2 S.,
Stuttgart 1881.
Erwiderung auf einen unseriösen Bericht von Karl Neumann in derselben Zeitschrift.
Eingehen auf die Missionare, die tatsächlich in Lhasa gewesen sind.
[404 a] Filchner, Wilhelm (1877-1957):
Biographisches und Autobiographisches siehe Filchner, Freiburg/Br. 1929; Wiesbaden
1950; Ehrhard Rühle, München 1962; Gerh. Fanselau, Berlin 1943.— Siehe auch P. K.
Kozlow, Berlin 1925.
[405] Filchner, Wilhelm:
Das Kloster Kumbum in Tibet. Ein Beitrag zu seiner Geschichte. Mit 39 (davon 4 teils
mehrfach gefalteten, 8 mit einem gegenübergestellten Erläuterungsskizzenblatt) Tafeln, 2
gefalt. Karten, 1 gefalt. Plan und 20 Abb. im Text. Tafeln und gefaltete Karten als II. Teil
des Buches im Anhang beigebunden. 164 S. Ernst Siegfried Mittler u. Sohn, Berlin 1906.
(Zugleich "Wissenschaftliche Ergebnisse., Band 1.).— Im Juni 1904 verbrachte Filchner
mit seiner Ehefrau eine Woche im Kloster Kumbum. Intensiv nahm Filchner alles auf, was
sich ihm darbot und schrieb später unter Einbeziehung aller bis dahin bekannten Literatur
den vorliegenden Band, der von B. Laufer später als 'Baby-Kumbum' im Vergleich zu
Filchners großem Kumbum-Buch von 1933 bezeichnet wurde. Die beigegebene Karte zeigt
Kumbum und seine Umgebung; der Klosterplan ist mit 18 orientierenden Fotos versehen.
Ein sehr lebendig und ungemein informativ geschriebenes Buch.
[406] Filchner, Wilhelm:
Wissenschaftliche Ergebnisse der Expedition Filchner nach China und Tibet 1903-05. 11
Bände und Atlas. Ernst Siegfried Mittler & Sohn, Berlin 1906-14.
Band 1: Das Kloster Kumbum in Tibet (siehe dort), 1906. Band 2: Bilder aus Kan-su
(siehe dort), 1912. Band 3: Karte der chinesischen Provinz Kan-su. 1 Karte. 81 S., 1910.
Band 4: Ergänzungsband zum Kartenwerk Nordost-Tibet. Text. 148 S., 1913. Band 5:
Ergänzungsband zum Kartenwerk Nordost-Tibet. Bilder und Karten. 55 (oft gefalt.) Tafeln
mit 115 Abb., 3 Karten. 1913. Band 6: Ergänzungsband zum Kartenwerk Han-Kiang und
Ts'in-ling. Mit 56 Bildern und Skizzen. 33 S., 1910. Band 7: Katalog der Ausbeute an
ethnographischen Gegenständen. China. Bearbeitet von Walther Fimmen-Rixdorf. 46
Bildtafeln. 1910. Band 8: Katalog der Ausbeute an ethnographischen Gegenständen. Tibet.
Bearbeitet von Herbert Müller-Friedenau. 68 Bildtafeln. 1910. Band 9: Barometrische
Höhenmessungen und meteorologische Beobachtungen. Bearbeitet von Georg von Elsner.
2 Tafeln, 236 S. 1908. Band 10: Erster Teil: Zoologische Sammlungen bearbeitet von C.
Attems, Malcolm Burr, A. Forel, H. Friese. Zweiter Teil: Botanische Sammlungen
bearbeitet von Prof. Dr. Diels. 25 Tafeln, 288 S., 1908. Band 11: Astronomische
Beobachtungen bearbeitet von Prof. Dr. von Flotow. Erdmagnetische Beobachtungen
bearbeitet von Dr. E. Przybyllok. 7 Abb., 49 S., 1914. Band 12: Atlas. Wissenschaftliche
Ergebnisse meiner Expedition nach Nord-Ost-Tibet. Karten aufgenommen von Wilhelm
Filchner. Konstruiert und gezeichnet von O. Wand und G. Scholz. 4 Teile in 1 Band. 46
Blätter, 1904.
[407] Filchner, Wilhelm:
Das Rätsel des Matschu. Meine Tibet-Expedition. Mit Frontispiz, 67 Vollbildern,
zahlreichen Skizzen und Abb. im Text. 3 gefalt. Karten. 438 S. Ernst Siegfried Mittler u.
Sohn, Berlin 1907.
Dritte Aufl. 1911.— Bericht einer Reise am Oberlauf des Hwang-ho (genannt Matchu)
zum Quellgebiet des Gelben Flusses, zusammen mit seiner Ehefrau und Dr. A. Tafel.
Wichtiges Werk über Nordost-Tibet mit Schilderung der Ngolok-Nomadenstämme (über
dieselbe Reise auch Filchner "Quer durch Ost-Tibet" und Albert Tafel "Meine
Tibetreise").— Filchner selbst bezeichnet den Inhalt des Buches als "Wissenschaftliche
Erkundung von Nordost-Tibet." Als schwierigstes Unterfangen schildert er das
Herausschaffen seiner Sammlungen aus dem Gebiet der feindseligen Ngolok und den
Kampf gegen die Bosheit und den Stumpfsinn der die Expedition begleitenden Chinesen.
Heute vermißt man in dem Buch eine genauere Schilderung der ethnologischen und
kulturellen Details, die zugunsten des 'Abenteuers' fast gänzlich in den Hintergrund treten.
[408] Filchner, Wilhelm:
Bilder aus Kan-su. Bearbeitet von Herbert Mueller. (Wissenschaftl. Ergebnisse. Band II.).
Mit 16 Abb. im Text, 3 Karten und 62 Bildertafeln. 157 S. Ernst Siegfried Mittler und
Sohn, Berlin 1912.
Eigentlich ist dies ein Bildband Filchners über seine Anreise durch chinesisch-tibetisches
Grenzgebiet zu seiner großen Expedition durch Tibet. Als Band II seiner
wissenschaftlichen Ergebnisse der Tibet-Expedition 1903-1905 gehört der Band mit zu
Tibet im weiteren Sinn.
[409] Filchner, Wilhelm:
Am Matschu entlang. (In: Deutsche entdecken die Welt. Aufbau-Bücherei. 32., pp. 39-52).
14 S. Günther Heinig, Leipzig 1920.
Kurzer Auszug aus 'Das Rätsel des Matschu'.
[410] Filchner, Wilhelm:
Sturm über Asien. Erlebnisse eines diplomatischen Geheimagenten. Mit 1 Frontispiz, 28
Abb. auf 22 Tafeln, 4 gefalt. Karten und 2 Plänen. 311 S. Neufeld & Henius, Berlin 1924.
Filchner beschreibt die tibetische Geschichte zwischen 1708 und 1920, mit Erläuterungen
zu den komplizierten außenpolitischen Kräften (China—Rußland—England/Indien). Dazu
bietet das Buch viel Lokalkolorit, kulturhistorische Fakten, Klosterbeschreibungen und
Bildmaterial aufgrund Filchners persönlicher Erfahrungen und Erlebnisse in Tibet.
[411] Filchner, Wilhelm:
Quer durch Ost-Tibet. Mit 24 Tafeln mit s/w Abb. nach Aufnahmen des Verfassers. 1
gefalt. Karte im Einband, 1 Karte im Text. 195 S. Ernst Siegfried Mittler & Sohn, Berlin
1925.
Bericht der Expedition von 1903/04 zusammen mit dem Geologen Dr. Albert Tafel. Es ist
dies der Erlebnisbericht, nicht das wissenschaftliche Werk dieser Expedition, bei der
Filchner das von den Ngolok, einem räuberischen und kriegerischen Stamm, bewohnte und
schwer zugängliche Gebiet am Oberlauf des Huang-ho erforschte. Die wissenschaftlichen
Ergebnisse dieser Expedition beschrieb er in 'Das Rätsel des Matschu, Berlin 1907'.
[412] Filchner, Wilhelm:
Tschung-Kue. Das Reich der Mitte. Alt-China vor dem Zusammenbruch. Mit 46 s/w Fotos
auf Tafeln, sowie Skizzen, 5 Karten und 6 Plänen im Text. 366 S. Deutsche Buch-
Gemeinschaft, Berlin 1925.
Das Buch enthält wertvolle Realien zu den chinesisch-tibetischen Beziehungen, besonders
in Nordost-China. Unveränderte Neuauflage, Berlin (1938).
[413] Filchner, Wilhelm:
Wetterleuchten im Osten. Erlebnisse eines diplomatischen Geheimagenten. Mit 1 Portrait
des Verfassers, 6 Federzeichnungen von Ottokar Luke, 10 Bildtafeln mit 15 Abb., 3 Karten
und 2 Plänen. 301 S. Peter J. Oestergaard, Berlin-Schöneberg 1928.
Umgearbeitete Ausgabe von "Sturm über Asien", Berlin 1924.
[414] Filchner, Wilhelm:
Dr. Filchners geographische Ortsbestimmungen und Höhenmessungen in Zentralasien.
Bearbeitet von Erich Przybyllok und K. Walter. (Schriften der Königsberger Gelehrten
Gesellschaft. 6., Naturwissenschaftl. Klasse. Heft 8., pp. 285-299). 14 S. Max Niemeyer,
Halle (Saale) 1929.
Mit Doppelpagina (1 bis 14) für das als Einzelheft vertriebene Exemplar. Filchner führte
seine Messungen mit dem 'kleinen Hildebrand', dem kleinsten verfügbaren Reisetheodoliten
aus, zudem mit 3 Ankeruhren, einem Halbsekundentaschenchronometer, einem
Siedethermometer, zwei Aneroiden und mit Schleuderthermometern.
[415] Filchner, Wilhelm:
Om mani padme hum. Meine China- und Tibetexpedition 1925/28. Mit 103 Abb. und
Skizzen, 1 (lose) Übersichtskarte. 352 S. F. A. Brockhaus, Leipzig 1929.
Das Werk erschien bereits 1929 in drei Auflagen. 19. Aufl. 1940, 23. Aufl. 1943. Eine
gekürzte Ausgabe (185 S.) mit 35 Zeichnungen von Heiner Rothfuchs erschien bei
Eberhard Brockhaus, Wiesbaden 1950 (Reisen und Abenteuer); hiervon 5. Aufl. 1956.—
Filchners "klassischer Bericht" über seine Tibetexpedition 1926/28, die ihn von Osttibet
aus (erneut auch im Kloster Kumbum) quer durch Tibet, nördlich an Lhasa vorbei, über
Gartok nach Leh (Ladakh) führte. Ausreise über Kashmir.— Aus dem Verlagstext kurz
nach Erscheinen des Buches: "Wilhelm Filchner ist der Urtyp des deutschen Idealisten,
aber nicht des weltabgewandten Spintisierers, sondern des tatkräftigen Willensmenschen,
der sein Ziel mit ruhigem Bedacht wählt und dann die Wahrheit des alten Wortes beweist:
'Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg'. Mangel an Geldmitteln, Ausbleiben der erhofften
Unterstützung, Verbote von Regierungen und Gouverneuren, Durst und Hitze, Hunger
und Kälte können ihn ebensowenig schrecken wie schwere Gallensteinanfälle, eine
gebrochene Hand und erfrorene Füße. Allen Schwierigkeiten zum Trotz gelingt es dem
Forscher, sein umfangreiches wissenschaftliches Programm durchzuführen, und nun legt er
einen spannend geschriebenen Bericht vor".— Noch heute gilt dabei, was kurz nach
Erscheinen des Buches ein Rezensent schrieb: "Es ist unmöglich, nur annähernd den
Reichtum seiner Schilderungen von monatelangen Märschen durch weglose Wildnis,
Wüstensand, Hochgebirge, seine Berichte von Wegelagerern, Räubern, Beamten und
Hirten in den Raum einer kurzen Würdigung zu bannen. Man muß ihn selbst lesen".
[416] Filchner, Wilhelm:
In China. Auf Asiens Hochsteppen. Im ewigen Eis. Rückblick auf fünfundzwanzig Jahre
der Arbeit und Forschung, 1900-1925. (Fremdland-Fremdvolk). Mit 39 Abb. auf Tafeln u.
im Text, 1 Faksimile Tafel, 19 Karten. 202 S. Herder & Co, Freiburg/Br. 1930.
[417] Filchner, Wilhelm:
Die erdmagnetischen Beobachtungen von Dr. W. Filchner auf seiner Reise nach China und
Tibet in den Jahren 1926-28. Bearbeitet von Prof. Dr. O. Venske. (Veröffentl. des
Preußischen Meteorologischen Instituts Potsdam, Nr. 379, Abhandl. IX, 7.). J. Springer,
Berlin 1931.
[418] Filchner, Wilhelm:
Kartenwerk der erdmagnetischen Forschungs-Expedition nach Zentral-Asien 1926-28.
Erster Teil: China und Tibet I. (Dr. A. Petermanns Mitteilungen
[Band 47]. Ergänzungsheft Nr. 215.). Mit 58 Skizzen im Text, einem Namensverzeichnis
und 8 Tafeln. Dazu 8 mehrfach gefalt. farb. Karten in gesondertem Anhang. 255 S. Justus
Perthes, Gotha 1933.
Filchner gliedert dieses Werk in die Ortsskizzen, die Darstellung des zwischen den
Ortsskizzen liegenden Geländes, in ein Namensverzeichnis und in eine Besprechung des
gesamten Kartenmaterials.
[419] Filchner, Wilhelm:
Kumbum Dschamba Ling. Das Kloster der hunderttausend Bilder Maitreyas. Ein
Ausschnitt aus Leben und Lehre des heutigen Lamaismus. 208 Abb. auf Kunstdrucktafeln
nach eigenen Aufnahmen, 412 Skizzen des Verfassers im Text, 1 Lichtdruck- und 1
Buntdrucktafel sowie eine mehrfach gefalt. Klosterkarte. Einleitung von Berthold Laufer
und von Ferdinand Lessing. 555 S. F. A. Brockhaus, Leipzig 1933.
Filchners Interesse galt zwar vorrangig erdmagnetischen Messungen, doch hatte er ein
waches und offenes Auge für ethnologische und religiöse Besonderheiten Tibets. Seine
Bücher über das Kloster Kumbum (1906 und 1933) gelten bis heute als Standardwerke.
Sein Hauptwerk beruht auf dem Aufenthalt im Kloster Kumbum 1926/27. Unter
schwierigen Bedingungen gelang es ihm, die kartographische Aufnahme des Klosters, eine
große Zahl von Fotos und Skizzen herzustellen und einen Film von den Tänzen und
kultischen Handlungen der Lamas aufzunehmen. Das Buch enthält über tausend
Anmerkungen von W. A. Unkrig, der zudem speziell zur tibetischen Medizin vieles in dem
Buch beigetragen hat. Unstimmigkeiten werden im Vorwort von B. Laufer eingehend
aufgearbeitet. Insgesamt stellt das Werk einen wichtigen Fundus an Information dar.
[420] Filchner, Wilhelm:
Kartenwerk der erdmagnetischen Forschungsexpedition nach Zentral-Asien 1926-28.
Zweiter Teil: Tibet II. (Dr. A. Petermanns Mitteilungen
[Band 51], Ergänzungsheft Nr. 231). Mit 73 Skizzen im Text, einem Namensverzeichnis
und 3 Tafeln. 235 S. Justus Perthes, Gotha 1937.
Das Material wurde von Filchner in Ortsskizzen, in die Darstellung des zwischen den
Ortsskizzen liegenden Geländes, in ein (von Unkrig transkribiertes) Namensverzeichnis und
in eine Besprechung des Kartenmaterials gegliedert. Einleitend beschreibt Filchner die
erheblichen physischen, psychischen und materiellen Schwierigkeiten bei seiner
wissenschaftlichen Arbeit.
[421] Filchner, Wilhelm:
Bismillah! Vom Huang-ho zum Indus. Mit 114 Abb. und 1 gefalteten Karte. 347 S. F. A.
Brockhaus, Leipzig 1938.
Neunte Auflage 1943.- Gekürzte Ausgabe mit 32 Textzeichnungen von Heiner Rothfuchs
und 1 Karte, 191 S., bei Eberhard Brockhaus, Wiesbaden 1951, hiervon 4. Auflage
1955.— Es ist dies Filchners Bericht über seine dritte Tibet-Expedition 1934-38, die
wiederum von Osttibet aus (auch Kloster Kumbum) startet, dann am südlichen
Tarimbecken entlang nach Chotan (dort 7 Monate Gefangenschaft) führt. Weiter nach
Norden über den Karakorum-Paß nach Leh/Ladakh und Ausreise über Kashmir. Auch
diese Expedition diente vorwiegend erdmagnetischen Messungen. Über die Zeit der
Gefangenschaft in Chotan eschienen gekürzte Fassungen von 'Bismillah'.
[422] Filchner, Wilhelm:
Geographische Ortsbestimmungen und Höhenmessungen in Zentralasien. Beobachtet von
W. Filchner. Bearbeitet von Erich Przybyllok. (Schriften der Königsberger Gelehrten
Gesellschaft. 16., Naturwissenschaftl. Klasse, Heft 3., pp. 25-33). 8 S. Max Niemeyer,
Halle a. d. Saale 1939.
Wissenschaftliche Ergebnisse der 3. Tibetexpedition 1934-37, wobei die hier mitgeteilten
Ergebnisse die Route von China aus südlich der Tsaidamsümpfe nach Chotan umfaßt, von
dort aus über den Himalaya nach Indien. Endziel war wieder die Herrnhuter
Missionsstation in Leh/Ladakh.
[423] Filchner, Wilhelm:
Der Gefangene des Padischah. 15 S. F. A. Brockhaus, Leipzig 1940.
Kurzer Auszug aus 'Bismillah!'. Erweiterte Ausgabe (mit 8 Abb., 64 S.) 1943, hiervon 2.
Auflage 1944.
[424] Filchner, Wilhelm:
Im Machtbereich des Dalai-Lama. Mit 7 Abb. 64 S. F. A. Brockhaus, Leipzig 1944.
Gekürzte Ausgabe von "Om Mani Padme Hum".
[425] Filchner, Wilhelm:
Ein Forscherleben. Mit 1 Bildnis des Verfassers und 5 Karten im Text. 391 S. Eberhard
Brockhaus, Wiesbaden 1950.
Die vierte Auflage erschien bei F. A. Brockhaus, Wiesbaden 1956. Es ist dies die
Autobiographie von Wilhelm Filchner (1877-1957) mit viel Hintergrundinformation zu
seinen drei Tibet-Expeditionen. Ebenfalls ausführlich zur Nepal-Expedition 1939/40. Dazu
kommen Berichte über seine Begegnungen mit Kaiser Wilhelm II., Sven Hedin, Alexandra
David-Néel und vielen anderen seiner Zeit. Im Anhang tabellarische Übersicht über seine
Reisen und die daraus entstandenen Publikationen.
[426] Filchner, Wilhelm:
In der Fieberhölle Nepals. Mit 50 Tafeln mit Abb., 11 Karten. 357 S. Eberhard Brockhaus,
Wiesbaden 1951.
Zweite Auflage 1953.
[427] Filchner, Wilhelm:
Kumbum. Lamaismus in Lehre und Leben. Mit Originallegenden (Tibetisch, Mongolisch,
Chinesisch) und 7 Bildtafeln nach Aufnahmen des Verfassers. Plan von Kumbum im
Vorsatz. 298 S. Rascher & Cie., Zürich 1954.
Auch diese gekürzte Neuausgabe von "Kumbum Dschamba Ling" geht ausführlich auf die
Geschichte und die Lehren des Gelbmützen-Ordens ein. Einige Original-Legenden in
Tibetisch, Mongolisch und Chinesisch. Umfangreiches Namens- und Sachregister.
[428] Filchner, Wilhelm:
In höchster Gefahr. (Deutsche Jugendbücherei. 43.). 32 S. Hillger, Berlin 1958.
Auszug aus 'Das Rätsel des Matschu'.
[430] Filchner, Wilhelm und Marathe, Shridhar:
Hindustan im Festgewand. Mit 16 Bildtafeln (32 Originalaufnahmen) und 10
Federzeichnungen. 247 S. Joseph Giesel, Celle 1953.
Über die religiösen Feste im Hinduismus, mit Schwerpunkt auf Nepal, wo Filchner
1939/40 als Leiter des Magnetic Survey of Nepal arbeitete. Siehe zu diesem Thema auch
P. Koch u. H. Stegmüller, "Geheimnisvolles Nepal", München 1983. Filchner publizierte
später noch 'Volksfeste in Nepal', in: Anthropos 49 (1954)., pp. 149-163.
[431] Finckh, Elisabeth (1912-1993):
Grundlagen tibetischer Heilkunde. Nach dem Buche rGyud bzi. Band 1. (Schriftenreihe:
Asiatische Heilkunde — Forschung und Praxis). Geleitwort: Seine Heiligkeit der Dalai
Lama. Mit Blockdrucktexten in Faksimile und 1 Faltkarte. 114 S. XYZ, Uelzen 1975.
Frau Dr. Finckh, Ärztin für Innere Medizin, beschäftigte sich jahrzehntelang mit dem
Gebiet der tibetischen Medizin. Als erste westliche Ärztin nahm sie Kontakt zu tibetischen
Ärzten auf, die sie persönlich in das Standardwerk der tibetischen Heilkunde "rGyud bzi"
einführten. In diesem vierteiligen Standardwerk (Autoren und Entstehungszeit nicht
bekannt) werden in 156 Kapiteln systematisch Symptome, Diagnostik und Therapie
dargestellt. In diesem Band 1 werden die Medizinterminologie (Anatomie, Physiologie,
Pathologie) aus dem tibetischen Text erarbeitet und das System der tibetischen Heilkunde
dargestellt. Wie Peter Lindegger (Rezension in Anthropos 1976) betont, gab es bislang
"kein auf original tibetischen Quellen basierendes Werk zur Heilkunde der Tibeter: Es kann
nämlich in der Tat Cyrill von Korvin-Krasinskis 'Tibetische Medizinphilosophie', ebenso
umfänglich wie verwirrend spekulativ, nicht im Ernst als verläßlich oder gar medizinisch
klärend genommen werden".
[432] Finckh, Elisabeth:
Grundlagen der tibetischen Heilkunde. Nach dem Buche rGyud bzi. Band 2.
(Schriftenreihe: Asiatische Heilkunde — Forschung und Praxis). Mit 17 Abb., 128 S.
XYZ, Uelzen 1985.
In Band 1 wurde das schwierige Unterfangen begonnen, eine aus dem Originaltext
abgeleitete Medizinterminologie mit Hilfe tibetischer Ärzte und erfahrener Tibetologen zu
erarbeiten. Das Anliegen des 2. Bandes ist es, die Medizinterminologie zu erweitern.
Zunächst wurden die Wurzeln "Gesunder und kranker Organismus" erarbeitet, jetzt steht
die Analyse der beiden anderen Wurzeln "Diagnose und Therapie" im Vordergrund. Das
Werk vermittelt zudem einen wichtigen Aspekt der Lehrmethoden der Tibeter, nämlich den
intensiven Kontakt zwischen Lehrer und Schüler, denn niemand wird ein tibetisches
Medizinbuch verstehen können ohne langjährige Erläuterungen von praktizierenden
Ärzten; die Texte selbst sind viel zu knapp und ohne Kommentar unverständlich.
[433] Finckh, Elisabeth:
Der tibetische Medizin-Baum. Texte und Illustrationen. Mit 31 (davon 6 farb.) Abb., 93 S.
XYZ, Uelzen 1990.
Die Tibeter haben für ihre Heilkunde ein eigenes System entworfen, das mit Texten, vor
allem aber mit Illustrationen, anschaulich dargestellt wird. Der tibetische 'Medizin-Baum'
hat drei Wurzeln. Die Anatomie (Wurzel A) zeigt abweichend von der westlichen Medizin
die enge Verknüpfung des grobstofflichen Körpers mit feinstofflichen 'Substraten'. Es
folgen die Pulsdiagnose (Wurzel B) und die Moxibustion (Wurzel C).
[434] Fischle, Willy H:
Der Weg zur Mitte. Wandlungssymbole in tibetischen Thangkas. 40 ganzseitige Farbbilder,
80 S. Chr. Belser, Stuttgart/Zürich 1980.
Der seit Jahrzehnten als Psychoanalytiker tätige Autor sammelt aus seiner täglichen
tiefenpsychologischen Erfahrung heraus allgemein gültige Aussagen, die übereinstimmend
in den Bildern des esoterischen Buddhismus und in den Traummotiven des heutigen
westlichen Menschen zu finden sind. Der Text des Buches verzichtet auf rationale
Betonung der Systematik und Ikonographie. Vielmehr will er durch tiefenpsychologische
Deutung Hilfen geben, die über das Aufnehmen und Verstehen der Bilder zur meditativen
Schau führen können.
[435] Flaig, Walther:
Im Kampf um Tschomo-lungma, den Gipfel der Erde. Der Himalaja und sein höchster
Gipfel Mount Everest oder Tschmo-lungma. Unter Mitarbeit von Franz Zorell. (Kosmos
Bändchen). Mit farbigem Umschlagsbild nach einem Aquarell des Verfassers und
zahlreichen Karten und Abbildungen. 76 S. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart 1923.
Der erste Teil beschreibt Landschaften, Menschen, Tiere und Pflanzen des Himalaya, auch
im Himalaya-nahen tibetischen Bereich. Dabei liebevolle Zeichnungen tibetischer
Chammasken, von Dorf, Kloster und Burg von Shegar, vom Dorf Tingri, d. h. von Orten,
die heute von Touristen auf der Strecke Lhasa-Kathmandu besucht werden.
[436] Fleming, Peter:
Tataren-Nachrichten. Eine Reise von Peking nach Kaschmir. Aus dem Englischen
übersetzt von Hans Reisiger. Mit 57 s/w Abb. und 2 (gefalt) Karten. 422 S. Rowohlt,
Berlin (1937).
(News from Tartary. A Journey from Peking to Kashmir. Jonathan Cape Ltd., London
1936).— Die 7monatige Reise im Jahr 1935 führt an Tibets Nordgrenze entlang und
berührt das Kokonor- und das Tsaidam-Gebiet. Die Ausreise nach Kashmir erfolgt über
Pakistan, nicht über Ladakh. Siehe zu dieser Reise auch das Buch der Mitreisenden Ella K.
Maillart "Verbotene Reise", Berlin 1938. Von seinem Besuch im Kloster Kumbum schreibt
Fleming, daß er zwar schon viele Tempel besucht habe, "aber hier erstmals jenes
angespannte, schauernde und prickelnde Gefühl hatte, das wohl ein Mittelding ist zwischen
übersinnlicher Ehrfurcht und sinnlicher Furcht".
[437] Fletcher, Grace Nies:
Eine Ärztin in Nepal. Das Ehepaar Fleming und sein Krankenhaus in Katmandu. Aus dem
Amerikanischen übersetzt von Fritz Dorn. Mit 8 Abb. und Karten im Vorsatz. 248 S.
Friedrich Reinhardt, Basel 1968.
(The Fabulous Flemings of Kathmandu. The story of two Doctors in Nepal. Dutton, New
York 1964, London 1965).— Erzählt wird die Lebensgeschichte eines amerikanischen
Ehepaares, er Ornithologe, sie Ärztin, die im Dienst der protestantischen Mission noch vor
1950 nach Nepal kamen. Das Ergebnis ihrer mühevollen Arbeiten ist ein vergleichsweise
modern ausgestattetes Hospital, dessen Tätigkeit von Ausländern und Nepalis
gleichermaßen mit Dankbarkeit anerkannt wird.— Die Autorin des Buches hat als Patientin
in diesem Hospital gelegen, wohl ihr einziger Kontakt mit Nepal: Das Buch strotzt von
Unrichtigkeiten, von der Karte im Einband bis hin zu nahezu allen geographischen und
religiösen Angaben zu Nepal, und die allzuoft unterstrichene christliche Frömmigkeit wirkt
manchmal geradezu peinlich (abgeändert nach einer Rezension von Wolf Donner).
[438] Flex, O:
Ein Blick ins verschlossene Tibet. (Evangel. Missions-Magazin. 43., pp. 177-192). 16 S.,
Basel 1899.
Wieder einmal zeigt sich, daß Missionare, die vor Ort arbeiten, mehr Verständnis für den
tibetischen Buddhismus zeigen als mancher 'Schreibtischtäter', der im fernen Europa sich
eine Meinung zurechtzimmert. Neben sachlichen Informationen zu Tibet und zum
tibetischen Buddhismus bietet das 3. Kapitel 'Missions- und Erforschungsversuche' einen
historischen Überblick zur Jahrhundertwende und speziell eine kurze Übersicht über die
Tätigkeit 1) der Herrnhuter Missionare im westtibetischen Raum, 2) der Londoner
Missionsgemeinschaft in Almora, 3) der skandinavischen Allianzmission in der Nähe von
Darjeeling, 4) der Mission der schottischen Kirche in Darjeeling selbst, 5) der
amerikanischen internationalen Missionsallianz an der tibetischen Grenze in Tautschau und
Sining, 6) zur Arbeit von Miss Annie Taylor, der Begründerin der 'Tibetischen Pionier-
Mission' (mit Kurzbiographie) und 7) über die China Inland Mission, die in der
osttibetischen Grenzregion mehrere wichtige Punkte besetzte.
[439] Flohn, Hermann:
Siehe Hermann von Wissmann, 1960.
[440] Först, Hans:
Tibet. Mit 70 teils farbigen Fotos sowie 15 Karten, Plänen und Strichzeichnungen.
(Walter-Reiseführer). 382 S. Walter, Olten/Freiburg/Br. 1989.
Der erste aktuelle Tibet-Führer eines deutschsprachigen Autors. Gute Darstellung des alten
Tibet, ausgezeichnete Hilfe zum Reisen im heutigen Tibet. Von Amdo im Osten über
Zentraltibet bis zum Kailash im Westen.
[441] Ford, Robert:
Gefangen in Tibet. Mit einem Vorwort von Heinrich Harrer. Aus dem Englischen übersetzt
von Arthur Seiffhart. Mit 27 s/w Abb. auf Tafeln, 2 Karten. 304 S. Heinrich Scheffler,
Frankfurt/M. 1958.
(Captured in Tibet. A first-hand story of the Chinese invasion through Eastern Tibet.
George G. Harrap & Co., London 1957).— Ford war der erste und einzige britische
Radio-Operator der tibetischen Regierung und wie Harrer und Aufschnaiter einer der
wenigen Ausländer, die in den 40er Jahren offiziell in Tibet lebten und arbeiteten. 1950/51
in Kham wurde er dort von den Chinesen als "Spion" verhaftet und erst 1955 freigelassen.
Historisch getreuer Bericht aus und über Tibet 1945 bis 1955.
[442] Forman, Werner und Forman, B:
Kunst ferner Länder. Vorderasien, Indien, Tibet, Japan, Tschuktschen-Halbinsel.
Textautoren L. Hájek, J. Hloucha, L. Jisl, L. Motous. Deutsche Übersetzung von Norbert
Chotas und Dr. Henriette Kreuz. Mit vielen z. T. farb. Abb., 333 S. Artia, Prag 1957.
S. 169 bis 211 betreffen Tibet.
[443] Forman, Werner und Rintschen, Bjamba:
Lamaistische Tanzmasken. Der Erlik-Tsam in der Mongolei. Übersetzung aus dem
Russischen vom Übersetzungsbüro Interpret (VOB). Übersetzung der Bilderläuterungen
aus dem Französischen von Helmut Bartuschek. 40 Farbbilder auf Tafeln. 145 S. Koehler
& Amelang, Leipzig 1967.
Mit ganzseitigen Farbfotos werden die 25 Masken für den Erlik-Tsam gezeigt und jede
einzelne Maske beschrieben. Die meisten Masken dieses Tsam haben tibetische Namen, die
aber mongolisch ausgesprochen wurden. Kostüme und Masken für den Tsam von Urga
wurden von mongolischen Meistern nach der Beschreibung des Werkes gefertigt, das der
5. Dalai Lama über den Tsam geschrieben hatte. In der Mongolei erscheint der Tsam
erstmals in dem Kloster, das den Chutuktu von Urga, den Inkarnationen des tibetischen
Heiligen Taranatha, als Residenz diente, und zwar im Jahre 1811.
[444] Forstmannn, Carl:
Himatschal. Die Throne der Götter. 25 Jahre im Himalaya. Mit 91 Abb. auf Tafeln, 79
Textillustrationen, zwei Beilagen und 1 gefalteten Karte von Sikkim. 432 S. August Scherl,
Berlin 1926.
Der Autor lebte 25 Jahre als deutscher Teepflanzer in Darjeeling, eine
Ausnahmeerscheinung unter den von Briten beherrschten Teeplantagen. Seine
differenzierte Schilderung von Darjeeling, Sikkim und den Vorbergen des Himalaya gilt
heute als Klassiker der Himalayaliteratur. 'Auch die Leute habe ich mich bemüht so
vorzuführen, wie sie mir erschienen sind, mit ihrem wilden Aberglauben, ihrem unendlichen
Schmutz und doch fröhlichen und lustigen Charakter, unter dem sich ein gut Teil
Spitzbubenschlauheit birgt', schreibt der erfolgreiche, dann wegen des ersten Weltkrieges
heimgekehrte Plantagenbesitzer.
[445] Foucheur, Th:
Tibetanische Mystik und Lama-Weisheit. (Zentralblatt für Okkultismus. III. (1910), pp.
391-96, 441-49, 538-43; IV. (1910/11), pp. 99-105, 158-65, 213-20, 269-78, 343-51,
406-14, 499-503, 542-55, 601-07, 663-69, 731-39). 114 S. Max Altmann, Leipzig
1910/11.
Der in Mesopotamien wirkende, später nach Orléans zurückgekehrte Arzt berichtet von
längeren (fiktiven ?) Gesprächen im Orient mit einem blinden tibetischen Lama namens
Tschang-gatze: Fragen nach einer persönlichen Gottheit, Unsterblichkeit, 'Zentralseele' und
verwandte Fragen werden ebenso behandelt wie eine Heilung von schwerer Krankheit
durch den Tibeter (mit sehr modern und vernünftig anmutenden Verfahren). Im Gespräch
erfährt er auch vieles über den Schulunterricht und den Lehrplan in Tibet, sowohl was
Lesen, Schreiben und Rechnen wie auch was religiöse und mystische Schulung anbelangt.
[446] Francke, Anna Theodora:
SNgonmai ladvags rgyalpoi lorgyus, dang Singpai dmaggi lorgyus. (Geschichte des Dogra-
Krieges, von Tshe-bstan aus Kha-la-tse erzählt). Deutsche Übersetzung von A. Th.
Francke. 21 S. Missions-Presse, Leh (Ladakh) 1903.
Unter-Ladakher Darstellung des Dogra-Krieges, von einem Kriegs-Veteranen erzählt.
[502] Francke, August Hermann (1870-1930):
Biobibliographie siehe Michael Hahn, Gütersloh 1988. Bibliographie auch Manfred Taube,
1987. Diese beiden Bibliographien stimmen nicht immer ganz überein.
[447] Francke, August Hermann:
Bemerkungen zu Jäschke's tibetischer Bibelübersetzung. Mitgeteilt von G. Th. Reichelt.
(Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. 51., pp. 647-657). 11 S.,
Leipzig 1897.
Prägnante Charakterisierung des von Jäschke nach dem Griechischen und der Lutherschen
Übersetzung ins Tibetische übertragenen Neuen Testamentes, und zwar in die gelehrte
Schriftsprache der Tibeter. Analyse des Warum und Wie von Schriftsprache versus
Volkssprache, Übertragung versus Übersetzung und Eingehen auf die Anpassung an
bekannte buddhistische Terminologie.
[448] Francke, August Hermann:
Die Respektssprache im Ladaker tibetischen Dialekt. (Zeitschrift der Deutschen
Morgenländischen Gesellschaft. 52., pp. 275-281). 7 S., Leipzig 1898.
Sprachwissenschaftliche Abhandlung über das Phänomen der von West (Europa) nach Ost
(Tibet) zunehmend umfangreicheren Respektssprache und deren formalen Aufbau. Anders
als in Europa setzt der Redende sich selbst dabei deutlich in für unser Empfinden abfälligen
Redewendungen herab, selbst wenn es sich um eine hochgestellte Persönlichkeit handelt.
[449] Francke, August Hermann:
Die sprachlichen Verhältnisse der Himalayamission der Brüdergemeine. (Allgemeine
Missionszeitschrift. 25., pp. 439-446). 8 S., Gütersloh 1898.
Schilderung der Versuche schottischer Missionare in Darjeeling, den Lhasa-Dialekt als
allein gültiges tibetisches Idiom für Bibelübersetzungen, auch für den westtibetisch
beeinflußten nordindischen Himalayaraum, in dem die Herrnhuter wirkten, zu verbreiten.
Vor allem aber Schilderung der vielfachen Dialekte im westtibetischen Raum, mit
prozentualen Angaben der Verteilung auf die einzelnen Idiome in den drei
Missionsstationen Leh, Kyelong und Poo, sowie Hinweis auf das Vordringen des Hindi
und die Bedeutung der Muslims.
[450] Francke, August Hermann:
Ein Besuch im buddhistischen Kloster Hemis (Ladâk). Mit Einleitung und Anmerkungen
von G. Th. Reichelt. (Globus. Illustrierte Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde. 73., pp.
1-8). 8 S. Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig 1898.
Ein wichtiges Zeitdokument! Francke (mit etwa 20 weiteren Europäern) besucht im
Sommer 1896 die Chamtänze des Kloster Hemis und gibt einen lebendigen Bericht seiner
Beobachtungen, auch zu den Tänzen der 'vorbuddhistischen Priester', zur Musik, sowie zur
Haltung der Lamas, die den Missionaren in einer Art 'ritterlicher Haltung' bevorzugt
Unterkunft im Kloster gewähren, obgleich sie wissen, daß 'wir ihre Feinde sind'.
[451] Francke, August Hermann:
Spiele und Nationaltänze in Leh. (Globus. Illustrierte Zeitschrift für Länder- und
Völkerkunde. 74, Nr. 11., pp. 176-180). 5 S. Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig 1898.
Zum Jubeltag der Königin von England und Kaiserin von Indien hatte der oberste
Kashmirbeamte von Ladakh ein Fest angeordnet (eher zum Verdruß der Ladakher), bei
dem auf dem Bazar von Leh Polo und später Fußball gespielt wurden, beides von den
Engländern importiert, von Einheimischen in einheimischer (behindernder) Tracht gespielt.
Am Abend folgten dann tatsächlich im Garten des Kashmirbeamten die Volkstänze der
Ladakher, der Balti, der Männer von Yarkand, sodann ein Schwerttanz, ein Feuertanz und
einiges mehr, wobei die Frauenrollen stets — und täuschend echt — von Männern
übernommen wurden.
[452] Francke, August Hermann:
Ladâker mythologische Volkssagen. (Globus. Illustrierte Zeitschrift für Völker- und
Landeskunde. 76., pp. 313-315). 3 S. Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig 1899.
Über die Übereinstimmung der Grundideen der tibetischen Mythologie mit denen der
arischen, samt einer Episode aus dem 'Wintermythus' (König Gesar).
[453] Francke, August Hermann:
Zum Ladâker Volkslied. (Globus. Illustrierte Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde. 75.,
pp. 238-242). 5 S., Braunschweig 1899.
Francke beschreibt das Ladakher Volkslied als aufgeteilt in zwei unterschiedliche
Gattungen, nämlich den 'Pfluggesang' und das 'Lied im eigentlichen Sinne'. Der
Pfluggesang ist ein improvisierter Gesang, hingesungene Sätze des Volksdialektes ohne
besondere Kunstfertigkeit, um rhythmisch die anstrengende körperliche Arbeit zu
begleiten. Das Lied hingegen ist ein Kunstwerk, dessen Text der religiösen, d. h. der
Büchersprache entstammt und meist von den Leuten, die es singen, vom Inhalt her gar
nicht verstanden wird. Zwei Beispiele mit Noten ('Das Kloster Altschi bei Basgo'; 'Der
Tod') sind beigefügt.
[454] Francke, August Hermann:
Der Frühlingsmythus der Kesarsage. Ein Beitrag zur Kenntnis der vorbuddhistischen
Religion Tibets. Übersetzung, Kommentar und tibetischer Text. (Mémoires de la Société
Finno-Ougrienne. XV. 1). (Pagina 1-34 tibet. Text u. Kommentar, 1-31 Übersetzung). 65
S. Société Finno-Ougrienne, Helsingfors 1900.
Zusammen mit Teil 2 (1902) als Reprint bei Biblio-Verlag Otto Zeller, Osnabrück 1968.—
Berthold Laufer (Wiener Zeitschr. f. d. Kunde d. Morgenlandes 15 (1901), p. 77-98) weist
darauf hin, daß Franckes Kesarsagen keine neben der literarischen Überlieferung
herlaufende selbständige Quelle mündlicher Tradition darstellen, die etwa jener gegenüber
ein Anrecht auf höhere Altertümlichkeit behaupten könnte. Es handelt sich auch um keine
freie Erzählung, die beim Übergang von einem Mund zum anderen Gefahr läuft, verändert
zu werden, sondern um auswendig gelernten Stoff, bei dessen Wiedergabe kaum ein Wort
verändert wird. Die Märchen sind vielmehr aus dem Gesarepos der tibetischen Literatur
geschöpft, dessen Stoffe zu den mongolischen Sagen desselben Helden in engster
Beziehung stehen. Franckes neun Gesarmärchen decken sich inhaltlich mit dem ersten
Kapitel der von I. J. Schmidt (siehe dort, St. Petersburg 1839) übersetzten Version.—
"Franckes zumeist naturmythologische Deutung des Epos erhielt durch H. Laufer schärfste
Kritik. Die heutigen Einsichten in das vielschichtige Epos ergeben aber gegenüber Laufers
Standpunkt ein komplizierteres Bild, in dem kosmologische und naturmythologische Züge
wohl nicht den alleinigen Sinngehalt ausmachen, aber nur gewaltsam wegzudeuten sind.
Ein besonders geartetes Stratum wird duch Motive belegt, die einer Gnosis des
Megalithikums angehören" (Siegbert Hummel in Zeitschrift für Missions- und
Religionswissenschaft 1970).
[455] Francke, August Hermann:
Eine Besteigung des Karsongpasses (Kaschmir). (Globus. Illustrierte Zeitschrift für
Völker- und Landeskunde. 78., pp. 222-226). 5 S. Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig
1900.
Bericht über einen Tagesausflug von Leh aus auf den 5650 m hohen Karsong-Paß, mit
Beschreibung von Manimauern, Dörfern, Landschaft und liebevoller Hinwendung zum
Leben der Ladakhis.
[456] Francke, August Hermann:
West-Himalaya. Missionsreise in der nördlichen Umgebung von Kalatse mit Besuch des
Erntefestes in Skyurbutschan. (Missionsblatt der Brüdergemeine. 64., pp. 105-112). 8 S.
Missionsbuchhandlung, Herrnhut 1900.
Wanderung am 13./14. Juli 1899 zu zwei Dörfern, mit Schilderung der von Francke als
'vorbuddhistisch' bezeichneten Erntefeste. Stark missionarisch (für die Heimat
erforderlich?) durchsetzter Text ohne Verständnis für die als heidnisch bezeichnete
bodenständige Religion und Kultur.
[457] Francke, August Hermann:
Die Dhyanibuddhas und Manushibuddhas im Lichte der vorbuddhistischen Religion
Ladakhs. (Globus. Illustrierte Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde. 80., pp. 122-125).
4 S. Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig 1901.
Ausgehend von Hochzeitsritualen bei den Ladakhern beschreibt Francke die dabei
wichtigen 'Lieder' über die vier Himmelsrichtungen, speziell die dabei vorkommenden
Gottheiten und deren Bezug zur Bon-Religion und (nur im geringeren Umfang) zum
Mahayana-Buddhismus.
[458] Francke, August Hermann:
Die vorbuddhistische Religion Tibets. (Allgemeine Missionszeitschrift. 28., pp. 579-584). 5
S., Gütersloh 1901.
In einem kleinen Geplänkel gegen Äußerungen von B. Laufer verteidigt Francke die von
den Missionaren in Ladakh gesammelten und der Wissenschaft zur Verfügung gestellten
Beiträge zu tibetologischen Studien, und zwar insbesondere den Wert der "Leher
Mythensammlung", vor allem der Beiträge zur Kesar-Sage, die er mit der Edda vergleicht.
In kurzen Zügen wird der Gang der Kesar-Sage geschildert (Frühlingsmythus,
Herbstmythus), auch ausgeführt, daß die alte Bon-Religion in Ladakh lebendiger und
volksnaher lebt als der tibetisch reformierte Buddhismus.
[459] Francke, August Hermann:
Ekasringa Prinz Einhorn. Aus dem Sanskrit des 65. Gesanges des Avadana Kalpalata des
Kashmir-Dichters Kschemendra übersetzt. 19 S. Otto Harrassowitz, Leipzig 1901.
Außer der umfangreichen, im Jahre 1052 verfaßten Dichtung Avadana Kalpalata ist der
kashmirische Dichter Kschemendra auch der Verfasser von zahlreichen geschichtlichen,
philosophischen und romantischen Werken, schreibt Francke in der Einleitung. Er weist
auch auf die eigentliche Sanskritform Ekasrnga hin. Die von Francke in Versform
gebrachte Übersetzung der Einhorn- oder Gazellensage macht den Buddha in einer seiner
früheren Existenzformen zum Helden der Dichtung, wobei der historische Buddha seinen
Schülern diese reine und naive Liebesgeschichte aus einer seiner früheren Existenzformen
erzählt.
[460] Francke, August Hermann:
Der Wintermythus der Kesarsage. Ein Beitrag zur Kenntnis der vorbuddhistischen Religion
Ladakhs. Übersetzung, Kommentar und tibetischer Text. (Mémoires de la Société Finno-
Ougrienne. XV., 2). 77 S. Société Finno-Ougrienne, Helsingfors 1902.
Reprint (zusammen mit Teil 1, 1900) bei Biblio-Verlag Otto Zeller, Osnabrück 1968.—
Seite 1 bis 36 tibetischer Text, 37 bis 77 Übersetzung und Kommentar.
[461] Francke, August Hermann:
Dritte Sammlung von Felszeichnungen aus Unter-Ladakh. Lithograph. Druck. Seiten 1-5
Tafeln mit Abbildungen. 10 S. Missions-Presse, Leh (Ladakh) 1902.
[462] Francke, August Hermann:
Bibliographie der westtibetischen Mission der Brüdergemeine. 1853-1903., Nayadupeta
1903.
Mir nicht verfügbar, zitiert bei Michael Hahn, 1988.
[463] Francke, August Hermann:
Kleine Beiträge zur Phonetik und Grammatik des Tibetischen. (Zeitschrift der Deutschen
Morgenländischen Gesellschaft. 57., pp. 285-298). 14 S., Leipzig 1903.
Auf Anregung von Conrady, Grünwedel und Laufer veröffentlicht Francke seine
Beobachtungen zum Einfluß des Sanskrit auf das Tibetische und über die Wirkung der
Präfixe auf Media und Tenuis.
[464] Francke, August Hermann:
Musikalische Studien in Westtibet. (Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen
Gesellschaft. 59., pp. 91-104). 14 S., Leipzig 1905.
Im Rahmen seiner Studien zur westtibetischen Musik lernte Francke auch ein
einheimisches Musikinstrument spielen, das gLingbu, ein Flagelott, welches fast jeder
männliche Ladakhi besitzt und meist recht gut spielt. Dieses wie weitere ladakhische
Musikinstrumente werden samt ihren musikalischen Möglichkeiten beschrieben, dazu
mehrere Lieder mit Notenbeispielen.
[465] Francke, August Hermann:
Erste Sammlung historischer Inschriften auf Felsen und Steinen in West-Tibet. Text
tibetisch mit deutschen Überschriften. Auflage 40 Exemplare. 36 S. Missions-Presse,
Kyelang (Lahoul) 1906.
Auflage 40 Exemplare. Titel in Englisch und Deutsch. Text tibetisch mit deutschen
Überschriften.
[466] Francke, August Hermann:
Kleine archäologische Erträge einer Missionsreise nach Zangskar in Westtibet. (Zeitschrift
der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. 60., pp. 645-661; pp. 645-647). Mit 2
Tafeln und 3 Abb., 20 S., Leipzig 1906/07.
Wanderung nach Zangskar. Wichtige Quelle wegen der wiedergegebenen Felszeichnungen
mit recht genauer Ortsbeschreibung.
[467] Francke, August Hermann:
Das tibetische Pronominalsystem. (Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen
Gesellschaft. 61., pp. 439-440). 2 S., Leipzig 1907.
Sprachwissenschaftliche Abhandlung anläßlich des Autors Übersetzung des
Markusevangeliums in die beiden Hauptsprachen von Lahoul, d. i. Bunan und Manchad.
[468] Francke, August Hermann:
Die historischen und mythologischen Erinnerungen der Lahouler. Missions-Presse,
Kyelang (Lahoul) 1907.
Tibetischer Text. Einleitung und Überschriften auf Deutsch.
[469] Francke, August Hermann:
Die Sammlung tibetischer Manuskripte im Museum der Macica serbska. (Bautzener
Anzeiger, 7. 12. 1907: 144
[Beilage]). 1 S., Bautzen 1907.
[470] Francke, August Hermann:
Historische Dokumente von Khalatse in West-Tibet (Ladakh). (Zeitschrift der Deutschen
Morgenländischen Gesellschaft. 61., pp. 583-614). Mit 4 Tafeln. 32 S., Leipzig 1907.
Ob Kultstätten der Bonreligion, alte indische Inschriften oder mittelalterliche und auch
neuere tibetische Zeugnisse, alles was Francke bei seinen Wanderungen und
Nachforschungen entdeckte, dokumentiert er mit Abbildungen der Zeichnungen, mit
Original und Übersetzung der Inschriften und mit Anmerkungen.
[471] Francke, August Hermann:
Zweite Sammlung tibetischer historischer Inschriften auf Felsen und Steinen in West Tibet.
Missions-Presse, Kyelang (Lahoul) 1907.
Auflage 40 Exemplare. Tibetischer Text. Einleitung und Überschriften in deutscher
Sprache.
[472] Francke, August Hermann:
Die Mitarbeit der Brüdermission bei der Erforschung Zentral-Asiens. Vortrag, gehalten in
Herrnhut den 22. Jan. 1909. (Hefte zur Missionskunde. 4.). 31 S. Verlag der
Missionsbuchhandlung, Herrnhut 1909.
Geschichte der Herrnhuter Missionare in Westtibet, die auch als 'Tibetologen' wirkten.
Hinweis auf den "Schwindel" des Russen Notowitsch, der 1890 in Leh mit Redslob und
Marx, beides Herrnhuter Missionare, zusammenkam. Mit Bibliographie im Anhang.
[473] Francke, August Hermann:
Tabellen der Pronomina und Verba in den drei Sprachen Lahoul's: Bunan, Manchad und
Tinan. (Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. 63., pp. 65-97). 33 S.,
Leipzig 1909.
Eigentlich eine Teilgrammatik und ein Teilwörterbuch dieser drei Sprachen, die in Lahoul
gesprochen werden.
[474] Francke, August Hermann:
Archäologische Expedition an der indisch-tibetischen Grenze. (Die Umschau. 14., pp. 666-
668). Mit 1 Abb., 3 S., Frankfurt/M. 1910.
Bericht über die im Auftrag der englisch-indischen Regierung von Francke durchgeführte
'Reise' im Jahr 1909, bei welcher er mehrere Inschriften aus der Zeit der Gugeherrscher in
Westtibet sowie Reste der Bon-Religion aufnehmen konnte. Die wissenschaftliche
Bearbeitung dieser Reise findet man bei Francke: Antiquities of Indian Tibet, 2 Vol.,
Calcutta 1926, Reprint 1972.
[475] Francke, August Hermann:
Die Geschichte des Dogra-Krieges. Nach dem Manuskript C des Ladvags rgyalrabs.
(Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. 64., pp. 537-552). 16 S.,
Leipzig 1910.
Der ärztliche Missionar Dr. Karl Marx kam 1886 nach Leh. Er arbeitete an einer
Geschichte des ehemaligen Königreiches. Er starb vor Vollendung seiner großen Arbeit,
von der ein Teil in englischer Sprache publiziert wurde. Die Geschichte des Dograkrieges
(1834-1842) ließ er von einem Ladakher Geschichtsschreiber zu Papier bringen. Dessen
mehrfach verbesserte 3. Version legt Francke hier im tibetischen Text und in deutscher
Übersetzung vor.
[476] Francke, August Hermann:
Die Sprachenfrage in der west-tibetischen Mission der Brüdergemeine. (Allgemeine
Missionszeitschrift. 37., pp. 412-420; 448-454). 16 S., Gütersloh 1910.
Geschichtlicher Abriß über den Beginn der Tibetmission der Herrnhuter Brüdergemeine im
Jahr 1853 in der britisch-indischen Provinz Lahoul. Zentraltibet mit Lhasa war den
Missionaren ebenso verschlossen wie — aufgrund eines russischen und chinesischen
Verbotes — das eigentliche Missionsziel Mongolei. Eingehen auf die schwierigen
sprachlichen Verhältnisse in Lahoul, wo nebeneinander mehrere Sprachen gesprochen
werden, nämlich tibetisch (in mehreren Dialekten), Tinan, Mandchad, Pahari und Urdu-
Hindi.
[477] Francke, August Hermann:
Ein Siegel in tibeto-mongolischer Schrift von Bhutan. (Zeitschrift der Deutschen
Morgenländischen Gesellschaft. 64., pp. 553-554). Mit 2 Abb., 2 S., Leipzig 1910.
[478] Francke, August Hermann:
Tibetische Geschichtsforschung und was man dabei erleben kann. Mit Zeichnungen und 4
Photographien. 24 S. Missionsbuchhandlung, Herrnhut 1911.
Bericht über einen archäologischen Ausflug 1909 zur Aufnahme von Steininschriften. Mit
vielen Hinweisen zur Geschichte Tibets.
[479] Francke, August Hermann:
Br. Jäschke und die tibetische Sprache. (Die Brüder. Aus Vergangenheit und Gegenwart
der Brüdergemeine, pp. 321-327). Mit 2 Abb., 7 S. Verein für Brüdergeschichte,
Gnadau/Herrnhut 1914.
Dritte Auflage 1922, pp. 264-270.— Beschreibt Jäschkes Herkunft und seinen
bescheidenen Lebensstil, speziell bei den Eltern des ehemaligen Hemis-Lamas sTobs-rgyas,
der ihm dort wesentlich beim Erlernen der tibetischen Umgangs- und Schriftsprache half.
Kurzbiographie des großen Gelehrten.
[480] Francke, August Hermann:
Evangelisationsreisen im Himalaja. (Die Brüder. Aus Vergangenheit und Gegenwart der
Brüdergemeine, pp. 316-320). Mit 2 Abb., 5 S. Verein für Brüdergeschichte, Gnadau
1914.
Bereits 1914 in 2. Auflage erschienen, 3. Auflage 1922. Zusammenfassender Bericht aus
Franckes 'Tibetische Geschichtsforschung', Herrnhut 1911, und Ribbachs 'An den Grenzen
Tibets', Herrnhut 1900.
[481] Francke, August Hermann:
Vokabular der Manchadsprache. (Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen
Gesellschaft. 71., pp. 137-161, 447). 26 S., Leipzig 1917.
Ein Wörterbuch Manchad-Deutsch (einer der in Lahoul gesprochenen Sprachen), als
Ergänzung zu dem von den Herrnhuter Missionaren in der Manchadsprache
veröffentlichten Markus-Evangelium.
[482] Francke, August Hermann:
Die Geschichten des toten No-rub-can. Eine tibetische Form der Vetalapancavimsatika aus
Purig. (Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. 75., pp. 72-96). 25 S.,
Leipzig 1921.
Aus den nach dem 1. Weltkrieg von Francke nach Berlin geretteten tibetischen
Handschriften veröffentlicht er hier drei Erzählungen (tibetischer Text in Umschrift und
Übersetzung). Die Rahmenerzählung findet sich so auch im mongolischen Siddhikür, der
eigentliche Inhalt auch in der indischen Vetalapancavimsatika. Francke vermutet, das diese
Geschichten (erzählt von einem Leichnam auf dem Weg zur Leichenstätte) von Indien
zuerst zu den Tibetern und dann zu den Mongolen kamen.
[483] Francke, August Hermann:
Durch Zentralasien in die indische Gefangenschaft. Mit Frontispiz und 15 s/w Abb. auf
Tafeln. Einige Zeichnungen im Text, 3 Karten. 172 S. Verlag der Missionsbuchhandlung,
Herrnhut 1921.
Francke reiste 1914 von Deutschland aus über Land durch Rußland und Chinesisch-
Turkistan nach Ladakh, wo er als Missionar tätig gewesen war. Bericht über das selten
bereiste Nubra-Tal. In Ladakh angekommen, wurde er infolge Ausbruch des Weltkrieges
nach Srinagar beordert und anschließend eineinhalb Jahre in der Nähe Bombays unter
schwierigen Bedingungen interniert — obgleich er wenige Jahre zuvor als Beauftragter der
englisch-indischen Regierung als "Archäologe" wichtige Dienste geleistet hatte. Francke
schreibt nichts über diese schlimme Zeit, keine Vorwürfe klingen an, vielmehr gibt er in
einem Anhang eine Beschreibung auch selten besuchter Klöster und einige geschichtliche
Informationen zum westtibetischen Raum.
[484] Francke, August Hermann:
Die Frage der Bon-Religion. Antrittsvorlesung an der Universität Berlin. (Allgemeine
Missions-Zeitschrift. 49., pp. 321-331). 11 S. Bertelsmann, Gütersloh 1922.
Ein bedeutender Vortrag, in dem Francke nicht nur die Art seiner Feldforschung in Ladakh
beschreibt, sondern vor allem auf das aus der Waddell'schen Sammlung nach Berlin
gekommene gZer-mig Manuskript, ein Bon-Hauptwerk, zu sprechen kommt, um dessen
Übertragung ins Deutsche er sich so bemüht. Mit Inhaltsanalyse, soweit zum damaligen
Zeitpunkt möglich.
[485] Francke, August Hermann:
Die tibetische Vetalapancavimsatika (Siddhikür). (Zeitschrift der Deutschen
Morgenländischen Gesellschaft. 77., pp. 239-254). 16 S., Leipzig 1923.
Von der Familie der Bar-bog Fürsten in Lahoul erhielt Francke ein etwa 50 Jahre altes
Manuskript, in dem eine Rahmenerzählung und 13 tibetische Märchen niedergeschrieben
sind. Diese erinnern, wie schon 'Die Geschichten des toten No-rub-can', an die indische
Märchensammlung Vetalapancavimsatika und an den mongolischen Siddhikür. Francke
hält diese tibetische Märchensammlung für die Vorlage des mongolischen Siddhikür.
[486] Francke, August Hermann:
Tibetische Hochzeitslieder. Übersetzt nach Handschriften von Tag-ma-cig. Mit einer
Einleitung über die Mythologie der tibetischen Sagenwelt und Bildern, meist nach
Aufnahmen des Verfassers. Lieder in die ursprünglichen Versmasze übertragen von Anna
Paalzow. (Schriftenreihe Kulturen der Erde. Material zur Kultur- und Kunstgeschichte
aller Völker. Abteilung Textwerke). Mit 60 s/w Abb. im Anhang, 71 S. Folkwang, Hagen
i.W./Darmstadt 1923.
Nach einleitender Darstellung der tibetischen Mythologie und der Bon-Religion,
Ausführungen zum Gesar-Epos und zur tibetischen Kosmologie werden 60 Hochzeitslieder
wiedergegeben, die zunächst von Francke in Prosa, dann von Frau Anna Paalzow in Verse
gebracht wurden. Die alten Versmaße wurden als Bindeglied mit dem tibetischen Urtext
beibehalten. Die Lieder geben einen guten Einblick in das tägliche Leben der Ladakher und
auch in die Mythologie der Tibeter. Die Zeichnungen sind auf 4 Tafeln und die
fotografischen Aufnahmen auf 15 Tafeln im Anhang zusammengefaßt. Die Zeichnungen
auf den 4 Tafeln enthalten von Francke gesammelte Felszeichnungen, vorwiegend vom
Indusufer bei Khalatse und aus Zanskar (Tiere, Opferspiele, Formen des Svastika, Kesar zu
Pferd).
[487] Francke, August Hermann:
Tibetische Handschriftenfunde aus Turfan. (Sitzungsberichte der Preussischen Akademie
der Wissenschaften, philos.- histor. Klasse, pp. 5-20). Mit 6 Abb., 16 S. Akademie, Berlin
1924.
Die Bruchstücke enthalten 1) Überreste buddhistischer Literatur, 2) Reste eines
Wahrsagebuches, 3) Briefe aus der Thangzeit.- Das wertvollste sind die alten Briefe,
welche durch Erwähnung historischer Namen datierbar sind. Einer ist möglicherweise an
König Ral-pa-can, der bei seinem geistlichen Namen genannt wird, gerichtet. Das
Wahrsagebuch, welches auch aus der Thangzeit stammt, zeigt Verwandtschaft zu einem
Wahrsagebuch in türkischer Runenschrift. Die wichtigsten Fragmente werden von Francke
übersetzt und kommentiert.
[488] Francke, August Hermann:
Die Jesuitenmission von Tsaparang im Lichte der tibetischen Urkunden. (Zeitschrift für
Missionswissenschaft und Religionswissenschaft. 15., pp. 269-276). 8 S. Aschendorf,
Münster 1925.
Kurzer Überblick über die Geschichte der Jesuitenmission in Tsaparang/Guge und
Wiedergabe der Stellen des Ladakher Königsbuches, die auf den Krieg mit Guge Bezug
nehmen. Die Jesuiten und ihre Tätigkeit in Guge bzw. das Christentum werden mit keinem
Wort in den (auch weiteren von Francke beigezogenen) Quellen erwähnt. Ausführliches
zur Jesuitenmission in Tsaparang siehe Jürgen C. Aschoff, Eching 1989.
[489] Francke, August Hermann:
Felseninschriften in Ladakh. (Sitzungsberichte der Preussischen Akademie der
Wissenschaften, 31., philosoph.-histor. Klasse, pp. 366-370). Mit 1 Tafel. 5 S. Akademie,
Berlin 1925.
In der Nähe des Dorfes Drangtse, westnordwestlich des Pangkongsees in rauher
unwirtlicher Gegend gelegen, entdeckten die Herrnhuter Missionare einen Felsen mit einer
Vielzahl von Figuren und Inschriften. In der weiteren Umgebung wurden weitere
Felseninschriften gefunden. Die Zeichnungen zeigen Jagdszenen, Chörten, 'nestorianische
Kreuze', sowie Inschriften, die als indisch-buddhistischer Herkunft gedeutet werden. Zur
Bedeutung dieser Inschriften siehe F. W. K. Müller, Berlin 1925.
[490] Francke, August Hermann:
Geistesleben in Tibet. (Allgemeine Missionsstudien, 2. Heft. Herausgegeben von Prof. D.
Julius Richter und D. M. Schlunk). Mit 24 Abb. auf Tafeln. 80 S. C. Bertelsmann,
Gütersloh 1925.
Zur Religion und Literatur Tibets, basierend auf Franckes Erfahrungen in Ladakh und
Lahoul. Interessante Fotos, so auch von der Missionsstation in Kyelong, ebenso
Felszeichnungen. Kapitel zur Geschichtsschreibung der Tibeter, zur tibetischen
Übersetzungsliteratur, auch zur Bon-Religion.
[491] Francke, August Hermann:
Übersetzung eines Briefes aus Turfan, wahrscheinlich aus dem 8. Jahrhundert, der von
einem Krankheitsfall berichtet. (Archiv für Geschichte der Medizin. 17., pp. 198-199). 2
S., Leipzig 1925.
Verbesserte Übersetzung eines Dokumentes, bereits in der Arbeit 'Sitzungsberichte, Berlin
1924' vorgelegt. Kurzes Eingehen auf 'Shan', ein im Text erwähntes Musikinstrument der
Bon-po.
[492] Francke, August Hermann:
Wa-tsei-sgruns. Fuchsgeschichten, erzählt von dKon-mchog-bkra-sis aus Kha-la-tse. (Asia
Major. II., pp. 408-431). 24 S., Leipzig 1925.
Reprint 'Johnson Reprint Corporation', New York und London 1964.— Francke ließ vom
Märchenerzähler rGya-mtsho-pa, der einen großen Schatz an Folklore kannte,
Fuchsgeschichten (auf die er ebenso wie die Frau des Missionars Ribbach gestoßen war)
durch den Schulmeister aufschreiben und veröffentlichte auf der Missionspresse in Leh
(1903, etwa 50 Exemplare) den tibetischen Text. Hier nun folgen der volle tibetische Text
in Transkription, eine Liste der schwierigen oder unbekannten Wörter und eine deutsche
Übersetzung. Der 1. Text ähnelt 'Reineke Fuchs', der 2. Text dem 'Gestiefelten Kater'.
[493] Francke, August Hermann:
Buddhistische Volkslieder aus Ladakh. (Mitteilungen des Seminars für Orientalische
Sprachen zu Berlin. 30. Abtl. I.: Ostasiatische Studien. pp. 111-122). Mit 1 Karte, 12 S.
Walter de Gruyter in Kommission, Berlin 1927.
Es werden 3 Lieder in tibetischer Schreibweise, deutscher Übersetzung und mit
Anmerkungen zum Versmaß, Inhalt, vorkommenden Namen und Umständen der
Aufzeichnung (bei Festen in Ladakh) berichtet.
[494] Francke, August Hermann:
Die Zufluchtsformel der Bon-Religion der Tibeter. (Neue Allgemeine Missionszeitschrift.
4., pp. 150-158). 9 S. Bertelsmann, Gütersloh 1927.
Francke fand während seiner Übersetzung des gZer-myig, des 'Hauptwerkes der Bonpos',
auf Blatt 231 b des 2. Bandes die Zufluchtsformel der Anhänger der tibetischen Bon-
Religion (und etwas weiter im Text deren 'Zehn Gebote'). Ähnlichkeit zum Om Mani
Padme Hum, zur 'christlichen Dreieinigkeitsformel' und geschichtliche Einordnung der
Bon-Formel werden herausgearbeitet. Francke publizierte die ersten 6 Kapitel des gZer-
myig in englischer Übersetzung (Asia Major Vol. 1, 3, 4, 5 und 6), eine Übersetzung der
restlichen Kapitel wurde nicht veröffentlicht und ist auch in den bekannten Nachlaßteilen
nicht enthalten (persönliche Mitteilung von Dr. Manfred Taube).
[495] Francke, August Hermann:
Ein Dokument aus Turfan in tibetischer Schrift, aber unbekannter Sprache.
(Sitzungsberichte der Preussischen Akademie der Wissenschaften. XII., philosoph.-hist.
Kl., pp. 124-130). Mit 1 Tafel. 7 S. Akademie, Berlin 1927.
Dieses Dokument ist entsprechend der Bezeichnung im Kanjur in der Bru-za Sprache
geschrieben, durch Vergleich mit bekannten tibetischen Ausdrücken als medizinischer Text
zu bezeichnen. Mit Ausführungen zum bisher Bekannten und verwandten Texten in der
Zhan-zhun-Sprache.
[496] Francke, August Hermann:
Das Christentum und die tibetische Bon-Religion. (Deutsche Forschung. Heft 5
"Völkerzusammenhänge und Ausgrabungen", pp. 100-111). 12 S. Notgemeinschaft Dt.
Wissenschaft, Berlin 1928.
Über den Einfluß des nestorianischen Christentums auf den Buddhismus Innerasiens, wie
auch umgekehrt über den Einfluß des Buddhismus auf christliches Gedankengut. Bei seiner
Übersetzung des Hauptwerkes der tibetischen Bon-Religion, des gZer-myig, sieht Francke
zahlreiche Parallelen zum Neuen Testament, die er beispielhaft anführt.
[497] Francke, August Hermann:
Drei weitere Blätter des tibetischen Losbuches von Turfan. (Sitzungsberichte der
Preussischen Akademie d. Wissenschaften. 8., philolog.-histor. Klasse, pp. 110-118). 9 S.
Akademie, Berlin 1928.
In Ergänzung zu seiner Arbeit von 1924 (Handschriftenfunde aus Turfan) mit drei Blättern
eines Wahrsagebuches beschreibt Francke jetzt drei weitere Blätter dieses Losbuches aus
den Le Coqschen Funden. Ausführlich geht Francke auf das beschriebene Würfelorakel ein.
Einen ähnlichen Text entdeckte er im 123. Band des Tanjur.
[498] Francke, August Hermann:
Königsnamen von Khotan (a-ma-ca) auf tibetischen Dokumenten der
Turkistansammlungen von London und Berlin. (Sitzungsberichte der Preussischen
Akademie der Wissenschaften. Phil.-histor. Klasse XXXI., pp. 671-676). 6 S. Akademie,
Berlin 1928.
Liste der letzten Khotankönige mit ihren Sanskrit- und chinesischen Namen, beginnend mit
Vijayakirti (665 n. Chr., die Tibeter fallen in Khotan ein) bis Vijaya 'azala (768 n. Chr.).
Die Könige von Khotan waren damals tibetische Vasallen.
[499] Francke, August Hermann:
Tibetische Dokumente aus Turkestan. (Forschungen und Fortschritte. 4., pp. 365-366). 2
S., Berlin 1928.
Kurzer Bericht über Franckes Auftrag, die tibetische Manuskriptsammlung von Sir Aurel
Stein (mehr als 1 200 Stücke), die dieser von seiner 2. Turkestanreise mitgebracht hatte,
im Britischen Museum zu katalogisieren, sowie über eine parallele Bearbeitung der
Manuskripte in Berlin von den Expeditionen Grünwedels und Le Coqs nach Turfan.
Besondere Bedeutung haben dabei die Manuskripte aus der Zeit der tibetischen Besetzung
Turkestans von ca. 750-850 n. Ch. Eine ausführliche Beschreibung und Faksimile-
Wiedergabe der Tibetica der Berliner Turfansammlung findet man bei Manfred Taube,
Berlin 1980 (siehe dort).
[500] Francke, August Hermann:
Zwei Erzählungen aus der tibetischen Vetalapancavimsatika. (Zeitschrift für Indologie und
Iranistik. 6., pp. 244-254). 11 S. F. A. Brockhaus, Leipzig 1928.
Ausschließlich der tibetische Text in lateinischer Umschrift. Die Übersetzung wurde
bereits von Francke in seinem Beitrag 'Die tibetische Vetalapancavimsatika', Zeitschrift der
Deutschen Morgenländischen Gesellschaft 1923, mitgeteilt (siehe dort).
[501] Francke, August Hermann:
Aus der tibetischen Schule Alt-Turkestans. (Mitteilungen des Seminars für Orientalische
Sprachen zu Berlin. 1. Abtl.: Ostasiatische Studien. 32., pp. 147-152). 6 S. Walter de
Gruyter in Kommission, Berlin 1929.
Francke behandelt hier kleine Holztafeln, die der Sand Turkestans vor dem Verfall bewahrt
hat. Darauf findet man das tibetische Alphabet (oder Teile davon), wie es zum
Schulunterricht verwendet wurde. Eine sprachwissenschaftliche Arbeit zum tibetischen
Alphabet.
[503] Francke, August Hermann und Paalzow, Anna:
Tibetische Lieder aus dem Gebiet des ehemaligen westtibetischen Königreiches.
Gesammelt, übersetzt und herausgegeben von A. H. Francke. In die tibetischen Versmaße
gebracht von Anna Paalzow. Nebst einem Anhang Dardischer Lieder aus demselben
Gebiet. (Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen zu Berlin. 34., 1. Abtl.:
Ostasiatische Studien. pp. 93-136). 44 S. In Kommission Walter de Gruyter, Berlin 1931.
Mit Differenzierung in 'urtibetische' und 'lamaistische' Lieder. Rhythmus, Melodie, Metrik
und Herkunft der Lieder werden besprochen. Insgesamt 39 Lieder (aus der Heldensage,
religiöse Lieder, Tanz- und Liebeslieder, Volkslieder, höfische Lieder und vor allem auch
18 Gesänge dardischer Lieder vom Bono-ná Fest), samt einem Anhang von Melodien,
zeigen die Intensität, mit der Francke sich dieser Kunstform gewidmet hat.
[504] Frank, Dietmar:
Traumland Nepal. Mit 117 farb. Abb., 6 Karten und 23 S. Trekkingrouten im Anhang. 192
S. Süddeutscher Verlag, München 1974.
Erweiterte Neuauflage 1977. Erschien auch als Lizenzausgabe der Deutschen Buch-
Gemeinschaft und anderer Buchclubs (1976).— Liebevoll und sachkundig, wie nur ein
Text- und Bildautor nach vielmaligem Durchwandern dies Land erfassen und beschreiben
kann, ist dies eine Art journalistisches Handbuch zu fast allen Aspekten Nepals geworden.
[505] Frank, Eduard:
Stufen der Erleuchtung. Rätsel der Seele in Indien, Tibet, Japan, China und Europa. 111 S.
Verlag Welt und Wissen, Büdingen-Gettenbach 1957.
Dabei ein Kapitel 'Alexandra David-Néel und die Phänomene des tibetischen Okkultismus'.
[506] Frank, Walter A:
Ethnische Grundlagen der Siedlungsstruktur in Mittelnepal unter besonderer
Berücksichtigung der Tamang. (Hochgebirgsforschung. 5.). Mit 34 Tabellen und 22
Kärtchen. 182 S. Universitätsbuchhandlung Wagner, Innsbruck/München 1974.
Während zweier Forschungsaufenthalte 1969 und 1970/71 konnte der Autor mit Hilfe
einheimischer Assistenten in großem Umfang die zahlenmäßige Verteilung der
verschiedenen Ethnien und Ethniengruppen in 18 Distrikten Mittelnepals nach den
Parametern Personenzahl, Prozent-Anteil und Zahl der Haushalte und deren Wohnhöhe
'kartographieren'.
[507] Franke, O(tto) und Laufer, B(erthold):
Lamaistische Kloster-Inschriften aus Peking, Jehol und Si-ngan. Mit Unterstützung der
Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung herausgegeben. (Epigraphische Denkmäler aus
China. Erster Teil). 81 Tafeln nebst Einleitung in zwei Mappen. Erste Mappe: 4 ungez.
Blätter, Tafel 1-35. Zweite Mappe: Taf. 36-81. Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin
1914.
Erschien zugleich bei L. Friedrichsen & Co., Hamburg.— Das Werk zeigt 88 von Laufer
auf der von Jacob H. Schiff ausgerüsteten Expedition (1901-1904) der vom New York
American Museum of Natural History gesammelten Original-Abdrücke, von chinesischen
Handwerkern in teils sehr mühevoller Arbeit meisterhaft von den teilweise riesigen
Steinkolossen abgenommen. Die Einleitung erklärt die verschiedenen Inhalte und Sprachen
der Schrifttafeln.
[508] Franke, Otto:
Ostasiatische Neubildungen. Beiträge zum Verständnis der politischen und kulturellen
Entwicklungs-Vorgänge im Fernen Osten. Mit einem Anhang: Die sinologischen Studien in
Deutschland. 395 S. C. Boysen, Hamburg 1911.
Der Band enthält Aufsätze und Vorträge Frankes aus dem ersten Jahrzehnt des
Jahrhunderts, darunter auch sieben Abhandlungen zu Tibet (S. 236 bis 295), die sich mit
den politischen Gegebenheiten im Anschluß an die Younghusband-Expedition
auseinandersetzen und vorwiegend der differenzierten Information einer breiteren
Öffentlichkeit dienten. Die Beiträge sind heute noch mit Gewinn zu lesen und stehen auf
sprachlich und sachlich hohem Niveau.
[509] Franke, Otto:
Siehe auch Johann J. M. de Groot, Berlin/Leipzig 1926.
[510] Franz, Rainer von:
Die unbearbeiteten Peking-Inschriften der Franke-Lauferschen Sammlung. (Asiatische
Forschungen. 86.). Mit 18 Farbtafeln, 270 S. Otto Harrasowitz, Wiesbaden 1984.
Bearbeitung von 13 meist mehrsprachigen (chinesischen, mandschurischen, mongolischen,
tibetischen) Inschriften aus sechs Tempeln, autorisiert unter dem K'ang-hsi- und dem
Ch'ien-lung- Kaiser (17./18. Jh.). Beigefügt sind Tempelbeschreibungen, Tempelchroniken
und synoptische Transkriptionen der Texte.
[511] Frei-Pont, Marie-Noëlle:
Kezang und Wangmo. Schulbuch für Lese- und Fremdsprachenunterricht der 1.-3. Klässler
tibetisch/deutsch. Mit farbigen Ab., 76 S. Helvetas, Zürich 1980.
[512] Fremantle, Francesca und Trungpa, Chögyam:
Das Totenbuch der Tibeter. Eine neue Übersetzung aus dem Tibetischen mit Kommentar
von Francesca Fremantle und Chögyam Trungpa. Aus dem Englischen übersetzt von
Stephan Schuhmacher. (Diederichs Gelbe Reihe. Tibet. 6.). 18 Abb. (tib. Drucke), 173 S.
Eugen Diederichs, Düsseldorf/Köln 1976.
(The Tibetan Book of the Dead. The Great Liberation Through Hearing in the Bardo. A
new translation from the Tibetan with commentary. Shambhala Public., Berkeley/London
1975). 11. deutsche Aufl. 1989. Diese neue Übersetzung des Bardo-thödol verwendet als
Grundlage die 1969 in Varanasi von E. Kalsang herausgegebene tibetische Ausgabe und
drei weitere Blockdrucke.— Der Vortrag eines Seminars von Rinpoche Chögyam
Trungpa, welches er 1971 in Vermont zum "Totenbuch der Tibeter" veranstaltete, ist als
Kommentar dieser Übersetzung beigegeben. Chögyam Trungpa erläutert in der Einleitung,
daß der Bardo-thödol ein Text aus einer Gruppe von Unterweisungen über sechs Arten der
Befreiung ist. Diese Unterweisungen wurden von Padmasambhava verfaßt und von seiner
Frau Yeshe Tsogyal zusammmen mit dem Sadhana der beiden Mandalas der
zweiundvierzig friedlichen und der achtundfünfzig zornvollen Gottheiten aufgezeichnet.
Chögyam Trungpa betont dabei: Der Lebende sollte sich mit größerer Sorgfalt in die
Gedanken an das Sterben einüben und den Sterbenden über seine Situation nicht im
Unklaren lassen. Nur so ist jene Psychologie post mortem gewährleistet, die von der Angst
vor einer ungewissen Zukunft jenseits des Todes befreit und eine wahrhaft fruchtbare
Diesseitsgestaltung ermöglicht.
[513] Freydank, Bruno:
Die Greuel der "christlichen" Civilisation. Briefe eines buddhistischen Lama aus Tibet.
Herausgegeben von Bruno Freydank. 203 S. Buddhistischer Missions-Verlag, Leipzig
1903.
Freydank, ein "überzeugungstreuer deutscher Buddhist", trifft sich in Europa mit dem
fiktiven tibetischen Lama 'Tsong-Ka-Pa'. Es entwickelt sich aufgrund der
Seelenverwandtschaft eine Freundschaft, so daß Tsong-Ka-Pa nach seiner Rückkehr Briefe
aus Lhasa nach Deutschland schreibt, in denen er seine Erlebnisse in Europa kommentiert
und sich über die "Greuel der christlichen Civilisation" ausläßt, nämlich Vivisektion,
Versuche an psychisch Kranken u. ä. Liest man die Tatsachen, und es werden von
Freydank nur Fakten berichtet, so kann man dem Titel des Buches nur zustimmen. Mit
Tibet hat das Buch darüber hinaus nichts zu tun, doch werden vielfach buddhistische
Glaubensinhalte angesprochen.
[514] Friederici, Dorothea:
Namste Nepal. Verlag der evang.-luther. Mission, 1982.
Die Autorin vermittelt in Form von 20 Briefen einen Einblick in verschiedene Aspekte
Nepals.
[515] Friedl, Wolfgang:
Gesellschaft, Wirtschaft und materielle Kultur in Zanskar (Ladakh). (Beiträge zur
Zentralasienforschung. 4.). Mit 28 s/w Abb., 79 Diagrammen, Tabellen, Karten und
Strichzeichnungen. 28 uns 160 S. VGH Wissenschaftsverlag, St. Augustin 1983.
Der Wiener Völkerkundler hielt sich 1977 und 1979 zu kulturanthropologischen Studien
im unwirtlichen Zanskar auf. Das Ergebnis seiner ungewöhnlichen Forschungen legt er in
diesem Buch vor, das alle Aspekte des sozialen Lebens der Zanskari behandelt,
einschließlich einer Schilderung von Geburt, einer Hochzeit,der Ehe sowie der
Bestattungszeremonien. Es ist dies das erste ethnologische und kulturanthropologische
Buch über Zanskar, wobei vorwiegend in einem Ort (Zangla) die wesentlichen Ergebnisse
gesammelt wurden. Das Buch endet mit Hinweisen auf das Aussterben dieser traditionellen
Kultur durch zunehmende Öffnung der abgelegenen Region für Touristen und Militär.
[516] Friedl, Wolfgang:
Die Kultur Ladakhs erstellt anhand der Berichte und Publikationen der Herrnhuter
Missionare aus der Zeit von 1853-1914. Ein Beitrag zur historischen Ethnographie des
westlichen Himalaya. (Dissertation, Grund- und Integrativwissenschaftl. Fakultät der Univ.
Wien). Mit 133 Abb., Karten des Missionsgebietes, Schriftproben und Chronogrammen.
698 S. Universität Wien, Wien 1984.
Eine umfangreiche Arbeit anhand der Quellen der Missionare, unter Einbeziehung weiterer
Literatur, letztlich nicht nur eine Kulturgeschichte Ladakhs, sondern ebenso eine
Geschichte der Herrnhuter Missionare und ihrer 'tibetologischen' Leistungen. Unter
Auswertung der umfangreichen publizierten und unpublizierten Schriften der Herrnhuter
Brüder in Lahoul und Ladakh, die heute in Herrnhut (Sachsen) gesammelt und Forschern
und Interessenten zugänglich gemacht werden, zeichnet der Autor ein 'ethnohistorisch-
statisches Kulturbild'. Einmalig im Detailreichtum und erstmals chronologisch und in
diesem Umfang zugänglich gemacht, werden hier die Berichte der Brüder vorgelegt, die
mehrheitlich mehr Ethnologen und Sprachwissenschaftler als Missionare im engeren Sinn
waren.
[517] Friedrich, Johannes:
Geschichte der Schrift, unter besonderer Berücksichtigung ihrer geistigen Entwicklung.
Bildauswahl und Zeichnungen von W. Zaumseil. Mit 424 Abb., 408 S. Carl Winter,
Heidelberg 1966.
Enthält im 1. Hauptteil: 'Die große schriftschöpferische Leistung der Alten Welt',
Unterabteilung VII (Die silbischen Ableger der semitischen Schrift in den indischen
Schriften) eine kurze Beschreibung der tibetischen Schriften.
[518] Fritsche, N von:
Siehe N. Prschewalski, Gotha 1874.
[519] Fuchs, Gerhard:
Zum Bau des Himalaya. (Denkschriften Band 113, Österreichische Akademie der
Wissenschaften, Mathem.-naturwissenschaftl. Klasse). Mit 70 Abb. und 9 Falttafeln, dabei
1 Karte Dolpo und Dhaulagiri Himal. 211 S. In Kommission Springer, Wien 1967.
Geologische Arbeiten aus West-Nepal, wo der Autor als Expeditionsgeologe bei der
'Österreichischen Dhaula Himal Expedition 1963' teilnehmen konnte. Neben einer
Beschreibung des niederen und des hohen Himalaya wird die 'Tibet-Zone' nach
Stratigraphie und Tektonik bearbeitet, es werden auch die aufgesammelten Fossilien
beschrieben. Umfangreiche Spezialbibliographie.
[520] Fuchs, Walter:
Der Jesuiten-Atlas der Kanghsi-Zeit. Seine Entstehungsgeschichte nebst Namensindices für
die Karten der Mandjurei, Mongolei, Ostturkestan und Tibet mit Wiedergabe der Jesuiten-
Karten in Originalgrösse. (Monumenta Serica. Monograph Series. 4.). Mit 36 Karten in
einer Kassette. 414 S. Fu-Jen Universität, Peking 1943.
Die bedeutendste wissenschaftliche Leistung der Jesuiten-Mission in China ist ihr Atlas des
chinesischen Reiches, entworfen unter der Regierung des Kanghsi-Kaisers in den Jahren
1708 bis 1716; er ist zugleich das größte kartographische Werk dieser Zeit überhaupt. Die
erstmals wissenschaftlich bearbeitete Entstehungs- und Druckgeschichte dieses Atlasses
mit Einzelheiten zu den von den Missionaren durchgeführten Ortsbestimmungen ist ebenso
faszinierend wie speziell die Geschichte der Karte Nr. 34 (Nr. 36) 'Tibet', die in zwei
Versionen (eine frühere um 1710, eine spätere um 1717) in den Atlas aufgenommen
wurde, und zwar nach Reisen in Tibet sowohl des Paters Fridelli wie der speziell mit
kartographischen Missionen (auch Gangesquellen) betrauten Lamas Culcim und Dsangbu
Ramjamba.
[521] Fürholzer, Edmund:
Arro! Arro! So sah ich Tibet. Mit zahlreichen s/w und 18 farb Abb., Karten im Vor- und
Nachsatz. 388 S. Wilhelm Limpert, Berlin 1942.
Arro! Arro! (a-rogs, a-rogs) ist der Ruf, mit dem sich osttibetische Stammesangehörige
gegenseitig begrüßen. Das Buch gibt die ausführliche Schilderung einer Reise aus dem Jahr
1936 von Lanchow zum Kloster Labrang, und zwar mit einer umfangreichen
Bilddokumentation. Zusammentreffen mit dem aus dem Exil nach Tibet zurückkehrenden
Panchen Lama, aber auch mit anderen hohen kirchlichen und weltlichen Würdenträgern,
etwa mit dem Fürst der kriegerischen Ngolok. Ein Tibet-Klassiker! Es gibt nur wenig
deutschsprachige Literatur zu Labrang, und dieses Buch ist zudem deshalb interessant, weil
Labrang während der chinesischen Wirren nach 1936 geplündert und zerstört wurde. Die
Stärke des Buches liegt ganz besonders im Bildteil, da die Fotos sowohl das Gebiet um
Labrang zeigen, den Klosterort samt Innenaufnahmen von verschiedenen Tempeln,
Volkstypen und vor allem auch Portraits der Geistlichkeit, aber auch etwa Bilder vom
Zeltlager der Pilger, alles mit ausführlichen Bildlegenden.
[522] Fuhrmann, Ernst:
Siehe Isaac Jacob Schmidt, St. Petersburg 1839 (Reprint Berlin 1925). Da in diesem
Reprint Isaac Jacob Schmidt nicht erwähnt wird, taucht Ernst Fuhrmann, der Herausgeber
des Reprints, gelegentlich als eigenständiger Autor auf.
[523] Funke, Friedrich Wilhelm:
Die Vorstellungswelt der Primitiven als Element der lamaistischen Volksreligion.
(Inaugural-Dissertation, Philosoph. Fakult., Univ. Köln). 120 S. Univ. Exemplar, Köln
1947.
[524] Funke, Friedrich Wilhelm:
"Beiträge zur Sherpa-Forschung". Eine 6bändige Monographie des Sherpa-Volkes.
Herausgegeben und eingeleitet von Friedrich W. Funke. Universitätsverlag Wagner,
Innsbruck/München 1968-82.
Die sechs Bände sind unter dem jeweiligen Autor/Autoren aufgelistet. Sie sind ebenfalls
Teil der 14 bändigen Arbeit "Khumbu Himal" (Hrsg. Walter Hellmich) und dort als Bände
8 bis 12 sowie Band 14 gelistet (siehe auch dort). Prof. Funke leitete ab 1964 die
Forschungen im Sherpaland und ab 1970 im Tamang-Gebiet.
[525] Funke, Friedrich Wilhelm:
Religiöses Leben der Sherpa. Beiträge zur Sherpa-Forschung, Band 2. (Khumbu Himal.
9.). Mit 185 (davon 99 farb.) Abb. und 2 Karten im Anhang. 369 S. Universitätsverlag
Wagner, Innsbruck/München 1969.
Als Ausdrucksformen des religiösen Lebens werden zunächst die geographische Umwelt
und das Geistesleben im Sherpaland geschildert. In weiteren Kapiteln werden Naturgeister
in Mythos und Kult, Sherpa-Schamanen, Berggeister und Berggötter, Gomba und
Priesterstand, Dumje-Fest und Gebchi-Ritual, Seelenvorstellungen und Totenritual sowie
religiöser Eklektizismus auf Sherpa-Thankas und Tsaglis und kultische Texte der Sherpa
abgehandelt. Die Karten zeigen die Zentren der Bon-Religion in Tibet, den Wanderweg der
Sherpa sowie das heutige Siedlungsgebiet der Sherpa im Everestgebiet. "Es sind vor allem
Beobachtungen im Solu-Gebiet zugrunde gelegt, da dort im Vergleich mit dem Khumbu-
Bereich die alten Sherpa-Sippen nicht durch jüngere Zuwanderung und ihre alten religiösen
Vorstellungen weniger durch lamaistische überlagert sind. Die einzelnen
Klostergründungen der nichtreformierten Nyingma-pa gingen vornehmlich vom
südtibetischen Rong-phu aus. Die Sherpa erlauben somit wertvolle Rückschlüsse auf die
Verhältnisse in ihrer osttibetischen Heimat etwa im 15. Jh. oder früher. Der kodifizierte
Lamaismus stellt allerdings nur einen dürftigen Oberbau dar" (S. Hummel in Ethnologische
Zeitschrift Zürich, 1974).
[526] Funke, Friedrich Wilhelm:
Die Sherpa und ihre Nachbarvölker im Himalaya. Herausgegeben und eingeleitet von
Wilhelm Ziehr. 86 Abb., 2 Karten, 210 S. Wolfgang Krüger, Frankfurt/M. 1978.
Eine wirkliche Erforschung der Sherpa, die vor etwa 500 Jahren aus Tibet nach Ostnepal
auswanderten, begann erst 1951, als Nepal seine Grenzen für Ausländer öffnete. In den
überlieferten Texten aus dem 16. Jh. — das wichtigste Schriftstück 'Ruyi — oder der
Bericht von den Knochen' — ist festgehalten, was sich zwischen 1450 und 1585 im fernen
Osten des tibetischen Hochlandes ereignet hat und zur Auswanderung führte. Mit Akribie,
aber ganz ohne wissenschaftliche Bürokratie beschreibt der Autor Leben und Geschichte
der Sherpa, die ihres Glaubens wegen (Festhalten an den nichtreformierten Traditionen, die
sie sich bis heute bewahrt haben) in die Bergwelt Ostnepals emigriert sind. F. W. Funke,
Ethnologe, fügt eine philosophische Komponente hinzu, in dem er die Gedankenwelt
dieses fernen Bergvolkes auch für uns, die westlichen Menschen des 20. Jhs., relevant
macht (nach einer Rezension von Gisela Bonn).
[527] Funke, Friedrich Wilhelm, Frerkes, Wilhelm, Thingo, Tsering T, Tsering, Pema, und
Frank, Walter A:
Die Sherpa und ihre Nachbarn. Beiträge zur Sherpa-Forschung, Band 6. (Khumbu Himal.
14.). Supplementband. Mit 11 Tafeln und 92 Abb., 295 S. Universitätsbuchhandlung
Wagner, Innsbruck/München 1982.
Die Feldforschung für diesen Band wurde vornehmlich in den Jahren 1965 bis 1969
durchgeführt. Sie enthält Arbeiten zum kultischen Knochenschmuck, über Schamanen und
Pseudo-Schamanen bei den Sherpa und ihren Nachbarn, eine vergleichende Wortliste
Tibetisch/Sherpa/Tamang/Nepali und Ritualtexte der Sherpa.
[527 a] Futterer, Karl (1866-1906):
Die allgemeinen geologischen Ergebnisse der neueren Forschungen in Zentral-Asien und
China. (Dr. A. Petermanns Mitteilungen. Ergänzungsband XXV., Ergänzungsheft Nr.
119.). Mit 1 mehrfach gefalt. farb. Karte, 1 mehrf. gefalt. farb. Profiltafel. 60 S. Justus
Perthes, Gotha 1896.
Karl Josef Futterer (1866-1906) gilt als bedeutender, leider viel zu früh verstorbener
Asienforscher. Er bereiste 1898/99 u. a. Tibet und ergänzte in wesentlichen Punkten die
geographischen und geologischen Forschungen von Prschewalski und Sven Hedin. Das
hier gelistete Werk enthält eine Würdigung und Aufarbeitung der geologischen
Erkenntnisse der Expedition des Grafen Béla Széchenyi bzw. seines mitreisenden
Geologen L. von Lóczy (siehe dazu Graf Béla Széchenyi, 1893/99) aus den Jahren 1877-
1880. Auch Ergänzung und Verwertung der Arbeiten von v. Richthofen. Hinsichtlich Tibet
werden die östlichen und nordöstlichen Grenzgebiete beschrieben. Ein eigenes Kapitel ist
dabei den Goldvorkommen und der Goldwäscherei gewidmet.
[528] Futterer, Karl:
Herr Dr. K. Futterer: Geologische Beobachtungen am Terek-Pass.
[Aus einem Bericht an den Vorstand, d. d. Kaschgar, 15. Februar 1898]. (Zeitschrift der
Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, 25., pp. 262-265). 4 S., Berlin 1898.
[529] Futterer, Karl:
Beiträge zur Geschichte des östlichen Centralasien und Chinas während der letzten
geologischen Perioden. (Verhandl. des Naturwissenschaftl. Vereins Karlsruhe. XIII., 1895-
1900, pp. 591-618). Mit 3 Zeichnungen im Text. 28 S. G. Braun, Karlsruhe 1900.
[530] Futterer, Karl:
Land und Leute in Nordost-Tibet. (Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, 35.,
pp. 297-341). 45 S., Berlin 1900.
Vieles zu ethnologischen Details, sowohl im profanen wie im klösterlichen Bereich — eine
kleine Kulturgeschichte Tibets.
[531] Futterer, Karl:
Durch Asien. Erfahrungen, Forschungen und Sammlungen während der von Amtmann Dr.
Holderer unternommenen Reise. 3 Bände.— Band 1: Geographische Charakter-Bilder.
Mit 203 Illustrationen im Text, 40 Tafeln, Panoramen und Profilen nach photogr. Aufn.
des Verfassers, 2 bunten Tafeln, 1 (mehrfach gefalt.) farbige Übersichtskarte von Asien.
545 S. Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin 1901.
Für Einzelheiten und Kommentar der Bände 2 und 3 siehe die getrennten nachfolgenden
Einträge.— Im ersten Band werden "in allgemein-verständlicher Darstellung geograpische
Schilderungen, Reise-, Natur- und Völkerbilder unter Verwendung zahlreicher
fotografischer Abbildungen und die Charakterzüge der bereisten Gebiete für einen weiten
Leserkreis" mitgeteilt. Die Abbildungen sind von hervorragender Qualität und zeigen viele
ethnologische Details einer heute leider oft schon "westlich" überformten Kultur. Im
Vorwort schreibt Futterer, daß eines der Hauptziele der Expedition der Erforschung des
Oberlaufs des Hoang-Ho in Tibet diente, wobei etwa 700 fotografische Plattenaufnahmen
13/18 cm angefertigt wurden. Die zoologische Sammlung (Dr. Holderer) wurde dem
Museum für Naturkunde zu Berlin, die botanische Sammlung dem Botanischen Museum
Berlin und seine eigene geologische Sammlung dem Mineralienkabinett in Karlsruhe
übereignet.
[532] Futterer, Karl:
Durch Asien. Erfahrungen, Forschungen und Sammlungen während der von Amtmann Dr.
Holderer unternommenen Reise. 3 Bände.— Band 3: Naturwissenschaftliche und
meteorologische Ergebnisse. Abhandlungen von Dr. L. Diels, Prof. Dr. Futterer, Prof. Dr.
A. Andreae, Dr. J. Böhm, Prof. Dr. H. Potonie, Prof. Dr. E. Schellwien, Prof. Dr.
Schwarzmann, Prof. P. Matschie und von Elsner. 3 Lieferungen. Mit 22 Illustrationen im
Text und 18 Lichtdrucktafeln. Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin 1903-1911.
Der 3. Band erschien in 3 Lieferungen und mit mehreren Nachträgen, jeweils neu paginiert,
zwischen 1903 und 1911. Lieferung I (1903) enthält Beiträge zur Botanik, Zoologie und
Paläontologie (11 Tafeln), 147 S. Lieferung II (1911) enthält Beiträge zur Mineralogie und
Petrographie, sowie Nachtrag Zoologie und Nachtrag Botanik (8 Tafeln), 132 S. und 29 S.
bzw. 17 Seiten für die Nachträge. Lieferung III (1903) enthält den Beitrag von G. von
Elsner über Meteorologie, Erdbodentemperaturen und Höhenmessungen (161 S.). Die
Herausgabe dieses dritten Bandes verzögerte sich erheblich durch den frühen Tod
Futterers. Von besonderem Interesse dürften auch heute noch die Beiträge zu Flora und
Fauna sein, da durch die raschen politischen und zivilisatorischen Veränderungen vieles
heute nicht mehr so anzutreffen ist (Schwund des Artenreichtums!), wie von K. Futterer
und dem Spiritus rector dieser Expedition, Dr. Holderer, damals aufgezeichnet und
gesammelt.
[533] Futterer, Karl:
Geographische Skizze von Nordost-Tibet. Begleitworte zur Kartenaufnahme des
Reiseweges vom Küke-nur über den oberen Hoang-ho und durchs Thao-Tal nach Min-
tschou. 2 farbige u. gefaltete Karten. (Dr. A. Petermanns Mitteilungen. Ergänzungsband
XXX., Ergänzungsheft Nr. 143.). 66 S. Justus Perthes, Gotha 1903.
Futterer bezeichnet als wichtigstes Ergebnis der ganzen Tibetreise die Entdeckung und
fotografische wie topographische Aufnahme der Südseite und der Kammlinie der
mächtigen Gebirgskette Sarü-Dangerö, die sich als Teil des Amne-Matschin-Gebirges
(oder Tsi-schi-schan) in dem großen Bogen des Hoang-ho in OSO-WNW-Richtung als
gewaltige und dominierende Gebirgskette hinzieht.
[535] Futterer, Karl (und Andrée, Karl):
Durch Asien. Erfahrungen, Forschungen und Sammlungen während der von Amtmann Dr.
Holderer unternommenen Reise. 3 Bände.— Band 2: Geologische Charakter-Bilder.
Zweiter Halbband: Die Oasen des westlichen Kansu und der Nan-schan. Das Küke-nur-
Gebiet. Das nordöstliche Tibet und das obere Thao-Tal bei Min-tschou. Inner-China. Mit 1
Titelbild, 162 Illustrationen im Text, 42 Lichtdrucktafeln nach photogr. Aufnahmen v.
Prof. Futterer und Prof. Schwarzmann und nach Zeichn. von Futterer. 1 Karte. 294 S.
Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin 1909.
Nach dem Tod Futterers übernahm Dr. K. Andrée nicht nur die letztliche Fertigstellung
von Band II, Teil 1, sondern erarbeitete mit großem Aufwand aus den Notizen Futteres
auch den gesamten zweiten Halbband des II. Bandes.
[536] Futterer, Karl (und Noetling, Fritz):
Durch Asien. Erfahrungen, Forschungen und Sammlungen während der von Amtmann Dr.
Holderer unternommenen Reise. 3 Bände.— Band 2: Geologische Charakter-Bilder. Erster
Halbband: Das Alai-Gebirge. Das nördliche Tarimbecken. Der östliche Thien-schan. Die
Wüste Gobi zwischen Hami und Su-tschou. Mit 166 Illustrationen im Text, 40
Lichtdrucktafeln nach photographischen Aufnahmen von Prof. Futterer, 3 Profiltafeln und
4 geologischen (farb. und mehrf. gefalt. lose im Anhang) Karten. 394 S. Dietrich Reimer
(Ernst Vohsen), Berlin 1905.
Prof. Futterer erlag einer schweren Krankheit während der Fertigstellung dieses 2. Bandes,
der daraufhin von Dr. Fritz Noetling weitergeführt und abgeschlossen wurde. Noetling
selbst hatte Forschungsreisen im Süden des tibetischen Hochlandes, d. h. am Nordhang des
Himalaya durchgeführt. Dieser 1. Teil des zweiten Bandes von "Durch Asien" enthält ein
eigenes Namens- und Sachregister und ist eine zusammenhängende Schilderung der
wissenschaftlichen geologischen Beobachtungen auf dem Expeditionsabschnitt von Osch
bis nach Sou-tschou.
[537] Futterer, Karl und Dr. Holderer:
Zweiter Bericht über die Reise nach Central-Asien. Kaschgar — Khami — Su-tschou —
Liang-tschou. 24. Februar bis 23. Juni 1898. (Verhandlungen der Gesellschaft für
Erdkunde. 25., pp. 448-455). 8 S., Berlin 1898.
Vorwiegend klimatologische Ausführungen.
[538] Futterer, Karl und Dr. Holderer:
Dritter Bericht über die Reise durch Central-Asien und China. Von Liang-tschou zum
Kuku-nor, durch das nordöstliche Tibet zum oberen Tao-Thal, und über Min-tschou, Si-
ngan, Han-kou nach Schanghai. (Verhandl. der Gesellschaft für Erdkunde, 26., pp. 139-
150). 12 S., Berlin 1899.
Vorwiegend klimatologische und geologische Beschreibung.
[539] Gabrisch, Karl:
Geld aus Tibet. Sammlung Dr. Karl Gabrisch. Ausstellung des Münzkabinetts der Stadt
Winterthur 27. September bis 12. August 1990. Mit zahlreichen s/w Abb. auf 42 Tafeln, 3
s/w Fotos, zahlreiche Illustrationen, 5 Skizzen und Pläne, 1 gefaltete Übersichtskarte im
Anhang. 118 S. Stadt Winterthur/Tibet-Institut, Winterthur und Rikon 1990.
[540] Gabrisch, Karl:
Siehe auch Wolfgang Hellrigl u. K. Gabrisch, Santa Monica 1983, im Abschnitt
'Bibliographien'.
[541] Gäng, Peter:
Das Tantra des Grausig-Groß-Schrecklichen. Mit einigen s/w Abb., 140 S. Stechapfel
Produktion, Berlin 1981.
(Teilweise nach "Christopher S. George: The Candamaharosana Tantra. A critical edition
and English translation. American Oriental Series, Vol. 56. New Haven/USA 1974"). Der
Autor publiziert hier seine deutsche Übersetzung des Candamaharosana Tantra, der ersten
und einzigen deutschen Übersetzung dieses Tantra. Er erläutert in der ausführlichen
Einleitung nicht nur sein Verständnis dieses Tantra, sondern auch die Schwierigkeiten einer
derartigen Übersetzung. 'Beim Übersetzen gehen immer Inhalte und Zusammenhänge
verloren: Satzmelodie, Klang, Assoziationen, Nebenbedeutungen'. Gängs Übersetzung ist
daher so wortgetreu wie möglich, das heißt auch die Satzstellung des Originals wurde nach
Möglichkeit beibehalten, weil die Reihenfolge der Ausdrücke eine wichtige Rolle spielt.
Dieses Tantra für die tantrische Gottheit Candamaharosana ist heute noch besonders in
Nepal lebendig.
[542] Gäng, Peter:
Probleme der Sprache in der Mystik des tantrischen Buddhismus. Ein Beitrag zur
buddhistischen Hermeneutik. (Dissertation Freie Universität Berlin, Fachbereich
Philiosophie und Sozialwissenschaften II.). 181 S. Universität, Berlin 1987.
[543] Gäng, Peter:
Das Tantra der verborgenen Vereinigung. Guhyasamaja-Tantra. Aus dem Sanskrit
übersetzt und herausgegeben von P. Gäng. Mit 11 Text-Illustrationen. 304 S. Eugen
Diederichs, München 1988.
Mircea Eliade rühmt das Guhyasamaja-Tantra als wahrscheinlich ältesten Text des
Diamantfahrzeuges — "und sicher der wichtigste". Niedergeschrieben zwischen dem 3.
und 7. Jh., ist es eine Quintessenz religiöser, philosophischer und psychologischer
Anschauungen des Buddhismus. Mehr als andere Werke beruht es auf innerem Erleben,
das in einer reichen Symbolsprache seinen Ausdruck findet. Der vollständige Titel lautet
"Das geheime übergroße Geheimnis von Körper, Rede und Denken aller Vollendeten, die
verborgene Vereinigung, der große verborgene Tantrakönig". Peter Gäng erklärt am Ende
seiner umfangreichen Einleitung, die zum Verständnis des Textes eine wichtige
Voraussetzung darstellt, daß "einen mystischen Text von einer Sprache in eine andere zu
transponieren, was ja auch heißt, die mystische Tradition einer Kultur darzustellen, eine
nahezu unlösbare Aufgabe ist - erst recht, wenn es sich um einen vielschichtigen Text wie
das Guhyasamajatantra handelt".
[544] Gail, Adalbert J:
Tempel in Nepal (Band I). Ikonographie hinduistischer Pagoden in Patan Kathmandutal.
Mit einigen Textillustrationen und 178 s/w Abb. auf Tafeln im Anhang. Text 93 S.
ADEVA, Graz 1984.
Dieser Band beschäftigt sich mit der Ikonographie von vier hinduistischen Pagodentempeln
in Patan, die bisher in der Kunstgeschichte eher stiefmütterlich behandelt worden waren.
[545] Gail, Adalbert J:
Tempel in Nepal (Band 2). Ikonographische Untersuchungen zur späten Pagode und zum
Sikhara-Tempel. Mit 182 s/w Abb. auf 60 Tafeln im Anhang. 78 S. ADEVA, Graz 1988.
Im Mittelpunkt steht der prachtvolle Ramayana-Fries am Krsnatempel, erbaut im Jahr 1637
n. Chr.
[546] Gaillarde, Raphaël (Foto) und Delacampagne, Christian (T):
Ladakh. (Atlantis Spektrum. 3.). Aus dem Französischen übersetzt von Odette A. Brändli.
46 farb. Abb., Text 22 S. Atlantis, Zürich 1980.
(Ladakh. Flammarion & Arthaud, Paris 1980).— Die deutsche Ausgabe erschien auch im
Buchclub Ex Libris, Zürich 1982.
[547] Gaisbauer, Herbert (Hrsg):
Tibetausstellung. Sammlung Heinrich Harrer. Veranstaltet von der Österreichischen
Kulturvereinigung im Museum für Völkerkunde, Neue Hofburg, Wien, vom 18. Jan. bis
30. April 1966. Katalogredaktion Hans Mandorff. 119 S. Gistel, Wien 1966.
[548] Galwan, Gulam-Rassul:
Als Karawanenführer bei den Sahibs. Aus dem Englischen übersetzt von Paul Fohr. Mit 25
Abb. auf Tafeln, 1 gefalt. Karte. 268 S. Kurt Vowinckel, Berlin 1924.
(Servant of Sahibs. Edited by R. Barrett. Heffer & Sons, Cambridge 1923).— Es sind dies
die Lebenserinnerungen eines afghanischen Karawanenführers aus Leh/Ladakh, der 1885
bis kurz vor Lhasa (mit Littledale) gelangte, aber auch unter anderen bekannten
europäischen Reisenden diente. Die Abb. stammen von Le Coq, dem Leiter der deutschen
Turfanexpedition. Galwan besuchte übrigens die Missionsschule der Herrnhuter in seiner
Heimatstadt Leh.
[549] Gampopa:
Juwelenschmuck der geistigen Befreiung. Das Buch des tibetischen Buddhismus. Aus dem
Tibetischen übertragen und mit einem Glossar schwieriger Begriffe versehen von Herbert
Guenther. 312 S. Eugen Diederichs, München 1989.
(sGam.po.pa. The Jewel Ornament of Liberation. Translated and annotated by Herbert V.
Guenther. Rider & Co., London 1971; new Edition, foreworded by Chögyam Trungpa,
Shambhala Publ., Boston 1986).— Von den früheren von H. V. Guenther herausgegeben
englischen Versionen wird ein Originaltitel im Impressum nicht aufgeführt. Gampopas
Werk ist ein grundlegender Text zum Verständnis des tibetischen Buddhismus, in
poetischer und dennoch deutlicher Sprache verfaßt, mit zahlreichen anschaulichen
Beispielen versehen. Es ist eine eher intellektuell ausgerichtete Gesamtdarstellung des
buddhistischen Weges als geistigem Entwicklungsvorgang des Menschen, in dem der
erlebnismäßige Aspekt (bis auf die beiden letzten Kapitel) weitgehend im Hintergrund
bleibt, also eine Schrift in der Nachfolge des Atisa (980-1052), letztlich ein Kompendium
des Mahayana-Buddhismus lamaistischen Stils.— Mit einer Biographie des Gampopa in
der Einleitung, die den Weg vom 'Verstehen' zum 'Erleben' nachzeichnet, von Gampopas
Schulung in einem bKa'-gdams-pa Kloster bis zu seiner 'Wandlung' nach einem
Zusammentreffen mit Milarepa.
[550] Gampopa (1079-1153):
Siehe auch Michael A. Colsman, Rikon 1986; Thrangu Rinpoche, Wien 1988; Gendün
Rinpoche 1986.
[551] Gansser, Augusto:
Siehe auch Arnold Heim und August Gansser, Zürich/Leipzig 1938.
[552] Gansser, Ursula, Gansser, Augusto (Fotos), Olschak, Blanche Christine (Text):
Bhutan. Land der verborgenen Schätze. 80 S. mit 112 Farbfotos, Karte (jeweils im
vorderen und hinteren Einband). Text 32 S. Hallwag, Bern/Stuttgart 1969.
Von den gleichen Autoren (siehe Ursula Markus-Gansser u. a. 1983) erschien 15 Jahre
später unter ähnlichem Titel eine weitgehend neugestaltete Ausgabe dieses Buches über
Bhutan.
[553] Ganzenmüller, Konrad:
Tibet. Nach den Resultaten geographischer Forschungen früherer und neuester Zeit. Mit
einer Einleitung von Hermann von Schlagintweit-Sakünlünski. (Inauguraldissertation
philosoph. Fakultät, Universität Leipzig). 132 S. Levy und Müller, Stuttgart 1878.
Faßt den Wissensstand über Tibet, seine Geschichte, seine Geographie, Ethnologie und
Religion, soweit er bis gegen Ende des 19. Jh. erreicht worden war, zusammen. Verwendet
auch seltene Quellen, oft zitiert. Bibliographische Angaben wie bei fast allen Werken des
letzten Jahrhunderts nur spärlich bzw. bis fast zur Unkenntlichkeit verkürzt.
[554] Ganzenmüller, Konrad:
Die Bevölkerung in dem Centralzug des nordwestlichen Himalya. Mit einleitenden
allgemeinen Bemerkungen. (Globus. Illustrirte Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde.
38., pp.59-63, 74-80). 12 S., Braunschweig 1880.
Übersichtsarbeit über die unterschiedlichen Bevölkerungen tibetischer (mongolischer) und
kaukasischer (arischer) Abstammung, die eng miteinander verflochten im westlichen
Himalaya leben.
[555] Ganzenmüller, Konrad:
Der Central-Zug des nordwestlichen Himalaya. (Deutsche Rundschau für Geographie und
Statistik. 3., pp. 149-161, 213-222, 253-256). 27 S. Hartleben, Wien/Pest/Leipzig 1881.
[556] Ganzenmüller, Konrad:
Über Klima, Pflanzen- und Tierwelt in dem Centralzug des nordwestlichen Himalaya.
(Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. 16., pp. 385-420). 36 S., Berlin 1881.
Überwiegend klimatologische Daten, gesammelt von verschiedenen Autoren, vorwiegend
von den Brüdern Schlagintweit. Ein umfangreiches Zahlenwerk, speziell auch zu Zanskar,
Ladakh, Lahoul und Spiti. Weniger ausführlich wird die Pflanzenwelt, am kürzesten die
Tierwelt beschrieben.
[557] Ganzenmüller, Konrad:
Kaschmir. (Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik. 4., pp. 511-517, 551-562).
Mit 4 Abb., 19 S. Hartleben, Wien/Pest/Leipzig 1882.
Eine Beschreibung von Srinagar und der umliegenden Landschaft, basierend auf den
Berichten der Brüder Schlagintweit und dem Werk von Carl Hügel 'Kaschmir und das
Reich der Siek'. Wie alle Arbeiten des Autors gut recherchiert und als Übersicht angenehm
zu lesen.
[558] Ganzenmüller, Konrad:
Kaschmir, sein Klima, seine Pflanzen- und Thierwelt. (Mittheilungen der Geographischen
Gesellschaft in Wien. 30.
[der neuen Folge XX.), pp. 579-596). 18 S. Eduard Hölzel, Wien 1887.
Diese Arbeit wurde als Fortsetzung von "Kaschmir, sein Klima etc.", Berlin 1881,
veröffentlicht. Wie die anderen Arbeiten des Autors ist auch diese Übersicht hervorragend
recherchiert.
[559] Gast, Gustav:
Sven von Hedins abenteuerliche Reise durch Tibet. Auf Grund von Hedins Werk
'Abenteuer in Tibet' der Jugend und dem Volke erzählt. (Stuttgarter Jugendbücher). Mit
Abb. auf 4 Tafeln, 202 S. Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgt/Berlin/Leipz
(1920).
Weitere Auflagen, so etwa 1938 (33. bis 35. Tausend).
[560] Gebauer, A K:
Um den Mount Everest. Fahrten und Abenteuer. Mit 74 Abb. nach Originalaufnahmen, 1
mehrf. gefalt. Karte. 213 S. Deutscher Verlag f. Jugend u. Volk, Wien/Leipzig 1925.
Zweite Auflage 1930.— Auf drei Reisen 1906/7, 1910/11 und 1913 bis 1920 sammelte der
Autor seine Eindrücke am Oberlauf des Ganges (bis nach Badrinath), in Darjeeling/Sikkim
und am nepalesischen Südrand, zuletzt bei einer ausgedehnten Reise im chinesisch-
birmanisch-tibetischen Grenzgebiet. Es sind die 'einfachen Erlebnisse' eines Einzelgängers,
die hier geschildert werden.
[561] Geiger, Rudolf:
Die Kaschmirfrage im Lichte des Völkerrechts. (Schriften zum Völkerrecht. 12.). 288 S.
Duncker & Humblot, Berlin 1970.
Die jüngere Geschichte Kashmirs und seine Grenzkonflikte werden abgehandelt, mit
Quellenmaterial und Originaldokumenten.
[562] Gelbrich, Uli:
Tibetische Hunde. Mit 44 farb. Abb. und einigen Strichzeichnungen im Text. 140 S.
Urania, Leipzig/Jena/Berlin 1987.
Zugleich Lizenzausgabe für Kynos Verlag, Mürlenbach/Eifel 1987.— Neben M. Siber 'Der
Tibethund', Winterthur 1897, und W. Nouc 'Tibetische Hunde', Stuttgart 1978, eine der
wenigen Spezialpublikationen zu diesem Thema (samt Überblick über die Geschichte des
Tibethundes, Bibliographie und Register).
[563] Gelder, Stuart und Gelder, Roma:
Visum für Tibet. Eine Reise in das geheimnisvollste Land der Erde. Aus dem Englischen
übersetzt von Annelore Klein. Mit Karte im Vorsatz, 5 farb. Abb., 28 s/w Abb. auf Tafeln.
345 S. Econ, Düsseldorf/Wien 1965.
(The timely Rain. Travels in New Tibet. Hutchinson & Co, London 1964).— Bericht eines
China-freundlichen Journalisten, der nach 1950 als einer der ersten Ausländer Tibet
besuchen durfte (Reise von 1962). Dokumentarisch wertvoll, da hier vieles erstmals wieder
beschrieben und fotografiert wurde, auch erstaunlich viel praktizierte Religion gezeigt
wird.
[564] Gendün Rinpoche:
Belehrungen von Gendün Rinpoche. Eine Quelle der Wohltat und der Freude. Aus dem
Englischen übersetzt von Erika Rosenfeld, Udo Jesche Regel und dem Übersetzungsteam
von 'Karma Dhagpo Gyurme Ling'. Mit 12 s/w Abb., 95 S. Kagyü-Dharma, München
(1986).
(Teachings of Lama Gendün Rinpoche).— Diese Belehrungen sind der erste von Gendün
Rinpoche verfaßte Text seit seinem Aufenthalt in Europa im September 1975. Der Text
ähnelt und basiert auf Gampopas 'Juwelenornament der Befreiung', jedoch mit
wesentlichen Ergänzungen.
[565] Geng, Shimin und Klimkeit, Hans-Joachim:
Das Zusammentreffen mit Maitreya. Die ersten fünf Kapitel der Hami-Version der
Maitrisimit. In Zusammenarbeit mit Helmut Eimer und Jens Peter Laut herausgegeben,
übersetzt und kommentiert. (Asiatische Forschungen. 103.). 2 Bände. Band 1: Text,
Übersetzung und Kommentar. 12 u. 333 S.; Band 2: Faksimiles und Indices. 70 Tafeln.
120 S. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1988.
Textausgabe und Übersetzung des Anfangsstückes eines umfangreichen
uigurischen/alttürkischen buddhistischen Dramas, das die Zukunftshoffnung, dem nächsten
Buddha — nämlich Maitreya — zu begegnen, thematisiert.
[566] Genschow, A:
Unter Chinesen und Tibetanern. Mit einem Bildnis des Verfassers, 189 s/w Fotos im Text,
6 (davon 2 mehrfach gefalteten) Karten. 345 S. C. J. E. Volckmann, Rostock 1905.
Genschow war Dolmetscher-Offizier im deutschen ostasiatischen Expeditionskorps in
Tientsin (China). Im Winter 1903/04 reitet er quer durch China, entlang der Ostgrenze
Tibets, weiter nach Rangun. Differenzierte Beschreibung der tibetischen Grenzbevölkerung
und der chinesisch/tibetischen Beziehung. Schilderung der Verhältnisse in Ta-tsien-lu
(tibetisches Grenzstädtchen), wo 40 Jahre später Alexandra David-Néel 1938-1944
gefangen sitzt (siehe Chalon: Alexandra David-Néel) und Peter Goullart zur gleichen Zeit
Freundschaft mit den "Schwarzen Lolo" schließt (siehe Goullart: Die Schwarzen Lolo,
1962).— Doch schon die berühmten Franzosen Huc und Gabet hatten 1846 in Ta-tsien-lu
auf ihrer anstrengenden, abenteuerlichen Reise auf dem Rückmarsch von Lhasa gerastet.
Sowohl Walther Stötzner wählte 1914 (siehe Stötzner: Ins unerforschte Tibet) Ta-tsien-lu
als Basis für seine Expedition, wie auch 20 Jahre später Ernst Schäfer bei seinen beiden
Osttibet-Expeditionen 1931 und 1934. Heute heißt dieses Städtchen Kanding.
[567] GEO:
GEO-Spezial: Himalaya. Zahlreiche Farbfotos. 1 mehrfach gefaltete Karte. 182 S. Gruner
und Jahr, Hamburg 1988.
Mit Beiträgen namhafter Autoren zu Nepal, Bhutan, Kashmir und Tibet. Ebenso Berichte
zur tibetischen Medizin, zum Volksglauben und zur Philosophie. Reisehinweise und
ausführlicher Info-Teil.
[568] Georgi, Antonio Augustino:
Siehe Johann Ernst Fabri, Halle 1783; Giorgi, Antonio Augustino, Ulm 1989.
[569] Gerner, Manfred:
Himalaya. Nepal, Kaschmir, Sikkim, Ladakh, Nordindische Täler, Bhutan. 67 s/w Abb., 7
Übersichtsskizzen, 1 Tempelgrundriß. (Goldstadt-Reiseführer). 363 S. Goldstadt,
Pforzheim 1976.
Vierte Aufl. 1984 (jetzt mit Trekking), 6 Streckenkarten.
[570] Gerner, Manfred:
Bhutan. Kultur und Religion im Land der Drachenkönige. 59 s/w Abb., 16 Farbtafeln, 2
Karten. 194 S. Indoculture, Stuttgart 1981.
Zweite Auflage 1985.— So oft wie kaum ein anderer Reisender aus unseren Breiten war
der Autor in Bhutan, das er auf Fußmärschen bis in abgelegene Gegenden für uns
zugänglich macht. Sein Buch ist ein Führer durch Geschichte, Kultur- und
Religionsgeschichte und ebenso Reiseführer durch die verschiedenen Landesteile.
Manches, was Gerner 1981 noch beschreiben konnte, wird heute bereits vor Touristen
verschlossen gehalten.
[571] Gerner, Manfred:
Schneeland Tibet. 68 s/w Abb., 3 Karten. 224 S. China Studien- u. Verlagsgesellsch,
Frankfurt/M 1981.
Religionsgeschichte, Kulturgeschichte, politische Geschichte — alle Aspekte, oft mit
hilfreichen Tabellen und Übersichtsgraphiken verdeutlicht. Der Autor, der nach der
Öffnung Tibets für Touristen als einer der ersten dies Land besuchte, ist ein ungemein
sach- und fachkundiger Kenner Tibets.
[572] Gerner, Manfred:
Architekturen im Himalaja. 275 s/w und 62 farbige Abb. 164 S. Deutsche Verlags-Anstalt,
Stuttgart 1987.
Auch als Lizenzausgabe im Ex Libris Buchclub, Zürich 1988.— Manfred Gerner,
Architekt und Leiter des Fortbildungszentrums für Denkmalpflege (Fulda) hat auf
zahlreichen Reisen die Architekturen des Himalaya und Tibets studiert. Sowohl die
Architekturen des Islam und des Hinduismus, vorrangig aber die Bauten tibetisch-
buddhisticher Prägung, werden bearbeitet und eindrucksvoll dokumentiert, analysiert —
und liebevoll beschrieben.
[573] Gerner, Manfred und Gerner, Wendelgard:
Hemisfest. Tibetische Tschammysterien. 48 s/w Abb. 74 S. Indoculture, Stuttgart 1978.
[574] Ghulam, Rassul Galwan:
Siehe Galwan, Ghulam Rassul, Berlin 1924.
[575] Gibb, Christopher:
Der Dalai Lama. Das Oberhaupt der Tibeter im Exil, das unermüdlich für den Weltfrieden
eintritt. (Vorbilder). Aus dem Englischen übersetzt von Roswitha Raab. Mit zahlreichen
farb. und s/w Abb., 64 S. Arena, Würzburg 1990.
(The Dalai Lama: The Leader of the Exiled People of Tibet & Tireless Worker for World
Peace. Gareth Stevens Inc., Milwaukee/USA 1900).— Ein neues Dharmabuch für Kinder.
Es stellt die brillante Persönlichkeit des Dalai Lama vor, wie er sich beispielhaft für die
Menschheit einsetzt.
[576] Giet, Franz:
Zur Tonität nordchinesischer Mundarten. (Studia Instituti Anthropos. 2.). Mit 10 Karten
lose im Anhang. 185 S. Missionsdruckerei St. Gabriel, Wien-Mödling 1950.
Darin Teil II: Die Tonität in den Tibeto-chinesischen Sprachen (Die Tonität im
Tibetischen, S. 29). Dialektgeographische Arbeit, die sich hinsichtlich des Tibetischen auf
persönliche Angaben von P. Dr. Matth. Hermanns stützt.
[577] Ginzel, F K:
Handbuch der mathematischen und technischen Chronologie. Das Zeitrechnungswesen der
Völker. I. Band: Zeitrechnung der Babylonier, Ägypter, Mohammedaner, Perser, Inder,
Südostasiaten, Chinesen, Japaner und Zentralamerikaner. Mit 6 Figuren im Text,
chronologischen Tafeln und 1 Karte. 584 S. J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig
1906.
Unveränderter Nachdruck Deutscher Buch-Export und -Import, Abtl. Antiquariat, Leipzig
1958.— Das IV. Kapitel beginnt mit der "Zeitrechnung in Tibet" (S. 403-409), basierend
auf den bekannten Quellen wie etwa Waddell, Schlagintweit und Rockhill.
[578] Giorgi, Antonio Agostino:
Das Alphabetum Tibetanum in Auszügen. Aus dem Lateinischen übersetzt und bearbeitet
von Jeremias Nicolaus Eyring (1768). Reprint (mit zusätzlicher neuer Pagina) von
"Auszüge aus des Augustinereremiten Georgius neuesten Nachrichten von Tibet" in:
Johann Christoph Gatterer 'Allgemeine Historische Bibliothek.', Halle 1768. Mit einer
neuen Einleitung von Jürgen C. Aschoff. 152 S. Fabri, Ulm/Donau 1989.
(Alphabetum Tibetanum missionum apostolicarum commodo editum: praemissa est
disquisito qua de vario litterarum ac regionis nomine, gentis origine moribus, superstitione,
ac Manichaeismo fuse disseritur; Beausobrii calumniae in sanctum Augustinum aliosque
ecclesiae patres refutantur. Studio et labore Augustini Antonii Georgii. Eremitae
Augustiani, Romae 1762. Verkleinerter Faksimile Reprint, um eine Einleitung von Rudolf
Kaschewski vermehrt, Köln 1987).— Diese trotz altertümlicher Sprache heute noch gut
lesbare und vor allem von der Redundanz des Originals befreite Übersetzung des
'Alphabetum Tibetanum' erschien in Johann Christoph Gatterer's: 'Allgemeine historische
Bibliothek von Mitgliedern des königlichen Institutes der historischen Wissenschaften zu
Göttingen', bey Johannes Justinus Gebauer, Halle 1768. Diese deutsche Übersetzung war
aufgeteilt auf die Bände V, VI und VII.— Da das Werk zuvörderst zukünftigen Tibet-
Missionaren dienen sollte, werden auf S. 1-95 (neue Pagina) Religion und Riten der
Tibeter dargestellt; S. 95-115 geben eine tabellarische Übersicht über die tibetische
Zeitrechnung bis 1752 nach dem christlichen Kalender; S. 115-138 sind eine Darstellung
des tibetischen Reiches und seiner geographischen Grenzen und Provinzen, seiner
wichtigsten Gesetze (Ehe- und Familienrecht) und Feiertage (Feueropfer). Abschließend
(S. 128-152) wird der II. Teil des Alphabetum Tibetanum, der dem Werk den Namen gab,
referiert, nämlich die 23 Kapitel, die von der tibetischen Schrift, den Schreib- und
Druckmaterialien handeln.
[579] Gjefsen, Reinhard Johann:
Deskriptive Analyse von Schamanismus und Hexerei bei den Purbia Raji Südwest-Nepals.
Mit Abb. und Karte(n). (Dissertation Univ. Wien. Philosoph. Fakultät). 303 S. Universität,
Wien 1973.
[582] Glasenapp, Helmuth von (1891-1963):
Der Buddhismus in Indien und im Fernen Osten. Schicksale und Lebensformen einer
Erlösungsreligion. Mit 16 Abb., 402 S. Atlantis, Berlin/Zürich 1936.
Helmuth von Glasenapp, der bedeutende Indologe, behandelt hier auf S. 305 ff. auch Tibet.
[580] Glasenapp, Helmuth von:
Buddhistische Mysterien. Die geheimen Lehren und Riten des Diamant-Fahrzeugs.
(Sammlung Voelkerglaube). 8 s/w Abb. auf Tafeln, 3 Strichzeichnungen im Text. 201 S.
W. Spemann, Stuttgart 1940.
In 3 Kapiteln werden "Werden und Wesen des Diamant-Fahrzeugs", "Die tantrischen
Lehren und Riten" sowie "Der Shakti-Kult und seine Esoterik" behandelt. Vielfaches
Eingehen auf Tibet. Mit Glossar und Register.
[581] Glasenapp, Helmuth von:
Pfad zur Erleuchtung. Das Kleine, das Große und das Diamant-Fahrzeug. Übersetzt und
herausgegeben von Helmuth von Glasenapp. 220 S. Eugen Diederichs, Köln 1956.
Erneut aufgelegt 1974. Neue Ausgabe in "Diederichs Gelbe Reihe. Indien. 8.", hiervon 4.
Auflage 1985.— Das Buch behandelt in drei Abschnitten das Kleine Fahrzeug, das Große
Fahrzeug und das Diamantfahrzeug, jeweils unter den drei Aspekten: Buddha, Lehre,
Gemeinde/Kultus, und dies in einer klaren und knapp gefaßten Sprache. Mit vielen
wertvollen weiterführenden Anmerkungen.
[583] Godden, Rumer:
Eisvogel fängt Feuer. Roman. Aus dem Englischen übersetzt von Elisabeth Pohr. 360 S.
Paul Zolnay, Wien 1954.
(Kingfishers catch Fire. Wo und wann erschienen??).— Auch rororo TB 209, Hamburg
1957. "Meine Augen werden nie mehr arm sein, nachdem sie Kashmir gesehen haben."
Das muß wohl wahr sein! Rumer Godden schildert die faszinierende Farbenpracht
Kashmirs in einer Weise, die jeden Leser berühren muß. Zum Inhalt des Romans: Mrs.
Barrington-Ward beschließt nach dem Tod ihres Mannes in Indien zu bleiben. Alle
Warnungen mißachtend mietet sie ein verfallenes Haus in einem Himalaya-Bergdorf in der
Nähe von Srinagar. Durch Schulden und Krankheit verarmt will sie in der einfachen Art
der Menschen dort leben. Das kolonial geprägte Denken der Dörfler läßt dies jedoch nicht
zu und so gerät sie zwischen rivalisierenden Familien mit ihren beiden Kindern in
Lebensgefahr und muß Indien schließlich verlassen (Renate Hoffmann).
[584] Godden, Rumer (d. i. Margaret Rumer Haynes Dixon):
Uralt der Wind vom Himalaja. Roman. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Hilde
Spiel. 304 S. Wolfgang Krüger, Hamburg 1952.
(Black Narcissus. Peter Davies, London 1939).— Auch rororo TB 408, 1961.- Der
Roman spielt in einem Hochtal des Himalaya am Fuße des Kangenjunga. Ein Raja möchte
die unrühmlichen Taten seiner Vorfahren sühnen, indem er den Palast seines Vaters dem
christlichen Orden der "Dienerinnen Mariae" übereignet, auf daß sie eine Missionsstation
mit Schule und Spital einrichten. Der Kampf der Oberin, Schwester Clodagh, und ihrer
Mitschwestern gegen die im Volk tief verwurzelte traditionelle Religion und Kultur ist
nach einem Jahr verloren. Ohne 'happy end' räumen die Schwestern unter schwierigsten
Bedingungen den Palast, geben das Haus dem Raja zurück und ziehen wieder hinunter in
die indische Tiefebene. Eine subtile — erfolgreich verfilmte — Geschichte über das
rätselhafte Wesen Indiens.
[585] Göllner, Gerd:
Milarepa. Von der Verwirklichung und andere Texte. Übersetzt von Gerd Göllner,
herausgegeben und eingeleitet von Franz-Theo Gottwald. 140 S. Bruno Martin,
Südergellersen 1985.
Milarepa, der große tibetische Yogi, hat die Lehrmeinungen und Übungen seines Meisters
Marpa, dem das Zusammenschweißen von tantrischen Erfahrungen, Yoga und Mahamudra
gelang, mit seinen "Hunderttausend Gesängen" volkstümlich verbreitet. Die hier
vorliegenden Texte (z. T. von Franz-Theo Gottwald sorgsam kommentiert) kreisen alle um
die höchste Verwirklichung oder Erleuchtung.
[586] Goepper, Roger:
Kunst und Kunsthandwerk Ostasiens. Ein Handbuch für Sammler und Liebhaber. (Keysers
Handbücher für Kunst- und Antiquitätensammler). Mit 56 Fig., 305 Abb. auf Tafeln, 474
S. Keysersche Verlagsbuchhandlung, München 1968.
Gekürzte und bearbeitete Taschenbuchausgabe, dtv 2852, München 1978.—
[587] Goepper, Roger:
Alchi. Buddhas, Göttinnen, Mandalas, Wandmalerei in einem Himalaya-Kloster.
Fotografien von Barbara Lutterbeck und Jaroslav Poncar. 32 Farbtafeln mit deutsch/engl.
Legenden. 110 S. DuMont, Köln 1982.
Der Band war zugleich Katalog der Ausstellung vom 9. Okt. 1982 bis 30. Jan. 1983,
Museum für Ostasiatische Kunst der Stadt Köln.
[588] Goepper, Roger und Thingo, TseringTashi:
Siehe "Katalog" 1974.
[589] Goetschi, Arthur:
Siehe Robert Inwyler, Solothurn 1966.
[590] Goldstein, Joseph und Kornfield, Jack:
Einsicht durch Meditation. Die Achtsamkeit des Herzens. Buddhistische Einsichts-
Meditation für westliche Menschen. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Theo Kierdorf
in Zusammenarbeit mit Hildegard Höhr. Mit einem Vorwort des 14. Dalai Lama. 286 S. O.
W. Barth (Scherz), Bern/München/Wien 1989.
(Seeking the Heart of Wisdom — The Path of Insight Meditation. Shambhala Publ.,
Boston 1987).— Beide Autoren arbeiteten mit viel Erfolg als Meditationslehrer am von
Chögyam Trungpa in Boulder 1974 gegründeten Naropa-Institut. Ihr Buch stellt eine
zeitgenössische Zusammenfassung jener praktischen Lehre dar, die 'in ihrer essentiellen
Reinheit bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben ist'. Das Buch gibt klare
Erläuterungen der Meditationsanweisungen und der Übungen, wie sie in westlichen
Meditationskursen benutzt werden.
[591] Goullart, Peter:
Die Schwarzen Lolo. Zwischen China und Tibet. Mit 1 Karte, 273 S. Paul List, München
1962.
(Princes of the Black Bone. Life in the Tibetan Borderland. John Murray, London 1959;
Titel der amerikanischen Ausgabe: Land of the Lamas. Adventures in secret Tibet. E. P.
Dutton & Co., New York 1959).— Seltene ethnologische Schilderung eines sehr
zurückgezogen lebenden Volkes im chinesisch-tibetischen Grenzgebiet. Eigenständige
Kultur, weder von den Chinesen noch von den Tibetern überformt. Goullart gelang es,
1939 in dieses Gebiet vorzudringen und Freundschaft mit einem Lolo-Fürsten zu schließen.
Ein spannend und einfühlsam geschriebener Erlebnisbericht.
[591 a] Govinda, Lama Anagarika (1898-1985):
Grundlagen tibetischer Mystik. Nach den esoterischen Lehren des Großen Mantra OM
MANI PADME HUM. Mit 16 Abb. tibetischer Plastiken nach Aufnahmen von Li Gotami
Govinda. 358 S. Rascher & Cie., Zürich/Stuttgart 1956.
Zweite erweiterte und überarbeitete Auflage (403 S.) 1966; ab der 3. Auflage bei Otto
Wilhelm Barth, Weilheim 1973. 7. Aufl. 1988, jetzt mit zusätzlichem Untertitel: Eines der
großen Quellenwerke zum Verständnis östlicher Weisheit. Die englische Ausgabe erschien
London 1959, New York 1974.— In diesem Buche schlägt sich die Dankbarkeit nieder, in
der sich Govinda seinen tibetischen Lehrern und unter ihnen vor allem Tomo Gesche
Rimpoche verbunden fühlt. Das Buch fällt nicht in den Bereich dessen, was wir unter
Wissenschaft zu verstehen gewohnt sind; nach den Maßstäben solcher Wissenschaft im
landläufigen Sinn läßt sich Govindas Buch nicht messen, seine Inhalte nicht werten.
Govinda möchte das Tor zu einer höheren Weisheit öffnen, wie sie nur über die Schau
eines meditierenden Mystikers zu gewinnen ist. Er führt dies aus an Hand der Grundlehren,
die die in Tibet beheimatete Schule buddhistischer Mystik der Kagyütpa befolgt, das heißt
also jener Richtung des Buddhismus, die sich auf Naropa, Marpa und als bekannteste und
berühmteste Persönlichkeit auf Milarepa zurückführt. Wer immer sich mit buddhistischen
und darüber hinaus auch mit der indischen Mystik und dem Tantrismus befassen muß oder
will, der wird dankbar sein für dies Buch mit seiner durchgeistigten Darstellung des
vergeistigtsten buddhistischen Mystizismus des Tantra (frei nach einer Rezension von F.
Weller, Orientalistische Literaturzeitung 1960).
[592] Govinda, Lama Anagarika:
Mandala. Der heilige Kreis. Stufen der Meditation. Meditationsgedichte und
Betrachtungen. (Lebendige Bausteine. 30.). Mit 7 farb. und 9 s/w Tafeln nach Gemälden
und Zeichnungen des Verfassers. 136 S. Origo, Zürich 1960.
Zweite erweiterte Auflage (168 S.) 1961; 4. Aufl. Bern 1984.— Als Künstler, sowohl
Dichter wie Maler, nähert sich Govinda hier dem 'Heiligen Kreis', mit drei Gedichtzyklen,
visionären Zeichnungen und Gemälden.
[593] Govinda, Lama Anagarika:
Die psychologische Haltung der frühbuddhistischen Philosophie und ihre systematische
Darstellung nach der Tradition des Abhidhamma. Mit Diagrammen und Tabellen. 263 S.
Rascher, Zürich/Stuttgart 1962.
(Engl. Erstveröffentlichung Patna Universität/Indien).— Zweite Auflage bei Octopus,
Wien 1980. Dieses erste bedeutende Buch des weltweit bekannten 'Tibetologen' ist eine
Zusammenfassung der von ihm in den Jahren 1936/37 an der indischen Universität Patna
gehaltenen Vorlesungen über buddhistische Grunderfahrungen. Als Grundlage dient der
Abhidhamma (Gesamtheit der psychologischen und philosophischen Grundlehren des
Buddhismus). Im Buddhismus gehören Psychologie und Philosophie als Weg des
Erkennens und Formulierung des Erkannten untrennbar zusammen: Philosophie ist die
theoretische Seite des Buddhismus, die religiöse Seite ist der durch die praktische
Erfahrung geschaffene Weg. Psychologie hingegen besteht in der Analyse der Kräfte und
Bedingungen, die den Fortschritt auf diesem Weg begünstigen oder hindern. Govinda
gelingt es, diese Vorstellungen dem Leser, je nach Vorbildung und Intensität der Lektüre,
zu vermitteln und ein echtes Verständnis zu erzeugen. Auch wenn man nicht alles
verstanden hat, kann sich das beglückende Gefühl einstellen, mit dem Lesen auch eine
Strecke des 'Weges' zurückgelegt zu haben (Renate Wagner).
[594] Govinda, Lama Anagarika:
Der Weg der weissen Wolken. Erlebnisse eines buddhistischen Pilgers in Tibet. Aus dem
Englischen vom Autor übersetzt und erweitert. Mit 37 Tafeln und Illustrationen im Text, 1
Karte. 455 S. Rascher, Zürich/Stuttgart 1969.
(The Way of the White Clouds. Hutchinson & Co, London 1966, 1968).— Ab der zweiten
Auflage (1973) bei Otto Wilhelm Barth, Weilheim. Ab der 10. Auflage beim Scherz
Verlag, München 1987. Vollständige TB Ausgabe, München 1988. Das bis heute populäre
Werk, ein weltweiter Bestseller und noch immer faszinierend zu lesen, berichtet unter
anderem von einem mehrmonatigen Aufenthalt im längst untergegangenen Königreich von
Guge in Westtibet. Eine spannend geschriebene Reise, auch mit Wanderung um den
heiligen Berg Kailash, voller innerer und äußerer Anteilnahme an Tibet, seiner Kultur und
seinen Menschen. "Govinda, der zur bKa'-rgyud-pa-Schule gehört, verweist auf das
Eremitenwesen, wo in Wahrheit der Kraftquell des tibetischen Buddhismus zu suchen ist.
Von besonderer Bedeutung für die seelische Disposition des Tibeters scheint die
Landschaft zu sein. Wahrscheinlich spielen insbesondere atmosphärische Verhältnisse bei
der Freilegung gewisser Tiefenschichten der Psyche eine besondere Rolle" (Siegbert
Hummel, in Sinologica 2.).
[595] Govinda, Lama Anagarika:
Wege zur Ganzheit. Festschrift zum 75. Geburtstag von Lama Anagarika Govinda von
seinen Freunden und Schülern. Mit einigen s/w Fotos und Zeichnungen. 251 S. Kasar Devi
Ashram Publication, Almora/Indien 1973.
Die Festschrift enthält Beiträge von E. Benz, K. Dürckheim, C. von Korvin-Krasinsky,
Sangarakshita, W. Schumann, H. de Terra, A. Watts u.a.
[596] Govinda, Lama Anagarika:
Schöpferische Meditation und multidimensionales Bewusstsein. Mit Frontispiz (Portrait
des Verfassers), 8 Farb- und 1 s/w Tafel, 7 Zeichnungen und 1 Tabelle. 330 S. Aurum,
Freiburg i. Br. 1977.
(Kapitel 2 bis 10 aus 'Mandala', Zürich 1960, übernommen).— 2. Aufl. 1982. Ein Buch
von höchster lebendiger praktischer Weisheit, in dem die Meditation ihres mystischen
Aspekts entkleidet und transparent gemacht wird und die Grundlagen und
Voraussetzungen aller Meditation aufgezeigt werden: Lama Govindas Lebenswerk (aus
dem Verlagstext).
[597] Govinda, Lama Anagarika:
Bilder aus Indien und Tibet. Vorwort von Dr. Hans Wolfgang Schumann. 50 s/w und
Farbtafeln, mit deutsch/engl. Legenden. Einleitender (deutsch/engl., nicht paginiert) Text
16 S. Irisiana, Haldenwang 1978.
Bilder von Lama Anagarika Govinda, der während seiner Tibetreisen die Eindrücke mit
Kohle, Pastellstiften und Wasserfarben festhielt. Es sind Bilder aus Sikkim, Westtibet und
Tsaparang, auch vom heiligen Berg Kailash. H. W. Schumann schreibt dazu im Vorwort:
"Als Maler und Zeichner aktiv ist Lama Govinda seit seiner Begegnung mit dem vom
Buddhismus begeisterten amerikanischen Maler Earl Henri Brewster, mit dem er in den
20er Jahren in Italien Freundschaft schloß. Brewster war es, der den jungen Archäologen
ermutigte, Kunst nicht nur zu studieren, sondern auch auszuüben. Überwiegend sind es
Landschafts- und Architekturmotive, die Lama Govinda aufnimmt, in einer linearen, mit
satten Konturen arbeitenden Darstellungsweise, mit tiefen, aber lebhaften Farben. Man
spürt, daß diese Kunst tiefen Weisheitsquellen und feinsinniger Naturverbundenheit
entspringt." Auffallend die Ähnlichkeit der Motive und Darstellungsweise mit den Bildern
des dem Anagarika Govinda wesensverwandten Nicholas Roerich (siehe hierzu Jacqueline
Decter, Basel 1990).
[598] Govinda, Lama Anagarika:
Der Stupa. Psychokosmisches Lebens- und Todessymbol. Mit Vorworten von
Rabindranath Tagore und Tarthang Tulku Rinpoche. Mit 4 ganzseitigen Fotos, Frontispiz,
23 Abb. im Text, 1 Tabelle. 109 S. Aurum, Freiburg i. Br. 1978.
(Psycho-cosmic symbolism of the Buddhist Stupa. Emeryville 1976).— Der Stupa ist ein
architektonisch und menschheitsgeschichtlich bedeutendes Werk. Gleichzeitig geht es hier,
ähnlich wie bei der ägyptischen Pyramide, um ein universelles Symbol. Er ist "zu
Architektur erstarrtes" Lebens- und Todessymbol in einem. Das Wissen, das uns Lama
Govinda als gebürtiger Europäer hier vermittelt, können wir als Schlüssel zur Erweckung
des höheren Bewußtseins in uns selber nutzen (Verlagstext). Das in Teilen bereits zuvor in
englischer Sprache (1935/1950) publizierte Werk geht auch auf die besondere
"Symbolische Bedeutung des Stupa nach dem Tanjur" und die "Solare und lunare
Symbolik in der Entwicklung der Stupa-Architektur" ein.
[599] Govinda, Lama Anagarika:
Buddhistische Reflexionen. Wege der Befreiung ohne Verleugnung der eigenen Wurzeln.
Die Bedeutung von Lehre und Methoden des Buddhismus für westliche Menschen. Mit
Frontispiz und einigen Zeichnungen im Text. 280 S. Scherz für O. W. Barth,
Bern/München/Wien 1983.
Im zweiten Teil 'Der Weg nach Innen' vertieftes Eingehen auf die tibetische Kultur,
Philosophie und Religion, insbesondere auch auf das tibetische Totenbuch.
[601] Greenough, R:
Probleme des Bildungswesens in Nepal / Educational Problems in Nepal. (Nepal-Report.
2.). Mit 1 Tafel, 22 S. Deutsch-Nepalische Gesellschaft, Köln 1970.
[602] Grieder, Peter:
Tibet. Land zwischen Himmel und Erde. Eine Reise nach Innen. Mit 160 Farbfotos. 187 S.
Walter, Olten 1990.
(Pays entre ciel et terre — Tibet, un voyage intérieur. La Renaissance du Livre, Brüssel
1990).— Mit sachkundigen und einfühlenden Texten wird von Bild zu Bild geleitet. Ein
'Bildreisebuch', das mehr zeigt, als man sieht, geordnet nach verschiedenen Themen und
Landschaften des tibetischen Kulturkreises. Sehr persönliche, nicht akademische, höchst
anschauliche Darstellungsweise des Kurators am Tibetinstitut in Rikon/Schweiz. Eine
Reise über Kashmir, Ladakh, Bhutan nach Tibet, zu den 'Dingen', und dann zu den inneren
Wahrheiten (nach Asiatica-Bücherdienst M. Henss).
[603] Grimm, Brüder:
Kinder- und Hausmärchen. Ausgabe letzter Hand mit den Originalanmerkungen der Brüder
Grimm. Mit einem Anhang sämtlicher, nicht in allen Auflagen veröffentlichter Märchen und
Herkunftsnachweisen herausgegeben von Heinz Rölleke. Band 3: Originalanmerkungen,
Herkunftsnachweise, Nachwort. (Reclam Universal-Bibliothek Nr. 3193). 624 S. Philipp
Reclam jun., Stuttgart 1980.
Erstausgabe 1822. Bibliographisch ergänzte Ausgabe Stuttgart 1983.
[zusätzlich auch Johannes Bolte und Georg Polívka: Anmerkungen zu den Kinder- und
Hausmärchen der Brüder Grimm, 5 Bände, Leipzig 1913-32, Reprint Hildesheim 1963].
Mit Eingehen auf das Gesar-Epos (S. 386-392 alte Pagina) und Verwandtschaft zu
deutschen Märchen.
[604] Griswold, Alexander B, Kim, Chewon, und Pott, Pieter-Hendrik:
Burma, Korea, Tibet. (Kunst der Welt. Die außereuropäischen Kulturen. Ihre
geschichtlichen, soziologischen und religiösen Grundlagen). Mit 69 Farbtafeln, 57
Textabbildungen und 5 Kartenskizzen. Burma und Korea aus dem Englischen übersetzt
von A. Wieber; Tibet aus dem Holländischen von L. Riedel. 279 S. Holle, Baden-Baden
1963.
(The Art of Burma, Korea, Tibet. New York 1964).— 2. Aufl. 1964. Erschienen auch im
Schweizer Druck- u. Verlagshaus, Zürich 1976. Paperback-Ausgabe 1976, hiervon 3. Aufl.
(240 S.) 1979. Der Tibet-Teil (S. 143-218, mit 31 Abb.) stammt von Pieter Pott, dem
ehemaligen Direktor des Völkerkundemuseums in Leiden/Holland, einem speziellen
Kenner der Ikonographie des späten Buddhismus.
[605] Grob, Ernst und Schmaderer, Ludwig:
Drei im Himalaja. Die Erlebnisse einer Himalajafahrt. Unter Mitwirkung von Herbert
Paidar und Fritz Schmitt. Mit 63 Bildtafeln, 2 Panoramen und 3 Kartenskizzen. 98 S. F.
Bruckmann, München 1938.
Ein weiteres Buch von Ernst Grob und Ludwig Schmaderer (und Herbert Paidar)
'Zwischen Kantsch und Tibet', München 1940, widmet sich ausschließlich der
Bergsteigerei, während dieses Buch über die 1937 durchgeführte eher 'bescheidene
Expedition' durch Sikkim zum Nepal-Peak auch etwas 'Lokalkolorit' vermittelt.
[606] Grönbold, Günter:
Der Buddhistische Kanon. Eine Bibliographie. 70 S. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1984.
Seite 27 ff.: Tibetischer Kanon, Blockdruckausgaben, moderne Nachdrucke; Seite 31 ff.:
Alte tibetische Kanonkataloge. Mit Kurzkommentaren. Bibliographie zu allen Versionen
des buddhistischen Kanons. Besonders gut für den Bereich des tibetischen Kanjur und
Tanjur recherchiert.
[607] Grönbold, Günter:
Jesus in Indien. Das Ende einer Legende. 152 S. Kösel, München 1985.
Bezieht sich auf die häufig auftauchende Behauptung, Jesus sei in Indien bzw. Kaschmir
und auch in Tibet gewesen und zeigt die verschiedenen Quellen dieser Erzählung auf: das
Buch von N. Notowitsch (siehe dort) und die Offenbarungen des Ghulam Mirza Ahmad.
Es wird deutlich gemacht, daß Notowitsch's angebliche Funde von tibetischen Texten im
Kloster Hemis reine Fiktion sind. Auch die anderen angeblichen Beziehungen Jesu zu Tibet
oder Kashmir sind rein sachlich nicht möglich. Vergleiche hierzu auch Charles Henry 1897
und Norbert Klatt, Göttingen 1988.
[608] Grönbold, Günter:
Tibetica in der Bayerischen Staatsbibliothek. (Ausstellungskataloge. 33.). Ausstellung
anläßlich des 4. Seminars der International Association for Tibetan Studies vom 21. bis 27.
1985 in Schloß Hohenkammer. 27 S. Bayerische Staatsbibliothek, München 1985.
Gezeigt wurden in einer Kabinettausstellung einige wissenschaftlich relevante Tibetica aus
eigenen Beständen der Staatsbibliothek, die unter anderem den gesamten Nachlaß der
Brüder Schlagintweit wie auch den von Albert Grünwedel (1856-1935) besitzt.
[609] Grönbold, Günter:
Die tibetischen Blockdrucke der Bayerischen Staatsbibliothek. Eine Titelliste. 244 S. Otto
Harrassowitz, Wiesbaden 1989.
Beschreibung der 365 tibetischsprachigen Blockdrucke und Drucktafeln der Bayerischen
Staatsbibliothek. Unabhängig von der Zahl der Bände wurden auch die 966 Einzeltitel
durchgezählt. Mitgelistet sind auch eine Reihe lithographierter Hefte der Herrnhuter
Missionare aus Ladakh sowie tibetische Texte auf Mikrofilmen, die z. T. vom Sikkim
Institute of Tibetology, Gangtok, gekauft wurden. Ausführliches Register.
[610] Grönbold, Günter:
Tibetische Buchdeckel. (Bayerische Staatsbibliothek. Ausstellungskataloge. 54.).
Ausstellung vom 8. April bis 1. Juni 1991. Mit 65 farb. Abb., 156 S. Bayerische
Staatsbibliothek, München 1991.
In der ersten Ausstellung dieser Art überhaupt wurde die Sammlung tibetischer,
geschnitzter und bemalter Buchdeckel der Bayerischen Staatsbibliothek München gezeigt.
Sie ist systematisch nach Typen und verschiedenem Alter angelegt. Zum erstenmal werden
im Katalog Buchdeckel als Kunstwerke eigenen Ranges dargestellt, zudem wird eine
zeitliche Einordnung dieser Kunstobjekte versucht.
[611] Groot, Joh. Jak. Maria de:
Chinesische Urkunden zur Geschichte Asiens. Erster Teil: Die Hunnen der vorchristlichen
Zeit. Zweiter Teil: Die Westlande Chinas in der vorchristlichen Zeit. In vollständiger
Zusammenfassung übersetzt und erläutert. 224 S./304 S. Walter de Gruyter & Co., Berlin
und Leipzig 1921/1926.
Der zweite Teil wurde von O. Franke aus dem Nachlaß des Verfassers herausgegeben.
Darin auch eine Monographie der Han-Dynastie mit dem Titel 'Berichte über die K'iong
des Westens' mit dem ältesten Dokument der Welt über West-Tibet.
[612] Grousset, René:
Die Reise nach Westen oder wie Hsüan-tsang den Buddhismus nach China holte. Aus dem
Französischen übersetzt von Peter Fischer in Zusammenarbeit mit Renate Schmidt. Mit
Frontispiz, 14 Abb. und 1 Karte. 260 S. Eugen Diederichs, Köln 1986.
(Sur les Traces du Bouddha. Plon, Paris 1929).— Der Mönch Hsüan-tsang reiste 629 n.
Ch. auf der Seidenstraße in einem großen Bogen rund um das große unerforschte Tibet zu
den buddhistischen Zentren Nordindiens, von wo er 17 Jahre später mit 657 Sanskrit-
Handschriften im Tragkorb über den gleichen Weg zurückkehrte. In 19 weiteren Jahren,
die der Entzifferung, der Übersetzung und der Lehre gewidmet waren, erlangte er
Weltruhm, nachdem ihm ein einzigartiger 'Religionstransfer' mit Auswirkungen bis nach
Japan und Korea gelungen war.
[613] Gruber, Ulrich F:
Pagoden, Yaks und Lamaklöster. Wanderungen in Nepal. 23 s/w Abb., 1 Karte im
Vorsatz. 155 S. Universitas, Berlin 1970.
Zweite Aufl. 1972. Der Autor (Zoologe, Botaniker, Geograph), Mitarbeiter am Projekt
"Forschungsunternehmen Nepal Himalaya", wandert 18 Monate lang auf mehreren
Expeditionen kreuz und quer durch Nepal. Lebendig beschreibt er die Menschen, Kultur
und Religion, Flora und Fauna und eindringlich die Vielfalt der großartigen Landschaft
Nepals.
[614] Gruber, Ulrich F:
In den Tälern des Nepal-Himalaya. Wanderungen und Begegnungen. Ein Reisebegleiter.
Mit farbigem Frontispiz, 31 farbigen und 53 s/w Abb. 1 Karte. 268 S. Harnack, München
1985.
Ulrich Gruber, Oberkonservator an der Zoologischen Staatssammlung München, erforscht
seit 1960 die Systematik und Ökologie der Wirbeltiere im Himalaya. Als er vor 30 Jahren
zu seiner ersten Wanderung durch Nepal aufbrach, konnte er nicht ahnen, daß sich daraus
eine Kette immer neuer Begegnungen mit Nepal ergeben würden. Auf seinen zoologischen
Forschungsexpeditionen, auf privaten Exkursionen und als Führer von Trekkingtouren trug
er eine Vielfalt von Beobachtungen und Erlebnissen zusammen, die in essayistischen
Kapiteln eine echte Landeskunde ergeben.
[615] Gruber, Ulrich F:
Nepal. Ein Königreich im Schatten des Himalaya. Mit 32 Farbseiten, 86 einfarb.
Textillustrationen und 15 Karten und Plänen. Praktische Reisehinweise im Anhang. 364 S.
Prestel, München 1990.
U. Gruber liefert ein lebendiges Bild der Tier- und Pflanzenwelt, informiert gründlich über
Nepals Geschichte, erläutert die Religionen und die Kunst der verschiedenen Volksgruppen
und gibt Hinweise zum legendenumwobenen Yeti-Phänomen. Vieles ist neu und in dieser
Form noch in keinem Reiseführer so ausführlich dargestellt worden. Die Beschreibung der
wichtigsten Trekkingtouren wird im Anhang durch touristische Hinweise ergänzt. Dieser
informative Landschafts-Führer ist geprägt durch die Kompetenz und langjährige
Erfahrung des Autors, der Nepal seit 1961 immer wieder bereist hat (aus dem
Verlagstext).
[616] Grueber, Johannes (1623-1680):
Brief P. Joannis Grueber, der Gesellschafft Jesu Missionarii aus der Oesterreicher Provintz.
An R. P. Joannem Haffenecker, des Collegii Soc. Jesu und der Universität zu Gräitz in
Steyermarck Rectorem. Geschrieben zu Surate in Ost-Indien den 7. Mertzen 1658. (Der
Neuer Welt-Bott mit allerhand nachrichten deren Missionarien So. Jesu. Erster Bund oder
die 8. Erste Theil.). Theils aus Handschrifftlichen Urkunden, theils aus denen
Französischen Lettres Edificantes verteutscht und zusammengetragen von Joseph.
Philips/Martins/Joh. Veith Buchhän, Augspurg/Grätz 1726.
Muß noch Seitenzahl 111/112 !! (Neudruck der 5 Bände, Graz 1969).— Dieser zwei
Seiten umfassende Brief Gruebers wird immer wieder zitiert in Hinblick auf seine Reise
nach Tibet. Der Brief enthält jedoch kein Wort über Tibet, sondern nur eine Schilderung
der indischen Verhältnisse vor seiner Reise nach Tibet.
[617] Grueber, Johannes:
Als Kundschafter des Papstes nach China 1656-1664. Die erste Durchquerung Tibets.
Herausgegeben von Franz Braumann, nach den Briefen Johannes Gruebers und den
Berichten seiner Biographen Athanasius Kircher und Melchisedech Thevenot. (Alte
abenteuerliche Reiseberichte). Mit 25 zeitgenössischen Abb. und 2 Karten. 200 S. K.
Thienemann (Edition Erdmann), Stuttgart 1985.
Der österreichische Jesuitenpater, Astronom und Mathematiker Johannes Grueber war der
erste Europäer, der — im Juni 1661 — die tibetische Hauptstadt Lhasa betrat, dort etwa
einen Monat blieb, dann über den Himalaya nach Indien weiterzog. In Agra starb sein
Begleiter d'Orville an Erschöpfung.— Seinen Auftrag, einen neuen Überlandweg von
Europa nach China zu finden, hatte er mit dieser erfolgreichen Route
Peking/Lhasa/Indien/Kleinasien erfüllt; acht Jahre war er unterwegs, bis er gesund wieder
in Rom anlangte. Seine Schilderung der Tibeter, des Potala und des Dalai Lama, wie auch
sein ganzer Reisebericht zeugen von einer wachen und scharfen Beobachtungsgabe. Sein
noch heute spannend zu lesender Reisebericht hat über lange Zeit das europäische Bild von
Tibet geprägt. Seine Briefe und Notizen wurden bereits 1687 in Florenz publiziert.
[618] Grueber, Johannes:
Siehe auch Bruno Zimmel, Wien 1953; Franz Braumann, Wien 1958.
[618 a] Grünwedel, Albert (1856-1935):
Biobibliographie siehe Johannes Schubert (Artibus Asiae), Ascona 1936. Siehe auch Eugen
Pander, Berlin 1890.
[619] Grünwedel, Albert:
Notizen zur Ikonographie des Lamaismus. (Original-Mittheilungen aus der ethnologischen
Abtheilung der Königlichen Museen zu Berlin. I., 1. Heft, pp. 38-45, 103-131). 1 Abb., 35
S. W. Spemann, Berlin 1885.
Grünwedel teilt das lamaistische Pantheon in drei große Gruppen ein, d. h. in die 'alten
Typen', Darstellungen aus dem Leben des Buddha und das weitergebildete
Legendenmaterial, sowie Typen des Padmapani, Manjusri usf., aus der späteren Geschichte
des Buddhismus. Die zweite Gruppe umfaßt Bildungen des Sivaismus, der Tantraliteratur
und des Kalacakrasystems, die dritte Gruppe letztlich die Kirchenväter und Dalai Lamas
von Tibet. Im weiteren werden einzelne Typen anhand des umfangreichen Materials an
Texten, Bronzen und Tonpasten, die über die deutsche Gesandtschaft in Peking für Berlin
erworben werden konnten, beschrieben.
[620] Grünwedel, Albert:
Drei Leptscha Texte. Mit Auszügen aus dem Padma-than-yig und Glossar. (T'oung Pao
(Series 1), VII., pp. 526-561). 36 S. Brill, Leiden 1896.
[621] Grünwedel, Albert:
Ein Kapitel des Ta-she-sung. (In: Festschrift für Adolf Bastian zu seinem 70. Geburtstag,
26. Juni 1896., pp. 459-482). 6 Abb., 24 S. Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin 1896.
Erschien als Sonderpublikation im Buchhandel.— Grünwedel veröffentlicht den Leptscha-
Text in Transkription, nebst Übersetzung und Glossar. Aus dem Padma Than-yig, dem
tibetischen Legendenbuch, werden die Kapitel 18 und 19 sowie die entsprechenden Stellen
des in der Leptschasprache (Bergvolk in Sikkim) verfaßten Ta-she-sung in Transkription
und deutscher Übersetzung gegeben. Padmasambhava meditiert auf Leichenstätten, begibt
sich nach Gaya, lernt Astrologie, alle Sprachen etc. Grünwedels Äußerung hierzu:
"missverstandene Fetzen buddhistischer Texte, 'Sudelbrei' eines Teufelsbanners, eines halb
wahnsinnigen, wesentlich in vorderasiatischen Ideen aufgewachsenen Fanatikers,
aufgestutzt mit allerlei wohlklingenden Phrasen buddhistischer Legende und Philosophie".
[622] Grünwedel, Albert:
Buddhistische Studien. 2.; Excurs: Das Supparakadschataka in Padmasambhava's
Legendenbuch. (Veröffentlichungen aus dem Königlichen Museum für Völkerkunde. 5.,
pp. 105-126). 21 S. Dietrich Reimer, Berlin 1897.
Der Autor gibt den tibetischen Text und eine Übersetzung des "Abenteuerreichen
Schiffermärchens" wieder, nach zwei verschiedenen Handschriften. Die Erzählung findet
man auch bei den Erzählungen im Dsanglun, doch bietet Grünwedels Fassung zusätzliche
Komponenten.
[623] Grünwedel, Albert:
Padmasambhava und Mandarava. (Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen
Gesellschaft, 52., pp. 447-461). 15 S., Leipzig 1898.
Übersetzung und transkribierter Text aus dem Ta-se-sun, und zwar das Kapitel, wo
Padmasambhava seine (eine unter vier weiteren) Gemahlin Mandarava, die Tochter eines
indischen Königs, bekehrt. Mit Mandarava (in diesem Textteil nicht mehr übersetzt)
kommt er nach Tibet, unterwirft alle Dämonen und baut das Kloster Sam-ye. Mandarava
ist die Hauptbegleiterin Padmasambhavas auf seinen abenteuerlichen Reisen.
[624] Grünwedel, Albert:
Zur buddhistischen Ikonographie. (Globus. Illustrierte Zeitschrift für Völker- und
Länderkunde. 75., pp. 169-177). Mit 16 Abb. im Text. 9 S. Friedr. Vieweg & Sohn,
Braunschweig 1899.
[625] Grünwedel, Albert:
Mythologie des Buddhismus in Tibet und der Mongolei. Führer durch die lamaistische
Sammlung des Fürsten E. Uchtomskij. Mit einem einleitenden Vorwort des Fürsten E.
Uchtomskij. 1 Portrait und 187 Abb. im Text. 35 und 247 S. F. A. Brockhaus, Leipzig
1900.
Reprint Biblio-Verlag Otto Zeller, Osnabrück 1970.— B. Laufer schreibt im 'Globus' im
Jahr 1900: "Endlich ein lesbares Buch über den Lamaismus! Grünwedel hat den Nagel auf
den Kopf getroffen: Ein solches Buch gerade war es, das wir brauchten, das alle, die sich
mit lamaistischen Studien beschäftigen, schon längst als eine tiefe Notwendigkeit
empfunden hatten. Auf dem weiten Gebiete der buddhistischen Litteratur der letzten Jahre
ist kein Werk erschienen, das mit soviel Genuß und Befriedigung gelesen und studiert
werden könnte wie das vorliegende, und nachdem wir in Waddells von mancher Seite als
'grundlegend' ausposaunten Buddhismus in Tibet eine ebenso gedankenlose als
oberflächliche und von Irrtümern strotzende Kompilation über uns haben ergehen lassen
müssen, ist es eine doppelte Genugthuung, uns an dieser Leistung zu erfreuen, der keine
ausländische Litteratur irgendetwas gegenüber stellen kann. Grünwedel behandelt hier die
Entwicklungsgeschichte des lamaistischen Pantheons, des riesenhaftesten der ganzen Welt,
von seiner Genesis auf indischem Boden beginnend, bis in die neuere Geschichte Tibets
und der Mongolei an der Hand eines umfangreichen bildlichen Materials, dessen
Wiedergabe dem Texte würdig entspricht".
[626] Grünwedel, Albert:
Bilder zur Kesarsage. (Globus. Illustrierte Zeitschrift zur Völker- und Landeskunde. 79.,
pp. 281-283). Mit 2 Zeichnungen, 3 S. Vieweg & Sohn, Braunschweig 1901.
Grünwedel reproduziert zwei von ihm umgezeichnete Bilder, die A. H. Francke ihm als
Aquarell bzw. Fotografie aus Leh zugeschickt hatte. Mit Erläuterungen über die Art der
Darstellung und das Weiterleben des Gesarepos im Volk. Diese Bilder wurden auf
Bestellung auf die Wände der Wohnungen gemalt.
[627] Grünwedel, Albert:
Der Lamaismus. (Die orientalischen Religionen. Hrsg. von Eduard Lehmann u. Mitarb.
[Die Kultur der Gegenwart, I., Abteil. III, 1.], pp. 136-161). 26 S. Teubner, Berlin/Leipzig
1906.
In der 2. Auflage mit dem Titel: 'Die Religionen des Orients', pp. 146-160, Berlin/Leipzig
1913.— Übersichtsarbeit, die in 11 Kapiteln ausführlicher die ältere und eher knapp die
jüngere Geschichte und Religion Tibets beschreibt.
[628] Grünwedel, Albert:
Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan. Bericht über archäologische Arbeiten
von 1906 bis 1907 bei Kuca, Qarasahr und in der Oase Turfan. Herausgegeben mit
Unterstützung des Baessler-Instituts in Berlin. Mit 1 Tafel und 678 Figuren. 371 S. Georg
Reimer, Berlin 1912.
Das Werk ist das Ergebnis von acht Monaten (1906/07) intensiver Forschungsarbeit vor
Ort. Die wegen ihrer Beziehung zu Tibet auch für diese Bibliographie wichtigen Turfan-
Funde werden hier eingehend behandelt und mit einem groß angelegten Bildmaterial sowie
einem wertvollen und umfangreichen Stichwortregister vorgelegt. Grünwedel hat dazu vor
Ort umfangreich fotografiert, abgepaust, aquarelliert und gezeichnet, dazu die Ruinen und
Höhlen vermessen. Unter den fünf Stilrichtungen, die Grünwedel unterscheidet, bildet die
lamaistische die letzte und abschließende vor dem Untergang. Schon kurz nach Erscheinen
dieses Bandes weisen die Rezensionen der Kunsthistoriker auf frappante Ähnlichkeiten in
vielen Details zu abendländischen Kunstwerken hin und diskutieren die sich gegenseitig
beeinflussenden Stilrichtungen und Motive westlicher und östlicher Kunst.
[629] Grünwedel, Albert:
Padmasambhava und Verwandtes. (Baessler-Archiv. III, 1, pp 1-37). Mit 2 (1 farb.) Tafeln
und 2 Abb., 37 S.; Nachträge dazu in Band III, 1, p. 256. Teubner, Leipzig/Berlin 1913.
Eigentlich ein erweiterter Kommentar zu Berthold Laufers 'Der Roman einer tibetischen
Königin', Leipzig 1911.
[630] Grünwedel, Albert:
(bKa' babs bdun ldan). Taranatha's Edelsteinmine, das Buch von den Vermittlern der
Sieben Inspirationen. Aus dem Tibetischen übersetzt von Albert Grünwedel. (Bibliotheca
Buddhica. 18). 213 S. Kaiserl. Akad. d. Wissenschaften, Petrograd 1914.
Reprint Biblio-Verlag Otto Zeller, Osnabrück 1970.— A. Grünwedel schreibt in seiner
Einleitung: "Gegenüber der steifen, nervösen Sprache, die wir in den tibetischen
Übersetzungen aus dem Sanskrit vor uns haben, erhält das Tibetische ein merkwürdiges
Leben, wenn Taranatha seine Zaubergeschichten erzählt. Der gläubige Adept nimmt mit
unerschütterlicher Ruhe die wahnwitzigsten Vorgänge in den Mund, er erzählt sie mit einer
solchen visionären Kraft, dass der Übersetzer in keiner Weise folgen kann".
[631] Grünwedel, Albert:
Eine weibliche Inkarnation in Tibet. (Archiv für Religionswissenschaft, 17., pp. 437-454).
17 S., Leipzig/Berlin 1914.
Tibetischer Text und kommentierte Übersetzung eines schwierigen und besonders
interessanten Abschnitts aus der "Lebensbeschreibung des Guru Padmasambhava", mit
dem Titel 'Ru akshan shakari', welches von der hohen tibetischen Inkarnation, der Äbtissin
des Klosters Samding am Yamdrok-See, handelt. Die "Diamantsau", Vajravarahi im
Sanskrit oder Dorje Phagmo im Tibetischen genannt, gilt als dritthöchste Inkarnation in der
tibetischen Hierarchie.— Siehe hierzu auch die Beschreibung des Arztes Dr. Hamilton, der
die Äbtissin 1774/75 als 27jährige behandelte, bei George Bogle, Stuttgart 1984.
[632] Grünwedel, Albert:
Der Weg nach Sambhala (Samb`alai lam yig) des Dritten Gross-Lama von bKra sis lhun po
bLo bzan dPal ldan Ye ses, aus dem tibetischen Original übersetzt und mit dem Texte
herausgegeben. (Abhandlungen der Königl. Bayer. Akad. der Wiss., Philos.-philol. und
histor. Klasse, 29. Band, 3. Abh.). 1 Abb., 4 Tafeln. 118 S. In Kommission bei G. Franz,
München 1915.
(Gesamtband erschien 1918). Dieses Werk des 3. Panchen Lama (1738-1780) stammt aus
dem Jahr 1775. Mit zahlreichen Anmerkungen und zwei Indices.
[633] Grünwedel, Albert:
Die Geschichten der vierundachtzig Zauberer (Mahasiddhas). Aus dem Tibetischen
übersetzt. (Baessler-Archiv. V., 4./5., pp. 137-228). Mit 10 Textabb., 92 S. B. G. Teubner,
Leipzig/Berlin 1916.
Grünwedel übersetzt aus dem Berliner Tanjur (ergänzt durch Vergleiche mit der St.
Petersburger Ausgabe) den "Grub t'ob", d. h. die Legenden der 84 Siddhas (Fol. Lu des
Tanjur, im Berliner Tanjur Blatt 1-64 B 5).— Zu dieser Arbeit Grünwedels findet man
"Indices" (Sanskrit Index, deutscher Index) von H. Jörgensen, in Baessler-Archiv VI, Heft
3 (1917), pp. 130-139.— Für eine leichter zugängliche vergleichbare Publikation siehe
Keith Dowman 'Meister des Tantra', Basel 1981.
[634] Grünwedel, Albert:
Die Tempel von Lhasa. Gedicht des ersten Dalailama, für Pilger bestimmt, aus dem
tibetischen Texte mit dem Kommentar ins Deutsche übersetzt. (Sitzungsber. Heidelbg.
Akad. d. Wiss., Phil.-Hist. Kl., Jg. 1919, 14. Abhandlung). 1 Planskizze des Stadttempels,
93 S. Carl Winter's Univ.-Buchhandlung, Heidelberg 1919.
Der genaue tibetische Titel lautet "lha-ldan sprul-pa'i gtsug-lag-k'ang-gi dkar-c'ag shel-dkar
me-long bzugs" (Ein kristallheller Spiegel: Katalog des Tempelklosters, das durch
überirdische Kraft Götterwohnung geworden ist).— Grünwedel fand diesen stark
propagandistischen Führer gegen die Rotmützen 1913 im Museum Alexanders III. in St.
Petersburg unter den massenhaften tibetischen Schriften, die P. K. Kozlov von seinen
Expeditionen mitgebracht hatte. "Das Gedicht des Großlamas selbst, 317 Verse, ist
schwierig, aber geistvoll und strotzt voll bissigen Humors" schreibt Grünwedel und nennt
als Verfasser dieses "Baedeckers" durch die Kathedrale von Lhasa (so steht es auf dem
Titel) den Groß-Lama Nag-dban-blo-bzan-rgya-mts'o (1617-1682). Der 1647 von diesem
in Prosa verfaßte Text wurde von zwei Mönchen des Klosters Se-ra in Gedichtform
gebracht. Nach heutiger Bezeichnung ist der Verfasser der Große Fünfte Dalai Lama.
[635] Grünwedel, Albert:
Alt-Kutscha. Archäologische und religionsgeschichtliche Forschungen an Tempera-
Gemälden aus buddhistischen Höhlen der ersten acht Jahrhunderte nach Christi Geburt.
(Veröffentl. der Preuß. Turfan-Expeditionen. Mit Unterstützung des Baessler-Instituts. I.).
Textband mit 173 Abb., 89 S./118 S.; Tafelband: 49 Tafeln. Otto Elsner, Berlin 1920.
[636] Grünwedel, Albert:
Die tibetische Übersetzung von Kalidasas Meghaduta 38 (36). (In: Festschrift Adalbert
Bezzenberger zum 14. April 1921, dargebracht von seinen Freunden und Schülern. pp. 60-
67). Mit 5 Abb., 8 S. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1921.
Grünwedel versucht hier unter Verweis auf die Stelle III, 55 des Kalacakratantraraja einen
Nachweis der rituellen Bedeutung des Werkes "Meghaduta" zu erbringen. Nach seiner
Interpretation fand dies lyrische Kunstgedicht deshalb seinen Platz im Tanjur, weil ihm die
oben angesprochene rituelle Bedeutung zukommt.
[637] Grünwedel, Albert:
Die Sternschnuppen im Vaidurya dkar po. (In: Festschrift Eduard Seler. Dargebracht zum
70. Geburtstag von Freunden, Schülern und Verehrern. pp. 129-146, sowie zusätzliche
Pagina 1-18.). Mit 4 Abb., 18 S. Strecker und Schröder, Stuttgart 1922.
Im Jahr 1688 wurde unter der Aufsicht des damaligen Regenten von Tibet Sans rgyas rgya
mts'o ein astronomisch-astrologisches Kompendium verfaßt, das den Titel Vaidurya dkar
po "Weißer Lotus" (so Grünwedel, besser aber wohl 'Weißer Lapiz') trägt. Aus diesem
ursprünglich auf Bon-Vorstellungen zurückgehenden Werk von erheblichem Umfang
bringt Grünwedel einen transkribierten tibetischen Abschnitt und eine lateinische
Übersetzung von Versen, die die Wirkung von Sternschnuppen behandeln.
[638] Grünwedel, Albert:
Die Teufel des Avesta und ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-
Asiens. 2 Teile in 1 Band. Mit 94 Textfiguren. 448 S./113 S. Otto Elsner, Berlin 1924.
Das Werk wurde in einer Auflage von nur 400 Exemplaren gedruckt.— Es gehört zu jener
letzten Phase in Grünwedels Schaffen, der auch seine 'Tusca' entstammen. Grünwedel
glaubte, in den Höhlen von Turkestan nicht genuin tantrische Traditionen zu erkennen,
sondern 'Teufelswerk' aus dem Vorderen Orient, insbesondere Verwandtschaftliches zum
Manichäismus und zu den Etruskern, die er für satanisch hielt. So glaubte der Autor an
Schlachtungen von Frauen und an rituelle Kindermorde usf. bei den Etruskern und im
Vorderen Orient, und zwar als Basis für das, was er in den Höhlen von Turkestan
vorzufinden meinte. Dazu "entzifferte" er die etruskische Sprache und erfand ein nach
heutigem Wissen unmögliches Register von Begriffen und Worten — eine, wie er meinte,
getarnte Geheimschrift. Wissenschaftlich daher heute nicht mehr zu verwerten, aber ein
wissenschaftlich-historisches Dokument, zudem mit einer Fülle hoch interessanter
Abbildungen (Siegbert Hummel).— E. V. Zach (Orientalistische Literaturzeitung 1927)
schreibt sogar: "bin eher geneigt anzunehmen, daß Grünwedel nach 50jähriger
Beschäftigung mit der phantastisch-wirren tibetischen Literatur das Bedürfnis gefühlt hat,
die beengenden Schranken der Wissenschaft für immer zu verlassen und seiner eigenen
Phantasie die Zügel schießen zu lassen."
[639] Grünwedel, Albert:
Die Legenden des Na-ro-pa, des Hauptvertreters des Nekromanten- und Hexentums. Nach
einer alten tibetischen Handschrift als Beweis für die Beeinflussung des nördlichen
Buddhismus durch die Geheimlehre der Manichäer. Übersetzt, in Umschrift herausgegeben
und mit einem Glossar versehen. Mit 19 Strichätzungen und 1 Abb. des Originaltextes. 251
S. Otto Harrassowitz, Leipzig 1933.
Das Buch ist eine Übersetzung einer alten tibetischen Handschrift aus dem Kloster Hemis
(eventuell 17. Jh., Schönschrift, 63 Doppelseiten), die die Lebensgeschichte des Naropa
beinhaltet. Neben der eigentlichen Übersetzung ist die ausführliche Einleitung mit
Grünwedels sehr persönlicher Ansicht über Naropa als Hexer, Nekromant und Zauberer
wie auch seine Einbindung in die tibetische Religions- und Philosophiegeschichte von
(historischem?) Interesse. Grünwedel bringt nicht nur die deutsche Übersetzung, sondern
wie bei vielen seiner Werke auch das transkribierte tibetische Original.— Das tibetische
Manuskript gelangte mit Grünwedels Nachlaß in die Bayerische Staatsbibliothek, wo es
von G. Grönbold (siehe hierzu Central Asiatic Journal 1974, S. 251/52) aufgefunden und
mit Grünwedels Übersetzung verglichen wurde. Weniger die Fehler der Übersetzung
aufgrund damals noch unzureichender Lexika, als vielmehr Grünwedels 'Verlesungen'
aufgrund seiner Vorurteile den Geistesrichtungen des Vajrayana und Lamaismus gegenüber
lassen eine revidierte Übersetzung wünschenswert erscheinen.
[641] Gündün Rinpoche:
Siehe 'Gendün Rinpoche'.
[642] Guenther, Herbert V:
Siehe auch Gampopa, München 1989.
[643] Guenther, Herbert V und Trungpa, Tschögyam:
Tantra im Licht der Wirklichkeit. Wissen und praktische Anwendung. Herausgegeben von
Michael H. Kohn. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Sylvia Luetjohann. Mit 5 s/w
Illustrationen von Glen Eddy und Terris Temple. 103 S. Aurum, Freiburg/Br. 1976.
(The Dawn of Tantra. Shambhala Publications, Berkeley 1975).— Zwei der besten Kenner
des Tantra, ein Tibeter und ein Abendländer, haben hier ein fundiertes Werk über Theorie
und Praxis des Tantra geschaffen, u. a. zu Tantra-Ursprung und -Erscheinungsform,
Mandalaprinzip und Vorgang der Meditation, Beziehung zwischen Guru und Schüler,
Visualisierung und Initiation. Das Buch ist die Wiedergabe eines gemeinsamen Seminars
1972 in Berkeley.
[644] Guenther, Herbert V(ighnantaka):
Tantra als Lebensanschauung. Aus dem Englischen übersetzt von Ursula von Mangoldt. 4
Abb., 235 S. O. W. Barth, München 1974.
(Yuganaddha. The Tantric View of Life. 2nd revised edition, Varanasi
[Chowkhamba Sanskrit Studies. 3.], 1969; sowie London 1972, Boulder 1976).— Mit
neuem Untertitel "Seinserfahrung durch die Einheit von Körper und Geist" als
Taschenbuch (ETB 23009) bei Econ, Düsseldorf 1989.— Bei der Fülle der Bücher, die
Tantra und Tantrismus behandeln, ist dies ein besonders fundiertes und sachliches,
während manch anderes besser nicht geschrieben worden wäre. Der Verfasser weist in der
Einführung darauf hin, daß er ausschließlich tibetische Originalwerke benutzt hat, sich also
ausschließlich mit speziell tibetischem Tantra, nicht aber mit dem hiervon abzugrenzenden
hinduistischen Tantra auseinandersetzt. "Durch seine enge Verbindung mit dem Samkhya-
System gibt der hinduistische Tantrismus eine Psychologie vorherrschender Subjektivität
wieder, vermindert diese aber durch Vermischen des Menschlichen mit dem Göttlichen und
umgekehrt. Der buddhistische Tantrismus hat das menschliche Erkenntnisvermögen zum
Ziel, so daß der Mensch hier und jetzt 'Sein' und die Harmonie von Sinnlichkeit und
Geistigkeit vollbringen kann" (aus der Einleitung).
[645] Gützlaff, Karl Friedrich:
Vorzeichnungen für eine Reise nach Tibet, Dsungarien, Turkestan und den Kwänlun-
Bergen. (Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft., V., pp. 509-512). 4 S.,
Leipzig 1851.
In Hongkong lebend war Gützlaff mit der asiatischen Welt durchaus vertraut. Er spürte die
Grenzlockerungen für westliche Reisende mit ihrem Drang, Zentralasien zu erforschen,
und er gibt fundierte Anregungen, wie von Europa aus und mit welchem Ziel derartige
Reisen unternommen werden sollten: "Für den Christen, für den Menschenfreund, für den
Naturforscher, für den Geographen, überhaupt für wissenschaftliche Zwecke bieten jene
Gegenden eine reiche Ausbeute, zumal sie noch sehr wenig bekannt sind und in ihrem
Schosse unermessliche Schätze bergen". Gützlaff war übrigens der Initiator für die
Missionsarbeit der Herrnhuter Brüdergemeine im Himalaya.
[646] Gützlaff, Karl Friedrich (1803-1851):
Gützlaff's Geschichte des chinesischen Reiches von den ältesten Zeiten bis auf den Frieden
von Nanking. Herausgegeben von Karl Friedrich Neumann. 912 S. J. G. Cotta'sche
Buchhandlung, Stuttgart/Tübingen 1847.
Karl Friedrich August Gützlaff sprach mindestens 15 Sprachen und war eine interessante
Persönlichkeit der protestantischen China-Mission, wo er zunächst seit 1830 arbeitete. Als
er die Erfolglosigkeit der christlichen Mission in China erkannte, kehrte er nach Europa
zurück und zog predigend durch zahlreiche Länder. In seinem berühmten Werk gibt er
bezüglich Tibet eine etwas einseitige und teilweise falsche Darstellung. So läßt Gützlaff die
Nepalesen 1792 nicht Taschilunpo, sondern Lhasa plündern, oder berichtet vom Tod des
sonst hochgeschätzten Taschi Lama: "In der Mitte des Götzendienstes (welchen der Gross-
Lama unter dem Volke trieb) wurde er von der Hand des Allerhöchsten geschlagen, von
Blattern angesteckt — und sieh, da starb er wie der geringste Bettler, ein Scheusal seiner
vertrautesten Verehrer." Dennoch ein interessantes Buch, leider ohne Register, so daß man
sich nur anhand des allerdings ausreichend differenzierten Inhaltsverzeichnisses orientieren
kann.— Gützlaff verfaßte zahlreiche Schriften, oft unter Pseudonym (nur seine in
englischer Sprache erschienenen Werke sind immer unter seinem Namen publiziert).
[647] Guhyasamaja-Tantra:
Siehe Peter Gäng, 1988.
[648] Guignes, Stephan-de:
Siehe de Guignes, Stephan, Greifswald 1768/71.
[649] Gunten, K von:
Nepali Sprachbüchlein. 42 S. Schweiz. Hilfsw. f. außereurop. G., Zürich 1965.
Der Autor arbeitet als Arzt am Jiri-Hospital in Nepal.
[650] Guries, P:
Der Lamaismus und seine Bestrebungen zur Hebung seines intellektuellen und moralischen
Niveaus. (Archiv für Religionswissenschaft. 27., pp. 113-124). Aus dem Russischen
übersetzt von A. Unkrig. 12 S., 1915.
Guries war Professor an der geistl. Akademie zu Kasan/Rußland. Er schildert den geistigen
und moralischen Verfall unter den lamaistischen Kalmücken, da sie von der Heimat ihrer
Religion, nämlich Tibet, räumlich und geistig abgeschnitten waren. Die Arbeit beschäftigt
sich vorwiegend mit der Organisation und den Erfolgen durch die Errichtung einer neuen
'lamaistischen Akademie' mitten in der Steppe im nördlichen Teil des Ulus Maloderbet, zu
Beginn unseres Jahrhunderts. Dabei erkennt er auch, wie die daraufhin sich rasch
einstellenden Erfolge nun der christlichen Mission zu schaffen machen.
[651] Gutschow, Niels:
Zur Zukunft der deutschen Forschung in Nepal. Eine Denkschrift an das Auswärtige Amt.
(Hrsg. Universität Heidelberg. Süd-Asien Institut, Seminar für Ethnologie.
Arbeitsgemeinschaft für Nepal-Forschung.). 19 S. Universität, Heidelberg 1976.
[652] Gutschow, Niels:
Stadtraum und Ritual der newarischen Städte im Kathmandu-Tal. Eine
architekturanthropologische Untersuchung. 233 s/w Illustrationen (Pläne, Zeichnungen,
Kartenskizzen und Tafeln). 205 S. W. Kohlhammer, Stuttgart 1982.
Dies Buch ist das Ergebnis einer elfjährigen Forschung in Nepal. Der Autor (Architekt und
Bauhistoriker) widmet jeder der drei Städte im Kathmandutal (Kathmandu, Bhaktapur und
Patan) je ein Kapitel, das thematisch jeweils Geschichte und Legende zur Stadtgründung,
das städtebauliche Grundgerüst, Stadtteile, Raum und Status, Sozialtopographie, Gruppen
von Tempeln und Schreinen und die dynamische Ordnung des Stadtraumes im Spiegel der
Prozessionen und Feste aufarbeitet. Allein die s/w Fotos haben mehr Ausdruckskraft als
viele Farbbildbände über Nepal.
[653] Gutschow, Niels und Pieper, Jan:
Indien. Von den Klöstern im Himalaya zu den Tempelstädten Südindiens. (DuMont Kunst-
Reiseführer). Mit 42 farbigen und 188 s/w Abb., 74 Zeichnungen und Plänen. 24 S.
praktische Reisehinweise. 424 S. DuMont, Köln 1978.
Siebte Auflage 1988.
[654] Gutzkow, Karl:
Maha Guru. Geschichte eines Gottes. 2 Teile in 1 Band. Erster Theil 216 S.; Zweiter Theil
182 S. J. G. Cotta'sche Buchhandlung, Stuttgart/Tübingen 1833.
Neue Ausgabe (nun mit dem Untertitel: 'Geschichte eines tibetischen Gottes') bei
Buchverlag fürs deutsche Haus, Berlin 1909.— Karl Ferdinand Gutzkow (1811-1878) galt
zu seiner Zeit als großer Dramatiker, Verfechter neuzeitlicher Ideen und Schöpfer eines
modernen Zeitromans. In diesem Jugendwerk, einem dem Kern nach metaphysischen, der
Stimmung nach ironischen Roman, steht die schöne und emanzipierte Gylluspa im
Mittelpunkt. Sie ist mit vier Brüdern, die eine Bronze-Werkstätte betreiben, verheiratet.
Der Älteste muß vor ein Tribunal nach Lhasa, weil er den Gottheiten zu individuelle Nasen
geformt und damit gegen die Tradition verstoßen hat.- Eingewoben in den Roman sind die
Kenntnisse der damaligen Zeit über Tibet, wobei die Polyandrie, die unumschränkte Macht
des Klerus, die Spannungen mit China ebenso wie die grandiose Bergwelt Tibets und das
"Esoterische" diesem Roman seinen besonderen Reiz geben. Gutzkow bezog den
Hintergrund für seinen Roman wohl aus S. Turners "Gesandtschaftsreise", die bereits 1800
in London und 1801 in Hamburg erschienen war.
[655] Gutzkow, Karl:
Hali-Jong der Götzenfabrikant in Tibet. (Die Welt der Abenteuer. 6.). 47 S. A. Haase,
Prag/Wien/Leipzig 1925.
Eine bearbeitete kürzere Fassung von 'Maha Guru'.
[656] Gutzlaw, Karl(Charles):
Siehe Gützlaff, Karl Friedrich August.
[657] Gyaltag Gyaltsen:
Tibet — Einst und heute. Eine Gedenkschrift zum Anlass des 20. Jahrestages des
tibetischen Nationalaufstandes vom 10. März 1959, herausgegeben von der Tibeter-
Gemeinschaft in der Schweiz. Mit 6 s/w Abb., 63 S. Office of Tibet, Rikon/Zürich 1979.
Der 1949 geborene Autor lebt seit 1960 in der Schweiz. Er ist Lehrer und
Sozialwissenschaftler, Mitbegründer vom 'Verein Tibeter Jugend in Europa' und
'Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft'. Mit seiner Frau leitet er das Tibeter-
Haus im Kinderdorf Pestalozzi Trogen/Schweiz. Er schreibt hier über die Geschichte
Tibets, die Situation nach 1959, über den Dalai Lama und Panchen Lama und über die
Tibeter in der Schweiz.
[658] Gyaltag Gyaltsen:
Die tibetische Familie im Wandel und Spannungsfeld zweier Kulturen. (Opuscula Tibetana.
21.). 268 S. Tibet-Institut, Rikon/Zürich 1990.
In dieser explorativen Studie beschreibt der Autor die tibetische Familie einst und heute,
erforscht ihren strukturellen und funktionellen Wandel sowie die Folgen dieses Wandels
unter besonderer Berücksichtigung der familiären und bi-kulturellen Sozialisation des
tibetischen Kindes in der Schweiz.
[659] Gyalten Kelsang und Gyaltag Gyaltsen:
Jugend im Exil. Mit 17 s/w Abb., 54 S. Verein Tibeter Jugend in Europa, Zürich 1980.
Diese Festschrift wurde zum Anlass der zehnjährigen Jubiläumsfeier des Vereins Tibeter
Jugend in Europa verfasst. Die Autoren schreiben über die vergangenen und zukünftigen
Tätigkeiten der Vereins Tibeter Jugend in Europa.
[660] Gyaltsen, SherabAmipa:
Siehe 'Amipa'.
[661] Gyatso, Gegän:
Siehe Michael Colsman, Pfaffenweiler 1990.
[662] Ha'nish, Otoman-Zar-Adusht (1854-1936):
Ainyahita. Die köstlichste Perle von Tibet. Eine uralte, im Morgenland bekannte Sage. 154
S. Mazdaznan (David Ammann), Leipzig 1911.
Dr. Ha'nish (19.12.1854 Posen, nach eigenen Angaben 1844 Teheran - 29.02.1936 Los
Angeles) war der Begründer der Mazdaznan-Bewegung, eines Lehrsystems, das auf der
Grundlage eines wiedererweckten Zoroastrismus den Menschen zur Gottesverwirklichung
führen soll (ma: Gott, gut; zda: Gedanke; znan: vollendet). Die Lebensführung soll sich auf
die von Zarathustra (Zoroaster) geoffenbarten Wahrheiten — gute Gedanken, gute Worte,
gute Werke — ausrichten. Die von Ha'nish in vielen Schriften breit angelegte Methodik
umfaßt genaue Anleitungen für das tägliche Leben. Rhythmische Atemübungen, richtige
Ernährung und eine spezielle 'Drüsenpflege' sind unabdingbar für die persönliche
Entwicklung und Bewußtwerdung. Zarathustra tritt als Erneuerer des (nach Ha'nish) in
Tibet entstandenen und zweifellos während einer langen Zeitperiode mündlich tradierten
religiösen Gedankenguts auf. Der Monotheismus und die Eschatologie bilden den zentralen
Inhalt seiner Verkündigung; später finden wir einen Polytheismus mit 3 Funktionen: 1.
Herrscher: Ahura Mazda, Mithra. 2. Krieger: Vayu. 3. Ernährer: die Göttin Ardvi Sura
Anahita. Diese erscheint als Ardvisura im jüngeren Avesta (Yasht 5,3) zunächst mit dem
Wasser eines mächtigen Flußes verbunden, sie bringt so Wohlstand und Fruchtbarkeit. Im
Zug eines sich bildenden Kultus und einer synkretistischen Ausgestaltung des
Zoroastrismus verschmilzt sie mit der von Artaxerxes II. (404-359 v. Chr.) eingeführten
Göttin Anahita zu der Gottheit Ardvisura Anahita. Ha'nish hingegen sieht Ainyahita
(Anahita) als durchaus reale Gestalt, die vor rund 9 000 Jahren als Fürstentochter auf den
Hochebenen Tibets lebte und ihre Herden weidete. Sie verkörpert für Ha'nish die
Begründerin der (zoroastrischen) Urreligion, sowie die Urmutter der anfänglich im Tibet
ansässigen Arier, deren einer Teil nach Indien einwanderte (vedische Arier), während der
andere Zweig sich westwärts (!) nach Ost- und Westiran wandte (avestische Arier). Dieser
letztere war später durch zwei große Priesterschaften stets Träger der zoroastrischen
Überlieferung. Die in der persischen Sassanidenzeit gesammelten Pehlevischriften aus dem
5. Jh. n. Chr. geben recht gut Kenntnis der frühen, schriftlich nurmehr fragmentanisch
vorhandenen, avestischen (zoroastr.) Religion. Das Buch enthält im wesentlichen
übersetzte Texte jener Sammlung, sowie eigene des Autors. Leider fehlen Quellenangaben.
Ausführliche Fußnoten erleichtern das Verständnis der zoroastrischen Terminologie (Dr.
Hermann Meier).
[663] Haab, Armin und Vellis, Ninon:
Bhutan — Fürstenstaat am Götterthron. Mit 168 teils farbigen Abb., 2 Karten im Vor- und
Nachsatz. 168 S. Sigbert Mohn, Gütersloh 1961.
Zweite, erweiterte Auflage (dabei auf dem Einband mit Untertitel: Eine Reise in das
verschlossenste Land der Welt), Gütersloh 1969.— Ninon Vellis studierte mit einer
Tochter des früheren bhutanesischen Premiers in London. Er erhielt zusammen mit dem
Bruder einer weiteren Mitstudentin (Armin Haab) 1957 eine Einladung nach Bhutan,
welches damals, auch wenn nur noch für kurze Zeit, Fremden aus dem Westen
weitestgehend verschlossen war. Ein lebendiger Erlebnisbericht des noch in jeder Weise
intakten "ost-tibetischen" Landes ganz eigener Prägung, mit guter Darstellung der neueren
und älteren Geschichte dieses Landes.
[664] Haas, Ernst (Photos) und Minke, Gisela (Texte):
Im Himalaya. Pilgerfahrt zum Dach der Welt. 141 Farbtafeln, 160 S. Econ,
Düsseldorf/Wien 1978.
(Himalayan Pilgrimage. The Viking Press, New Delhi/New York sowie Thames &
Hudson, London, beides 1978).
[665] Haas, Hans:
"Das Scherflein der Witwe" und seine Entsprechung im Tripitaka. (Veröffentl. des
Forschungsinstituts für vergleichende Religionsgeschichte an der Universität Leipzig. 5.).
Mit 8 Tafeln Autotypien, 23 Abb. im Text und 1 Karte. 4, 175, 47 S. J. C. Hinrich'sche
Buchhandlung, Leipzig 1922.
Wissenschaftliche Darstellung von Abhängigkeitsproblemen und Parallelen zwischen
Buddhismus und Christentum.
[666] Haberlandt, M(ichael):
Die Metallindustrie von Nepal. (Österreichische Monatsschrift für den Orient, pp. 188-
190). 3 S. Österreich. Handels-Museum Wien, Wien 1889.
Das Handels-Museum erwarb eine größere Sammlung von Metallobjekten, vorwiegend
religiösen Charakters, aus Nepal. Anhand dieser Sammlung, die nicht im Einzelnen
ikonographisch beschrieben wird, geht der Autor auf die Gewinnung, Verarbeitung und
Bedeutung des Metalls in Nepal ein.
[667] Haberlandt, M(ichael):
Die Ikonographie des Lamaismus. (Österreichische Monatsschrift für den Orient. 17., pp.
54-57). 4 S. Österreich. Handels-Museum Wien, Wien 1891.
Kurzfassung der Arbeiten von Eugen Pander, insbesondere seines 'Pantheon des
Tschangtscha Hutuktu', Berlin 1890.
[668] Hackmann, Heinrich:
Der südliche Buddhismus und der Lamaismus. Der Buddhismus II. Teil.
(Religionsgeschichtliche Volksbücher für die deutsche christliche Gegenwart). 86 S.
Gebauer-Schwetschke, Halle a. d. Saale 1905.
In diesem Band enthalten S. 53 bis 86 eine gute Zusammenschau der um die
Jahrhundertwende bekannten Einzelheiten zum tibetischen Buddhismus, einschließlich
einer Abhandlung über die "Volksreligion". Erstaunlich präzise und unvoreingenommene
Darstellung. Bereits in Teil I (für Tibet kaum von Bedeutung und daher nicht gesondert
gelistet) mit dem Titel 'Der Ursprung des Buddhismus und die Geschichte seiner
Ausbreitung', Halle 1905, bringen die Seiten 57 bis 61 einen kurzen Überblick zu Tibet.
[669] Hackmann, Heinrich (1864-1935):
Von Omi bis Bhamo. Wanderungen an den Grenzen von China, Tibet und Birma. Mit 3 (1
gefalt.) Farbtafeln, 1 gefaltete Karte, 23 Bogen mit 150 Federzeichnungen von Alfred
Weßner. 382 S. Gebauer-Schwetschke, Halle a. S. 1905.
Zweite Auflage 1907, jetzt bei Carl Curtius.— Heinrich F. Hackmann war
Religionswissenschaftler und von 1894 bis 1901 Pfarrer der deutschen evangelischen
Gemeinde in Schanghai. Von 1901 bis 1903 bereiste er das Innere Süd-Chinas und
durchquerte Südwest-China bis nach Birma. Seine Route führte ihn von Ta-tsien-lu durch
SW-Szechuan nach Bhamo. Erlebnisse am heiligen Berg O-mi-schan, der häufig von
Tibetern, Lolo und wohl auch Mosso, bei denen der Bon-Glaube lange lebendig war,
besucht wurde. Aufenthalt im Lolo-Land, d. h. vielfältige Beschreibungen aus dem
tibetisch-chinesischen Grenzgebiet.
[670] Hähnert, Eberhard:
Beiträge zur Siedlungskunde von Tibet. (Mitteilungen des Vereins für Erdkunde zu
Dresden. III., Doppelheft 5/6, pp. 94-218). 125 S., Dresden 1925.
Basierend auf den Forschungsberichten von — um nur die wichtigsten zu nennen —
Bretschneider, Brunhuber, Diener, Filchner, Futterer, Hedin, Kozlow, Kreitner,
Obrutschew, Prschewalskij, Rockhill, den Brüdern Schlagintweit, Tafel und Waddell
entwickelt Hähnert ein Bild über die Grenzen und Gegebenheiten der Siedlungen der
nomadisierenden wie der seßhaften Tibeter.
[671] Haek, D(avid):
Die neuesten Forschungsfahrten. Für Jung und Alt dargestellt. Mit zahlreichen
Illustrationen nach Naturaufnahmen. 238 S. Globus, Berlin (1911).
Dabei auch ein größeres Kapitel 'Forschungsreisen in Asien' mit zusammenfassenden
Berichten über die bekannten Tibetreisenden.
[671 a] Haenisch, Erich (1880-1966):
Das Goldstromland im chinesich-tibetischen Grenzgebiete, nach dem grossen Kriegswerk
vom Jahre 1781 dargestellt. Mit 5 Aufnahmen des Verfassers und 3 Kartentafeln. (In: Sven
Hedin, Southern Tibet, Band 9, Part IV. pp. 67-130). 64 S. Lithogr. Institute Swedish
Army, Stockholm 1922.
Der Autor, der das Goldstromland selbst bereist hat, liefert anhand der Dokumente knapp
500 Ortsbeschreibungen. Für eine eingehende Beschreibung dieses interessanten
tibetischen Grenzgebietes siehe Arthur von Rosthorn, Wien 1895.
[672] Haenisch, Erich:
Eine chinesische Beschreibung von Tibet, vermutlich von Julius Klaproth nach Amiot's
Übersetzung bearbeitet. Herausgegeben von E. H. (In: Sven Hedin, Southern Tibet, Band
9., Part IV., pp. 1-66). 66 S. Lithogr. Institute Swedish Army, Stockholm 1922.
[673] Haenisch, Erich:
Die Eroberung des Goldstromlandes in Ost-Tibet. Als Beitrag zur chinesischen
Kolonialgeschichte des 18. Jahrhunderts. Übersetzt aus Wei Yüan's Sheng-wu-ki und
erläutert aus den Akten. (Asia Major. 10., pp. 262-313). 52 S., Leipzig 1935.
Reprint 'Johnson Reprint Corporation', New York und London 1964. Der chinesische
Kolonialbesitz, erworben durch Kriege der mandschurischen Dynastie im 17. und 18. Jh.,
erstreckte sich auch auf das tibetische Goldstromland. Eine Strafexpedition zur Sicherung
der Straße nach Tatsienlu weitete sich dabei zu zwei großen Kriegen in den Hochgebirgen
Vordertibets aus. Tiefe Täler, Pässe von 4 000 bis 5 000 m Höhe und bis zu 7 000 m hohe
Berge stellten das mandschurisch-chinesische Heer vor ungewohnte Aufgaben. Die
Originalberichte werden hier übersetzt und kommentiert. Haenisch hat zudem das
Goldstromland selbst bereist.
[674] Haenisch, Erich:
Dokumente aus dem Jahre 1788 zur Vorgeschichte des Gorkha-Krieges. (Bayerische
Akad. d. Wiss., Phil.-hist. Kl., Abhandl. N. F. 49.). 66 Faksimile-Tafeln, 2 Karten. Text 45
S. Bayer. Akademie (Komm. C. H. Beck), München 1959.
Der Autor konnte 1928 und 1936 in Peking im Staats-Geschichtsamt arbeiten. Dabei fand
er ein Konvolut von 106 zusammenhängenden Dokumenten, bezeichnet 'Akten aus Tibet'
aus dem Jahr 1788, die sich auf die Vorgeschichte des Gorkha-Krieges bezogen. 1792
waren die Gorkhas aus Nepal nach Tibet eingefallen. Die Dokumente spiegeln Korruption,
Unfähigkeit zum Handeln und Furcht vor Verleumdung unter den in Tibet stationierten
Chinesen, insbesondere des Residenten, wider.
[676] Härtel, Herbert:
Karmavacana. Formulare für den Gebrauch im buddhistischen Gemeindeleben aus
ostturkestanischen Sanskit-Handschriften. (Sanskrittexte aus den Turfanfunden. III.).
(Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Institut für Orientforschung. 30.). 172
S. Akademie, Berlin 1956.
Bearbeitung der fragmentarischen Sanskrithandschriften, die die Texte für die
buddhistischen Ordensverhandlungen enthalten, die in Übersetzung auch von tibetischen
Mönchen verwendet werden.
[677] Haffner, Willibald:
Nepal Himalaya. Untersuchungen zum vertikalen Landschaftsaufbau Zentral- und
Ostnepals. 29 Abb. im Text, 16 Bilder auf 8 Tafeln, 18 Tabellen, 6 Luftbilder u. 1
Faltkarte. (Erdwissenschaftl. Forschung. 12.). 125 S. Franz Steiner, Wiesbaden 1979.
Der Autor beschreibt seine Arbeit als den Versuch, die landschaftsökologischen
Unterschiede sowie die vielschichtige kulturgeographische Differenzierung im Bereich von
Zentral- und Ostnepal in ihrer Regelhaftigkeit darzustellen. "Im nepalesischen Himalaya-
Vorland und im Gebirge bis in Bereiche um 2 000 Höhe leben Menscher indider Rasse, die
sich zum Hinduismus bekennen, arische Sprachen sprechen und eine indisch geprägte
Kulturlandschaft geschaffen haben. In den Gebieten oberhalb 2 000 m und auf der
Nordabdachung des zentralen Himalaya siedeln Volksgruppen tibetischer Herkunft von
mongolider Rasse; sie bekennen sich zum Buddhismus. Die von ihnen gestaltete
Kulturlandschaft besitzt tibetische Züge. Im einzelnen werden die kulturgeographischen
Verhältnisse komplizierter dadurch, daß Elemente der beiden großen Kulturbereiche sich
durchdringen." Neben umfassenden Literaturstudien wertet der Autor hierzu sein
Beobachtungs- und Untersuchungsmaterial von Reisen in Nepal aus.
[678] Hagbring, Bodil:
Die Kinder aus Tibet. Aus dem Schwedischen übersetzt von Lore Kaulbach. Mit 22 zum
Teil doppelseitigen gemalten Farbbildern. Mit Karte im Vorsatz. Ohne Pagina.
Gerstenberg, Hildesheim 1990.
(Barnen från Tibet. H. Aschehoug, Oslo 1990).— Ein Kinderbuch, das die Tibeter in ihrer
neuen Heimat in Nepal zeigt: im Kloster, zu Hause, in der Teppichknüpferei, mit
Erinnerungen an die Kindheit in Tibet.
[679] Hagelstange, Rudolf:
Reise nach Katmandu. Mit Zeichnungen von Helmut Bibow. 81 S. Verein Oltener
Bücherfreunde, Olten/Schweiz 1962.
Beschreibung, bewußt als subjektive Erlebnisschilderung, einer Reise im Jahr 1962 nach
Indien (fast 2/3 des Buches) und nach Kathmandu. Dieses Ziel erreicht der Autor, doch ist
für ihn der Weg wichtiger als das Ziel.
[680] Hagen, Toni, Dyhrenfurth, Günter Oskar, Fürer-Haimendorf, Chvon, und Schneider,
Erwin:
Mount Everest. Aufbau, Erforschung und Bevölkerung des Everest-Gebietes. Mit 31 Abb.
auf Tafeln, 25 Abb. im Text, 1 Karte im Vorsatz, 1 gefalt. Reliefkarte. 234 S. Orell Füssli,
Zürich (1959).
Hagen beschreibt die geologische Struktur des Everest, Dyhrenfurth die bergsteigerische
Erschließung. Den ethnologischen Beitrag zu den Sherpa liefert v. Fürer-Haimendorf. Der
Begleittext zur Reliefkarte stammt von E. Schneider.
[681] Hagen, Toni, Wahlen, Friedrich Traugott, und Corti, Walter Robert:
Nepal. Königreich am Himalaya. Mit 29 farb. Tafeln, 42 s/w Tafeln, 18 Kartenskizzen, 1
gefalt. farb. Reliefkarte. (Bildteil im Anhang). Text 119 S. Kümmerly & Frey, Bern 1960.
Erweiterte Auflage (183 S.) 1971, derzeit letzte Auflage 1980. In den Neuauflagen sind die
Bilder in den Textteil eingebunden, damit erweiterte Seitenzahl.— Eines der wohl besten
Bücher als Einführung zu Nepal! Die Beiträge von Fr. T. Wahlen "Unsere Verantwortung
gegenüber den Entwicklungsländern" und von W. R. Corti "Der Einzelne im Ringen der
Gegenwart" treten gegenüber dem Hauptteil des Buches zurück.— Toni Hagen, Geologe,
reiste ausgiebig durch die verschiedensten Teile Nepals und bringt vielfältige Informationen
zu Landschaft, Bevölkerung und Geschichte. Er kam 1950 erstmals nach Nepal, blieb 12
Jahre dort, kehrte 1968 nochmals zurück — und konnte sich damals bereits kaum vom
Schock der Modernisierung erholen, wie er in der Einleitung zu den Neuauflagen berichtet.
[682] Hagenbeck, John:
Im Banne des Himalaja. Abenteuer mit Passgängern und Schneemenschen. (Kolibri-
Bibliothek). Illustriert von Carl Marten. 255 S. Kolibri, Wuppertal 1959.
[683] Hagenbeck, John:
Auf der verbotenen Straße nach Lhasa. Geheimnisvolles Tibet. Mit 12 Zeichnungen im
Text. 290 S. Kolibri, Wuppertal o. J.
Mit geändertem Untertitel: 'Abenteuer in Tibet', herausgegeben von Hedie Hagenbeck (324
S.), bei Sponholtz, Hannover 1951. Dieser stilistisch eher anspruchslose (Jugend-)roman
erzählt nicht ohne Spannung und Sachkenntnis die Geschichte des Tierfängers Fred Falk,
genannt Ying, der 1933 in China Pandabären fangen will, während seine Geliebte Sina
Hilton in Burma auf ihn wartet. Falk lernt jedoch einen chinesischen Agenten kennen, und
die beiden ziehen als Bettelmönche verkleidet nach Tibet, um einen geheimen Goldschatz
zu heben. Sie überwintern in einem Kloster, in dem Falk tibetische Geheimbräuche
kennenlernt. In diesem Winter stirbt der 13. Dalai Lama, und die Suche nach seiner
Reinkarnation beginnt. Als die Beiden im Frühjahr weiterziehen, werden sie von tibetischen
Agenten verfolgt und stürzen in eine Schlucht. Der Chinese stirbt, Falk wacht nach 7
Jahren in den Händen von Rotmützen auf, die ihn in ihrem Kloster gefangen halten und mit
Dynamit nach Lhasa schicken wollen, um den Dalai Lama zu stürzen und alle Macht dem
Panchen Lama zu geben. In diesen 7 Jahren versuchen sowohl Falks Geliebte als auch sein
ehemaliger Diener Ling, ihn zu finden. Beide gelangen auf verschiedenen Wegen nach
Lhasa und helfen die Verschwörung aufzudecken, ohne von Falks Beteiligung zu wissen.
Dieser sprengt sich unterdessen seinen Weg in die Freiheit und findet den Schatz, der von
einem alten 'Bompu' bewacht wird, den er jedoch nie tragen kann. Am Ende dieses
streckenweise antitibetisch gehaltenen Abenteuers treffen sich die drei auf der Flucht an
der tibetisch-nepalesischen Grenze wieder, Falk ohne Gold, aber lebendig (Andrik
Aschoff).
[684] Hahn, Michael:
Jnanasrimitras Vrttamalastuti. Eine Beispielsammlung zur altindischen Metrik. Nach dem
tibetischen Tanjur zusammen mit der mongolischen Version herausgegeben, übersetzt und
erläutert. (Asiatische Forschungen. 33.). 388 S. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1971.
Vorbildliche Edition und annotierte Übersetzung des metrischen Lehrbuches Vrttamalastuti
des Jnanasrimitra (1. Jh.). Da die Sanskritfassung als verloren gelten muß, kann das Werk
nur noch in seiner im Tanjur erhaltenen tibetischen Version studiert werden. Dem Bande
sind die sekundäre Übertragung ins Mongolische, ein mongolisch-tibetischer und ein
tibetisch-mongolischer Wortindex beigegeben.
[685] Hahn, Michael:
Lehrbuch der klassischen tibetischen Schriftsprache. Mit Lesestücken und Glossar. 354 S.
Michael Hahn, Hamburg 1971.
Vierte Aufl., Michael Hahn, Bonn 1981. 5. verbesserte Auflage (Indica et Tibetica. 10.),
364 S., Bonn 1985.— Systematisches Lehrangebot mit umfangreicher Grammatik, sowie
Einführung in die Phonetik des Lhasa-Dialekts. Ein ganz vorzügliches Lehrbuch mit einem
ausgezeichneten phonetischen Teil, der zudem nicht mit phonetischen Zeichen belastet ist.
Die einzelnen Lektionen sind auch ausreichend für einen zuverlässigen Selbstunterricht.
Das Buch verrät große Erfahrung in der Unterweisung des Tibetischen und kann nicht
genug empfohlen werden (Siegbert Hummel).— Das erste ausführliche Lehrbuch der
klassischen tibetischen Schriftsprache, das zudem über den Standard der buddhistischen
Übersetzungssprache weit hinausgeht und bis in die gebildete Sprache der Neuzeit
heranreicht. Die grammatische Beschreibung hat sich von dem Schema indogermanischer
Betrachtungsweisen gelöst. Die frühen Auflagen verwenden das jetzt überwundene
'Hamburger Transliterationssystem', die 5. Auflage ist davon abgegangen.
[686] Hahn, Michael:
Candragomins Lokanandanataka. Nach dem tibetischen Tanjur herausgegeben und
übersetzt. Ein Beitrag zur klassischen indischen Schauspieldichtung. (Asiatische
Forschungen. 39.). 290 S. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1974.
Kritische Edition und Übertragung des buddhistischen Schauspiels Lokananda, dessen
Originalfassung verloren ist, nach der im Tanjur überlieferten tibetischen Übersetzung. Die
'Anmerkungen zu Text und Übersetzung' analysieren sprachlich problematische Stellen und
versuchen, dem Originaltext nahezukommen. Wichtig sind die Ausführungen zur Datierung
und Identifizierung des Candragomin. Das sprachliche Material wird in einem Glossar
erfaßt.
[687] Hahn, Michael:
Die Subhasitaratnakarandakakatha. Ein spätbuddhistischer Text zur Verdienstlehre.
(Nachrichten der Akademie der Wissenschaften in Göttingen. I., Philol.-Histor. Kl., Jg.
1982, 9., pp. 311-374, sowie Doppelpagina für Sonderdruck-Ausgabe). 64 S.
Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1983.
Der Text, der von dem Übersetzer Sakya 'od im 11. Jh. ins Tibetische übertragen wurde
und im Tanjur enthalten ist, stammt in seiner ursprünglichen Sanskritform aus einer wohl
nur wenig früheren Zeit. Er enthält Kapitel wie "Über die Schwierigkeit, als Mensch
wiedergeboren zu werden" oder "Über den Willenseifer". Neben dem Sanskrittext werden
Fragen der Autorenschaft und der zeitlichen Entstehung diskutiert. Die Neuedition der
Sanskritfassung, basierend auf der Arbeit von H. Zimmermann (1975), verwendet bisher
unbenutzte Handschriften und die Nebenüberlieferung in anderen buddhistischen
Sanskrittexten. Ein eigener Abschnitt verzeichnet die Textänderungen gegenüber
Zimmermann.— Für die deutsche Übersetzung dieses Textes siehe Heinz Zimmermann,
Wiesbaden 1975.
[688] Hahn, Michael:
Der große Legendenkranz (Mahajjatakamala). Eine mittelalterliche buddhistische
Legendensammlung aus Nepal. Nach Vorarbeiten von Gudrun Bühnemann und Michael
Hahn herausgegeben und eingeleitet von Michael Hahn. (Asiatische Forschungen. 88.). 72,
760 S. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1985.
Ausgabe einer relativ späten in Verse gefaßten Zusammenstellung und Bearbeitung älterer
buddhistischer Avadanas, von der ca. 85 in Sanskrit erhalten sind, nach fünf Handschriften.
Die ausführliche Einleitung gibt zusammen mit einer literaturgeschichtlichen Einordnung
der Mahajjatakamala einen Überblick über den derzeitigen Stand der Avadana-Forschung.
[689] Hahn, Michael:
August Hermann Francke (1870-1930) und sein Beitrag zur Tibetologie. (In: Der
Missionar als Forscher, hrsg. von Joh. Triebel., pp. 87-122). 36 S. Gütersloher
Verlagshaus Gerd Mohr, Gütersloh 1988.
Ausführliche Biographie und vollständige Bibliographie des gelehrten Missionars der
Herrnhuter Brüdergemeine und späteren Professors der Tibetologie an der Universität
Berlin.
[690] Hahn, Michael:
Hundert Strophen von der Lebensklugheit. Nagarjunas Prajnasataka. Tibetisch und
Deutsch. Eingeleitet, herausgegeben und übersetzt. (Indica et Tibetica. 18). 124 S. Indica
et Tibetica, Bonn 1990.
Wissenschaftliche Bearbeitung eines der sieben indischen buddhistischen Werke zur
Spruchliteratur, die im tibetischen Tanjur auf uns gekommen sind. Die Edition verwendet
alle sieben kanonischen Textzeugen. Kommentare behandeln die Lesarten des tibetischen
Textes und gehen den Quellen und Parallelen zum Prajnasataka nach. Ein tibetisch-
deutsches Glossar schließt den Band ab.
[691] Hahn, Michael und Klaus, Konrad:
Das Mrgajataka (Haribhattajatakamala XI). Studie, Texte, Glossar. (Indica et Tibetica. 3.).
108 S. Indica et Tibetica, Bonn 1983.
Von der in ihrem Gesamtwortlaut nur in der tibetischen Übersetzung überlieferten
Jatakamala des Haribhatta sind einzelne Kapitel in Sanskrit in Separatmanuskripten, teils in
Sammelwerken zusammen mit anderen Titeln, erhalten. Die Arbeit präsentiert den
Sanskrittext des 11. Kapitels zusammen mit einer deutschen Übersetzung; die tibetische
kanonische Version, ein Kommentar dazu und ein Glossar Tibetisch/Sanskrit/Deutsch sind
beigefügt.
[692] Hakmann:
Nachrichten, betreffend die Erdbeschreibung, Geschichte und natürliche Beschaffenheit
von Tybet. (Neue Nordische Beyträge zur physikalischen und geographischen Erd- und
Völkerbeschreibung, Naturgeschichte und Oekonomie. Band IV., pp. 271-308). 37 S.
Johann Zacharias Logan, St.Pet'sburg/Leipzig 1783.
Der Autor wird als 'Adjunkt der russischen kaiserlichen Akademie' vorgestellt. Seine
Arbeit ist die zusammenfassende Darstellung von Tibet (Geschichte, Ethnologie,
Landeskunde und Religion), wobei er namentlich als seine Quellen beginnend mit Carpini
(1246), Andrade (1624), Grüber und Orville (1661), Desiderius (1715) und Horazio della
Penna (1732) das jeweilige Jahr () ihrer Einreise nach Tibet nennt, zudem die Berichte und
Bücher von Regis, Pallas, Georgi und Bogle in seine Beschreibung miteinbezieht.
[693] Halde, Johann Baptista:
Siehe du Halde, Johann Baptista, Rostock 1747.
[694] Hale, Thomas:
Geheimnisvolles Nepal. Die unglaublichen Erlebnisse eines Arztes im Himalaja. Aus dem
Englischen übersetzt und mit einem Anhang versehen von Friedemann Lux. 227 S.
Hänssler, Neuhausen-Stuttgart 1988.
(Don't Let the Goats Eat the Loquat Trees. Zondervan Corp., Grand Rapids, Michigan,
USA 1986).— Der Autor (mit Ehefrau und zwei Söhnen) arbeitet seit 1970 als Arzt am
District Hospital Amp Pipal. Sein lebensnah geschriebener Bericht, der einen Zeitraum von
12 Jahren umfaßt, schildert die Tätigkeit eines Missionars "ohne zu missionieren" (dies ist
in Nepal verboten) im Beruf des Arztes draußen auf dem Land, weitab der wenigen Städte
in Nepal.
[695] Hambly, Gavin (Hrsg):
Zentralasien. (Fischer Weltgeschichte. 16.). Mit 29 Abb. und Karten. 365 S. Fischer
Bücherei, Frankfurt/M. 1966.
(Zahlreiche Neuauflagen, 58.- 59. Tausend 1988).— Illustrierte Originalausgabe, wiewohl
wesentliche Teile zeitgleich in englischen Versionen publiziert wurden. Für Tibet von
Bedeutung die von Prof. Hambly verfaßten Kapitel 17 und 18 (Die lamaistische Kultur in
Tibet und in der Mongolei, pp. 252 ff.; Tibet und die Rivalität der Großmächte, pp. 284
ff.), die die geschichtlichen Fakten emotionslos zusammenfassen und informativ
aufbereiten, d. h. Quellenmaterial in einer flüssig lesbaren Form wiedergeben. Der Autor
(geb. 1934), ein Indologe, arbeitet auf dem Spezialgebiet der 'zentralasiatische
Grenzländer'.
[696] Han Suyin (d. i. Elisabeth Comber):
Wo die Berge jung sind. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Hary Kabo. 619 S. Holle,
Baden-Baden 1958.
(The Mountain is Young. A Novel. Jonathan Cape, London 1958).— Deutsche Ausgabe in
Lizenz des Kossodo Verlags, Genf 1958, ebenso in mehreren deutschen
Buchgemeinschaften. Zahlreiche Neuauflagen, so Stuttgart 1961, Langen und Müller 1987;
Goldmann TB 09095, München 1990. Dieser Roman vor der historischen Kulisse der
Krönung von König Mahendra in Kathmandu (Frühjahr 1956), unter Einbeziehung
historischer Personen (auch wenn die Namen geändert sind), zeigt das fast noch
mittelalterliche Nepal im Zusammenprall mit ersten Touristen, Entwicklungshelfern und
humanitären Programmen nicht missionarisch tätiger Missionare. Hauptperson ist Anne,
die Schriftstellerin aus England, die aus einer lieblosen Ehe ausbricht und sich mit Unni
Menon, der als Ingenieur gegen die 'jungen Berge' kämpft (auch heute noch reißen die
jungen Berge während des Monsuns Straßen und Dämme zu Tal), auf das Abenteuer einer
großen Liebe einläßt.— Unglückliche Ehen und große Liebesaffären sind sicher kein neuer
oder aufregender Romanstoff, wohl aber das Leben im Kathmandutal der 50er Jahre, das
Han Suyin nur aus eigenem Erleben — so vermute ich — derart meisterhaft, unterhaltsam
und lebensnah schildern kann.
[697] Han Suyin (d. i. Elisabeth Comber):
Chinas Sonne über Lhasa. Das neue Tibet unter Pekings Herrschaft. Aus dem Englischen
übersetzt von Maria Csollány. 1 Karte. 226 S. Scherz, Bern/München 1978.
(Lhasa. The Open City. A Journey to Tibet. Jonathan Cape, London 1977).— Vollständige
Taschenbuchausgabe (TB 3623) Droemer Knaur, München 1980. Han Suyin beschreibt
zwar aufschlußreich und informativ, jedoch voreingenommen und unkritisch aus der Sicht
einer überzeugten Anhängerin Maos und dessen Lehre den Wandel Tibets von einem
ehemals 'verbotenen', geheimnisvollen Land in einen 'modernen Staat nach chinesischem
Vorbild'. Tibet war ihrer Schilderung nach nie ein Shangri-la, am wenigsten für die Tibeter
selbst. Bezogen auf Armut und Unterdrückung des Volkes durch religiöse Vorschriften,
die Willkür der Adligen, Grundbesitzer und Beamten mag dies partiell zutreffen. Han Suyin
sah im Einmarsch der Roten Armee aber ausschließlich die Befreiung des Volkes von der
Ausbeutung und Verarmung durch die absolute Theokratie, wobei die Han-SoldatenX&y
als überaus höfliche, rücksichtsvolle, hilfsbereite und nur am Wohlergehen ihrer tibetischen
Brüder interessierte Menschen dargestellt werden. Mit einem geradezu unglaublichen
chinesischen Chauvinismus werden die 'neuen Wunder', die die Schrecken der
Vergangenheit vertreiben, geschildert und der Fortschritt des Landes anhand von vielen
Zahlenvergleichen 'dokumentiert'. Kritik wird als von verantwortungslosen Opportunisten
verbreitet zurückgewiesen. Ein traurig stimmendes Buch (Renate Hoffmann).
[698] Handel-Mazzetti, Heinrich:
Naturbilder aus Südwest-China. Erlebnisse und Eindrücke eines österreichischen Forschers
während des Weltkrieges. 148 Abb. nach Aufnahmen des Verfassers, darunter 24
Autochromen. 1 Karte. 380 S. Österr. Bundesverlag f. Unterricht, Wien und Leipzig 1927.
Heinrich Handel-Mazzetti, Kustos an der Botanischen Abteilung des Naturhistorischen
Museums in Wien, hielt sich 1914 bis 1918 zum Sammeln von Pflanzen in West-China,
vorwiegend im tibetisch-chinesischen Grenzgebiet auf. Neben der für diese Landschaft so
ungemein interessanten und reichhaltigen Flora mit einer Überfülle u. a. von
Rhododendron- und Primelarten, die er ebenso wie sehr verschiedenartige Eindrücke von
Flora und Fauna dieser Gegend schildert, berichtet er auch (Kapitel 16) von dem
lamaistischen "Klosterstädtchen Muli" und von seinen Eindrücken vom Inneren der
verschiedenen Tempel.
[699] Haneberg, Daniel:
Die sinesischen, indischen und tibetischen Gesandtschaften am Hofe Nuschirwans.
(Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes. I., pp. 185-204). 20 S., Bonn 1837.
[699 a] Hanstein, Otfrid von (1869-1959):
Siehe auch O. Zehlen (Pseudonym), Wien/Innsbruck 1953.
[700] Hanstein, Otfrid von:
Im Reiche des goldenen Drachen. Reise-Erzählung aus dem Inneren Chinas. Band 3: Von
Tibet nach Peking. Mit 4 Farbtafeln, 1 Karte. 336 S. Gustav Fock, Leipzig (1919).
Weitere Auflagen und Ausgaben Leipzig (1922), ebenso bei Safari Verlag, Berlin (1931),
aber auch noch spätere Ausgaben.— Band I: 'Durch die Höhlen und Schluchten d. Wutai-
Shan'; Band II: 'Unter Mongolen und Tanguten'. Der hier gelistete 3. Band 'Von Tibet nach
Peking' erinnert stark an das vom selben Autor unter seinem Pseudonym 0. Zehlen verfaßte
Buch: 'Ins verbotene Tibet'. Handlung meist in Osttibet. Weiterer Kommentar siehe O.
Zehlen, Wien 1953.
[701] Hanstein, Otfrid von:
Der Klosterschüler von Taschi-Lunpo. Ein mystischer Roman aus Tibet. (Parzenbücher.
10.). 194 S. Alster, Hamburg 1923.
Lobsen Gamba ist der junge Mönch, der vom Abt des Klosters Kumbum zum Panchen
Lama nach Tashilunpo gesandt wird. Kurz nach seiner Ankunft wird der kritische junge
Mönch Zeuge der Ermordung des Panchen Lama und des Kampfes zwischen den
Gelbmützen und Rotmützen. Seine Suche nach der Wahrheit ('nach der wahren Liebe')
führt ihn an der Hand eines Yogin über die Konfrontation mit dem Hinduismus, mit dem
Islam in Mekka (wo er fast gesteinigt wird) und mit dem Christentum (das gerade im 1.
Weltkrieg Gott die Waffen segnen läßt) zurück zur Wahrheit in sich selbst, unabhängig von
seiner Religionszugehörigkeit.
[703] Hardie, Norman:
Im höchsten Nepal. Leben mit den Sherpas. Aus dem Englischen übersetzt von W. R.
Rickmers. Mit 43 Abb., 3 (davon 2 gefalt.) Karten, 160 S. Nymphenburger
Verlagsbuchhandlung, München 1959.
(In Highest Nepal. Our life among the Sherpas. Allen & Unwin, London 1957).—
Wanderungen im Sherpaland 1955. Viel Details über Menschen, Kultur und Landschaft.
Gutes Einfühlungsvermögen in den asiatischen Kulturraum.
[704] Harnisch, Wilhelm:
Symes Reise ins Reich Burmhan, Woodard's Schicksale auf Celebes, Bligh's Fahrt auf
einem Boot von Tofoa nach Timor und Turner's Reise in Butan und Tibet. Nebst einer
Übersicht von Hinterindien und den ostindischen Inseln. Für die Jugend u. a. Leser
bearbeitet von W. Harnisch. Mit 1 Karte und 2 Kupfern. 362 S. Fleischer, Leipzig 1824.
[705] Harrer, Heinrich:
Sieben Jahre in Tibet. Mein Leben am Hofe des Dalai Lama. Mit 58 Bildern und 8
Farbtafeln nach Aufnahmen des Verfassers, 1 gefalt. Karte. 266 S. Ullstein, Wien 1952.
Gekürzte Ausgabe mit 24 Abb. und 1 Karte, 192 Seiten, 1954. Neu bearbeitete und
erweiterte Ausgabe, Ullstein 1966. Nochmals überarbeitete und erweiterte Ausgabe (299
S.) 1979. Zuletzt TB Ullstein, Frankfurt/M 1987, Sonderausgabe Frankfurt/M 1988.
Zahlreiche Neuausgaben und Auflagen (auch als TB) bei verschiedenen Verlagen.—
Dieses Buch markiert wie kein anderes Werk den Wendepunkt vom alten zum neuen Tibet.
Als Ergänzung zu den Erlebnissen Harrers sollte man aber auch die Bücher seiner beiden
Reisegefährten Hans Kopp, Freiburg/Br. 1955, und Peter Aufschnaiter, Innsbruck 1983,
lesen. "Es gibt wenig Reiseberichte, die für den Ethnologen reizvoller sein könnten als
Harrers Erlebnisse und Bilder. So zahlreich auch Tibetberichte seit dem Ende des Krieges
sein mögen, so glänzend sie in Schilderung und Bild in das Wesen jenes Landes einführen,
Harrers Buch ist mehr: Hier ist Tibet erlebt und geschildert einmal aus der Perspektive des
ärmsten und gewöhnlichsten Tibeters, des rastlos umherziehenden Nomaden, zum anderen
aus der des Potala, gesehen fast mit den Augen eines tibetischen Ministers, und zum dritten
mit den Augen eines aufgeschlossenen, geographisch vorgebildeten Europäers. Kurz:
Tibet, wie es lebt, geschildert von einem, der das Recht dazu hat, weil er große Teile des
Landes in langjährigem Aufenthalt kennengelernt hat" (aus einer Rezension von Kussmaul,
Tribus 1956).
[706] Harrer, Heinrich:
Flucht über den Himalaja. Als 'PW' von Dehra-Dun nach Lhasa. Unter Mitwirkung von.
herausgegeben von Wilhelm Baumann. (Spannende Geschichten. 25.). Zeichnungen von
Günther Büsemeyer. 31 S. Bertelsmann, Gütersloh 1953.
[707] Harrer, Heinrich:
Meine Tibet-Bilder. Text v. Dr. Heinz Woltereck. Mit 8 farbigen und 151 s/w Abb.,
Vorsatzkarte. 232 S. Heering, Seebruck (Chiemsee) 1953.
Bereits 1953 auch ohne Prachteinband. Zweite Aufl. Seebruck, 1960. Weitere Auflagen,
ohne den Prachteinband, erschienen im Ex Libris Buchclub, Zürich 1960 (Bildqualität
etwas matter), sowie beim Schweizer Druck- und Verlagshaus, Zürich (1961).— Der Band
enthält Heinrich Harrers einmalige Sammlung von Fotografien aus dem Tibet der 30er und
40er Jahre, ergänzt mit Bildern (von Ernst Krause) von der deutschen Tibetexpedition
Ernst Schäfer 1938/39 nach Lhasa.
[708] Harrer, Heinrich:
Die Götter sollen siegen. Wiedersehen mit Nepal. Mit 25 farb. Abb. nach Aufnahmen von
H. Harrer. 182 S. Ullstein, Berlin/Frankfurt.M. 1968.
Zahlreiche Neuauflagen, 21. bis 23. Tsd. Berlin 1975.— Expedition Harrers 1964/65 in die
tibetischen Grenzregionen in Nepal, wo er mit den aus Tibet flüchtenden Tibetern Kontakt
aufnimmt. Eher ein Abenteuer-Reisebuch durch Nepal.
[709] Harrer, Heinrich:
Ladakh. Götter und Menschen hinterm Himalaya. Mit 154 Farbbildern nach Aufnahmen
des Verfassers, 1 Übersichtskarte im Vorsatz. 172 S. Pinguin/Umschau,
Innsbruck/Frankfurt 1978.
Ungekürzte Taschenbuchausgabe (mit 20 Farbbildern) bei "Safari bei Ullstein", TB 32016,
Frankfurt/M. 1980.— Wer eine Reise nach Ladakh plant, findet hier eine angenehme
Einstiegslektüre — wer dort war, eine bilderreiche Erinnerung.
[710] Harrer, Heinrich:
Der Himalaja blüht. Blumen und Menschen in den Ländern des Himalaja. Mit 80 farbigen
Bildtafeln nach Aufnahmen des Verfassers, 1 Übersichtskarte als Vorsatz. 154 S.
Pinguin/Umschau, Innsbruck/Frankfurt 1980.
Zweite Auflage 1986. Von Ladakh im Westen bis nach Sikkim im Südosten durchstreift
Harrer mit der Kamera die Höhen und Täler des südlichen Himalaya. Hervorragende
Pflanzenaufnahmen, botanisches Wissen und Verständnis zeichnen dieses Buch aus.
[711] Harrer, Heinrich:
Rinpotsche von Ladakh. Mit zahlreichen Farbbildern auf 80 Tafeln, 1 Übersichtskarte. 135
S. Pinguin/Umschau, Innsbruck/Frankfurt 1981.
Gegenstand dieses Buches ist das Leben in den Klöstern Ladakhs, seine Menschen und
Feste, vor allem aber die Persönlichkeit des Rinpoche, der als Dreijähriger als
Wiedergeburt des Gründers der buddhistischen Drigung-Schule erkannt worden war. Der
eigentlichen Lebensgeschichte des Rinpoche wird ein Kapitel über die Tsarong-Dynastie,
der er entstammt, vorangestellt, mit großer Sachkenntnis aufgrund der persönlichen
Beziehungen des Autors zu dieser bedeutenden Adelsfamilie Tibets. Ausführlich schildert
Harrer die Flucht des Rinpoche 1975 von Tibet nach Nepal, hingegen werden seine
Kindheit im Kloster und vor allem die Zeit in Amerika recht gestrafft abgehandelt. Es ist
ein so ungewöhnlicher Lebenslauf, wie ein junger Mann, 1946 geboren, eine hochverehrte
Inkarnation, viele Jahre auf den Feldern Zwangsarbeit leisten muß, plötzlich nach seiner
Flucht über den Himalaya drei Jahre lang an einer texanischen Universität studiert, abrupt
zurückkehrt zu seinem Kloster nach Ladakh und dort in seine Abtwürde eingesetzt wird.
(nach einer Rezension von Sylvia Jurkat).
[712] Harrer, Heinrich:
Wiedersehn mit Tibet. Mit 25 farb. und 31 s/w Abb., 1 Karte im Vorsatz. 240 S.
Pinguin/Umschau, Innsbruck/Frankfurt 1983.
Dritte Auflage 1984. Ebenso Taschenbuch (Ullstein TB 34321) Frankfurt/M und Berlin,
1984, 1986.— Harrers Reise nach Lhasa im Jahr 1982 war kein Abenteuer mehr. "Nach
jahrelangen Bemühungen um eine Einreisebewilligung schloß ich mich einer Gruppenreise
an" schreibt Harrer im Vorwort. Es ist ein eher trauriges Buch, auch ohne die Faszination,
die von "Sieben Jahre in Tibet" ausgeht. In einer Rezension schreibt Hans Reutimann: Es
ist keine gradlinig chronologische Schilderung des Reiseablaufs, sondern ein Geflecht aus
Erinnerungen an den ersten Aufenthalt, neuen Eindrücken, den Ergebnissen des
Nachdenkens über diese neuen Eindrücke und ihre Auswertung im Gespräch mit Freunden.
Der aufschlußreiche Bildteil besteht je zur Hälfte aus Aufnahmen von Harrers erstem und
zweiten Aufenthalt in Tibet.
[713] Harrer, Heinrich:
Tibet. Zeitdokumente aus den Jahren 1944-1951. Mit 108 s/w Fotos. (Katalog der
Ausstellung im Liechtensteinischen Landesmuseum Vaduz und im Völkerkundemuseum
der Universität Zürich). 255 S. Offizin Verlag, Zürich 1991.
Alle Fotos stammen von Heinrich Harrer, die Negative befinden sich im
Vökerkundemuseum der Universität Zürich. Von den nach Themen geordneten 108
fotografischen Dokumenten waren bislang erst etwa 30 in den früheren Werken Harrers
publiziert worden. Die technische Qualität der Schwarzweiß-Abbildungen ist ganz
hervorragend.
[714] Harrer, Heinrich:
Führer durch die Ausstellung 'Geheimnisvolles Tibet'. Heinrich Harrer stellt aus.
Veranstalter Ferdinand Huber, Horgen-Zürich. Ohne Abb., 24 S. Neue Schweizer
Bibliothek, Zürich o. J.
[715] Harrer, Heinrich:
Siehe auch Martin Brauen, Innsbruck 1974; Thubten Dschigme Norbu, Wien/Berlin 1960;
Herbert Gaisbauer, Wien 1966.
[716] Hartert, E:
Siehe Walther Stötzner, Leipzig 1922-27.
[717] Hartmann, Franz:
Vertrauliche Mitteilungen aus den Kreisen der tibetanischen Meister. Herausgegeben von
Dr. Franz Hartmann. 162 S. Jaeger'sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig und Berlin (1914).
Hartmann veröffentlichte 38 'Briefe', zu denen er eingangs bemerkt: "Die folgenden
Originalbriefe aus den Kreisen der tibetanischen Adepten, welche als die Meister und
Lehrer von H. P. Blavatsky bekannt sind, wurden in den Jahren 1883 und 1884, während
meines Aufenthaltes in Adyar auf "okkulte Weise" erhalten und aus einleuchtenden
Gründen lange Zeit geheim gehalten; denn Blavatsky sagte: "Ihr habt kein Recht, der
unwissenden Menge die Geheimnisse der okkulten Wissenschaft an den Kopf zu werfen;
denn da sie deren Gesetze nicht kennt, so würde sie dadurch nur noch tiefer in den
Aberglauben versinken". Diese längeren 'pseudoesoterischen Texte' sind überschrieben mit
Titeln wie "Über den Fortschritt im Geistigen", "Himmel, Hölle und Wiederverkörperung"
oder "Zustände der Seele nach dem Tode des Körpers".
[718] Hartmann, Jens-Uwe:
Das Varnarhavarnastotra des Matrceta. Herausgegeben und übersetzt. (Sanskrittexte aus
den Turfanfunden. XII.).(Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen,
Phil.-hist. Klasse. Dritte Folge, Nr. 160.). 372 S. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen
1987.
Wissenschaftliche Erschließung des zweiten, umfangreicheren Buddha-Hymnus des
Matrceta, einer der frühesten buddhistischen Kunstdichter. Der Sanskrittext wird nach
einer Vielzahl von Handschriftenfragmenten, der tibetische Text nach den vier
Blockdrucken des Tanjur vorgelegt. Mit Index der Versviertel und von besonders
behandelten Wörtern.
[719] Hartmann, Jens-Uwe:
Neue Asvaghosa- und Matrceta-Fragmente aus Ostturkestan. Herausgegeben und
übersetzt. (Nachrichten der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, I. Phil.-hist.
Klasse, Jahrgang 1988, Nr. 2.). 40 S. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1988.
Veröffentlichung von Fragmenten indischer Kunstdichtung, die in Zentralasien gefunden
wurde.
[720] Harvey, Andrew:
Ins Innerste des Mandala. Reisen in Ladakh. Aus dem Englischen übersetzt von Jochen
Eggert. 1 Karte, 255 S. Eugen Diederichs, Köln 1985.
(A Journey in Ladakh. Jonathan Cape, London 1983).— Der Autor, zum Teil in Indien
aufgewachsen, vermittelt in seinem Reisebericht seine tiefe Liebe zu Land und Leuten.
Man kann nicht unberührt bleiben von seiner Beschreibung der ladakhischen Kultur und
Landschaft, vor allem nicht von den unaufdringlich geschilderten Begegnungen mit Lamas,
Einsiedlern und Orakeln, die dem Leser die Eigenart tibetischer Denk- und Lebensweise
näherbringen. Besonders gern läßt man sich von Harveys spiritueller Wandlung
beeindrucken, welche wesentlich aus dem Dialog mit Tuktse Rinpoche erwächst. Allein die
Beschreibung der liebevollen und unerschöpflichen Beziehung zwischen dem Autor und
seinem Guru überzeugt von der Kraft buddhistischer Weisheit (Renate Wagner).
[721] Hauer, Jakob Wilhelm (1881-1962):
Das Lankavatara-Sutra und das Samkhya. Eine vorläufige Skizze (Beiträge zur indischen
Sprachwissenschaft und -geschichte. 1.). 17 S. W. Kohlhammer, Stuttgart 1927.
J. W. Hauer bringt eine deutsche Übersetzung dieser im ersten Jahrzehnt des 6. Jh.
abgefaßten, für die Gesamtschau des Mahayana-Buddhismus wichtigen Schrift. Man
erkennt, wie das tantrische Element vordringt und selbst aus einem so hochstehenden
Sutra wie das Lankavatara nicht mehr ferngehalten werden konnte. "Es ist ein prachtvolles,
packendes Spiel und Widerspiel der geistigen Kräfte, das uns in der Geschichte unseres
Textes entgegentritt" schreibt der Autor in der Einleitung.
[722] Hauer, Jakob Wilhelm:
Die Dharani im nördlichen Buddhismus und ihre Parallelen in der sogenannten
Mithraslithurgie. (Beiträge zur indischen Sprachwissenschaft und Religionsgeschichte. 2.).
25 S. W. Kohlhammer, Stuttgart 1927.
"Schon längst haben die Forscher im Bereich des Mahayana-Buddhismus auf die Rolle
hingewiesen, die geheimnisvolle Silben und Worte, die sogenannten dharani, hier
spielen.Auch der erste Teil des Kandschur enthält eine solche Sammlung von dharani. Vor
allem in Nepal finden sich grosse Sammlungen dieser Art, so z. B. der
Dharani(mantra)samgraha und die Pañcaraksa, "der Fünfschutz" (gegen Sünde usw., gegen
böse Geister, gegen Schlangen, gegen feindliche Planeten usw., gegen Krankheiten). Um
einen Begriff von der Art der dharani und ihrer Einordnung in die grossen Sutra zu geben,
übersezte ich das IX. Buch des Lankavatara-Sutra, ein Dharani-Kapitel, das den Vorzug
hat, nicht zu lang zu sein, so daß es ungekürzt dargeboten werden kann."— Die Arbeit
stellt auch den Versuch dar, Beziehungen zwischen mittelöstlichen, nestorianischen
Christen und dem tibetischen tantrischen Ritual aufzuspüren.
[723] Hauser, Günter:
Eisgipfel und Goldpagoden. Expedition ins Königreich Nepal. Mit 121 einfarbigen Abb., 8
Farbtafeln und 5 Übersichtskarten. Text 83 S. F. Bruckmann, München 1966.
Das Buch entstand unter Mitarbeit aller Teilnehmer der Deutschen Himalayaexpedition
1965. Aus dem Vorwort von Dr. Hans Faber: "Die deutsche Himalayaexpedition 1965 ist
nicht nur höchst erfolgreich durchgeführt, sie ist auch ausgewertet worden. Eine Landkarte
zeigt die neu gewonnenen geographischen Erkenntnisse. Das Buch enthält den
Expeditionsbericht, darüber hinaus eine Schilderung Nepals, seiner Geschichte, seiner
Landschaft und seiner Bewohner. Es zeigt, daß die Expeditionsteilnehmer mit wachen
Sinnen und offenen und empfänglichen Augen ihren Weg zu Eisgipfeln und Goldpagoden
zurückgelegt haben."
[724] Hauser, Harald:
Im himmlischen Garten. Dramatische Erzählung. (Zeitgenössische Dramatik). 72 S.
Henschel, Berlin 1962.
Gewundene Pfade durchläuft ein junger adeliger Mönch der Medizinschule, bis er sich
offen gegen die Despotie eines reaktionären Abtes zur Wehr setzt. Dieses als Theaterstück
und auch Hörfunk gespielte Stück ist von kommunistischen und prochinesischen
Sympathien geprägt.
[725] Haussig, Hans Wilhelm:
Die Geschichte Zentralasiens und der Seidenstraße in vorislamischer Zeit. (Grundzüge.
49). Mit 2 gefalt. Karten. 318 S. Wissenschaftl. Buchgesellschaft, Darmstadt 1983.
Über die wichtigen christlichen (Mani/Nestorianer) und die ebenso wichtigen
buddhistischen Einflüsse auf die Kultur, die Sprachen und den Handel dieser Region.
[726] Haussig, Hans Wilhelm:
Die Geschichte Zentralasiens und der Seidenstrasse in islamischer Zeit. (Grundzüge. 73.).
Mit 3 Faltkarten. 318 S. Wissenschaftl. Buchgesellschaft, Darmstadt 1988.
Zwar schon außerhalb Tibets gelegen, aber mit vielfältigen Verflechtungen dazu. Dieser
zweite Band schildert mit Quellenmaterial ökonomische Vorgänge: "Was im Osten und
Westen der Seidenstraße lange vor der Errichtung des mongolischen Weltreichs den
Beginn eines neuen Zeitalters bewirkte, war nicht ein Sieg der Waffen, auch nicht die
mehrere Jahrhunderte währende Westwanderung osttürkischer Stämme aus dem
nordwestlichen Randgebiet Chinas. Es war das Auftauchen einer neuen Macht, die vom
Geld ausging und durch den Übergang zum bargeldlosen Verkehr ihre Machtmittel in
einem bisher für unmöglich gehaltenen Umfang steigern konnte".
[727] Hecker, Hellmuth:
Sikkim und Bhutan. Die verfassungsgeschichtliche und politische Entwicklung der
Himalaya-Protektorate. (Darstellungen zur Auswärtigen Politik. 9.). Forschungsstelle für
Völkerrecht Hamburg. 73 S. In Kommission bei Alfred Metzner, Frankfurt/M./Berlin
1970.
Als Indien am 15. 8. 1947 unabhängig wurde, gab es etwa 500 kleine Schutzstaaten, die
innerhalb von 2 Jahren alle Indien beitraten, bis auf zwei: Sikkim und Bhutan. Die
völkerrechtlichen Verträge dieser beiden Staaten werden registermäßig erfaßt und ihre
Fundstellen nachgewiesen. Ein Dokumentenanhang gibt die vier wichtigsten Verträge
Sikkims und Bhutans wieder, je zwei mit Großbritannien und mit Indien, sowie zwei
Gesetze Sikkims über die Volksvertretung bzw. über die Staatsangehörigkeit.
Entsprechende Vorschriften aus Bhutan waren nicht zu ermitteln.
[728] Hecker, Hellmuth:
Asiatische Mystiker. 329 S. Octopus, Wien 1981.
Enthält auf S. 316-323 eine Biographie Tsongkhapas.
[729] Hedin, Alma:
Mein Bruder Sven. Nach Briefen und Erinnerungen. Mit 61 Abb., 410 S. F. A. Brockhaus,
Leipzig 1925.
Eine Volksausgabe unter identischem Titel, von Alma Hedin selbst bearbeitet (mit 17 Abb.,
172 S.), erschien 1927.— E. Tiessen (Orientalistische Literaturzeitung 1926) schreibt zu
diesem Buch: "Wen es gelüstet, den tibetischen Spuren Hedins zu folgen, wird hier noch
genauer erfahren, welcher Summe an körperlicher und geistiger Tatkraft und an
wissenschaftlicher, sprachlicher und reisetechnischer Durchbildung es (für diese
Expeditionen) bedurfte. Viel lernt man über die Entstehung der zahlreichen, sehr
verschiedenartigen und zum Teil höchst umfangreichen und kostbaren Publikationen
Hedins."
[729 a] Hedin, Sven (1865-1952):
"Bibliographie" siehe Willy Hess, 1962, und Ergänzung 1980. Autobiographie siehe Sven
Hedin 1926.— "Biographie" siehe Alma Hedin 1925; W. Heichen 1936; Gösta Montell
1955; Meno Holst 1957; Rütger Essén 1959; Karl F. Kohlenberg 1976; Eric Wennerholm
1978; Detlef Brennecke 1986., 1702.
Siehe zudem auch auch Gustav Gast, Stuttgart 1920; L. G. Ricek, Wien 1911; H. S.
Landor u. Sven Hedin, Berlin 1911. Zahlreiche seiner Hauptwerke erschienen unter
Original- wie unter abgeänderten Titeln in unterschiedlich gekürzten Varianten, auf die
unter dem jeweiligen Haupttitel hingewiesen wird. Bei Einzellistung erfolgt stets Hinweis
auf den Haupttitel.
[730] Hedin, Sven:
"Auf Reisen im Himalaja" (zusammen mit Kurt Boeck).— "Auf unbekannten Wegen.
Reisen in Tibet und in den Wüsten Innerasiens" (zusammen mit H. S. Landor).— Durch
Asiens Wüsten. (Wissenschaftliche Volksbücherei für Schule und Haus. 1.).— Dem
Untergang nahe. (Grüne Bändchen. 30).— Auszüge aus: Durch Asiens Wüsten, Leipzig
1899 (siehe dort).
[731] Hedin, Sven:
"Reise in Tibet".— "Vom Tode umdroht". (Bunte Bücher. 120).— "Drei Jahre im
innersten Asien". (Wissenschaftliche Volksbücherei für Schule und Haus. 21.).—
Abenteuer in Tibet. (Reisen und Abenteuer. 1.).— Auszüge aus: Im Herzen von Asien,
Leipzig 1903 (siehe dort).
[732] Hedin, Sven:
"Über den Transhimalaja". (Die grünen Bändchen. 8.).— "Entdeckt!".— "Entdeckungen
und Abenteuer in Tibet". (Neue dtsch. Jugendbüch. 1.) "Das Neujahrsfest in Taschi-
lunpo". (Bunte Bücher. 136).— "Auf Schleichwegen durch Tibet".— "Im Höllenloch des
Ngari-tsangpo".— Auszüge aus: Transhimalaja, Leipzig 1909/12 (siehe dort).
[733] Hedin, Sven:
Durch Asiens Wüsten. Drei Jahre auf neuen Wegen in Pamir, Lop-nor, Tibet und China.
256 Abb., 4 Chromotafeln und 7 (3 gefalt.) Karten. (Aus dem Schwedischen übersetzt von
Margarethe Langfeldt). 512 S., 496 S. F. A. Brockhaus, Leipzig 1899.
(En faerd genom Asien 1893-97, Stockholm 1898).— Schon die erste deutsche Ausgabe
von 1899 wurde gegenüber dem schwedischen Original erheblich gekürzt. Nochmalige
Kürzung bei der nachfolgenden einbändigen Ausgabe (davon 4. Aufl. 1913
[1912?]). Die neunte Auflage (1919) erschien wieder in zwei Bänden (236/245 S.; 8. Aufl.
1923). Neue Ausgabe in einem Band 1949 (14. Aufl. dieser Neuausgabe 1986. Unter
identischem Titel auch erschienen in der Reihe 'Reisen und Abenteuer. 7.' (stark gekürzt,
159 S., jedoch mit 20 Abbildungen auf Tafeln, 10 Textabb., 1 Karte), Leipzig, z. B. 1920.
Auszugsweise nachgedruckt (mit K. Boeck) als "Auf Reisen im Himalaja"; mit H. S.
Landor "Auf unbekannten Wegen. Reisen in Tibet und in den Wüsten Innerasiens", Berlin
1911. Für weitere Auszüge siehe getrennt gelistete Einträge.— Das Werk schildert Sven
Hedins erste Reise 1899 bis 1902, zwar auch Tibet, aber mehr noch Beschreibung des
Islam und wie dieser sich in Mittelasien dem kirgisischen Schamanentum überlagert hat,
alte Berg- und Ortskulte, Dämonenbannen und Zauberriten, insgesamt eine farbige
Charakterisierung östlich-islamischer Wesensart.
[734] Hedin, Sven:
Die Geographisch-wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-
1897. Mit Beiträgen von K. Himly, Dr. Gerard de Geer, Prof. Dr. N. Wille, W. B.
Hemsley, H. H. W. Pearson, Dr. Helge Bäckström und Dr. Bruno Hassenstein. (Dr. A.
Petermanns Mitteilungen, Ergänzungsband XXVIII, Heft 131.). Mit 6 mehrfach gefalt.
farb. Karten beigebunden, 83 Figuren und Skizzen im Text. 399 S. Justus Perthes, Gotha
1900.
Hedin schrieb dieses Werk in deutscher Sprache. Für Tibet von besonderem Interesse die
Kapitel II (Das Gebiet des Lop-nor) und Kapitel V (Das nördliche Tibet). Die Beiträge der
anderen im Titel gelisteten Autoren sind eher kurze Anmerkungen, so von G. de Geer
(Sandproben aus der Takla-makan-Wüste), von N. Wille (Algen aus dem nördlichen Tibet
von Dr. Sven Hedin im Jahre 1896 gesammelt), von W. B. Hemsley u. H. H. W. Pearson
(Die botanischen Ergebnisse), von H. Bäckström (Über jungvulkanische Eruptivgesteine
aus Tibet) und von B. Hassenstein (Begleitworte zu den Karten).
[735] Hedin, Sven:
Im Herzen von Asien. Zehntausend Kilometer auf unbekannten Pfaden. Mit 407 Abb.,
darunter 154 Separat- und Vollbilder, 8 Farbtafeln und 5 gefalt. Karten. (Aus dem
Schwedischen übersetzt von Margarethe Langfeldt). 2 Bände. 559 S., 570 S. F. A.
Brockhaus, Leipzig 1903.
(Asien. Tusen mil pa okända vägar. Stockholm 1903).— Die 6. deutsche Auflage erschien
1929. Auszugsweise nachgedruckt als "Reise in Tibet", Berlin 1907; "Auf unbekannten
Wegen", Berlin 1911; "Vom Tode umdroht", Reutlingen zwischen 1911 und 1914; "Drei
Jahre im innersten Asien", Braunschweig 1913 und in zahlreichen späteren Auflagen;
Abenteuer in Tibet (Reisen und Abenteuer. 1.), Leipzig 1919. Letzteres Werk ist nicht zu
verwechseln mit 'Abenteuer in Tibet', Leipzig 1904, einem umfangreichen selbständigen
Werk (siehe folgenden Eintrag), das aber dieselbe Reise beschreibt.— 'Im Herzen von
Asien' schildert die Expedition 1899 bis 1902. Dies ist nun wirklich Tibet, Geschichte und
selbsterlebte Gegenwart, Leben und Geisteshaltung der tibetischen Lamas, Schilderung
vom Kloster Kumbum, aber auch Entdeckung einer altbuddhistischen Stadt unter dem
Sand der Wüste. Mit ausführlichem Register.
[736] Hedin, Sven:
Abenteuer in Tibet. Mit 137 Abb., 8 farb. Tafeln und 4 Karten. 414 S. F. A. Brockhaus,
Leipzig 1904.
(Tibetanska äfventyr. Stockholm 1904).— 17. Auflage 1925.— Unter identischem Titel in
gekürzter Form (Reisen und Abenteuer. 1.), Leipzig 1919, hiervon 17. Aufl. 1926. Eine
neue gekürzte Ausgabe erschien (Reisen und Abenteuer, neue Serie) bei Brockhaus,
Wiesbaden 1950 (hiervon 12. Aufl.1987). Auszugsweise siehe auch G. Gast, Stuttgart
(1920).— Die Abbildungen wurden teils nach Fotografien, teils nach farbigen oder s/w
Zeichnungen Sven Hedins angefertigt. Es handelt sich um einen Auszug von 'Im Herzen
von Asien', also von der zweiten großen Expedition.
[737] Hedin, Sven:
Transhimalaja. Entdeckungen und Abenteuer in Tibet. (Aus dem Schwedischen übersetzt
von Margarethe Langfeldt). 3 Bände. 1. und 2. Band 1909, mit 397 Abb., 10 Karten, 405
S., 406 S.; 3. Band 1912, mit 169 Abb., 4 Karten, 390 S. F. A. Brockhaus, Leipzig
1909/12.
(Transhimalaya. Upptäckter och äfventyr i Tibet, Stockholm 1909 (1./2. Band), 1912 für
den 3. Band).— Für Band 1 und 2 sechste Aufl. 1920., 8. Auflage in 2 Bänden 1923. Die
dreibändige Ausgabe als 7. Auflage 1922. Neue gekürzte, von Suse Brockhaus bearbeitete
einbändige Ausgabe, Wiesbaden 1951, 441 S., ebenfalls in mehreren Auflagen, 7. Aufl.
1985 (es fehlt etwa der gesamte Abstecher nach Guge). Auszugsweise verlegt als "Über
den Transhimalaja", Köln 1911; "Entdeckt", Berlin 1910 oder 1911; "Entdeckungen und
Abenteuer in Tibet", Langensalza 1910 "Das Neujahrsfest in Taschi-lunpo", München
1910; "Auf Schleichwegen durch Tibet", Berlin 1911; "Im Höllenloch des Ngari-tsangpo",
Reutlingen zwischen 1911 und 1914. Unter identischem Titel 'Transhimalaja', mit dem
Untertitel 'Neue Abenteuer in Tibet' auch in der Reihe Reisen und Abenteuer, Band 2.
erschienen.— Dieses monumentale Werk bietet u. a. einen reichen religionsgeschichtlichen
Fundus, mit hervorragenden Aufnahmen gerade vom ausgedehnten Besuch im Kloster
Tashilunpo, Empfang beim Panchen Lama, mit Beschreibung des Lebens im großen
Kloster, Liturgien, Ordinationen, Festen und Feiern, geistlicher und weltlicher Regierung,
Studien und Disputationen, Asketentum und eingemauerten Lamas. Es ist ein bedeutendes
Werk, in welchem Hedin auch den Nachweis eines eigenständigen Gebirges jenseits der
Himalayakette, eben des "Trans-Himalaya" erbringt, wozu er diese Gebirgskette an
verschiedenen Stellen mehrfach überquert. Das Werk schildert die strapaziöse, mehrjährige
Tibetdurchquerung von 1906 bis 1908 mit einer unglaublichen Fülle von Erlebnissen. Es ist
zugleich aber auch ein wissenschaftliches Werk hinsichtlich der entdeckten Indusquellen
und mit einem historischen Überblick zu allen Reisen, die die Ränder der Kultur des
Transhimalaya berührt haben. Wenn es überhaupt 'das bedeutende große Tibetwerk' in
deutscher Sprache gibt, dann 'Transhimalaja'. Der Reichtum an geographischer,
historischer und ethnologischer, aber auch kultureller Information bleibt auch heute noch in
ihrer gesamtheitlichen Darstellung
[738] Hedin, Sven:
Indien und Transhimalaja. (Reisen und Abenteuer. 8. und 2. in einem Band). Mit
zahlreichen s/w Abb., 159 S./ 159 S. F. A. Brockhaus, Leipzig 1921.
Diese als Sonderausgabe in einem Band erschienene Zusammenfassung aus der Reihe
"Illustrierte Volks- und Jugendbücher berühmter Weltreisender und Entdecker" stellt eine
recht reich bebilderte, heute noch spannend zu lesende Zusammenfassung der beiden
Werke "Zu Land nach Indien" und "Transhimalaja" dar. Bei Hess 'Werke Sven Hedins',
Stockholm 1962, nicht gelistet.
[739] Hedin, Sven:
General Prschewalskij in Innerasien. (Reisen und Abenteuer. 19). Mit Abb. auf 8 Tafeln, 1
Karte. 158 S. F. A. Brockhaus, Leipzig 1922.
(General Prschevalskij's forskningsresor i Centralasien. Stockholm 1891).— Weitere
deutsche Auflagen 1925 und 1928. Hedin schrieb Einleitung und Lebensbild des Forschers
neu für die deutsche Ausgabe, die in gekürzter Form Sven Hedins Beschreibung der vier
Expeditionen Prschewalskijs wiedergibt. Hedin behandelt dabei bewußt besonders
ausführlich die vierte und letzte Expedition, da diese zu seiner Zeit noch nicht in einer
deutschen Übersetzung vorlag (erst 1954 ausführlich als "Ins Land der wilden Kamele"
erschienen). In den ersten Tagen einer "fünften" Expedition starb Prschewalskij am 1.
November 1888 an einem Typhusanfall. Hedin schließt seine Würdigung Prschewalskijs
mit den Worten: "Auf seinen vier Reisen hat P. über 30 000 Kilometer kartographisch
aufgenommen und Hunderte von Orten und Höhen bestimmt. Durch ihn wurde das
Tierleben Innerasiens bekannter als das mancher Kulturländer, und von der fast
jungfräulichen Pflanzenwelt Tibets brachte er nicht weniger als 900 neue Arten heim."
[740] Hedin, Sven:
Tsangpo Lamas Wallfahrt. (Mit Buchschmuck nach tibetanischen, mongolischen und
chinesischen Motiven). 2 Bände. Erster Band: Die Pilger. 346 S.; zweiter Band: Die
Nomaden. 386 S. F. A. Brockhaus, Leipzig 1922/23.
(Tsangpo Lamars vallfärd. Stockholm 1920/1922).- Die deutsche Ausgabe mehrfach
bereits 1922/23, 10. Auflage 1925. Der große Forscher und Geograph, der in der 4.
Generation von dem nach Schweden eingewanderten deutschen Abraham Brody abstammt,
schreibt einen zweibändigen Roman, der in Peking im Jahr 1779/80 mit dem Tod von
Palden Yeshi, dem berühmten 3. Panchen Lama beginnt. Dortsche, aus adeligem
Geschlecht, erlebt als junger Bursche die Pracht und die Intensität des Panchen Lama,
erliegt heimgekehrt nicht den Verführungen der schönen Dolma, wird Mönch, und als
solcher begleitet er einen große Karawane zum Mausoleum des 3. Panchen Lama nach
Tashilunpo. Das Leben der Karawane, Abenteuer mit Räubern und hungrigen Wölfen, das
Wandern durch das tibetische Hochland, das alles versteht Sven Hedin meisterhaft und
brillant, spannend und lebensnah zu schildern — er hat es jahrelang selbst erlebt. Alles
Religiöse, die Ausbildung Dortsches im Kloster, sein inneres Erleben, all dies bleibt blaß
und kraftlos — es war nicht Hedins Leben. Der Roman bricht dann unvermittelt ab, nimmt
ganz im Westen Tibets einen völlig anderen Faden (Nomadenleben) wieder auf und führt
erst auf den letzten Seiten versöhnlich Dortsche, die Hauptfigur, wieder ins Geschehen ein.
[741] Hedin, Sven:
Mount Everest. Mit 8 Künstlersteinzeichnungen von Georg Baus, 1 Anstiegskizze, 3
Profilen und 9 Karten. 194 S. F. A. Brockhaus, Leipzig 1923.
(Mount Everest och andra asiatiska problem. Stockholm 1922).— Zweite Auflage 1926.
Der deutschen Ausgabe zusätzlich beigegeben ist Sven Hedins Vortrag vom 20. 9. 1922 in
Leipzig 'Tibet und seine Bewohner'. Mit diesem Buch greift Sven Hedin als Geograph und
Himalayaforscher in die damals intensiv begonnene Everestdiskussion ein: Verlauf der
Besteigungsversuche 1921/24, Entdeckung dieses Berges, Geschichte der Namensgebung,
Everest und Gaurisankar in der Reichsgeographie der Chinesen. Im Kapitel 7 'Jesuiten und
Kapuziner in der Gegend des Mount Everest' gibt Hedin eine hervorragende
Zusammenfassung der katholischen Mission in Lhasa, wie sie sonst in keinem anderen
deutschsprachigen Buch zu finden ist (jedoch ausgezeichnet Luciano Petech: Die
katholischen Tibet-Missionen im 17. und 18. Jahrhundert, Saeculum 12, 1961, pp. 358-
365). Zur Namensgebeung des Mount Everest siehe Johannes Schubert: Mount Everest —
das Namensproblem. Zur katholischen Mission des 17. Jahrhunderts in Westtibet siehe
Jürgen C. Aschoff, Eching 1989.
[742] Hedin, Sven:
Ossendowski und die Wahrheit. 111 S. F. A. Brockhaus, Leipzig 1925.
Hedin hatte bereits in seinem Buch 'Von Peking nach Moskau' in dem Kapitel: 'Ein
literarischer Seitensprung' auf Ossendowskis literarisch betrachtet zwar meisterliches,
dennoch erfundenes Werk hingewiesen. Auf den dann folgenden unfeinen Disput antwortet
hier nun Hedin mit dem Nachweis, wo Ossendowski überall nicht gewesen sein kann, was
er falsch beschreibt und vor allem, von wem er große Teile unverfroren abgeschrieben hat.
[743] Hedin, Sven:
Mein Leben als Entdecker. Mit 8 farb, 150 einfarb. Abb. und 15 Karten. 403 S. F. A.
Brockhaus, Leipzig 1926.
(Mitt liv som upptäcktrsresande. Stockholm 1930).— Siebte Auflage 1942. Auszugsweise
erschienen als 'Reisen und Abenteuer in Tibet. Von heiligen Städten, Bergen und Seen',
Deutsche Verlagsexpedition, Stuttgart 1943. Ein wichtiges Buch, nicht nur wegen der
mehr persönlichen Schilderung von Tibet, sondern vor allem auch wegen der zahlreichen
hochinteressanten Skizzen und Zeichnungen aus der Hand des Künstlers Hedin. So findet
man eine Zeichnung von Dolma-La am Kailash, die dort ein Bauwerk zeigt, von dem heute
nichts mehr zu sehen ist, oder 2 wundervolle farb. Aquarelle vom Manasarovar-See.
[744] Hedin, Sven:
Tibetanische Reisen und Abenteuer., Leipzig 1933.
Gemeinsame Ausgabe von 'Wildes heiliges Tibet' und 'Im verbotenen Land'.
[745] Hedin, Sven:
Wildes heiliges Tibet. (Reclam Universal Bibliothek 7334). Aus dem Schwedischen
übertragen von Dr. Theodor Flade. Mit zahlreichen Zeichnungen des Verfassers. 77 S.
Philipp Reclam jun., Leipzig 1936.
Vielfache Neuauflagen, auch heute noch im Buchhandel lieferbar.— Auszug aus dem
Schwedischen Original von 'Eroberungszüge in Tibet', das in umfangreicherer deutscher
Übersetzung erst 4 Jahre später erschien.
[746] Hedin, Sven:
Im verbotenen Land. (Reclams Univ. Bibliothek 7370/71). Aus dem Schwedischen
übersetzt von Dr. Theodor Flade. Mit zahlreichen Zeichnungen des Verfassers. 147 S.
Philipp Reclam jun., Leipzig 1937.
Ebenfalls ein Auszug aus 'Eroberungszüge in Tibet'.
[747] Hedin, Sven:
Eroberungszüge in Tibet. Mit 240 Abb. nach Zeichnungen des Verfassers und 1 gefalt.
Karte. 329 S. F. A. Brockhaus, Leipzig 1940.
(Erövringstag i Tibet. Stockholm 1934).— 4. bis 6. Auflage 1941-44. Auszugsweise
verlegt bei Reclam als 'Wildes heiliges Tibet' und 'Im verbotenen Land', zudem bei
Brockhaus als 'Geheimnisvolles Tibet'. Sven Hedin schreibt dazu im Vorwort, daß dieses
Buch in zusammengedrängter Form seine Erinnerungen an das geheimnisvolle Tibet
enthält, gesammelt auf mehreren Entdeckungsfahrten seit dem Jahr 1898.
[748] Hedin, Sven:
Geheimnisvolles Tibet. Mit 28 Abb., 64 S. F. A. Brockhaus, Leipzig 1943.
Auszug aus "Eroberungszüge in Tibet".
[749] Hedin, Sven:
Reisen und Abenteuer in Tibet. Von heiligen Städten, Bergen und Seen. (Bibliothek der
Unterhaltung und des Wissens. 67., Band 869). Mit vielen Zeichnungen des Verfassers.
127 S. Deutsche Verlags-Expedition, Stuttgart (1943).
Auszug aus 'Mein Leben als Entdecker'.
[750] Hedin, Sven:
Meine Hunde in Asien. Vorwort von Suse Brockhaus. Mit 25 Zeichnungen des Verfassers.
Aus dem Schwedischen übersetzt von Lothar Tobias. 265 S. F. A. Brockhaus, Wiesbaden
1953.
(Mina hundar i Asien. Albert Bonniers, Stockholm 1952).— 2. Auflage 1956. Sven Hedin
schreibt hier mehr als in all seinen anderen berühmten Büchern mit dem Herzen, mit seiner
Seele, nicht nur über seine 'treuesten Begleiter', die Hunde, sondern auch über Kamele,
Wildesel und Wildgänse. Über den Menschen Sven Hedin und seine Gemütstiefe erfährt
man viel in diesem seinem letzten Buch.
[751] Hedin, Sven:
Mein Leben als Zeichner. Zum 100. Geburtstag des Verfassers herausgegeben von Gösta
Montell. Aus dem Schwedischen übersetzt von Siegfried Kienitz. Mit 241 Zeichnungen.
173 S., davon 47 S. Text. F. A. Brockhaus, Wiesbaden 1965.
(Sven Hedin som tecknare, Stockholm 1964).— Hedin war auch Künstler, der auf all
seinen Reisen zeichnete. 241 Zeichnungen, viele in Tibet entstanden, sind hier
zusammengefaßt.
[752] Hedin, Sven:
Reisen mit Sven Hedin. Mit einem Vorwort von Heinrich Harrer und einem Bericht von
Erhard Rühle. (dms — das moderne Sachbuch. 64.). Mit 28 Abb. auf Tafeln und 4
Kartenskizzen. 330 S. F. A. Brockhaus, Wiesbaden 1967.
Ein Sammelband, der mit Auszügen aus Hedins Werken gestaltet wurde. Großes
hilfreiches Register.
[754] Hedinger, Jürg:
Aspekte der Schulung in der Laufbahn eines Bodhisattva. Dargestellt nach dem
Siksasamuccaya des Santideva. (Freiburger Beiträge zur Indologie. 17.). 178 S. Otto
Harrassowitz, Wiesbaden 1984.
Dissertation der Philosophischen Fakultät I Zürich 1982.— Die Arbeit folgt in ihrem
Aufbau im großen und ganzen dem Text von Santideva (7. Jh.) Siksasamuccaya
("Kompendium der Schulung"), der aus 27 Merkversen und einem umfangreichen
Kommentar besteht. Dieser Kommentar ist mit Ausnahme von kurzen Einleitungs- und
Überleitungssätzen aus Zitaten von älteren Lehrschriften des Mahayana zusammengestellt.
[755] Heichen, Walter:
Der Todesgang der Karawane. Tatsachenbericht über Sven Hedins Reisen durch Tibet.
(Helden. Eine Sammlung geschichtlicher Erzählungen. 10.). 64 S. Altenburg, St. Geibel
1911.
Erweiterte Neuauflage (112 S., mit Zeichnungen von M. Wulff), A. Weichert, Berlin
1936.— Ein liebevoll zusammengestelltes Jugendbuch mit einigen spannenden Tibet-
Abenteuern, die teils 'Durch Asiens Wüsten', teils 'Im Herzen von Asien' entnommen sind.
Im Anhang ein Kapitel über 'Sven Hedins Vorgänger', die Brüder Schlagintweit.
[756] Heichen, Walter:
Deutsche Forscher in Tibet. Die Reisen der Brüder Schlagintweit durch Hochasien. Nach
Hermann von Schlagintweits Reisewerk bearbeitet. (Jung-Deutschland. Ein Blatt für die
deutsche Kinderwelt. 16.). Mit Kartenskizzen und 3 Vollbildern. 94 S. Ferdinand
Engelmann, Leipzig 1914.
[757] Heide, Susanne von der:
Malerei aus Nepal. Manohar Man Poon. Jagdish Chitrakar. Sashi Kala Tiwari. Mit 6 s/w
Abb. (Fotographien von Hanni Schmitz-Fabri). Ausstellungskatalog IfA Galerie Bonn, 20.
Januar bis 12. Februar 1988. 20 S. Institut für Auslandsbeziehungen, Bonn 1988.
Diese Ausstellung zeitgenössischer nepalesischer Malerei entstand in Zusammenarbeit mit
der Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes, der Botschaft des Königreichs Nepal in Bonn,
der Deutsch-Nepalischen Freundschaftsgesellschaft in Köln und Frau Susanne von der
Heide.
[758] Heide, Susanne von der:
Götter des Himalaya. Buddhistische Kunst in Tibet. Eine Ausstellung des Museums für
Ostasiatische Kunst Köln, in der Josef-Haubrich-Kunsthalle, Köln. 4. November 1989 bis
4. Februar 1990. Kurzführer zur Ausstellung. (Schriften des Museumsdienstes Köln. 4.).
Mit 10 farb. und 22 s/w Abb. und 41 Strichzeichnungen. 73 S. Museumsdienst, Köln
1989.
Im Winter 1989/90 stellte das Museum für Ostasiatische Kunst in der Josef-Haubrich-
Kunsthalle in Köln die Sammlung tibetischer Kunst von Gerd-Wolfgang Essen aus. Auf der
Grundlage des von G. W. Essen und T. T. Tingo (siehe auch dort) herausgegebenen
Katalogs wurde von Frau von der Heide ein instruktiver Kurzführer erarbeitet. Ihr gelingt
es, die komplexe sakrale Kunst Tibets, die von den unterschiedlichsten
Buddhadarstellungen, Bodhisattvas, Initiations- und Beschützergottheiten über Mandala,
Stupa und Thangka bis in die religiöse Klangwelt und zu den Kultgeräten und Opfergaben
reicht, mit zahlreichen kleinen, aber gut reproduzierten Abb. auf engem Raum darzustellen.
[759] Heide, Susanne von der und Nelles, Günter (Hrsg):
Nepal. (Nelles Guides). Mit zahlr. Abb. und Plänen. 256 S. Nelles, München 1990.
Verfaßt von 15 Autoren - ein interessanter Sammelband.
[760] Heiland, Heinzkarl:
Land über den Wolken. Reise- und Jagderlebnisse in Kaschmir, dem herrlichen Tal inmitten
der Himalaja-Berge. Bearbeitet und herausgegeben von Carl W. Tetting. 52 s/w Abb. auf
Tafeln nach fotographischen Aufnahmen von Heinzkarl Heiland. 155 S. Volkskraft
Verlagsgesellschaft, Berlin (1937).
Eigentlich ein Nachruf auf einen der "eigenartigsten Weltfahrer": 30 Jahre wanderte
Heiland als Großwildjäger und Forschungsreisender durch die Kontinente. Dieses Buch
schildert seine Abenteuer in Kashmir als Gast des Maharadscha, mit Bären- und Adlerjagd,
Leben und Treiben auf dem Dhal-See, alles erlebt in der Zeit kurz nach dem ersten
Weltkrieg. Ein Dokument über das Reisen und das Denken der damaligen Zeit.
[761] Heim, Arnold:
Minya Gongkar. Forschungsreise ins Hochgebirge von Chinesisch Tibet. Erlebnisse und
Entdeckungen. Mit 3 Tafeln mit gefalt. Karten und Panoramen, 147 Abb. auf Tafeln
(davon 6 farbig), 26 Zeichnungen im Text. 244 S. Hans Huber, Bern/Berlin 1933.
"Eine allgemein verständliche Reisebeschreibung auf naturwissenschaftlicher Basis" nennt
Arnold Heim sein Buch über die 1930/31 von der Sunyatsen Universität in Canton unter
seiner Leitung durchgeführte Expedition zum heiligen Berg Minya Gongkar ins chinesisch-
tibetische Grenzgebiet nach Kham. Ein Buch mit seltenem und gutem Bildmaterial, etwa
auch zur Festung von Rino, dem Hauptort der Nyarong-Tibeter, und zu den Klöstern
Gongkar, Lithang und dem einsamen Kloster von Otitsha. Über die botanischen Ergebnisse
der Expedition enthält das Buch ein Kapitel (S. 243-249) von E. Schmidt.
[762] Heim, Arnold und Gansser, August:
Thron der Götter. Erlebnisse der ersten Schweizerischen Himalaya-Expedition. 220 Abb.
nach Fotos, 18 Zeichnungen im Text, 11 musikalische Beispiele, 2 Auslegetafeln
(Panoramen), 1 Reliefkarte (lose im Anhang). 270 S. Morgarten, Zürich/Leipzig 1938.
Ein echter Klassiker der Tibet- und Himalaya-Literatur: Eine achtmonatige Reise 1936, die
bis zum Kailash und dessen Umwanderung (gute Fotos) führt, eine verlassene Höhlenstadt
(von den Autoren nicht näher identifiziert) in Westtibet in der Shib-Chu-Schlucht, einem
Seitental des Sutlej (mit Innenaufnahmen von herrlichen Gemälden, die den typischen
Tsaparang-Stil zeigen) ebenso wie das nepalesisch-tibetische Grenzgebiet und den
Oberlauf des Ganges (Badrinath) mit einschließt und dabei stets die tiefe Bewunderung
und Ehrfurcht vor der Natur und der Kultur dieses Lebensraumes erkennen läßt.
[763] Heinemann, Robert Klaus:
Der Weg des Übens im ostasiatischen Mahayana. Grundformen seiner Zeitrelation zum
Übungsziel in der Entwicklung bis Dogen. 189 S. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1979.
[764] Heissig, Walther:
Tibet und die Mongolei als literarische Provinzen. (Arbeitsgemeinschaft f. Forschung des
Landes Nordrhein-Westfalen. Geisteswissenschaften. 132., pp. 105-135). Mit 1 farb. und 2
s/w. Abb. auf Tafeln. 31 S. Westdeutscher Verlag, Köln und Opladen 1967.
Die Publikation enthält zusätzlich die Arbeit: Werner Schulemann: Die Kunst Zentralasiens
als Ausdrucksform religiösen Denkens (siehe dort).
[765] Heissig, Walther:
Serta Tibeto-Mongolica. Festschrift für Walther Heissig zum 60. Geburtstag am 5. 12.
1973. Hrsg. von Rudolf Kaschewsky, Klaus Sagaster und Michael Weiers. 1 Frontispiz,
zahlreiche Faksimiles, 3 Farbtafeln. 376 S. In Kommission Otto Harrassowitz, Wiesbaden
1973.
Enthält Beiträge von C. R. Bawden, F. A. Bischoff, H. Eimer, Pema Tsering, H. Franke,
M. M. Haltod, K. Sagaster, R. Kaschewsky, R. O. Meisezahl, N. Poppe, H. Roth, D.
Schuh, V. Veit und M. Weiers, sowie eine Bibliographie der Schriften des Jubilars.
[766] Heissig, Walther:
Geser Redzia-Wu. Dominik Schröders nachgelassene Monguor (Tujen)-Version des
Gesar-Epos aus Amdo, in Facsimilia und mit einer Einleitung herausgegeben von Walther
Heissig. (Asiatische Forschungen. 70.). 10 Abb., 322 S. Faksimiles, 2 Tafeln. 451 S. Otto
Harrassowitz, Wiesbaden 1980.
Dominik Schröder, SVD (1910-1974), dem die Forschung wichtiger Texte der in nur
geringem Maße aufgezeichneten mündlichen Volksdichtung der Monguor im ehemals
tibetischen Amdo-Gebietes verdankt, hat schon 1959 darauf hingewiesen, daß er auch eine
"lange Gesar-Sage" in Monguor 1948/49, leider unvollständig, aufgezeichnet habe. Diese
wird hier in Faksimile wiedergegeben.
[767] Heissig, Walther:
Documenta Barbarorum. Festschrift für Walther Heissig zum 70. Geburtstag. Hrsg. von
Klaus Sagaster und Michael Weiers. 1 Frontispiz, 25 Tafeln, 2 Karten. (Veröffentl. der
Societas Uralo- Altaica. 18.). 435 S. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1983.
Enthält auch Arbeiten zum tibetischen Kulturkreis.
[768] Heissig, Walther:
Siehe auch 'Sagang Secen', Zürich 1985; G. Tucci, Stuttgart 1970.
[769] Hellmich, Walter (Hrsg):
Khumbu Himal. Ergebnisse des Forschungsunternehmens Nepal Himalaya. 14 Bände.
Band 1: Springer Verlag, Berlin; Bände 2 bis 14: Universitätsverlag Wagner, Innsbruck
und München.—
[Die einzelnen Bände sind, wenn nicht Sammelwerke, zusätzlich unter den jeweiligen
Autoren gelistet]. Springer/Wagner, Berlin/Innsbruck/Müc 1964-79.
Band 1 (1964-1967): 5 Lieferungen, mit 34 Abhandlungen (Botanik, Medizin, Meteorol.,
Geogr.). 287 Abb., 10 Diagr., 1 Falttafel, 3 Karten. 448 S. Band 2 (1968): G. Diesselhorst:
Beiträge zur Ökologie der Vögel Zentral- und Ost-Nepals. 40 Abb., 1 Karte, 420 S. Band
3 (1968-1970): 3 Lieferungen. 33 Beiträge (Zoologie). 468 S. Band 4 (1971-1973): 20
Artikel in englischer Sprache (Zoologie). Band 5 (Zoologie). Band 6 (1969-1974): Artikel
in englischer Sprache (Botanik). Band 7 (1969-1974): Lieferung 1: Karte Tamba Kosi-
Likhu Khola mit Bemerkungen. 1 Karte, 23 S. (1969). Lieferung 2: 4 Artikel in englischer
Sprache (Metereologie), 119 S. (1970). Lieferung 3: Artikel in engl. Sprache & die Karten
Lapchi Kang und Rolwaling Himal des Nepal-Ost Kartenwerkes (1974). Lieferung 4: Die
Karten Shorong/Hinku und Dudh Kosi des Nepal-Ost Kartenwerkes. (1974). Band 8
(1968): M. Oppitz: Geschichte und Sozialordnung der Sherpa. (Beiträge zur Sherpa-
Forschung. 1.). Mit Titelbild und 20 Abb., 8 Tabellen, 3 Tafeln, 6 Genealogien, 2 Karten.
170 S. Band 9 (1969): F. W. Funke: Religiöses Leben der Sherpa. (Beiträge zur Sherpa-
Forschung. 2.). 185 meist farb. Abb., 2 Karten. 369 S. Band 10 (1975): M. Schmidt-
Thomé u. T. T. Thingo: Materielle Kultur und Kunst der Sherpa. Mit einem Anhang zum
Gemeinschaftsleben. (Beiträge zur Sherpa-Forschung. 3.). Mit 797 Abb., 13 Farbtafeln.
478 S. Band 11 (1977): G. Chr. Teschke: Anthropologie der Sherpa: Anthropologische
und kultur-historische Beziehungen der Sherpa zu den Tibeto-Chinesischen Randvölkern.
(Beiträge zur Sherpa-Forschung. 4.). 44 Tabellen, 46 Abb., 7 Karten. 183 S. Band 12
(1982): W. Limberg: Untersuchungen über Besiedlung, Landbesitz und Feldbau in Solu-
Khumbu (Everest-Gebiet). (Beiträge zur Sherpa-Forschung. 5.). 6 mehrf. gefalt. Karten,
154 S. Band 13 (1972-1981): Lieferung 1: D. Höss: Häufigkeit und Verteilung von
Darmhelminthen in Nepal. 6 Tabellen, 24 S. (Lieferungen 2, 3 und 4 dieses Bandes in
englischer Sprache). Band 14 (1982): F. W. Funke: Die Sherpa und ihre Nachbarn.
(Beiträge zur Sherpa-Forschung. 6., Supplementband). Mit 11 Tafeln und 92 Abb., 295 S.
[770] Hellrigl, Wolfgang:
Siehe Wolfgang Hellrigl u. K. Gabrisch, Santa Monica 1983, Eintrag im Abschnitt
'Bibliographien'.
[771] Hellwald, Friedrich von:
Centralasien. Landschaften und Völker in Kaschgar, Turkestan, Kaschmir und Tibet. Mit
besonderer Rücksicht auf Rußlands Bestrebungen und seinen Kulturberuf. (Das Neue Buch
der Reisen und Entdeckungen). Mit 70 Abb. im Text, Frontispiz, 4 Karten, davon 1 farbig
mehrf. gefalt., 446 S. Otto Spamer, Leipzig 1875.
Zweite vermehrte Ausgabe (506 S.) 1880.— Reprint geplant (1991) bei Georg Olms,
Hildesheim. Das 7. Kapitel 'Zwischen Indien und Ostturkestan' (S. 203 ff.) beschreibt die
Täler des Himalaya und ihre Kulturen sowie das westliche Tibet, soweit es Ladakh, Lahoul
und Spiti umfaßt. Schöne Abbildungen hierzu im Text, geschichtlicher Überblick und
Beschreibung der verschiedenen Forschungsreisen.
[772] Hemsley, William Botting:
Siehe Sven Hedin, Gotha 1900.
[773] Henking, Karl:
Kunst aus Tibet. Ausstellungsführer der Kunsthalle Bern zur Austellung vom 20. Oktober
bis 25. November 1962. Ohne Pagina (12 S.)., Bern 1962.
[774] Henri, Charles:
Der Oberlama von Himis und das "unbekannte Leben Jesu". (Metaphysische Rundschau.
Monatsschrift zum Studium der praktischen Metaphysik, Psychologie, orientalischen
Philosophie und des gesamten Okkultismus. 2., pp. 302-306). 5 S. Metaphysischer Verlag,
Berlin 1897.
Eine Widerlegung des Buches von Notowitsch (siehe Nikolaus Notowitsch, Stuttgart
1894) anhand einer Reise und eines Berichtes von Prof. Douglas nach Hemis/Ladakh
wenige Jahre später: Der im Kloster Hemis seit 15 Jahren amtierende Abt konnte sich
weder an Notowitsch, noch an einen mit Beinbruch im Kloster aufgenommenen Ausländer
erinnern. Ihm vorgetragene Auszüge aus dem Buch von N. wies er als Lüge zurück,
verneinte glaubhaft das Vorhandensein entsprechender Bücher in diesem oder einem
anderen Kloster. Die mit Hilfe eines gebildeten Dolmetschers geführten Gespräche mit dem
Abt und anderen älteren gebildeten Lamas werden von Prof. Douglas in jeder Weise
glaubhaft und nachvollziehbar wiedergegeben.
[775] Henss, Michael:
Tibet. Die Kulturdenkmäler. Mit 105 Farb- und 64 s/w Abb., dazu Pläne und Karten. Ausf.
Anhang mit Register. 287 S. Atlantis, Zürich 1981.
Historisch-chronologisch aufgebautes Handbuch der heute noch in Tibet (Stand 1981)
vorhandenen religiösen und profanen Bauten und Kunstwerke. Das Buch gibt zugleich im
Anhang einen Überblick über die bisherige kunstwissenschaftliche Forschung. Abgehandelt
werden vorrangig Zentral- und Südtibet, kürzere Kapitel auch zu Ost- und Nordost-Tibet.
Westtibet bleibt ausgeklammert. Ausführliches auch zur historischen Geographie Tibets
und zur Stadtgeschichte von Lhasa (Michael Henss).
[776] Henss, Michael:
Kalachakra. Ein tibetisches Einweihungsritual. Mit 14 Abb., 86 S. Asiatica-Bücherdienst,
Zürich 1985.
Eine erste deutschsprachige und im Text auch dem allgemeiner interessierten Leser
verständliche Einführung in Bedeutung, Geschichte und Ablauf der Einweihung in das
Kalacakra-Tantra, u. a. aber auch in den Shambhala-Mythos und das Mandala-Ritual
(Michael Henss).
[778] Henss, Michael:
Siehe auch Kalachakra Initiation, Winterthur 1985.
[779] Herdick, Reinhard:
Kirtipur. Stadtgestalt, Prinzipien der Raumordnung und gesellschaftliche Funktionen einer
Newar-Stadt. (Schriftenreihe Internationales Asienforum. 6.). Mit zahlreichen Lageskizzen
und Tabellen im Text. 272 S. Weltforum, München/Köln/London 1988.
Der 1945 geborene Stadtplaner, Architekt und Bauhistoriker führte 1974/75 in Kirtipur
(als einziger dort lebender Ausländer) eine Feldforschung durch, wobei er neben
herkömmlichen städtebaulichen Analysen sehr stark anthropologische Phänomene mit
einbezog. Er zeigt die ideelle Vorstellung, die der Bewohner von seiner Stadt und den
einzelnen Gebäuden hat, etwa die Existenz einer weiblichen und einer männlichen
Stadthälfte, oder von einer Raumordnung der Stadt, die auf eine getreue Kopie des
kosmischen Weltbildes abzielt.
[780] Hergé (d. i. Georges Rémi):
Tim in Tibet. Aus dem Französischen übersetzt von Ilse Strasmann.
[Comic-Heft]. 62 S. Carlsen, Reinbek/Hamburg 1967.
(Tintin en Tibet. Casterman, Paris und Tournai 1958/59).— 17. deutsche Auflage 1988.
Der Autor und Künstler Hergé (gest. 3. 3. 1983) schuf mit "Tim und Struppi" eine
weltweit gelesene Comic-Serie. In 'Tim in Tibet' sind Tim, Struppi und Kapitän Haddock
auf der Suche nach ihrem Freund Tschang Tschung-jen, der mit dem Flugzeug über Nord-
Indien abgestürzt und verschollen ist. Hauptgegenspieler ist der Yeti, der Tschang immer
tiefer in die Berge und nach Tibet entführt. Schnee und abergläubische Sherpas erschweren
die Suche, die zu guter Letzt mit Hilfe der Gelbmützen-Lamas vom Kloster Khor-biyong
erfolgreich abgeschlossen wird (Christian Aschoff).
[782] Hermanns, Matthias:
Die A mdo Pa Grosstibeter. Die sozial-wirtschaftlichen Grundlagen der Hirtenkulturen
Innerasiens. (Dissertation Philosoph. Fakultät Universität Fribourg/Schweiz). Mit 56 Abb.
und 4 Karten. 325 S. Universität, Fribourg/Schweiz 1948.
[783] Hermanns, Matthias:
Die Nomaden von Tibet. Die sozial-wirtschaftlichen Grundlagen der Hirtenkulturen in A
Mdo und von Innerasien. Ursprung und Entwicklung der Viehzucht. Mit 2 Abb. im Text,
54 Abb. auf 24 Tafeln und 4 gefalteten Karten. 325 S. Herold, Wien 1949.
Grundlegendes Werk über innerasiatische Hirtenkulturen sowie Ursprung und Entwicklung
der Viehzucht. Der Autor begann 1935 sein eingehendes Studium der Tibeter in der
Amdo-Provinz. "Auf vielen Reisen lernte ich die tibetischen Ackerbauern und die
Nomaden der Hochsteppe kennen. Monatelang lebte ich in engstem Kontakt mitten unter
ihnen. Da ich mit vielen Häuptlingen und angesehenen Inkarnationen gute Freundschaft
pflegte, war es mir leicht möglich, in alle Gebiete, selbst in solche, die als Räubernester
verschrien sind, Eingang zu finden" schreibt M. Hermanns. Sein Werk beschreibt Land und
Volk, die Wirtschaft der Amdo-bas, die Hirtenpsychologie, die Amdo-bas als Alpenhirten
und als Ackerbauern und geht auf die Abstammung der wichtigsten Haustiere ein. Durch
seine ärztliche Tätigkeit (wenn auch von Beruf Missionar) konnte der Autor auch
anthropologische Messungen vornehmen und 'völkerbiologischen' Fragen nachgehen. "Mit
der Darstellung der sozialwirtschaftlichen Grundlagen der Hirtenkulturen in Amdo und
Innerasien gehört das Buch in seiner Zuverlässigkeit zu den besten und unentbehrlichen
Arbeiten der gesamten Tibetliteratur" (S. Hummel in Petermanns Geographische
Mitteilungen 1951).
[784] Hermanns, Matthias:
Himmelsstier und Gletscherlöwe. Mythen, Sagen und Fabeln aus Tibet. (Das Gesicht der
Völker. Der zentralasiatische Kulturkreis). Mit 1 s/w Abb., 2 Gebietskarten. 259 S. Erich
Röth, Eisenach und Kassel 1955.
Diese Mythen, Sagen und Fabeln wurden von Pater Matthias Hermanns in langjährigen
völkerkundlichen Forschungen unter den Amdo-Tibetern gesammelt. In 4
Unterabteilungen werden Schöpfungslieder, Ursprungsgeschichten (Lobreden bei
Volksfesten), Fabelüberlieferungen des Ka shi dzes ga-Landes und tibetische Fabeln in
Originalübersetzung vorgestellt und kommentiert.
[784 a] Hermanns, M(atthias):
Mythen und Mysterien. Magie und Religion der Tibeter. Mit 49 Abb. auf Tafeln, 1 Karte.
400 S. Balduin Pick, Köln (1956).
Reprint Magnus Verlag, (Essen) 1983, jedoch ohne den Bildteil und ohne Hinweis auf die
Erstausgabe von 1956.
[785] Hermanns, Matthias:
Die Familie der A mdo-Tibeter. Mit 48 s/w Abb. auf 15 Tafeln im Anhang, 2 Karten im
Vor- und Nachsatz. 404 S. Karl Alber, Freiburg i.Br/Münche 1959.
Schildert das Leben der Amdo-bas von der Geburt bis zur Wiedergeburt. Eine Art
Enzyklopädie des Brauchtums der A mdo Tibeter. In seiner Einleitung schreibt M.
Hermanns: Das Material gewann ich während meines langjährigen Aufenthaltes im Lande
selbst und auf zahlreichen Forschungsreisen. Die vorliegende Studie befaßt sich mit der
Familie der Amdo-Tibeter im nordöstlichen Teil des tibetischen Hochlandes.— "Wenn wir
die Ergebnisse des Buches mit den Verhältnissen in anderen Teilen Tibets, etwa in Ladakh,
vergleichen, lassen sich Abweichungen in den Familien- und Sozialsystemen erkennen,
unter denen die in Amdo noch lebendigen sicherlich zu den ältesten gehören dürften. Dies
Buch wird niemand, auch nicht der Fachgelehrte, ohne großen Gewinn aus der Hand
legen" (Siegbert Hummel in Zeitschr. für Ethnologie).
[786] Hermanns, Matthias:
Das National-Epos der Tibeter. Gling König Ge Sar. Aus dem Tibetischen übersetzt von
Prof. Dr. P. Matthias Hermanns SVD. 1 Bildtafel, 2 gefaltete Karten. 961 S. Josef Habbel,
Regensburg 1965.
Nachdruck (2. Auflage ?) bereits im Erscheinungsjahr 1965 (nach M. Henss, Asiatica
Bücherdienst Zürich). Dieses opus magnum umfaßt zwei Teile. Im ersten verarbeitet der
Autor seine bisherigen Bücher und Aufsätze zur Frühgeschichte, Mythologie und Folklore
der Tibeter. Mit staunenswerter Materialfülle werden die ältesten religiösen Vorstellungen
der Tibeter an Hand jahrelanger eigener Feldforschung dargestellt und der kulturelle
Hintergrund des Ge-sar Epos aufgezeigt (Geschichte und Entwicklung des indischen Yoga,
des Tantrismus, des Shaktismus; Ethnologie, Religionsgeschichte und historische
Entwicklung Nepals; Manichäismus; früheste chinesisch-tibetische Beziehungen; Bon
Religion). Die eigentliche kulturgeschichtliche Hinführung auf das Epos beginnt im 7.
Abschnitt des 1. Bandes mit einem Abriß der tibetischen Kulturentwicklung und einer
Skizzierung tibetischer Regional-Versionen des Epos.— Der 2. Teil gibt dann die
Übersetzung von Teilen des Epos in Amdo Versionen, leider ohne die Beigabe des
tibetischen Textes. Das Epos selbst wird vom Autor in eine Zeit zwischen 400 vor und 200
nach Chr. datiert, wiewohl die Überlieferung selbst, bei der sich Sagen und Mythen der
Weltentstehung aus grauer Vorzeit mit Szenen aus dem Leben der Götter, Dämonen und
Menschen vermischen, sehr viel älter ist. Es kann bei allen Versuchen geschichtlicher und
geographischer Ortung nur immer wieder davor gewarnt werden, den aus dem gewaltigen
Komplex des Epos herauszulösenden Kristallisationskern als historisch und nach allen
Richtungen hin tibetisch anzusehen (aus einer Rezension von S. Hummel, in Anthropos
11.).
[787] Hermanns, Matthias:
Schamanen — Pseudoschamanen, Erlöser und Heilbringer. Eine vergleichende Studie
religiöser Urphänomene. 3 Bände. (I: Schamanen; II: Pseudoschamanen; III: Erlöser und
Heilbringer der Tibeter). 727 S., 355 S., 249 S. Franz Steiner, Wiesbaden 1970.
Band 1 (Schamanen) auf S. 85-201 mit Ursprungs- und Endmythen der Tibeter; Band 2
auf S. 17-57 Mythen und Riten der Lepcha in Sikkim; Band 3 auf S. 1-220 Erlöser und
Heilbringer der Tibeter. Der Begriff vom Heilbringer und Erlöser droht allerdings im
vorliegenden Werk zu verblassen. In einer fast verwirrenden Fülle kultur- und
religionsgeschichtlicher, kirchen- und sektengeschichtlicher Exkurse wird er eher
undurchsichtiger, statt daß diese doch nur den vielschichtigen Hintergrund zeichnen sollen,
vor dem sich dann die Gestalten der Heilbringer und Erlöser profiliert abheben müßten.
Hier könnte vor allem eine straffere Eingrenzung des Begriffes vom Erlöser und
Heilbringer helfen und den Leser davor bewahren, sich in einem Gewirr von Namen zu
verlieren (Siegbert Hummel, in Monumenta Serica 30.).
[788] Hermanns, Matthias:
Biobibliographie dieses Gelehrten (1899-1972) siehe Dominik Schröder, Fribourg/Schweiz
1972.
[789] Hermens, Edith:
Der Yak, sein Vorkommen und seine Nutzung. (Inaugural-Dissertation, Philosophische
Fakultät der Thüringischen Landesuniversität Jena). Mit 2 Abb. und 1 Karte. 86 S.
Universität, Jena 1923.
Alles über den Yak, zusammengetragen aus den Berichten von Forschungsreisenden und
Missionaren, sodann verglichen, bewertet und analysiert, letztlich in eine neue
übersichtliche Form gegossen. Eine noch heute wertvolle Fleißarbeit und lesenswert für
den, der sich für dieses imposante Tier interessiert.
[790] Herrle, Peter:
Vom Mandala zum Flächennutzungsplan. Die Einführung moderner Stadtplanung in eine
außereuropäische Stadtkultur: Der Fall Kathmandu, Nepal. (Institut für Grundlagen der
Planung an der Universität Stuttgart). Mit einigen s/w Abb. und Kartenskizzen. 681 S.
Union, Stuttgart 1983.
Analysiert werden die vielfältigen Probleme zwischen "Tradition und Modernität" bei der
Stadtplanung in einer außereuropäischen Stadtkultur, und zwar am Beispiel Kathmandu.
Diese Stadt öffnete sich erst Mitte des 20. Jahrhunderts nach außen. Im wesentlichen
werden die Funktionsbedingungen der Stadtplanung für Kathmandu, Folgerungen und
Alternativen sowie "Stadtplanung und kulturelle Identität" behandelt.
[791] Herrmann, Albert:
Lou-Lan. China, Indien und Rom im Lichte der Ausgrabungen am Lobnor. Mit einem
Vorwort von Sven Hedin. 66 Abb. auf 30 Tafeln, 7 Karten. 160 S. F. A. Brockhaus,
Leipzig 1931.
Lou-lan liegt in der Gegend des Lobnor im Tarimbecken und war einst eine blühende Stadt
an der Seidenstraße. Sven Hedin entdeckte auf seiner Zentralasien-Expedition 1899-1902
die Ruinen der Stadt und kehrte mit bedeutenden Grabungsfunden zurück. Aus diesen, wie
aus Befunden späterer Expeditionen (alle in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jh., und
zwar A. von Le Coq, P. Pelliot, A. Grünwedel und Sir Aurel Stein), zeichnet der Autor ein
lebendiges Bild der Geschichte von Lou-lan einschließlich der wichtigen buddhistischen
Periode, in der König Kanischka im 2. nachchristlichen Jahrhundert dieser Gegend durch
den Bau mannigfacher Stupas ein fast nordindisches Gepräge gab. Dies alles spielte sich an
den nördlichsten Grenzen Tibets ab.
[792] Herrmann, Albert:
Das Land der Seide und Tibet im Lichte der Antike. (Quellen und Forschungen zur
Geschichte der Geographie und Völkerkunde. 1.). Mit einem Geleitwort von Sven Hedin.
Mit 4 s/w Abb. und 9 farb. Karten als Falttafeln. 178 S. K. F. Koehler, Leipzig 1938.
Im Original werden als Erscheinungsjahr sowohl 1938 wie 1939 vermerkt. Unveränderter
Nachdruck bei Meridian Publishing, Amsterdam 1968.
[793] Herrmann, Silke:
Die tibetische Version des Papageienbuches. (Beiträge zur tibetischen Erzählforschung.
5.). 172 S. VGH Wissenschaftsverlag, St. Augustin 1983.
Die 'Sukasaptati', die "Siebzig Papageiengeschichten", ist eine indische
Geschichtensammlung etwa aus dem 10./12. Jh. Die tibetische Version enthält lediglich 12
Geschichten und findet sich in einer Sammlung biographischer und Lehr-Texte der
Kadampa-Schule, dem bKa'-gdams glegs-bam (aus dem Jahr 1302). Die tibetische Version
ist dabei keineswegs eine einfache Übersetzung der indischen Vorlage, sondern benützt
diese lediglich, um tibetische Geschichten zu 'verpacken'. Inhaltlich geht es immer darum,
daß der Protagonist, ein Papagei, jede Nacht einer Frau, deren Mann abwesend ist, eine
Geschichte erzählt, um sie so vor Ehebruch zu bewahren. Mit textkritischem Teil,
Transliteration und Übersetzung. (Für 'Sukasaptati, das indische Papageienbuch', siehe
Richard Schmidt, Stuttgart 1899).
[794] Herrmann, Silke:
Erzählungen und Dialekt von Dinri. (Beiträge zur tibetischen Erzählforschung. 9.) 501 S.
VGH Wissenschaftsverlag, Bonn 1989.
Die 17 Märchen und Erzählungen wurden 1980 im nepalesischen Dorf Chialsa
aufgezeichnet, das vornehmlich von Tibetflüchtlingen aus Dinri, das zum westtibetischen
Großraum gehört, bewohnt wird. Der Dinri-Dialekt ist eine schriftlose Sprache, die
hinsichtlich Phonologie, Morphologie und Syntax aufgearbeitet wurde. Die Märchen
wurden von einer 60jährigen Tibeterin und einem 46jährigen Tibeter vorgetragen.
[795] Herrmann, Silke und Phukhang, JK:
Tibetische Blockdrucke und Handschriften des Zentralasiatischen Seminars der Universität
Bonn. Teil I. Beschrieben von Silke Herrmann und J. K. Phukhang. 38 S. VGH
Wissenschaftsverlag, St. Augustin 1983.
[796] Herrmann, Wilhelm-Karl:
Ein Ritt für Deutschland. Mit einem Geleitwort von Dr. Sven Hedin. Mit Frontispiz
(Portrait des Verfassers), 231 Abb. auf Tafeln, 14 Zeichnungen und 6 Karten. 591 S.
Nibelungen, Berlin/Leipzig 1940.
Sechste unveränderte Auflage 1942/44.— An Tibets nördlicher Grenze entlang ritt der
Autor 1937/39 nach Sinkiang und auf etwas anderer Route parallel wieder zurück. Trotz
nationalsozialistischer Akzente und eines etwas unglücklich gewählten Titels recht
informative Kapitel und gute Fotos von Nordost-Tibet. Vor allem seltene Fotos zu
Menschen und Architekturen, mit besonders eindrucksvollen Aufnahmen der großen
Versammlungshalle des Klosters Kumbum, von rituellen Tänzen und Tanzmasken.
Ebenfalls von besonderem Interesse die Beschreibung des Zeltklosters Babosi. Mit
geographischem Namens- und einem Personenregister sowie Sachverzeichnis.
[797] Hertel, Johannes:
Siehe 'Somadeva aus Kashmir', München 1903.
[798] Heske, Franz:
Im heiligen Lande der Gangesquellen. Mit 104 Abb. auf 48 Tafeln, 1 topographischen
Karte und 2 Kartenskizzen (Falttafel). 352 S. J. Neumann, Neudamm 1937.
Der Verfasser war 1928 mit Forstaufgaben in den Wäldern des Garhwal-Himalaya betraut.
S. 291 ff. über das kleine lamaistische Grenzvolk der Jats, das in drei Dörfern mit
insgesamt etwa 80 Familien existierte. Der Autor beschreibt sie als Mischung von Tibetern
und Hindus, mit vorherrschender islamischer Prägung in ihrem indischen Anteil, bei typisch
mongolischem Körperbau. Sie sind tibetische Buddhisten, sprechen meist Hindi wie
Tibetisch und betreiben Handel über den Himalaya hinweg mit Tibet.
[799] Heunemann, Annette (Hrsg):
Der Schlangenkönig. Märchen aus Nepal. ("Das Gesicht der Völker". 47. Dokumentation
des Märchens). 196 S. Erich Röth, Kassel 1980.
Die Autorin, die drei Jahre in Nepal gelebt hat und die Landessprache beherrscht, hat diese
Märchen in Nepal auf Tonband aufgenommen oder aus bislang unbekannten nepalesischen
Quellen übernommen. Die 26 Märchen sind mit Anmerkungen versehen, ebenso findet man
ein Literaturverzeichnis und eine Bibliographie.
[800] Heyde, August Wilhelm:
Siehe 'Pagell und Heyde', Gnadau o. J.; Gerhard Heyde, Herrnhut 1921.
[801] Heyde, Gerhard:
50 Jahre unter Tibetern. Lebensbild des Wilhelm und der Maria Heyde. Mit Frontispiz und
15 Abb. auf Tafeln, 2 Kartenskizzen und 1 tibetischen Schrifttafel im Text. 82 S. Verlag
der Missionsbuchhandlung, Herrnhut 1921.
Zweite Auflage, Herrnhut 1927. Reprint Johannes Kiefel Verlag, Wuppertal 1960.— Gute
Ergänzung zu den beiden lesenswerten Büchern von Ruth Schiel "Hochzeit in Tibet",
1961, und "Das Haus unter den sieben Buddhas", 1963, sowie zu Th. Reichelt, Gütersloh
1896. Das Buch enthält viel Interessantes über die Herrnhuter Mission in
Lahoul/Westtibet, in den Jahren 1856 bis 1889.
[802] Hickmann, Katie:
Im Tal des Zauberers. Innenansichten aus Bhutan. Deutsch von Margarete Längsfeld. 1
Karte. 284 S. Wunderlich/Rowohlt, Reinbek/Hamburg 1990.
(A Journey through Bhutan. Victor Gollancz, London 1987).— Die 1960 geborene Reise-
Journalistin berichtet hier von ihren Erlebnissen in Bhutan, über das nur relativ wenig
deutschsprachige Literatur, und wenn überhaupt aus jüngerer Zeit, existiert.
[803] Hicks, Roger und Chögyam, Ngakpa:
Weiter Ozean. Der Dalai Lama. Eine autorisierte Biographie. Aus dem Englischen
übersetzt von Erika Ifang. Mit 30 s/w Fotos und 2 Karten im Text. 234 S. Synthesis, Essen
1985.
(Great Ocean. An authorised Biography of the Buddhist Monk Tenzin Gyatso, His
Holiness the Fourteenth Dalai Lama. Element Books, Longmead 1984).— Diese
Biographie ist die erste Aufzeichnung des Lebens seiner Heiligkeit seit seiner
Autobiographie 'Mein Leben und mein Volk' (1962). Es bietet darüber hinaus die erste
umfangreichere Biographie des vorhergehenden Dreizehnten Dalai Lama, und zudem eine
Geschichte Tibets. Bei seiner Heiligkeit dem XIV. Dalai Lama beginnt das Buch bei der
Auffindung als Inkarnation seines Vorgängers und führt über die Erziehung im Potala,
seine Inthronisation, die Flucht vor den Chinesen und den Aufbau im Exil hin bis zur
Schilderung seiner zahlreichen derzeitigen Verpflichtungen.
[804] Hilarion, (Hierodiakonus) O:
Die Beziehungen China's zu Tibet. Eine historiche Skizze. (Arbeiten der Kaiserlich
Russischen Gesandtschaft zu Peking über China, sein Volk, seine Religion, seine
Institutionen, socialen Verhältnisse ect. Aus dem Russischen nach dem in St. Petersburg
1852-57 veröffentlichten Original von Dr. Carl Abel und F. A. Mecklenburg. 2 Bände.
Band I: pp. 311-346). 36 S. F. Heinicke, Berlin 1858.
Beginnend mit dem Jahr 641 (Kaiser T'ai-tsung von der T'ang-Dynastie knüpft
verwandtschaftliche Bande mit dem tibetischen Herrscher Sron-btsan sgam-po), wird ein
Abriß der Geschichte gegeben, mit Schwerpunkt der Verhältnisse im 17. und 18.
Jahrhundert. Der russische Autor, Hyacinth Bitschurin, später Pater Hyacinth (Pater
Hilarion), war der Nestor der russischen Sinologie und von 1808 bis 1821 Chef der
russischen geistlichen Mission in Peking. (Sein schönes Buch 'Denkwürdigkeiten über die
Mongolei', Berlin 1832, geht nur auf den mongolischen Aspekt des Lamaismus ein).
[805] Hilarion, (Hierodiakonus) O:
Siehe auch W. Schott, Berlin 1856/57; H. J. Klaproth, München 1830. Der bürgerliche
Name Hilarions lautete Bitchurin.
[806] Hilbert-(Bormann), Cornelia:
Traditionelle Medizin und staatliche Gesundheitsversorgung in Nepal. Herkömmliche
Krankheitsvorstellungen und Behandlungsformen in Ergänzung zu modernen
medizinischen Versorgungsdiensten unter Berücksichtigung von sozio-kulturellen,
ökonomischen und ökologischen Bedingungen bei den Tamang. (Dissertation Universität
Hamburg). Mit zahlreichen Tabellen und Skizzen. 415 S. Universität, Hamburg 1981.
[807] Hilgenberg, Luise und Kirfel, Willibald:
Vagbhata's Astangahrdayasamhita. Ein altindisches Lehrbuch der Heilkunde. Aus dem
Sanskrit ins Deutsche übertragen mit Einleitung, Anmerkungen und Indices von Luise
Hilgenberg und Willibald Kirfel. 855 S. E. J. Brill, Leiden 1941.
Die ersten fünf von insgesamt 120 Kapiteln der tibetischen Version dieses medizinischen
Lehrbuches wurden von Claus Vogel kritisch bearbeitet und ins Englische übersetzt
(Abhandlungen für die Kunde des Morgenlandes. 37,2., Wiesbaden 1965). Die
Astangahrdayasamhita ist in tibetischer Fassung im Tanjur, und zwar in der Abteilung für
medizinische Texte enthalten.
[808] Hill, S A:
Das Klima des nordwestlichen Himalaya und die Temperatur in Nordwest-Indien.
((Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Meteorologie. 20., pp. 281-296). 16 S.,
Wien 1885.
[809] Hillary, Sir Edmund:
Siehe auch Gerhard Dambmann et al., Freiburg 1987.
[810] Hillary, Sir Edmund und Doig, Desmond:
Schneemenschen und Gipfelstürmer. Die Hillary-Himalaja-Expedition 1960/1961. Aus dem
Englischen übersetzt von Elisabeth Kühne. Mit 57 farb. und s/w Abb. auf Tafeln und 3
Kartenskizzen, Karten im Vorsatz. 295 S. F. A. Brockhaus, Wiesbaden 1963.
(High In The Thin Cold Air. The Story of the Himalayan Eypedition led by Sir Edmund
Hillary, sponsored by World Book Encyclopedia. Doubleday, New York 1962).— Mit
zahlreichen interessanten Hinweisen und Schilderungen aus dem Sherpagebiet, über die
Mönche vom Kloster Thyangboche, vieles zur Ethnologie und zu Sozialstrukturen im
osttibetischen Gebiet. Edmund Hillaray (geb. 1919) war Bienenzüchter, bevor er fast
zufällig zum Bergsteigen kam und als erster Mensch den höchsten Gipfel der Welt
erreichte. Desmond Doig, Journalist in Kalkutta, begleitete als Kenner des Sherpagebiets
und der einheimischen Sprachen Hillary auf dieser bedeutenden Expedition.
[811] Hilton, James:
Irgendwo in Tibet. Geschichte eines Abenteuers. Aus dem Englischen übersetzt von
Herberth E. Herlitschka. 307 S. Herbert Reichner, Wien/Leipzig/Zürich 1937.
(Lost Horizon. McMillan & Co., London 1933).— Zahlreiche Neuauflagen und
Neuausgaben der deutschen Übersetzung in verschiedenen Verlagen. Gesamtauflage etwa
2 Millionen in 17 Sprachen. Unter geändertem Titel 'Der verlorene Horizont. Ein
utopisches Abenteuer irgendwo in Tibet', Fischer TB, Frankfurt/M 1986.
[812] Hinüber, Oskar von:
Die Erforschung der Gilgit-Handschriften. (Funde buddhistischer Sanskrit-Handschriften.
I.). (Nachrichten der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, I. Phil.-histor. Klasse,
Jahrgang 1979, Nr. 12, pp. 327-360). 34 S. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1979.
Über die 1931 von Sir Aurel Stein und bei Grabungen 1938 von M. S. Kaul Shastri
gefundenen Palmblatt- und papierenen Handschriften in Gilgit (Kashmir). Beschreibung
und Wertung der verschiedenen Editionen, mit ganz ausführlichen Literaturverweisen.
[813] Hinze, Peter:
Tibet. Eine Reportage. 70 Farbseiten, einige s/w Abb. im Text, 1 Karte. 112 S. Edition
Hinze, München 1988.
Der Autor fährt als einer der ersten Ausländer per Anhalter 1982 von Lhasa aus über den
Sichuan-Highway nach Chendu. Berichte und Erlebnisse, auch über nachfolgende Reisen,
quer durch Tibet. Ein mit viel Liebe gemachtes Buch, sowohl was den Text als auch die
intensiven Bilder betrifft.
[814] Hirschberg, Helga:
Ladakh, das andere Tibet. Mit Zanskar. (Reise- und Kulturführer). Mit 48 s/w Fotos, 26
Zeichnungen, 3 Karten. 288 S. Geobuch, München 1977.
Überarbeitete Neuauflage 1982. Nochmalige Überarbeitung zur Neuauflage (jetzt Artemis-
Cicerone. Kunst- und Reiseführer), mit 69 Fotos, 18 Plänen und Zeichnungen, 288 S., bei
Artemis, Zürich und München 1987.— Man merkt dem fundiert geschriebenen Buch an,
daß die Autorin praktizierende Buddhistin ist.
[815] Hodgson, Brian Houghton:
Der Buddhismus. 2. Abriß der Glaubenslehre. (Das Ausland. Ein Tagblatt für Kunde des
geistigen und sittlichen Lebens der Völker. III., pp. 815/16, 826-828, 839/40). 7 S. J. G.
Cotta'sche Buchhandlung, München 1830.
(Auszug aus "Sketch of Buddhism" in: Transactions of the Royal Asiatic Society of Great
Britain and Ireland. Vol. II, Part 1).— In 20 kleinen Kapiteln handelt der berühmte
Nepalforscher Brian Houghton Hodgson (1800-1894) in Frage- und Antwortmanier
philosophische Fragen anhand seiner Erkenntnisse in Nepal ab, etwa 'Wer ist Buddha?',
'Hat die Materie eine unabhängige Existenz von Gott?', 'Wie und wann ward die Welt
geschaffen?' oder 'Wer oder woher sind die Newars — aus Hindustan oder Bhutan?', wobei
diese letzte wie auch einige weitere Fragen sich speziell mit den Newari im Kathmandutal
auseinandersetzen. Berühmt ist sein — nie ins Deutsche übersetztes — Buch 'Essays on
the languages, literature, and religion of Nepal and Tibet', London 1874, sowie mehrere
Reprints.
[816] Höbel, Robert:
Nepal. (Taschenbuch aus der Serie: Traumstrassen). Mit farb. Abb., 93 S. Kümmerly &
Frey, Bern 1976.
Ebenso französische und englische Version, jeweils auch 1976.
[817] Höfer, András:
Urgyen Pema und Tusur Bon. Eine Padmasambhava-Legende der Tamang, Nepal. In: H.
Berger (Hrsg.): Mündliche Überlieferungen in Südasien. Fünf Beiträge. (Schriftenreihe des
Südasien-Institutes der Universität Heidelberg. 17., pp. 1-7). 7 S. Franz Steiner,
Wiesbaden 1975.
Urgyen Pema ist kein anderer als Padmasambhava, wobei Urgyen die tibetische
Bezeichnung für Uddiyana, dem Herkunftsland des im 8. Jh. in Tibet wirkenden Guru ist,
den die Tamang in Nepal als einen der mystischen Urstifter ihrer Tradition verehren. Diese
Erzählung wurde 1969 bei den westlichsten Tamang in Nepal aufgezeichnet. Sie handelt
von einem Lama und einem Schamanen. Im Mittelpunkt steht der Konflikt zwischen
Vertretern zweier religiöser Traditionen.
[818] Högger, Rudolf:
Die Schweiz in Nepal. Erfahrungen und Fragen aus der schweizerischen
Entwicklungszusammenarbeit mit Nepal. (Schriftenreihe der Schweizer Gesellschaft für
Außenpolitik. 3.). Mit 18 Plänen, 2 Karten, 191 S. Paul Haupt, Bern/Stuttgart 1975.
[819] Hoerburger, Felix:
Studien zur Musik in Nepal. (Regensburger Beiträge zur musikalischen Volks- und
Völkerkunde. 2.). 51 s/w Abb., 51 Notenbeispiele. 147 S. Gustav Bosse, Regensburg
1975.
Das Buch bemüht sich um die Weitergabe lebendiger Eindrücke, um die Charakterisierung
der wichtigsten Sing- und Musizierstile, wie sie dem kritisch beobachtenden Reisenden in
Nepal begegnen. Der Autor weist daraufhin hin, daß ein solcher Überblick, den er sich
selbst bei Forschungsreisen in Nepal erarbeitet hat, aus einer noch so breiten Fülle von
Tonbandaufnahmen nicht erworben werden kann. Die Vielfalt der Musik reicht von der
Koran-Rezitation in den beiden Moscheen in Kathmandu bis zu den instrumentalen und
vokalen Musikstilen der Lama-Klöster. Die Vielfalt und Unzugänglichkeit nepalesischer
Landschaften prägt die Vielfalt der Volksmusik.
[820] Hoffmann, Ernst:
Siehe Lama Anagarika Govinda. Nur das erste Buch des Autors erschien unter diesem
seinem bürgerlichen Namen.
[821] Hoffmann, Helmut:
Die Gräber der tibetischen Könige im Distrikt 'P`yons-rgyas. (Nachrichten der Akademie
der Wissenschaften in Göttingen, Phil.-histor. Kl. 1950. Nr 1., pp. 1-14). Mit 1 Lageskizze
im Text. 14 S. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1950.
Mit einem Anhang zu den alttibetischen Bestattungsbräuchen.
[822] Hoffmann, Helmut:
Mi-la ras-pa. Sieben Legenden. Mit 7 eingeklebten s/w Abb., 127 S. O. W. Barth,
München-Planegg 1950.
Diese Auswahl aus den Gesängen Milas — in jüngere, auf alten Traditionen beruhenden
Rahmenerzählungen eingelagert — zeigt den Dichter und den Lehrer gleicherweise. Neben
Liedern religiösen Inhalts stehen zahlreiche Stimmungsbilder und ausgezeichnete
Naturschilderungen von hohem dichterischen Reiz. Mit einer prägnanten Einführung und
einigen Bildern des 1. Gurus der Bka'-rgyud-pa Sekte (aus einer Rezension von Kussmaul,
Tribus 1956).
[823] Hoffmann, Helmut:
Quellen zur Geschichte der tibetischen Bon-Religion. (Abhandlungen der Akademie der
Wissenschaften und der Literatur in Mainz, Geistes- u. sozialwissenschaftl. Klasse Jg.
1950. Nr. 4., pp. 129-443). Mit 5 Abb., 6 s/w und 5 Farbtafeln, 1 gefalt. Karte. Pagina für
Buchausgabe zusätzlich 1-319). 319 S. In Kommission Franz Steiner, Wiesbaden 1950.
Die erste umfassende Quellensammlung zur Bon-Religion mit Textauszügen und
Übersetzungen. Mit ausführlichen Kapiteln über die ursprüngliche Bon-Religion und die
geschichtliche Entwicklung.
[824] Hoffmann, Helmut:
Tibets Eintritt in die Universalgeschichte. (Saeculum. Jahrbuch für Universalgeschichte I.
Heft 2, pp. 258-279). Mit 1 Karte. 22 S., Freiburg/Br. 1950.
Abhandlung über die bedeutende Epoche tibetischer Geschichte zwischen etwa 600 und
850 n. Chr., anhand der literarischen Funde in Ostturkestan durch die Expeditionen von Sir
Aurel Stein, Paul Pelliot und den vier deutschen Turfanexpeditionen unter Albert von Le
Coq und Albert Grünwedel, sowie anhand der literarischen Funde von Giuseppe Tucci, das
heißt einheimischer Schriften zum alten Tibet. Auch die chinesischen Quellen zum Tibet
dieser Zeit werden ausgewertet.
[825] Hoffmann, Helmut:
Über ein wenig beachtetes Hilfswort zur Bezeichnung der Zukunft im Tibetischen. (Corolla
Linguistica. Festschrift Ferdinand Sommer zum 80. Geburtstag am 4. Mai 1955,
dargebracht von Freunden, Schülern und Kollegen. pp. 73-79). 7 S. Otto Harrassowitz,
Wiesbaden 1955.
[826] Hoffmann, Helmut:
Die Religionen Tibets. Bon und Lamaismus in ihrer geschichtlichen Entwicklung. Mit farb.
Frontispiz und 17 s/w Abb., 214 S. Karl Alber, Freiburg.Br./München 1956.
Helmuth v. Glasenapp sagt im Klappentext: ". hat es der Verfasser verstanden, auf
knappem Raum die Entwicklung des Buddhismus in Tibet von seinen Anfängen bis zur
Gegenwart zu schildern. Der große Vorzug seiner (d. h. H. Hoffmanns) Darstellung liegt
vor allem darin, daß sie sich auch eingehend mit den Schicksalen der vor-buddhistischen
Bon-Religion befaßt, die auch heute noch in den nördlichen und östlichen Randgebieten
des Landes ihre Anhänger hat. Aus von ihm erschlossenem Material vermochte der
Verfasser eine Fülle von Tatsachen und Gesichtspunkten zu vermitteln, die bisher noch
nirgends zur Erörterung gestellt worden sind."
[827] Hoffmann, Helmut:
Märchen aus Tibet. Herausgegeben und übertragen von H. Hoffmann. (Die Märchen der
Weltliteratur). 256 S. Eugen Diederichs, Düsseldorf/Köln 1965.
Mehrere Neuauflagen, zuletzt Köln 1985.— Es werden 38 Märchen wiedergegeben, dazu
ein Quellennachweis mit Anmerkungen und Literaturverzeichnis. Sowohl genuin tibetische
wie aus indischen Sammlungen in den tibetischen Kanon übernommene (im Original
verlorengegangene) Erzählungen sind in dem Band enthalten. "Eine gründlichere
Einführung wäre zugleich der Platz für eine unerläßliche Scheidung zwischen Fabeln,
Schwänken, Legenden und ätiologischen Sagen, zu denen etliche Geschichten gehören,
und den eigentlichen Märchen. Insofern ist der Titel des Buches wohl etwas zu allgemein
gehalten. Bei den Märchen indischer Herkunft erwartet man ein sorgfältiges Abheben der
verschiedenen Schichten, weil sich daraus wertvolle Einblicke in die Psyche des Tibeters
ergeben" (Siegbert Hummel, in Tribus 15.).
[828] Hoffmann, Helmut:
Symbolik der tibetischen Religionen und des Schamanismus. (Symbolik der Religionen.
12.). 173 S. Anton Hiersemann, Stuttgart 1967.
Diese Arbeit wird vom Autor — soweit es die tibetische Religion betrifft — als Ergänzung
zu seinem Werk "Religionen Tibets", Freiburg/Br. 1956, angesehen, leider hier ohne
Abbildungen, jedoch mit Bibliographie und Register. Das erste Kapitel zur "Symbolik des
Lamaismus" behandelt die Buddhas und Bodhisattvas, die Götter, Makrokosmos und
Mikrokosmos, die Mysterienspiele, Kultsymbole und Kultzubehör. Im zweiten Kapitel
"Symbolik der Bon-Religion" beschreibt der Autor zunächst die alttibetische Religion,
dann die systematisierte Bon-Religion. Der dritte, dem Schamanismus gewidmete Teil
"darf trotz seiner Kürze als eine der besten diesbezüglichen Informationen gelten, zumal
die neuere Literatur zur Schamanismus-Forschung eingearbeitet ist. Wie die eigenartige,
unter dem Begriff des Schamanismus verstandene psychische Technik mit ihren
Vorstellungen, Praktiken und Requisiten aus dem eurasiatischen Raum über die Bon-
Religion in den Lamaismus hineinreicht, war schon in den vorhergehenden Kapiteln des
öfteren zu erkennen" (Siegbert Hummel, Tribus 17, 1968).— Mit Bibliographie und drei
Registern.
[829] Hoffmann, Helmut:
Erscheinungsformen des tibetischen Schamanismus. (In: Ergriffenheit und Besessenheit;
ein interdisziplinäres Gespräch über transkulturell-anthropologische und psychiatrische
Fragen. Herausg. von Jürgen Zutt., pp. 95-104). 10 S. Francke, Bern u. München 1972.
Unter Auswertung von Berichten von Missionaren und Forschungsreisenden, die Orakel-
Seancen persönlich miterlebt haben (Ribbach, Nebesky-Wojkowitz, Schäfer und Harrer)
führt der Autor durch die verschiedenen Phasen eines solchen Rituals hindurch, wobei er
immer wieder auf das kasuistische Material zurückgreift. Tibetische Schamanen sind im
Privatleben normale Menschen ohne psychotische Züge, die auch im Zustand der
Hochtrance innerhalb des Geschehens des festgelegten Ritus verbleiben und nicht in
irgendwelche psychotische Symptome abgleiten. Man kann — wie Hoffmann schreibt —
"diese Schamanen also ebensowenig wie die Mystiker aller Kulturen und Zeiten als
Abnormale, als Verrückte klassifizieren, wie dies die durch die extrem bürgerliche
Gedankenwelt geprägte Wissenschaft vergangener Jahrzehnte gerne tat".
[830] Hoffmann, Helmut:
Biobibliographie siehe Michael Walter, Bloomington 1982.
[831] Hoffmeister, W(erner):
Briefe aus Indien. Nach dessen nachgelassenen Briefen und Tagebüchern herausgegeben
von Dr. A. Hoffmeister. Mit einer Vorrede von C. Ritter und sieben topographischen
Karten. 2 gefaltete Tabellen. 393 S. George Westermann, Braunschweig 1847.
Persönliche Briefe an einen Freund von Dr. W. Hoffmeister, der den Prinzen Waldemar
von Preußen als Arzt auf seiner Reise nach Kathmandu im Frühjahr 1845 und im Herbst
nach Shipki begleitete. Der "Naturwissenschaftliche Anhang" (S. 349-393) enthält zwei
Arbeiten, die gelegentlich als selbständige Titel in Himalaya-Bibliographien auftauchen: I.
Ueber die geographische Verbreitung der Coniferen am Himalayah (aus einem Schreiben
an Herrn v. Humboldt); II. Bemerkungen über die Vegetation des Himalayah. (1848 auch
englische Ausgabe, bei William P. Kennedy, Edinbourgh).—
[832] Hoffmeister, Werner:
Siehe auch Fr. Klotzsch u. Aug. Garcke 1862.
[833] Holst, Meno:
Durch tausend Abenteuer. Mit Sven Hedin im Herzen Asiens. Mit Frontispiz, 1 Karte im
Vorsatz und mehreren Strichzeichnungen im Text. 312 S. Ensslin & Laiblin, Reutlingen
(1957).
Holst faßt die Expeditionen Hedins durch die verschiedenen Gebiete von Zentralasien
(Expeditionen 1893/97; 1899/1902; 1929 und 1934) zu einer unterhaltsam geschriebenen
Biographie zusammen, mit einem ausführlichen Kapitel über die besonders intensiven
Erlebnisse 1901 und 1902 in Tibet.
[834] Hongsermeier, Hans:
Tibeter-Teppiche. Mit Texten von J. Ford und P. Mauch. Einleitung von Heinrich Harrer.
Mit 136 farb. und 4 s/w Abb. 112 S. Pinguin, Innsbruck 1987.
Der Herausgeber konnte Peter Mauch, seit 30 Jahren im internationalen Teppichhandel
tätig, als Autor für den Bereich der 'alten' Tibetteppiche gewinnen, über die dieser mehr als
15 Jahre Aufzeichnungen und Material gesammelt hat. — Alle Teppiche nach 1959 gelten
als 'neue' Tibetteppiche und werden vorwiegend von Exiltibetern in Nepal geknüpft.
Hierüber schreibt Jim Ford, der sich speziell mit der Machart und den Mustern dieser
neuen Teppiche beschäftigt hat.
[835] Honigberger, Johann Martin (1795-1869):
Früchte aus dem Morgenlande, oder Reise-Erlebnisse, nebst naturhistorisch-medizinischen
Erfahrungen, einigen hundert erprobten Arzneimitteln und einer neuen Heilart dem Medial-
Systeme. Mit vierzig lithographierten Tafeln: Porträte, Pflanzenabbildungen; sonstige
Natur- und Kunstprodukte, Facsimile, Landkarte und Ansicht der Citadelle von Lahor;
endlich als Anhang ein medizinisches Wörterbuch in mehreren europäischen und
orientalischen Sprachen. 590 S. Carl Gerold und Sohn, Wien 1851.
Der Apotheker Honigberger (1795-1869) kam bei zwei seiner Reisen auch nach
Afghanistan und Kashmir. Von den dortigen Herrschern zum Leibarzt ernannt, beschreibt
er aufgrund seiner Erfahrungen mit einheimischen Ärzten Behandlungsmethoden und
Arzneien der dortigen Gegend. Wichtig sein "Medizinisches Wörterbuch" mit Begriffen für
Krankheiten, Arzneien und Behandlungsmethoden auf Lateinisch, Deutsch, Französisch,
Englisch, Türkisch, Arabisch, Persisch, Indisch & Cashmirisch. Seine geographischen
Beobachtungen bzw. Mitteilungen sind eher dürftig, doch ist der Bildanhang mit 13
Portraits hochgestellter Persönlichkeiten und u. a. 30 Tafeln mit Heilkräutern durchaus
interessant. Sein Buch möchte er als Hilfe für die im Norden des indischen Subkontinents
tätigen englischen Ärzte verstanden wissen. Als Arzt und Wissenschaftler vertritt er
modernste Erkenntnisse über Homöopathie und Allopathie, Hygiene, Psychosomatik und
auch über notwendige Selbstbeschränkung ärztlichen Handelns. Als besonders wirksam
erkannte er Heilpflanzen (entsprechend sorgsam zubereitet, bei richtiger Indikation und
Dosis) aus den Hochtälern Kashmirs und des Himalaya.
[836] Hooker, Joseph Dalton (Sir):
"Himalayan Journals". Tagebuch auf einer Reise in Bengalen, dem Himalaya in Sikkim und
Nepal, dem Khasiagebirge ect. Aus dem Englischen übersetzt. Mit Kupfern auf 8 gefalt.
Tafeln, 1 Kupfer und 1 (roten) Siegel des Dharma Radscha. 376 S. Dyk'sche
Buchhandlung, Leipzig 1857.
(Himalayan Journals. Notes of a Naturalist in Bengal, the Sikhim and Nepal Himalayas, the
Khasia Mountains, etc. 2 Vols. John Murray, London 1854. Reprint 1969).— Sir Joseph
Hooker (1817-1911) bereiste die im Titel angesprochenen Gebiete 1848-1850. Ihm sind
wichtige geographische, insbesondere aber botanische Forschungsergebnisse, speziell in
Sikkim, zu verdanken. Sein Hauptinteresse galt dem Auffinden neuer Rhododendron-
Spezies. Es ist dies der erste ausführliche Bericht über Sikkim in einer westlichen Sprache.
[837] Hool, Catherine:
Die chinesische Tibetpolitik unter besonderer Berücksichtigung der Jahre 1976-1988.
(Schweizer Asiatische Studien. Studienhefte. 9.). 156 S., 37 Seiten Anhang mit Karten und
Dokumenten. Peter Lang, Bern/Frankfurt/M 1989.
Die Arbeit befaßt sich mit der Tibetpolitik der Volksrepublik China bis zu den Straßburger
Verhandlungsvorschlägen des Dalai Lama im Juni 1988. Neben der historischen
Aufarbeitung der sino-tibetischen Beziehungen bis zum Tode Maos liegt der Schwerpunkt
auf der chinesischen Tibetpolitik zwischen 1976 und 1988.
[838] Hopfgartner, Joseph (Hrsg):
Lebensweisheit vom Dach der Welt. (Herder Tb. 1520). Mit 9 Abb. (vorwiegend tibetische
Blockdrucke), 1 Tabelle zur tibetischen Kalenderrechnung. 127 S. Herder, Freiburg i. Br.
1987.
Der 1929 geborene Herausgeber dieses Bändchens arbeitete bis 1965 als Missionar in
Pakistan und Kashmir. Er sammelte im Himalaya Sprichwörter, Märchen und Erzählungen,
die nicht nur völkerkundlich aufschlußreiche Zeugnisse bilden, sondern auch
bedenkenswerte Wegweisungen für Menschen unserer Zonen sind.
[839] Hopkins, Jeffrey:
Tantra in Tibet. Das Geheime Mantra des Tsong-ka-pa, eingeleitet vom 14. Dalai Lama.
Aus dem Englischen übersetzt von Burkhard Quessel. (Diederichs Gelbe Reihe. 29.
Tibet.). Mit Frontispiz. 238 S. Eugen Diederichs, Köln 1980.
(Tantra in Tibet. The Great Exposition of Secret Mantra. George Allen & Unwin, London
1977).— Weitere Auflagen Köln 1983, 1987. Die 'Große Darlegung des Geheimen Mantra
von Tsong-ka-pa' (1357-1419), dem Begründer des Gelugpa-Ordens des tibetischen
Buddhismus, ist eine Darstellung der wichtigsten Elemente aller buddhistischer Tantra-
Systeme und erklärt außerdem den Unterschied von Sutra und Tantra, den beiden großen
Gruppen, in die das Wort des Buddha unterteilt wird (J. Hopkins).— "Vor allem heute ist
das 'Geheime Mantra' zum Gegenstand des Interesses geworden. Viele Geheimnisse sind
verbreitet worden, viele Vortragende erklären Tantra. Obwohl 'Geheimes Mantra' im
Verborgenen erreicht werden muß, sind viele Bücher erschienen, die eine Mischung aus
Wahrheit und Unwahrheit darstellen. Deshalb glaube ich, daß das Übersetzen und
Verbreiten eines sachkundigen Werkes helfen könnte, diese falschen Überlegungen zu
beseitigen. Aus diesem Grunde gebe ich eine Erklärung zu Tsong-ka-pas 'Großen
Geheimen Mantra' (Der 14. Dalai Lama)."
[840] Hopkins, Jeffrey:
Der tibetische Buddhismus. Sutra und Tantra. Aus dem Amerikanischen übersetzt von
Rüdiger Majora. Herausgegeben von Anne C. Klein. (Diamant weiße Reihe zur
Vertiefung). 220 S. Diamant, Arnstorf 1988.
(The Tantric Distinction. An Introduction to Tibetan Buddhism. Wisdom, London
1984).— Hopkins, im Westen geborener Lehrer des Buddhismus, Übersetzer und
Begleiter S. H. des Dalai Lama auf vielen Vortragsreisen, Autor von mehr als zehn
Büchern mit Übersetzungen von Klassikern des tibetischen Buddhismus, greift hier die
zentralen Theorien des Buddhismus auf. Einleitend bemerkt er dazu: 'Das vorliegende
Buch beruht auf zwei Vortragsreihen aus den Jahren 1974 und 1978. Ihre Themen waren:
Die Grundzüge der buddhistischen Anschauungen über die innerste Beschaffenheit der
Phänomene, die Art der Beziehungen zwischen den Menschen, sowie die Methoden,
mittels derer der Geist allmählich zur Erleuchtung geführt wird. Im ersten und zweiten Teil
werden Methoden dargestellt, welche den elementaren Weg innerhalb des Buddhismus
ausmachen: Realistische Einschätzung des alltäglichen Lebens, Bedeutung von Mitgefühl
und Weisheit, und wie diese beiden durch Meditieren zur Entfaltung gebracht werden. Der
dritte Teil legt die Wesensmerkmale des tantrischen Buddhismus dar: Die Vorstellung von
sich selbst als einem idealen Wesen — genannt der Yoga der Gottheit — und auf welche
Weise diese sich dem geistigen Weg einfügt. In solcher Betrachtung erscheint das Tantra
als integraler Bestandteil des buddhistischen Pfades, als eine andere Form jener Praxis, mit
der man Mitgefühl und Weisheit erwirbt'.— Ein in dieser Form einmaliges Glossar (S. 215-
244) bringt alle wichtigen Begriffe in Deutsch, Englisch, Tibetisch, Sanskrit und Pali.
[841] Hopkins, Jeffrey:
Siehe auch G. L. Söpa, Düsseldorf/Köln 1977; Khetsün Sangpo Rinpoche, München 1988.
[842] Hopkirk, Peter:
Der Griff nach Lhasa. Die Erschließung Tibets im 19. und 20. Jahrhundert. Aus dem
Englischen übersetzt von Götz Burghardt. 16 s/w Abb., 4 Karten. 315 S. Paul List,
München 1989.
(Trespassers on the Roof of the World. The Race for Lhasa. John Murray, London
1982).— In den angelsächsischen Ländern besteht eine literarische Tradition, die es dem
sachkundigen Laien gestattet, beachtliche und beachtete 'Fachbücher' zu schreiben. Dies ist
ein solches Buch, von einem langjährigen Times-Journalisten geschrieben: es schildert
ausgezeichnet die politische Lage, vor allem aber die Menschen, die versuchten, als erste in
Lhasa zu sein. Einige wurden getötet, einige starben einen natürlichen Tod, anderen wurde
nie geglaubt, aber spannende und ungewöhnliche Erlebnisse hatten sie alle (aus einer
Rezension von Jan Andersson).
[843] Howard-Bury, C K:
Mount Everest. Die Erkundungsfahrt 1921. Deutsch von W. Rickmer Rickmers. 33 Abb.,
3 gefaltete Karten. 299 S. Benno Schwabe & Co., Basel 1922.
Beachtenswert wegen der Beschreibung der Gegend um Kham-pa-rdzong, Dingri (sGreng-
ri) und besonders Shel-dkar mit imposanter Burg und Kloster, leider während der
chinesischen Kulturrevolution zerstört. Dazu eine gute Situationskarte (Siegbert Hummel).
[844] Huc, Régis Evariste (1813-1860):
Das Neujahr bei den Tibetanern. (Das Ausland. Ein Tagblatt für Kunde des geistigen und
sittlichen Lebens der Völker. 24., pp. 137-138). 2 S. J. G. Cotta'sche Buchhandlung,
Stuttgart 1851.
(Übernommen und übersetzt aus 'Revue de l'Orient', Dezember 1850).— Huc's
Schilderung des Neujahrsfestes in Lhasa.
[845] Huc, Régis Evariste:
Wanderungen durch die Mongolei nach Tibet 1844-1846. Deutsche Bearbeitung von Hans
Walz. Herausgegeben nach der Ausgabe von 1855, mit einem Vorwort von Dr. Ernst
Schäfer. (Bibliothek klassischer Reiseberichte). Mit 1 gefalt. Karte, 386 S. Steingrüben,
Stuttgart 1966.
Diese Neuausgabe des Buches von 1855 erschien identisch nochmals mit leicht geändertem
Titel 'Reise durch die Mongolei nach Tibet und China 1844-1846' (ohne Hinweis auf die
hier gelistete Ausgabe von 1966) bei Societäts-Verlag, Frankfurt/M 1986.
[846] Huc, RégisEvariste:
Siehe auch Eugen Veuillot, Stuttgart 1850; Karl Rolf Seufert, Würzburg 1972.
[847] Huc und Gabet:
Wanderungen durch die Mongolei nach Thibet zur Hauptstadt des Tale Lama.
(Hausbibliothek für Länder- und Völkerkunde. 7.). In deutscher Bearbeitung
herausgegeben von Karl Andrée. 2 Abb., 360 S. Carl B. Lorck, Leipzig 1855.
(Souvenirs d'un voyage dans la Tartarie, le Thibet et la Chine pendant les années 1844,
1845 et 1846. Paris 1850, erneut 1854).— Neuauflage der deutschen Ausgabe, Leipzig
1867 (nach der zweiten französischen Ausgabe von 1854). Régis Evariste Huc (1813-
1860) wurde 1839 zum Priester geweiht und kam als Missionar und Lazaristenpater nach
China. 1844 reiste er zusammen mit Abbé Joseph Gabet (1808-1853) nach Tibet, um unter
den Stämmen der nördlichen Mongolei zu missionieren. 1846 kehrten die beiden Europäer
von ihrer abenteuerlichen Reise durch Nordost- und Zentraltibet einschließlich eines
längeren Aufenthaltes im Kloster Kumbum und später in Lhasa (Ankunft am 29. 1. 1846),
von wo sie durch den chinesischen Amban nach wenigen Wochen ausgewiesen wurden,
nach China und Macao zurück. Huc blieb bis 1852 in Macao, doch bereits 1850 erschien in
Paris sein hier übersetzter berühmter Reisebericht.
[848] Hübotter, Franz:
Beiträge zur Kenntnis der chinesischen sowie der tibetisch-mongolischen Pharmakologie.
324 S. Urban & Schwarzenberg, Berlin/Wien 1913.
Das "autographisch auf anastatischem Wege", d. h. handschriftlich im Faksimiledruck
hergestellte Buch basiert auf einer Handschrift, die Hübotter "gelegentlich eines
Aufenthaltes in Leipzig, als ich in Chinesisch, Türkisch, Persisch und Philosophie das
philosophische Doktorexamen Magna cum laude ablegte" im Nachlaß seines Lehrers Prof.
Grube fand. Die Übersetzung gibt kapitelweise die Arzneimittel des Mineralreiches, des
Pflanzenreiches, des Tierreiches wieder sowie Pflanzen, die in der tibetisch-mongolischen
Pharmakopoe nicht enthalten, aber zumeist in China im Gebrauch sind. Im Anhang eine
Reihe von Heilmitteln animalischer Herkunft. Für eine neuere drucktechnisch einwandfreie
Ausgabe siehe den nachfolgenden Eintrag. Inhaltlich (laut W. A. Unkrig) enthält das Buch
durch Fehlinterpretationen Hübotters einige Mängel.
[849] Hübotter, Franz:
Chinesisch-Tibetische Pharmakologie und Rezeptur. Mit 2 Porträts und 43 Abb. (Haug's
Sammlung "Panopticum Medicum". 6.). 180 S. Karl F. Haug, Ulm/Donau 1957.
Hübotter arbeitete 30 Jahre lang im Fernen Osten. Auch diese zweite Fassung der
chinesisch-tibetischen Pharmakologie beruht auf der chinesisch-tibetisch-mongolischen
Pharmakopoe, etwa aus dem Jahr 1700, von Hübotter als wurmzerfressenes Exemplar in
der Bibliothek des Berliner Sinologen Prof. Wilhelm Grube entdeckt. Es werden zunächst
die chinesisch-tibetischen Drogen nach pflanzlichen, tierischen und mineralischen
Heilmitteln beschrieben (Ordnungsprinzip lateinische oder deutsche Namen), abschließend
eine kleine Rezeptsammlung vorgestellt.
[850] Hügel, Carl Freiherr von (1796-1870):
Kaschmir und das Reich der Siek. 6 Bände. Mit zahlreichen Holzstichabbildungen, 1
Portrait in Stahlstich, sowie 33 Tafeln (31 in Lithographie, 2 in Kupferstich) u. 1 mehrf.
gefalt. Karte. 362/478/453/246/247/865 S. Hallberger'sche Verlagsbuchhandl., Stuttgart
1840/42/8.
Karl Alexander Anselm Freiherr von Hügel besaß ein großes Vermögen und eine
glückliche körperliche Konstitution, was zusammen es ihm ermöglichte, ein Leben unter
anderem als Weltreisender zu führen. Seine große Forschungsfahrt führte ihn 1831 quer
durch Asien und für längere Zeit auch nach Kashmir, von wo er bis an Tibets Grenzen
vorstieß. Sein berühmtes Werk ist heute noch spannend zu lesen, lebendig geschrieben,
faktenreich zum damaligen Leben, zu Ethnographischem, Geographischem und mit
mannigfachen persönlichen Erlebnissen angereichert. Hervorzuheben sind noch die
botanischen und zoologischen Beiträge von Hügels Mitarbeitern J. J. Heckel (Fische), V.
Kollar und L. Redtenbacher (Insekten) und A. Wagner (Säugetiere).
[851] Hüllmann, Karl Dietrich (1765-1846):
Historisch-kritischer Versuch über die Lamaische Religion. 54 S. Carl Ludwig Hartmann,
Berlin 1796.
Karl Dietrich Hüllmann, der auf ein langes und bewegtes Gelehrtenleben zurückschauen
konnte, war Professor für Geschichte an der Universität Königsberg, ab 1814 lehrte er an
der Universität Bonn. Bei diesem in jungen Jahren geschriebenen Werk nennt er sich im
Titelblatt noch "Doktor der Weltweisheit und Privatlehrer der Geschichte auf der
Universität zu Frankfurt an der Oder". In drei Kapiteln beschreibt er 1) 'Von dem
Ursprunge der lamaischen Religion' und geht dabei auf indische Quellen, Manichäismus,
aber auch Astrologie und Seelenwanderung ein, 2) 'Hauptsächliche Lehrsätze des
Lamaismus', wobei er als wesentliche Quelle das 'Alphabetum Tibetanum' des A. A. Giorgi
verwendet, sowie 3) 'Priesterschaft des Lamaismus', mit Eingehen auf den Dalai Lama,
Verhältnisse in Bhutan, hierbei als wesentliche Quelle Peter S. Pallas.
[852] Huggenberger, Hans und Wangyal, K K T:
Der Kleine Tibeter. Deutsch-tibetisches Wörterbüchlein. 55 S. H. Weiss-Stauffacher, Basel
1964.
Das Wörterbuch war für die in der Schweiz oder Deutschland lebenden Pflegeeltern
tibetischer Flüchtlingskinder gedacht, um so deren Wortschatz und Aussprache erhalten zu
können.
[853] Humboldt, Alexander von:
Central-Asien. Untersuchungen über die Gebirgsketten und die vergleichende
Klimatologie. Aus dem Französischen übersetzt und durch Zusätze vermehrt,
herausgegeben von Dr. Wilhelm Mahlmann. Zweiter Band, dritter Theil. Mit 5 gefalt.
Tabellen im Anhang. 448 S. Carl J. Klemann, Berlin 1843/44.
(Asie centrale. Paris 1843).
[854] Hummel, Siegbert:
Weltbild des Buddhismus. Führer durch die Ausstellung. 4 S. Otto